Unterschiedliche Wettbewerbsbeziehungen zwischen diversifizierten Zulieferunternehmen resultieren in besonderem Maße aus deren Diversifikationsstrategien. Zulieferer sind mehr und mehr einem verstärkten Wettbewerbsdruck ausgesetzt, dem sie mit klaren Strategien begegnen müssen. Eine Möglichkeit, Wettbewerbsvorteile aufzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, bieten bestimmte Diversifikationsstrategien, die in dieser Arbeit erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Die Wettbewerbssituation der Zulieferunternehmen
2.1 Wettbewerbsstrategie der Zulieferunternehmen
2.2 Umwelt- und Unternehmensanalyse
3. Diversifikationsstrategien von Zulieferunternehmen zur Erlangung von Wettbewerbsvorteilen
3.1 Strategische Allianzen mit Abnehmern
3.2 Strategische Allianzen mit Konkurrenten
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit den wettbewerbsstrategischen Herausforderungen von Zulieferunternehmen in einem zunehmend dynamischen Marktumfeld. Das primäre Ziel ist es, den Einsatz von Diversifikationsstrategien – insbesondere in Form von strategischen Allianzen – als Mittel zur Sicherung und zum Ausbau von Wettbewerbsvorteilen zu analysieren und deren Wirkungsweisen sowie Abhängigkeitsverhältnisse kritisch zu beleuchten.
- Analyse der Wettbewerbsstruktur auf Zuliefermärkten
- Bedeutung der Umwelt- und Unternehmensanalyse für die Strategiefindung
- Konzeptualisierung strategischer Allianzen mit Abnehmern (vertikale Kooperation)
- Untersuchung von Kooperationen unter Konkurrenten ("Coopetition")
- Bewertung von Synergieeffekten und Transaktionskosten in strategischen Netzwerken
Auszug aus dem Buch
3.2. Strategische Allianz mit Konkurrenten
Die strategische Allianz des Zulieferers mit einem Konkurrenten ist als horizontale Kooperation zu verstehen, d.h., dass die Partnerunternehmen auf der identischen Produktionsstufe tätig sind. Da die Abnehmerindustrie verstärkt Systemlösungen fordert, ist eine Partnerschaft zwischen komplementären Zulieferern nötig, um die eigene Wettbewerbsposition zu stärken. Eine Partnerschaft zwischen Zulieferern ermöglicht es, innovative Produkte schneller und kostengünstiger einzuführen, da ein intensiver Erfahrungsaustausch für einen sehr hohen Wissensstandard sorgt. Auch hier werden einzelne Unternehmensfunktionen wie Produktion, Vertrieb, Beschaffung oder Forschung & Entwicklung gemeinsam koordiniert, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhöhen, indem v.a. durch Synergieeffekte die Kosten gesenkt werden.
So können bspw. zwei Zulieferanten auf ihren Absatzmärkten hart um Kunden kämpfen und simultan beim Einkauf zum Vorteil beider Seiten und zum Nutzen der Kunden kooperieren. Nalebuff/Brandenburger prägen in diesem Zusammenhang den Begriff „Coopetition – kooperativ konkurrieren“, ein Kunstwort aus „Cooperation“ und „Competition“. Nalebuff/Brandenburger zeigen spieltheoretisch, dass zwischen Wettbewerbern oft Wettbewerbselemente sowie Kooperationselemente vorhanden sind. Unternehmen sollten „Wege zur Vergrößerung des Kuchens finden, statt nur mit Konkurrenten um einen Kuchen hingenommener Größe zu streiten“.
