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Abwasserbehandlung in Pflanzenkläranlagen

Title: Abwasserbehandlung in Pflanzenkläranlagen

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Arne Heinrich (Author)

Geography / Earth Science - Physical Geography, Geomorphology, Environmental Studies
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Unter dem Begriff Pflanzenkläranlage wird eine Form der Abwasserbehandlung zusammengefasst, die auf relativ vielfältige Art geschehen kann. In dieser Abhandlung soll ein Einblick gewährt werden, der sich im Wesentlichen auf die Formen der Pflanzenkläranlagen beziehen wird, die sich im Laufe der Zeit aufgrund ihrer herausragenden Funktionsfähigkeit durchgesetzt haben.

Pflanzenkläranlagen in den heute gängigen Betriebsformen seit ca. 25 Jahren vermehrt betrachtet, so dass Erfahrungen aus der Betriebspraxis auch über diesen Zeitraum relativ ausgeprägt und gut dokumentiert vorliegen. [Geller (1997)]

An erster Stelle muss hier sicher eine Erläuterung des Begriffs Pflanzenkläranlage erfolgen. Irrtümlicher Weise könnte angenommen werden, dass im System der Pflanzenkläranlage die Pflanzen die Hauptleistung der Abwasserreinigung erbringen. Dies ist jedoch nicht der Fall; vielmehr handelt es sich im Wesentlichen um einen bewachsenen Bodenfilter, woraus ersichtlich wird, dass die Hauptreinigungsleistung während der Passage des Bodenkörpers erbracht wird. [Lange/Otterpohl (1997)]

Definitionsgemäß stellt eine Pflanzenkläranlage einen mit Sumpfpflanzen (Helophyten) bewachsenen Bodenkörper dar, welchen das zu reinigende Abwasser vertikal oder horizontal durchströmt. Mischformen und Weiterentwicklungen aus diesen beiden Grundtypen sind existent. [ATV (1989)]

Es ist jedoch anzumerken, dass Vertikalfilter im direkten Vergleich mit Horizontalfiltern vor allem bezüglich des Abbaus organischer Verbindungen deutlich bessere Reinigungsleistungen aufweisen. [Görner/Hübner (1999)]

Auf die Reinigungsleistungen der unterschiedlichen Typen soll an späterer Stelle noch eingegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition

3 Einsatzgebiete von Pflanzenkläranlagen

4 Das System Pflanzenkläranlage

5 Vorklärung

6 Das Pflanzenbeet

6.1 Horizontal durchflossene Beete

6.2 Vertikal durchflossene Beete

7 Abwassereinigung

8 Betrieb

8.1 Winterbetrieb

9 Weitere Kleinkläranlagensysteme

9.1 Filtergrabenanlage

9.2 Tauchkörperanlage

9.3 Tropfkörperanlage

9.4 Teichanlage

10 Zusammenfassung

11 Ausblick

12 Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit befasst sich mit der Funktionsweise und den Einsatzmöglichkeiten von Pflanzenkläranlagen als dezentrale Abwasserreinigungssysteme im ländlichen Raum. Das Ziel ist es, die technischen Anforderungen, die Reinigungsleistung sowie die Betriebsparameter verschiedener Anlagentypen zu analysieren und kritisch zu bewerten.

  • Grundlagen und Definition der Pflanzenkläranlage als bewachsener Bodenfilter.
  • Vergleich der Reinigungsleistungen zwischen horizontal und vertikal durchflossenen Systemen.
  • Anforderungen an die mechanische Vorklärung zur Vermeidung von Bodenkörperverdichtungen.
  • Herausforderungen des Betriebs unter Berücksichtigung von jahreszeitlichen Schwankungen und Wartungsaufwand.
  • Einordnung der Pflanzenkläranlage im Vergleich zu anderen Kleinkläranlagensystemen.

Auszug aus dem Buch

6.1 Horizontal durchflossene Beete

Horizontalbeete weisen eine Beettiefe von ca. 80 cm auf und werden überwiegend mit Schilf bepflanzt. Die Anlage wird von der Stirnseite kontinuierlich beschickt, wobei das Abwasser auf den ersten 30-40 cm nach dem Einlauf in das Beet eine Schotterschicht zu passieren hat, um eine relativ homogene Verteilung auf den gesamten Beetquerschnitt zu gewährleisten. [Bahlo (1992)]

Um eine vollständige Nutzung des Bodenkörpers zu garantieren, sollte die Einrieselungsseite bei horizontal durchflossenen Beeten möglichst lang sein, während die Pflanzenbeete an sich möglichst kurz ausfallen sollten, um eine Vermeidung von Kurzschlussströmungen zu gewährleisten. [Geller/Thum (1998)]

Nach der Passage des Bodenkörpers in horizontaler Richtung, wird das Abwasser auf der gegenüberliegenden Seite von einem Drainagestrang aufgenommen und abgeführt. [Bahlo (1992)]

Von erheblicher Bedeutung ist äußerste Vorsicht beim Aufbau des Bodenkörpers, da dieser bei unsachgemäßem Einbringen der Kiese und Sande rasch seine Filterwirkung, z.B. durch Verdichten, einbüßen kann. [Geller/Thum (1998)]

Der Flächenbedarf für horizontal durchflossene Pflanzenbeete ist auf mindestens 5 m²/EW, die Mindestfläche des Beetes mit 25 m² festgesetzt. Die Beschickung des Beetes sollte 40 mm/d nicht überschreiten. [Lange/Otterpohl (1997)] Pumpen oder ähnliche technische Hilfsmittel sind in Horizontalbeeten nicht notwendig, daher muss für diese Art Pflanzenbeet auch keine Stromversorgung sichergestellt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Pflanzenkläranlagen ein und erläutert deren Entwicklung sowie die gute Dokumentationslage aus der langjährigen Betriebspraxis.

