Studentenbewegung, Jugendrevolte, globaler Protest, Auflehnung gegen die Sexualmoral, lange Haare, Hosen statt Rock, neues Lebensgefühl – diese und viele weitere Begriffe kommen einem spontan in den Sinn, wenn man an die berühmt berüchtigten „68er“ denkt. Mit der 68er Bewegung werden nämlich auch studentische Demonstrationen assoziiert, die gegen strenge Strukturen auf den Straßen protestierten. „Aufbruchsstimmung“ ist hier vielleicht ein passendes Schlagwort.
Das Interesse für dieses Thema wurde bei mir schon früh geweckt, da ich mich in der Schule schon einmal mit den Protestformen der 68er Bewegung beschäftigt habe. Vom „Sit-in“, dem sogenannten Sitzstreik über die „Teach-ins“, die selbstorganisierten Vorträge und Diskussionen von Studenten bis hin zu „Happenings“, spontanen Protesten – vielerlei Protestformen wurden zu dieser Zeit ausprobiert und umgesetzt. Anhand dieser Hausarbeit soll herausgearbeitet werden, welche Auswirkungen auch gerade diese Protestformen mit sich gebracht haben und in welchem Maße diese zu der 68er Bewegung beigetragen haben. Was bedeutete es, jung zu sein im Jahre 1968? Diese Frage soll in den Ausführungen ebenfalls herausgearbeitet werden.
Die Hausarbeit bietet unter der Leitfrage „Inwiefern hat die 68er Bewegung Deutschland verändert?“ einen Einblick in die Zeit um 1968. Da es schwierig ist alle Auswirkungen zu beleuchten, haben sich die weiteren Ausführungen auf die Veränderungen in Deutschland orientiert. Die internationalen Geschehnisse werden daher nur am Rande thematisiert.
Vorab wird darauf eingegangen, was sich hinter dem Begriff „68er-Bewegung“ überhaupt verbirgt. Denn oft wird damit etwas ganz anderes verbunden, wie das, was tatsächlich gemeint ist. Es geht nämlich um viel mehr als um eine junge aufständische rock- und beatmusikhörende Studententruppe. Nach Begriffsklärung werden die geschichtlichen Hintergründe, also die Ursachen beleuchtet. Diese sind für die Hausarbeit insofern wichtig, um nachzuvollziehen, wie es überhaupt zu dieser Bewegung kam und welche Auslöser dabei ausschlaggebend waren. Danach werden die Ziele der Bewegung geschildert. Wenn man die Ziele kennt, kann man die Folgen bzw. Auswirkungen besser nachvollziehen. Nach diesen Ausführungen werden die Auswirkungen der Bewegung in Deutschland beleuchtet, also die Leitfrage geklärt, bevor gegen Ende das Fazit eingeleitet wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die 68er Bewegung
2.1 Ein internationales Phänomen
2.2 Ursachen der Bewegung
2.3 Ziele
3 Auswirkungen der Revolte in Deutschland
3.1 gesellschaftliche Auswirkungen
3.2 politische Auswirkungen
3.3 kulturelle Auswirkungen
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die 68er Bewegung in Deutschland mit der zentralen Forschungsfrage, inwiefern diese Bewegung das Land nachhaltig verändert hat. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Ursachen, der verfolgten Ziele sowie der gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Auswirkungen der Revolte.
- Historische Hintergründe und Ursachen der 68er Bewegung
- Zentrale Ziele, Forderungen und Motive der beteiligten Akteure
- Veränderungen im gesellschaftlichen Zusammenleben und Erziehungsverständnis
- Politische Transformationen und der Einfluss auf die Demokratisierung Deutschlands
- Kultureller Wandel durch neue Lebensstile, Musik und Wertesysteme
Auszug aus dem Buch
2 Die 68er Bewegung
Zunächst stellt sich die Frage, wer oder was die sogenannte 68er Bewegung ist. Was unter diesem Begriff zu verstehen ist, ist nicht einfach zu definieren. Da es mehrere Begriffsbestimmungen gibt, wird sich diese Ausarbeitung an der Definition von Ingrid Gilcher-Holtey orientieren. Sie definiert den Begriff wie folgt: „Soziale Bewegungen entstehen aus sozialem Handeln, das Konflikte und Spannungen innerhalb einer Gesellschaft sichtbar werden lässt.“ Soziales Handeln beschreibt hierbei das Handeln von Menschen, die ein bestimmtes Ziel verfolgen und dieses auf freiwilliger Basis geschieht. Da an der 68er-Bewegung mehrere Personen beteiligt waren, kann man von einer sozialen Bewegung sprechen.
Ein Beispiel für eine solche Bewegung ist der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS). Am Ende der 60er setzen sich die Mitglieder des SDS für eine Reform der gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland ein. Vertreter dieser Entwicklung waren Helmut Schmidt und Rudi Dutschke. Unter dem Begriff der 68er Bewegung werden auch verschiedene Strömungen seit Mitte der 60er Jahre zusammengefasst, die gegen herrschende Normen in sozialen, politischen und kulturellen Bereichen protestieren. Die „68er“ lassen sich darüber hinaus als eine „Epoche des gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Umbruchs“ bezeichnen.
