Die Vielfalt der Kommunikation ist gross. Der Mensch besitzt die Fähigkeit via Sprache, der wohl bekanntesten und bewusstesten Form der Kommunikation, Meinungen und Aussagen zu tätigen. Aber auch Mimik, Gestik oder Tonfall sind Ausdrucksweisen, die meistens unbewusster eingesetzt werden als die Sprache, aber trotzdem eine grosse Aussagekraft haben. Unser ganzes Verhalten, jede Bewegung, jede Aussage, selbst Schweigen oder Bewegungslosigkeit gegenüber anderen sind stete Kommunikationsarten. Ein Leben ohne Kommunikation ist unmöglich. Oft ist es den Menschen gar nicht bewusst, wie viele Informationen sie weiter geben oder erhalten. Darum entstehen auch Missverständnisse und Konflikte. Das Feedback, zu deutsch die Rückmeldung, ist ein Mittel, diese Konflikte zu lösen aber es besteht auch die Gefahr, dass aufgrund des Feedbacks neue Probleme entstehen. Darum muss beim Feedback sowohl als Sender als auch als Empfänger der Nachricht auf ein korrektes und angepasstes Verhalten geachtet werden. Was ist ein korrektes und angepasstes Verhalten? Gibt es das überhaupt oder ist das nur eine wage Richtlinie, von der jeder Mensch mehr oder weniger abweicht? Sind Feedbacks gewissen Regeln unterstellt? Ungeachtet dieser Fragen ist sicherlich klar, dass viele Menschen die Methode des Feedbacks anwenden. Ein gut es Beispiel dafür sind die Besprechungen von Arbeiten oder Prüfungen. Dabei liegt es an beiden Seiten, aus dem Feedback einen optimalen Nutzen zu ziehen und nicht Ressentiments zu entwickeln.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Feedback
3 Der Sender
3.1 Regeln für den Sender
3.1.1 Die vier Ohren
3.2 Körperkommunikation
3.3 Ich-Botschaften
4 Der Empfänger
4.1 Regeln für den Empfänger
4.2 Nutzen des Feedbacks
5 Spielerische Übung von Feedbacks
6 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Schwierigkeiten des Feedbacks als Instrument in der Kommunikation. Das zentrale Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch korrektes Verhalten von Sendern und Empfängern Konflikte vermieden und Lernprozesse durch konstruktive Rückmeldungen optimal gefördert werden können.
- Kommunikationsgrundlagen und die Bedeutung von Feedback
- Rollen und Verhaltensregeln für den Sender einer Nachricht
- Anforderungen an den Empfänger für einen konstruktiven Umgang mit Kritik
- Die Rolle von Körpersprache und Ich-Botschaften
- Methoden zur praktischen Einübung von Feedback-Situationen
Auszug aus dem Buch
3.1 Regeln für den Sender
„Obwohl Wahrheit ein nie definitiv zu erreichender Zustand einer Aussage ist, sollten wir uns um sie bemühen, damit unsere Aussage, sei sie kritisch oder lobend, akzeptabel ist und die Folgerungen glaubwürdig erscheinen.“ (Flammer. 1995. S. 223)
Um Missverständnisse und Konflikte so gut wie möglich zu vermeiden, sollte man als Sender auf ein paar Punkte achten: Es ist falsch, jemandem eine Absicht unterstellen zu wollen. Der Sender kann nicht in den Empfänger hineinfühlen, und somit wäre eine Absichtsunterstellung nur eine Vermutung. Viel mehr soll er Beobachtetes konkret und objektiv wiedergeben.
Falsch ist auch, die Handlung eines anderen zu verallgemeinern. Man kann nicht von einem Beispiel auf die allgemeine Einstellung des anderen zu dieser Sache schliessen. Vielleicht hatte der andere nur einen schlechten, bzw. einen guten Tag. Hier gilt auch wieder, das wiederzugeben, was bei dieser einen Handlung gesehen wurde. Der Empfänger des Feedbacks kann dann konkret darauf eingehen, müsste hingegen bei Verallgemeinerung eines einzelnen Falles seine ganze Einstellung dem aktuellen Problem gegenüber verteidigen.
Ein weiterer Punkt, der zu beachten ist, ist der, dass der Sender nicht von einem konkreten Fall auf Eigenschaften des Empfängers schliesst sondern auf die Situation bezogen sagt, was ihm gefallen oder missfallen hat. Nicht denken: „Das, was er eben gesagt hat war sehr charmant“, aber sagen: „ Sie sind ein sehr charmanter Mensch“, sondern nur das Gedachte laut aussprechen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwart menschlicher Kommunikation und definiert Feedback als ein notwendiges, aber potenziell konfliktgeladenes Mittel zur Rückmeldung.