Anbieter von Komplementen („Komplementoren“), also Produkten, die sich ergänzen, bilden gemeinsam mit Lieferanten, Konkurrenten und Kunden das sog. Wertenetz eines Unternehmens. Für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens und den wirtschaftlichen Erfolg sind die einzelnen Elemente dieses Wertenetzes von großer Bedeutung. In diesem „Geschäftsspiel“ können Unternehmen bspw. bei der Schaffung von Märkten Komplementoren und gleichzeitig bei der Aufteilung der Märkte Konkurrenten sein. Eine kooperative Wettbewerbsbeziehung (Coopetition) zwischen Zulieferern fällt in die von Dowling/Lechner definierte Gruppe der „Partner im Wettbewerb“: Hier schließen konkurrierende Unternehmen Partnerschaften, z.B. in Form von Forschungskonsortien, Lizenzvereinbarungen oder Joint Ventures. Dabei bleiben miteinander in kooperativer Wettbewerbsbeziehung stehende Unternehmen in den nicht der Coopetition unterworfenen Geschäftsbereichen weiterhin Konkurrenten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Zulieferers, erläutert die Bedeutung der Diversifikation für die Unternehmensentwicklung und legt den Rahmen für die nachfolgende Untersuchung fest.
2. Die Wettbewerbssituation der Zulieferunternehmen: Es werden die strategischen Gruppen von Zulieferern sowie die methodischen Ansätze zur Umwelt- und Unternehmensanalyse beschrieben, um ein Fundament für strategische Entscheidungen zu schaffen.
3. Diversifikationsstrategien von Zulieferunternehmen zur Erlangung von Wettbewerbsvorteilen: Das Kapitel untersucht strategische Allianzen als zentrales Diversifikationsinstrument, unterteilt in die Zusammenarbeit mit Abnehmern und die "Coopetition" mit Konkurrenten.
4. Zusammenfassung: Der abschließende Teil bündelt die Erkenntnisse über die Notwendigkeit von Kooperationen im Zuge der Internationalisierung und betont die strategische Relevanz der Partnerwahl.
Schlüsselwörter
Zulieferunternehmen, Diversifikation, Wettbewerbsvorteil, Strategische Allianz, Coopetition, Unternehmensanalyse, Umweltanalyse, Wertschöpfungskette, Synergieeffekte, Transaktionskosten, Abnehmerbeziehung, Kooperation, Wettbewerbsstrategie, Global Sourcing, Markteintrittsbarrieren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie diversifizierte Zulieferunternehmen durch strategische Allianzen ihre Wettbewerbsposition in einem intensiven Marktumfeld festigen und ausbauen können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Wettbewerbssituation auf Zuliefermärkten, die Anwendung von Umwelt- und Unternehmensanalysen sowie die verschiedenen Formen strategischer Allianzen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Zulieferer durch die strategische Wahl von Diversifikationsmodellen Wettbewerbsvorteile gegenüber Konkurrenten generieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur, dem Konzept von Porter zur Wettbewerbsanalyse und spieltheoretischen Ansätzen (Coopetition) basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Wettbewerbsstrategien, die Durchführung von Umwelt- und Unternehmensanalysen sowie die Vor- und Nachteile von Allianzen mit Abnehmern und direkten Konkurrenten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Zulieferindustrie, Strategische Allianz, Wettbewerbsvorteil, Diversifikation und Coopetition beschreiben.
Was ist unter dem Konzept der "Coopetition" zu verstehen?
Coopetition beschreibt ein kooperatives Wettbewerbsverhalten, bei dem Unternehmen in bestimmten Bereichen (z.B. Forschung oder Einkauf) kooperieren, während sie in anderen Bereichen weiterhin als Konkurrenten agieren.
Welche Rolle spielt die Umwelt- und Unternehmensanalyse?
Sie dienen als notwendiges Instrumentarium, um Chancen und Risiken im Markt (Umwelt) sowie die eigenen Stärken und Schwächen (Unternehmen) zu identifizieren und darauf basierend die passende Strategie abzuleiten.
- Quote paper
- Michael Merath (Author), 2005, Wettbewerbsbeziehungen zwischen diversifizierten Unternehmen im Zulieferbereich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46475