2 Definition: Dieses Kapitel stellt klar, dass Pflanzenkläranlagen primär bewachsene Bodenfilter sind, deren Hauptreinigungsleistung durch den Bodenkörper und nicht durch die Pflanzen selbst erbracht wird.

3 Einsatzgebiete von Pflanzenkläranlagen: Es wird dargelegt, dass diese Anlagen primär als dezentrale Kleinkläranlagen für bis zu 50 Einwohner im ländlichen Raum konzipiert sind.

4 Das System Pflanzenkläranlage: Dieses Kapitel beschreibt den modularen Aufbau, bestehend aus Vorklärung, Pumpenschacht, Pflanzenbeet und Ablaufschacht.

5 Vorklärung: Es wird die Notwendigkeit einer mechanischen Vorklärung, meist durch eine 3-Kammer-Grube, zur Vermeidung von "soil clogging" (Bodenkörperverstopfung) begründet.

6 Das Pflanzenbeet: Hier werden die beiden Haupttypen, horizontal und vertikal durchflossene Beete, hinsichtlich ihrer physikalischen und baulichen Merkmale detailliert vorgestellt.

7 Abwassereinigung: Dieses Kapitel beleuchtet die biologischen, chemischen und physikalischen Reinigungsprozesse sowie die Rolle des Bodenkörpers und der Bepflanzung.

8 Betrieb: Es werden der Betreuungsaufwand, die notwendige Wartung sowie die spezifischen Anforderungen an die Pflege der Anlage behandelt.

8.1 Winterbetrieb: Dieses Unterkapitel analysiert die Auswirkungen niedriger Temperaturen auf die Reinigungsleistung und diskutiert notwendige Planungsanpassungen wie Flächenreserven.

9 Weitere Kleinkläranlagensysteme: Ein Vergleich zu alternativen Systemen wie Filtergraben-, Tauchkörper-, Tropfkörper- und Teichanlagen wird gezogen.

10 Zusammenfassung: Die Kernaussagen der Arbeit werden kompakt wiederholt, insbesondere die Bedeutung der Bodenkörperbeschaffenheit und der Anlagentypologie.

11 Ausblick: Der Ausblick diskutiert mögliche künftige Einsatzgebiete, wie die Behandlung industrieller Abwässer.

12 Literatur: Dieses Verzeichnis listet die für die Erstellung der Arbeit herangezogenen Quellen und Regelwerke auf.

Schlüsselwörter

Pflanzenkläranlage, Abwasserbehandlung, Bodenfilter, Kleinkläranlage, Schilf, Vorklärung, horizontale Durchströmung, vertikale Durchströmung, Reinigungsleistung, Winterbetrieb, BSB5, CSB, Stickstoffelimination, Phosphorelimination, Gewässerschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Funktionsweise, Planung und dem Betrieb von Pflanzenkläranlagen als dezentrale Methode der Abwasserreinigung in ländlichen Regionen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen der technische Aufbau der Anlagen, der Vergleich zwischen horizontalen und vertikalen Filtersystemen sowie die prozessuale Abwasserreinigung durch Bodenkörper.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Vermittlung eines fundierten Einblicks in die Funktionalität und Zuverlässigkeit von Pflanzenkläranlagen, um deren Eignung als Kleinklärlösung darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende Forschungsergebnisse, Regelwerke und Betriebserfahrungen zusammenführt und analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in technische Grundlagen (Vorklärung, Beetsysteme), Reinigungsprozesse, betriebliche Anforderungen und den Vergleich mit anderen Klärsystemen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Pflanzenkläranlage, Bodenfilter, Abwasserreinigung, horizontale/vertikale Durchströmung und die Reinigungsleistung bei verschiedenen Betriebsparametern.

Warum ist eine mechanische Vorklärung für die Anlage so wichtig?

Eine Vorklärung verhindert die Einspülung von Grob- und Trübstoffen, was andernfalls zu einer schnellen Verstopfung ("soil clogging") des Bodenkörpers führen würde.

Welche wesentliche Rolle spielen die Pflanzen in der Anlage?

Entgegen der landläufigen Meinung reinigen die Pflanzen das Wasser kaum direkt. Ihre Hauptfunktion ist die Sauerstoffzufuhr in den Bodenkörper über die Rhizome sowie die Erhaltung der Bodenstruktur.

Wie unterscheiden sich horizontal und vertikal durchflossene Beete?

Vertikale Systeme arbeiten unter aeroben Bedingungen und erzielen bessere Ergebnisse bei der Nitrifikation, während horizontale Systeme eher anaerob wirken und Stärken in der Denitrifikation zeigen.

Was muss bei der Planung für den Winterbetrieb beachtet werden?

Da die Reinigungsleistung im Winter sinken kann, sollte dies durch einen Flächenmehrbedarf bei der Planung vorab berücksichtigt werden, um die Zielwerte einzuhalten.

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Details

Title
Abwasserbehandlung in Pflanzenkläranlagen
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Fachabteilung für Hydrologie und Wasserwirtschaft)
Course
Hauptstudiumsseminar Wasserwirtschaft
Grade
2,0
Author
Arne Heinrich (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V46357
ISBN (eBook)
9783638435628
ISBN (Book)
9783638888516
Language
German
Tags
Abwasserbehandlung Pflanzenkläranlagen Hauptstudiumsseminar Wasserwirtschaft Pflanzenbeet Kleinkläranlage
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arne Heinrich (Author), 2004, Abwasserbehandlung in Pflanzenkläranlagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46357
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