Auch die zeitliche Verortung lässt sich nicht strikt festhalten. Während einige Autoren den Zeitraum von Beginn der 60er bis in die Mitte der 70er festnageln, setzen andere den Zeitraum für die Veränderungen ausschließlich auf das Jahr 1968 fest. Es wird oft von einer „doppelten Zeitlichkeit“ von 1968 gesprochen. Die Geschehnisse waren sowohl das Ergebnis von längeren Strukturveränderungen, als auch von kurzen Protesten. Fest steht jedoch, dass rund 20 Jahren nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland die Revolten der Achtundsechziger stattfanden. Aber was genau ist mit der 68er Bewegung gemeint? Eine linkspolitische Revolte oder doch eher ein kultureller Umbruch?
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der 68er Bewegung ein und definiert die Leitfrage hinsichtlich der Veränderungen in Deutschland sowie den methodischen Aufbau der Arbeit.
2 Die 68er Bewegung: Das Kapitel erläutert den Begriff der 68er Bewegung, beleuchtet deren soziale Dimensionen und diskutiert die Schwierigkeiten einer präzisen zeitlichen Einordnung.
2.1 Ein internationales Phänomen: Hier wird dargelegt, dass die 68er Bewegung keine rein deutsche Erscheinung war, sondern sich durch globale Proteste und Unruhen auszeichnete.
2.2 Ursachen der Bewegung: Dieses Kapitel analysiert die gesellschaftlichen Antriebskräfte, insbesondere den Konflikt mit der unbewältigten NS-Vergangenheit und den intergenerationellen Druck.
2.3 Ziele: Es werden die zentralen Forderungen der Bewegung wie Demokratisierung, gesellschaftliche Modernisierung und der Kampf gegen veraltete Autoritätsstrukturen thematisiert.
3 Auswirkungen der Revolte in Deutschland: Dieses Kapitel dient als Hauptteil, der die signifikanten Veränderungen in Deutschland nach 1968 detailliert betrachtet.
3.1 gesellschaftliche Auswirkungen: Zusammenfassung der Veränderungen in Sexualmoral, Frauenrechten sowie der antiautoritären Erziehung und des Aufkommens von Wohngemeinschaften.
3.2 politische Auswirkungen: Erörterung der Mobilisierung der Gesellschaft, des Aufkommens neuer politischer Partizipationsmöglichkeiten und des Wandels hin zur Sozialliberalität.
3.3 kulturelle Auswirkungen: Beschreibung des Wertewandels, der neuen Jugendkultur, sowie des Einflusses von Musik, Mode und Drogenkonsum auf den Alltag.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die 68er Bewegung als maßgeblichen Umwälzprozess, der Deutschland nachhaltig geprägt hat.
Schlüsselwörter
68er Bewegung, Studentenbewegung, gesellschaftlicher Wandel, Deutschland, Protestformen, Demokratisierung, Partizipation, antiautoritäre Erziehung, Gegenkultur, Rudi Dutschke, Generationenkonflikt, Sexualmoral, Emanzipation, politische Mitwirkung, Wertewandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der 68er Bewegung in Deutschland, ihren historischen Hintergründen und ihrem Einfluss auf die gesellschaftliche, politische und kulturelle Entwicklung der Bundesrepublik.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Ursachen der Proteste, die Ziele der Studierenden, die Veränderungen in Erziehungs- und Familienmodellen sowie den Einfluss der Bewegung auf die politische Kultur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel besteht darin, die Leitfrage zu beantworten, inwiefern die 68er Bewegung Deutschland verändert hat und in welchen Bereichen ihr Einfluss am stärksten spürbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, bei der historische Quellen und wissenschaftliche Fachliteratur ausgewertet werden, um die Auswirkungen der Bewegung aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden konkret die gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Auswirkungen der Revolte untersucht, insbesondere Themen wie Emanzipation, Partizipation und der Wandel der Alltagskultur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind 68er Bewegung, Studentenbewegung, Demokratisierung, antiautoritäre Erziehung, gesellschaftlicher Wertewandel und politische Partizipation.
Welche Rolle spielte der Tod von Benno Ohnesorg für die Bewegung?
Der Tod von Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 gilt als zentraler Auslöser, der zu einer Radikalisierung der Studenten und einem erheblichen Schub für die Bewegung führte.
Warum wird die 68er Bewegung auch als „kulturelle Revolte“ bezeichnet?
Die Bezeichnung rührt daher, dass nicht nur politische Strukturen kritisiert wurden, sondern ein grundlegender Wandel in Mode, Musik, Lebensstilen und dem persönlichen Ausdruck stattfand.
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- Jessica Huber (Autor:in), 2018, Die 68er-Bewegung und ihre Auswirkungen in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/460595