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Das Vanitas-Motiv in der Lyrik des Barock. Wie unterscheidet sich die Verwendung des Motivs in den Gedichten "Es ist alles eitel" von Andreas Gryphius und "An sich" von Paul Fleming?

Title: Das Vanitas-Motiv in der Lyrik des Barock. Wie unterscheidet sich die Verwendung des Motivs in den Gedichten "Es ist alles eitel" von Andreas Gryphius und "An sich" von Paul Fleming?

Term Paper (Advanced seminar) , 2017 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Franziska Gebauer (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Anhand der zwei Gedichte „Es ist alles eitel“ von Andreas Gryphius und „An sich“ von Paul Fleming soll in dieser Arbeit die unterschiedliche Verwendungsweise des Vanitas-Motivs beispielhaft verdeutlicht werden. Zunächst werden hierfür das Leitmotiv „Vanitas“ und das damit einhergehende „Memento Mori“ definiert und es wird deren Herkunft erklärt. Die Analysen der Gedichte setzen sich zusammen aus der formalen Analyse und des darauffolgenden Interpretationsansatzes hinsichtlich des oben genannten Leitmotivs. Eine Schlussfolgerung soll abschließend die verschiedenen Verwendungsweisen des Vanitas-Motivs klären. Die in der Analyse genutzten Versangaben werden dabei im Fließtext erwähnt.

Blickt man auf das 17. Jahrhundert zurück, so gibt es kaum einen Abschnitt in der europäischen Geschichte, welcher mehr von Spannungen und Gegensätzen geprägt war, wie dieser. Durch die vorherrschenden Kriege, unter anderem den dreißigjährigen Krieg, waren die Menschen täglich mit den Themen Tod und Vergänglichkeit konfrontiert. Mit den daraus resultierenden Spannungen zwischen dem Verlangen nach einem erfüllten Leben und der Angst vor dem Tod beschäftigte sich auch die Literatur des 17. Jahrhunderts. Dichter und Schriftsteller wie Andreas Gryphius oder Paul Fleming verarbeiteten diese Spannungsverhältnisse in ihren Gedichten. So taucht der Vanitas-Gedanke in der Lyrik des Barock immer wieder auf und wird dabei auf verschiedene Art und Weise und zu unterschiedlichen Zwecken ausgelegt und verarbeitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärungen

2.1. Vanitas

2.2. Memento Mori

3. Interpretation an ausgewählten Gedichten

3.1. Andreas Gryphius: Es ist alles eitel

3.1.1. Formanalyse

3.1.2. Interpretationsansatz hinsichtlich des Vanitas-Motivs

3.2. Paul Fleming: An sich

3.2.1. Formanalyse

3.2.2. Interpretationsansatz hinsichtlich des Vanitas-Motivs

4. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die unterschiedliche Verwendung und Auslegung des Vanitas-Motivs in der barocken Lyrik, um aufzuzeigen, wie Dichter diese Thematik nutzten, um verschiedene weltanschauliche Botschaften zu vermitteln. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie durch formale und rhetorische Gestaltung eines Gedichtes das Motiv der Vergänglichkeit in gegensätzlicher Weise – als trostlose Mahnung oder als Aufforderung zur Lebensbejahung – eingesetzt wird.

  • Analyse des Vanitas-Leitmotivs und des Memento-Mori-Gedankens
  • Formale und inhaltliche Untersuchung von „Es ist alles eitel“ (Gryphius)
  • Formale und inhaltliche Untersuchung von „An sich“ (Fleming)
  • Vergleich der unterschiedlichen Zweckbestimmungen des Vanitas-Motivs
  • Einfluss historischer Kontexte auf die barocke Lyrik

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Interpretationsansatz hinsichtlich des Vanitas-Motivs

Schon der Titel des Gedichtes weist auf das Vanitas-Motiv hin. Das Adjektiv „eitel“ hat hier nicht die heute geläufige Bedeutung von „eingebildet“ oder „selbstgefällig“. „Eitel“ bedeutet in diesem Zusammenhang „vergänglich“. Die für uns missverständliche Bedeutung des Wortes ist auf den semantischen Wandel von diesem zurückzuführen. Mit dem Wissen, dass das Gedicht 1637 verfasst wurde, wird dessen Hintergrund schnell deutlich, denn der dreißigjährige Krieg herrschte im damaligen Deutschland und hatte zu dieser Zeit schon viele Menschen ihr Leben gekostet.

„Worte sind bewusst eingesetzte Mittel, die das Thema […] kunstreich zeigend bewältigen sollen“ 23. Hier dienen Wörter wie „einreißen“ (V. 2), „zertreten“ (V. 3) oder „donnern“ (V. 8) dieser kunstreichen Bewältigung des Themas24.