2 Das Feedback: Dieses Kapitel definiert Feedback als Reaktion auf eine vorangegangene Aktion und betont die Wichtigkeit, den Empfänger nicht in eine defensive oder angegriffene Haltung zu drängen.
3 Der Sender: Der Fokus liegt auf der schwierigen Rolle des Senders, der mit Mut und Objektivität agieren muss, um eine sachliche und aufbauende Rückmeldung zu gewährleisten.
3.1 Regeln für den Sender: Es werden konkrete Leitlinien dargelegt, wie durch das Vermeiden von Absichtsunterstellungen und Verallgemeinerungen Missverständnisse verhindert werden können.
3.1.1 Die vier Ohren: Dieses Kapitel erläutert das Kommunikationsmodell der vier Ohren, um aufzuzeigen, wie unterschiedliche Empfangsebenen zu Missverständnissen führen können.
3.2 Körperkommunikation: Es wird analysiert, wie unbewusste körpersprachliche Signale das Feedback beeinflussen und warum eine explizite verbale Ausdrucksweise vorzuziehen ist.
3.3 Ich-Botschaften: Das Kapitel kontrastiert Ich-Botschaften mit Du-Botschaften und erklärt, warum Erstere für eine konstruktive Problemlösung unerlässlich sind.
4 Der Empfänger: Hier wird die Notwendigkeit unterstrichen, dass der Empfänger trotz der Schwierigkeit, Kritik anzunehmen, eine konstruktive Haltung einnimmt, um daraus lernen zu können.
4.1 Regeln für den Empfänger: Wichtige Verhaltensweisen wie aufmerksames Zuhören und die aktive Klärung von Inhalten werden als Basis für den Lerneffekt identifiziert.
4.2 Nutzen des Feedbacks: Das Kapitel verdeutlicht, dass der Nutzen einer Rückmeldung maßgeblich von der objektiven Verarbeitung des Empfängers abhängt und Metakommunikation zur Konfliktlösung dient.
5 Spielerische Übung von Feedbacks: Es werden praktische Ansätze wie die „Hüte-Übung“ vorgestellt, um Feedback geben in geschützten Räumen zu trainieren.
6 Schlusswort: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Feedback zwar schwierigen Regeln unterliegt, aber bei korrekter Anwendung ein wertvolles Instrument zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung darstellt.
Schlüsselwörter
Feedback, Kommunikation, Rückmeldung, Sender, Empfänger, Kritik, Lob, Ich-Botschaften, Körperkommunikation, Missverständnisse, Konfliktlösung, Metakommunikation, Lerneffekt, Gesprächsführung, Verhaltensregeln
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des Feedbacks als Instrument zur Kommunikation, beleuchtet dabei die Chancen zur Konfliktlösung sowie die Herausforderungen für Sender und Empfänger.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Rollenverteilung zwischen Sender und Empfänger, die Bedeutung von Sachlichkeit, die Vermeidung von Fehlinterpretationen sowie praktische Tipps zur Durchführung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den Leser für die Regeln eines „korrekten“ Feedbacks zu sensibilisieren, damit dieses konstruktiv genutzt werden kann, ohne Ressentiments zu erzeugen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf theoretische Grundlagen der Kommunikationspsychologie und greift auf etablierte Konzepte, wie das Vier-Ohren-Modell, zurück.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der beiden Rollen (Sender/Empfänger), erläutert spezifische Kommunikationstechniken wie Ich-Botschaften und zeigt Methoden zur Einübung auf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Feedback, Kommunikation, Kritik, Lob, Ich-Botschaften, Metakommunikation und Lerneffekt.
Warum ist das "Vier-Ohren-Modell" für die Feedback-Kultur relevant?
Da der Empfänger entscheidet, auf welcher Ebene er eine Nachricht hört, hilft das Wissen um diese Ebenen dabei, Missverständnisse und daraus resultierende Konflikte proaktiv zu minimieren.
Welche Bedeutung hat die Metakommunikation in diesem Zusammenhang?
Sie dient als Korrektiv, wenn Feedback missverstanden wurde, indem man „über das Reden selbst redet“, um die Kommunikation zu klären und Störungen zu beheben.
Wie kann man Feedback-Kompetenz in der Praxis verbessern?
Neben dem theoretischen Verständnis helfen spezifische Übungen, wie die im Text erwähnte „Hüte-Übung“, dabei, das Geben von Feedback in einem geschützten Rahmen zu trainieren.
- Arbeit zitieren
- Raphael Jud (Autor:in), 2002, Das Feedback. Über Möglichkeiten und Schwierigkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46150