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Künstliche Intelligenz und die Zukunft des Haftungsrechts

Title: Künstliche Intelligenz und die Zukunft des Haftungsrechts

Master's Thesis , 2018 , 102 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Johannes Marcel Offergeld (Author)

Law - Civil / Private, Trade, Anti Trust Law, Business Law
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Künstliche Intelligenz hat sich in sämtliche Lebensbereiche geschlichen und eröffnet neben immensen Chancen auch Diskussionen bezüglich (juristischer) Grundsatzfragen. Für deren Beantwortung ist neben dem Rechtsverständnis auch ein Verständnis der Technologien notwendig.

Der Autor studierte neben Wirtschaftsrecht auch Informatik, sammelte bei verschiedenen digitalen Unternehmen Erfahrungen und versucht, das komplexe Themen leicht verständlich aufzuarbeiten. Nach einer Einleitung werden zunächst unterschiedliche Einsatzbereiche von KI betrachtet. Anhand dieser Beispiele und möglicher Fallkonstellationen werden anschließend die rechtlichen Schwierigkeiten aufgearbeitet und Lösungsansätze diskutiert. Begleiten Sie mich auf eine spannende Reise zum Thema künstliche Intelligenz und der Zukunft des Haftungsrechts.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Teil: Einleitung

2. Teil: Künstliche Intelligenz: Begriffsbestimmung, Problemstellung und Haftungsszenarien

A. Begriffsbestimmungen und Definitionen

I. Neuronale Netze

II. Bewusstsein und freier Wille

III. Softwareagenten

IV. Expertensysteme

V. Autonome Fahrzeuge

B. Evaluation verschiedener Grundhaftungskonzepte

I. Status Quo

II. Punktuelle Überarbeitung

III. Generalisierte und neue Haftungs- und Versicherungskonzepte

IV. Eigene Rechtsperson

V. Grundlegende Überarbeitung

C. Haftungsszenarien

I. Softwareagent

II. Expertensystem

III. Autonomes Fahrzeug

3. Teil: Rechtliche Herausforderungen

A. Status Quo

I. Softwareagent

1. Haftung des Systems

a) Haftung nach § 823 Abs. 1 BGB

aa) Rechtsgutverletzung

bb) Kausale Verletzungshandlung und Ergebnis

2. Haftung des Benutzers

a) Haftung nach § 823 Abs. 1 BGB

aa) Rechtsgutverletzung und kausale Verletzungshandlung

bb) Verschulden und Ergebnis

b) Haftung nach § 831 BGB

c) Haftung nach § 832 BGB

d) Haftung nach § 833 und § 834 BGB

3. Haftung des Herstellers

a) Haftung nach § 823 Abs. 1 BGB

aa) Rechtsgutverletzung

bb) Kausale Verletzungshandlung

cc) Produkt und Sorgfaltsmaßstab

dd) Verschulden

ee) Mitverschulden § 254 BGB und Ergebnis

b) Haftung nach § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. Schutzgesetz

aa) Schutzgesetz

(1) Gesetz über das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

(2) Produktionssicherheitsgesetz

bb) Anwendbarkeit, Verschulden, Ergebnis

c) Haftung nach § 1 ProdHaftG

aa) Hersteller

bb) Rechtsgutverletzung

cc) Fehlerhaftes Produkt

dd) Kein Ausschluss und Ergebnis

4. Abwandlung: Gemeinschaftliches Handeln

II. Expertensystem

1. Haftung des Systems

a) Beraterhaftung

b) Auskunftshaftung

2. Abwandlung: Haftung des Trainers

3. Verschuldensunfähigkeit künstlicher Intelligenz

III. Autonomes Fahren

1. Haftung des Fahrzeugführers nach § 823 Abs. 2 i.V.m. § 3 StVO

2. Haftung des Fahrers nach § 18 StVG

3. Abwandlung: Vertragliche Ansprüche

a) Haftung nach § 280 Abs. 1 i.V.m. §§ 249 ff. BGB

bb) Schuldverhältnis

cc) Zu vertretende Pflichtverletzung

dd) Schaden

b) Ergebnis

IV. Zwischenergebnis

B. Punktuelle Überarbeitung

I. § 31 BGB analog

II. § 278 BGB analog

III. § 829 BGB analog

IV. § 831BGB analog

V. § 832 BGB analog

VI. § 833 BGB analog

VII. § 834 BGB analog

VIII. Blanketterklärung

IX. Zwischenergebnis

C. Generalisierte und neue Haftungs- und Versicherungskonzepte

I. Torts, Crime und Warraties

II. Gardien-Haftung

III. Gefährdungshaftung

IV. Verschuldensunabhängige Herstellerhaftung

V. Versicherungspflicht

VI. Versicherung mit Fonds

VII. Haftung nach Marktanteilen

VIII. Zwischenergebnis

D. Eigene Rechtsperson

E. Grundlegende Überarbeitung

4. Teil: Ergebnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie das aktuelle deutsche Haftungsrecht auf die Herausforderungen durch künstlich intelligente Systeme reagiert. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob bestehende Haftungsnormen durch Rechtsfortbildung und Analogie ausreichen, um Schäden im Kontext autonomer Systeme angemessen zuzuordnen, oder ob eine grundlegende rechtliche Überarbeitung, etwa durch die Einführung einer eigenen Rechtsperson oder einer verschuldensunabhängigen Herstellerhaftung, zwingend erforderlich ist.

  • Analyse der rechtlichen Einordnung von KI-Systemen (Softwareagenten, Expertensysteme, autonome Fahrzeuge).
  • Evaluation bestehender Haftungskonzepte im Status Quo.
  • Untersuchung von Analogiemöglichkeiten zu bestehenden BGB-Vorschriften (§§ 831, 832, 833, 834 BGB).
  • Diskussion über neue Haftungs- und Versicherungskonzepte sowie die Idee einer "Roboter-Rechtsperson".