Außerdem verdeutlicht der Titel die subjektive Meinung des lyrischen Ichs von einer vollkommen trostlosen Welt, welche durch „alles“ (siehe Titel) als allgemeingültig erklärt wird.

Rhetorische Mittel aus den Bereichen der Natur und des Menschen werden für die sprachliche Gestaltung genutzt. Die Stimmung des Gedichtes, welche von Melancholie, Trauer und Hoffnungslosigkeit geprägt ist, wird durch das klagende „ach“ (V. 11) und Akkumulationen wie „Schatten, Staub und Wind“ (V. 12) verdeutlicht.

Der erste Vers des Sonetts knüpft unmittelbar an den Titel an und es wird mit dem zweimaligen direkten Ansprechen des Lesers darauf aufmerksam gemacht, dass dieser selbst von der Situation betroffen ist, beziehungsweise in diese mit einbezogen wird. Die „Eitelkeit auff Erden“ (V. 1) weist erneut auf das Vanitas-Motiv hin.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung bettet das Thema in den historischen Kontext des 17. Jahrhunderts ein und definiert das Ziel, die unterschiedliche Verwendung des Vanitas-Motivs anhand zweier Gedichte zu verdeutlichen.

2. Begriffserklärungen: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Leitbegriffe „Vanitas“ und „Memento Mori“ und beleuchtet deren Ursprung sowie deren Funktion in der barocken Lyrik.

3. Interpretation an ausgewählten Gedichten: Der Hauptteil umfasst die detaillierte formale Analyse und Interpretation der Sonette von Andreas Gryphius und Paul Fleming hinsichtlich ihres spezifischen Einsatzes des Vanitas-Motivs.

4. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und stellt fest, dass das Vanitas-Motiv als Instrument dient, das je nach Intention des Dichters zu sehr unterschiedlichen, teils gegensätzlichen Aussagen führen kann.

Schlüsselwörter

Barocklyrik, Vanitas, Memento Mori, Andreas Gryphius, Paul Fleming, Vergänglichkeit, Todesmahnung, Sonett, Gedichtanalyse, Dreißigjähriger Krieg, Lebensführung, Literaturwissenschaft, Epochenmerkmale, Metrik, Rhetorik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie das Vanitas-Motiv in der deutschen Barocklyrik als zentrales Gestaltungselement eingesetzt wird, um menschliche Vergänglichkeit und das Verhältnis zum Tod zu reflektieren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die literarische Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit, die Definition barocker Leitmotive sowie der Einfluss historischer Krisenzeiten auf die zeitgenössische Dichtung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, anhand von zwei exemplarischen Gedichten aufzuzeigen, dass trotz identischer Leitmotivik völlig unterschiedliche Aussagen und Intentionen des Autors realisiert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Methode der formalen Textanalyse in Verbindung mit einem interpretatorischen Ansatz, der rhetorische Stilmittel und historische Kontexte miteinbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die formale Untersuchung und die anschließende inhaltliche Interpretation der Gedichte „Es ist alles eitel“ von Andreas Gryphius und „An sich“ von Paul Fleming.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Barocklyrik, Vanitas, Memento Mori, Vergänglichkeit, Gedichtanalyse und literarische Selbstversicherung beschreiben.

Wie unterscheidet sich die Nutzung des Vanitas-Motivs bei Gryphius von der bei Fleming?

Während Gryphius das Motiv nutzt, um eine trostlose Weltsicht zu vermitteln und den Leser mit der Vergänglichkeit zu konfrontieren, setzt Fleming es ein, um zur Standhaftigkeit und zur lebensbejahenden Selbstbeherrschung aufzurufen.

Welche Rolle spielt der Dreißigjährige Krieg für die Analysen?

Der Krieg wird als historischer Hintergrund herangezogen, der die existenzielle Not, die Angst vor dem Tod und die allgegenwärtige Erfahrung von Zerstörung in den Werken dieser Zeit maßgeblich beeinflusst hat.

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Details

Title
Das Vanitas-Motiv in der Lyrik des Barock. Wie unterscheidet sich die Verwendung des Motivs in den Gedichten "Es ist alles eitel" von Andreas Gryphius und "An sich" von Paul Fleming?
College
University of Wuppertal
Grade
2,0
Author
Franziska Gebauer (Author)
Publication Year
2017
Pages
15
Catalog Number
V464295
ISBN (eBook)
9783668919204
ISBN (Book)
9783668919211
Language
German
Tags
Barocklyrik Vanitas Vanitasmotiv Memento mori An sich Es ist alles eitel Andreas Gryphius Paul Fleming
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Gebauer (Author), 2017, Das Vanitas-Motiv in der Lyrik des Barock. Wie unterscheidet sich die Verwendung des Motivs in den Gedichten "Es ist alles eitel" von Andreas Gryphius und "An sich" von Paul Fleming?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/464295
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