“Am stärksten haben die Arbeiten von Gösta Esping-Andersen (1990; 1996; 1999) die Diskussion um die Typen des Wohlfahrtsstaates im internationalen Vergleich im vergangenen Jahrzehnt beeinflusst. Sein bahnbrechendes Buch “The Three Worlds of Welfare Capitalism“ hat in einem Ausmaß wie keine zweite Publikation in den vergangenen Jahren die international vergleichende Wohlfahrtsforschung geprägt.“
Der Text von Esping-Andersen soll als Grundlage für die vorliegende Seminararbeit dienen. Die Grundzüge des Textes wurden im Vortrag bereits dargestellt und erläutert, sowie mit der Seminargruppe diskutiert. Die Ergebnisse daraus fließen in die Ausarbeitung mit ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Die drei Welten des Wohlfahrtskapitalismus
2.1 Die Politische Ökonomie des Wohlfahrtsstaates
2.2 Was ist ein Wohlfahrtsstaat?
2.3 Rechte und De- Kommodifizierung
2.4 Wohlfahrtsstaatliche Regime
2.5 Die Ursachen für die Ausbildung wohlfahrtsstaatlicher Regime
3. Kritik
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit setzt sich kritisch mit Gösta Esping-Andersens einflussreichem Werk "The Three Worlds of Welfare Capitalism" auseinander. Das primäre Ziel ist es, die theoretischen Konzepte von Wohlfahrtsstaatlichkeit zu analysieren, die Typologisierung der drei Regime-Typen (liberal, korporatistisch, sozialdemokratisch) zu hinterfragen und die Bedingungen für deren Entstehung sowie die Rolle der sozialen Staatsbürgerschaft und der De-Kommodifizierung zu beleuchten.
- Grundlagen der Politischen Ökonomie des Wohlfahrtsstaates
- Konzepte der De-Kommodifizierung und sozialen Staatsbürgerschaft
- Differenzierung wohlfahrtsstaatlicher Regime-Typen
- Kritische Analyse der Esping-Andersen-Typologie durch Vergleichsstudien
- Einflussfaktoren wie Klassenmobilisierung und historische Regimeninstitutionalisierung
Auszug aus dem Buch
Wohlfahrtsstaatliche Regime
Die Wohlfahrtsstaaten, welche Esping- Andersen untersucht unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht in ihren Prinzipien der Berechtigung und der Stratifizierung. Zwischen Staat, Markt und Familie sind damit verschiedene Anordnungen verbunden. Diese lassen sich in so genannte Regime- Typen einordnen.
Eine Gruppe bilden die „liberalen“ Wohlfahrtsstaaten, in denen Leistungen vom Staat rar sind und meist nicht über ein Grundsicherungsniveau hinaus gehen. Der Staat fördert in solchen Systemen den Markt und private Sicherungsformen. Typischster Vertreter dieses Modells sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Andere Länder, die auch zu diesem Modell gezählt werden, sind Kanada und Australien und in etwas abgeschwächter Form Dänemark, die Schweiz und Großbritannien.
Der zweite Regime- Typ greift die staatskorporatistischen Strukturen auf und ist historisch herangereift. Zu den korporatistischen Staaten zählen Österreich, Italien, Frankreich und Deutschland. Die private Versicherung und betriebliche Zusatzleistungen spielen eher eine geringe Rolle. Durch den Einbezug der Kirche, ist das erste Hilfesystem traditionell die Familie, die finanzielle Reserven zur Verfügung haben muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieser Abschnitt ordnet die Bedeutung der Arbeiten von Gösta Esping-Andersen für die vergleichende Wohlfahrtsforschung ein und erläutert den Ausgangspunkt der Seminararbeit.
2. Die drei Welten des Wohlfahrtskapitalismus: Hier werden die zentralen theoretischen Säulen wie die De-Kommodifizierung, die politische Ökonomie des Staates und die verschiedenen Regime-Typen systematisch dargestellt und diskutiert.
3. Kritik: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit der Typologie von Esping-Andersen auseinander, führt alternative Erklärungsmodelle (z.B. von Borchert oder Titmuss) ein und reflektiert über die empirischen Schwächen der Ausgangshypothesen.
Schlüsselwörter
Wohlfahrtsstaat, Esping-Andersen, De-Kommodifizierung, Stratifizierung, soziale Staatsbürgerschaft, Wohlfahrtsregime, Politische Ökonomie, Kapitalismus, Sozialpolitik, Klassenmobilisierung, liberale Wohlfahrtsstaaten, korporatistische Staaten, sozialdemokratische Staaten, Vollbeschäftigung, soziale Rechte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen des Wohlfahrtsstaates und prüft die Validität der Typologisierung von Gösta Esping-Andersen anhand internationaler Beispiele.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die Konzepte der De-Kommodifizierung, die Rolle von Klassenmobilisierung, die Bedeutung demokratischer Institutionen und die Klassifizierung von Staaten in liberale, korporatistische und sozialdemokratische Systeme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist eine kritische Reflexion des Werkes "The Three Worlds of Welfare Capitalism" unter Berücksichtigung weiterführender Analysen, um zu verstehen, wie Wohlfahrtsstaaten entstehen und funktionieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich theoretischer Konzepte sowie der kritischen Auseinandersetzung mit empirischen Studien und Modellen anderer Sozialwissenschaftler.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erarbeitet die Definitionen des Wohlfahrtsstaates, analysiert die Mechanismen der De-Kommodifizierung und stratifiziert die untersuchten Länder in entsprechende Regime-Typen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind De-Kommodifizierung, soziale Staatsbürgerschaft, politische Ökonomie und die unterschiedlichen Wohlfahrtsregime.
Warum wird das schwedische Modell oft als Referenzpunkt genutzt?
Das schwedische Modell gilt in Esping-Andersens Theorie oft als Prototyp für den sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaat, wird jedoch in der Kritik auch als "schwedenzentriert" hinterfragt.
Was ist die Kernbotschaft der Kritik an Esping-Andersen?
Die Kritik bemängelt, dass Esping-Andersen zwar eine nützliche Typologie liefert, diese aber viele Mischformen ignoriert und Deutschland als konservativen Prototypen womöglich zu einseitig einstuft.
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- Karsten Hertel (Autor), 2004, Die politische Ökonomie des Wohlfahrtsstaates, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46165