Auszug aus dem Buch

I. Neuronale Netze

Zuvörderst bereiten so genannte neuronale Netze, bei denen ein Netzwerk simulierter Nervenzellen hintereinander geschichtet wird, der Nachvollziehbarkeit von Ergebnissen Probleme. Die Neuronenstruktur des Gehirns als Vorbild, werden unterschiedliche Schichten (engl. layers) verbunden und anschließend mit Daten trainiert, wobei als gängigste Methode das maschinelle Lernen eingesetzt wird. Die daraus gezogenen Schlussfolgerungen des Algorithmus können aufgrund der Komplexität kaum rekonstruiert werden, wie bspw. die unerwartete Entwicklung einer eigenen Sprache zwischen zwei kommunizierenden Systemen zeigte.

Dieses Wissen ist insbesondere wichtig, um Forderungen wie eine „Erklärungspflicht“ des Systems im Rahmen von Haftungsfragen nicht zu priorisieren.

Auch eine externe Kontrolle wird bei komplexen Systemen nur sehr eingeschränkt möglich sein. Der Neuroinformatik liegt zugrunde, dass sowohl Computer als auch Gehirn lediglich Informationsverarbeitungssysteme seien und auch im menschlichen Gehirn die wenigsten Prozesse verstanden werden. Ein Bewusstsein oder freier Wille sind für diese Informationsverarbeitungsprozesse/Denkleistungen generell nicht notwendig. Insbesondere das Haftungsrecht legt jedoch großen Wert auf Begriffe wie Bewusstsein und freien Willen. Gemessen an den vorherigen Ausführungen stellt sich allerdings die Frage, inwieweit dies noch zeitgemäß ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Teil: Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Verbreitung künstlicher Intelligenz ein und skizziert die damit einhergehenden, neuartigen Herausforderungen für das bestehende deutsche Haftungsrecht.

2. Teil: Künstliche Intelligenz: Begriffsbestimmung, Problemstellung und Haftungsszenarien: Hier werden technische Grundlagen wie neuronale Netze oder Softwareagenten definiert und erste, praxisnahe Fallbeispiele für Haftungskonflikte vorgestellt.

3. Teil: Rechtliche Herausforderungen: Dieser Hauptteil analysiert die Anwendbarkeit aktueller Haftungsnormen auf die gewählten Szenarien und diskutiert alternative Konzepte wie Gefährdungshaftung oder die Einführung einer elektronischen Person.

4. Teil: Ergebnis: Das abschließende Kapitel resümiert, dass aktuelle Gesetze zwar in Teilen durch Analogie anpassbar sind, jedoch bei fortgeschrittener Technik eine verschuldensunabhängige Herstellerhaftung und neue Versicherungslösungen angestrebt werden sollten.

Schlüsselwörter

Künstliche Intelligenz, Haftungsrecht, BGB, Softwareagenten, Expertensysteme, Autonomes Fahren, Gefährdungshaftung, Verschulden, Produkthaftung, Herstellerhaftung, Rechtssubjektivität, Elektronische Person, Versicherungspflicht, Rechtsfortbildung, Analogie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Publikation befasst sich mit der Frage, ob das derzeitige deutsche Haftungsrecht in der Lage ist, Schäden, die durch den Einsatz künstlich intelligenter Systeme verursacht werden, sachgerecht zu regulieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Haftung bei Softwareagenten, Expertensystemen und autonomen Fahrzeugen sowie die Erörterung neuer Ansätze wie Gefährdungshaftung, Versicherungspflichten und die mögliche Einführung einer Rechtsperson für KI.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob für eine gerechte Schadensverteilung in einer durch KI geprägten Zukunft Gesetzesänderungen notwendig sind oder ob das Recht durch Fortbildung bestehender Normen flexibel reagieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine rechtsdogmatische Analyse, indem er anhand konkreter, alltagsnaher Fallkonstellationen die Anwendbarkeit geltender BGB-Paragraphen prüft und Möglichkeiten der Analogie sowie teleologischer Auslegung untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Status-Quo-Analyse, die Prüfung punktueller Überarbeitungen durch Analogien sowie die kritische Evaluation generalisierter neuer Haftungs- und Versicherungskonzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Künstliche Intelligenz, Haftungsrecht, Verschulden, Produkthaftung, autonomes Fahren und die Debatte um eine eigene Rechtspersönlichkeit für Algorithmen.

Wie bewertet der Autor die Idee einer "Roboter-Rechtsperson"?

Der Autor steht der Einführung einer elektronischen Person skeptisch gegenüber, da dies zwar Haftungsprobleme lösen könnte, jedoch rechtspolitisch gefährlich ist und eine zu große Machtkonzentration bei künstlichen Systemen befürchten lässt.

Welche Rolle spielt die Gefährdungshaftung bei der Lösungsfindung?

Die Gefährdungshaftung wird als probates Mittel für Bereiche mit spezifischen Risiken angesehen, wobei der Autor besonders eine verschuldensunabhängige Herstellerhaftung als vielversprechenden Weg erachtet.

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Details

Title
Künstliche Intelligenz und die Zukunft des Haftungsrechts
College
University of Siegen
Grade
1,7
Author
Johannes Marcel Offergeld (Author)
Publication Year
2018
Pages
102
Catalog Number
V464401
ISBN (eBook)
9783668922235
ISBN (Book)
9783668922242
Language
German
Tags
künstliche intelligenz zukunft haftungsrechts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Marcel Offergeld (Author), 2018, Künstliche Intelligenz und die Zukunft des Haftungsrechts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/464401
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