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Einführung einer Finanztransaktionssteuer auf EU-Ebene. Mögliche Problematiken bei der Einführung

Title: Einführung einer Finanztransaktionssteuer auf EU-Ebene. Mögliche Problematiken bei der Einführung

Term Paper , 2018 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Adrian Welle (Author)

Business economics - Miscellaneous
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Im Zuge der Finanzmarktkrise 2008/2009 rückte die Idee einer Finanztransaktionssteuer (FTS) gerade in Europa bzw. der Europäischen Union zunehmend in den Fokus. Dies lässt sich u.a. anhand der zahlreichen neuen Veröffentlichungen zu diesem Thema im Nachgang der Krise feststellen. Die Idee einer FTS ist dabei nicht grundsätzlich neu und wurde auch schon vor der Finanzkrise diskutiert, so wurde u.a. im Jahr 2002 eine Studie der EU-Kommission veröffentlicht, die sich mit der Einführung einer Steuer auf Devisenmarkttransaktionen beschäftigte. In der öffentlichen Debatte wird gemeinhin die Besteuerung des „Krisenverursachers Finanzsektors“ als zu gering angesehen, speziell nachdem im Zuge der Finanzkrise einige Banken von staatlicher Seite gestützt und „gerettet“ werden mussten. An dieser Stelle sei zudem auf die bereits ergriffenen, zahlreichen neuen regulatorischen Maßnahmen und Vorschriften verwiesen, die nach der Finanzkrise für eine krisenfestere Branche sorgen sollten und immer noch sollen („Basel III“ im Bankenbereich und „Solvency II“ im Versicherungsbereich sind hier die Stichworte). Zahlreiche Lobby-Organisationen engagieren sich Pro-FTS (z.B. die globalisierungskritische NGO „attac“) oder Contra-FTS, sodass Beiträge zu diesem Thema stets mit Blick auf die Interessen der Verfasser zur Kenntnis genommen werden sollte.
Nationale Finanztransaktionssteuern sind global gesehen keine Seltenheit, so gibt es sie seit einigen Jahren schon in Taiwan und der Schweiz, aber auch als sog. „Stempelsteuer“ in Großbritannien. Eine FTS auf supranationaler ebene hingegen gibt es bisher noch nicht, sodass hier keine Erfahrungswerte bezogen auf die Wirksamkeit und Machbarkeit vorliegen. Gerade bei Überlegungen zur Einführung auf supranationaler und speziell auf europäischer Ebene sind die Auswirkungen und Wechselwirkungen dieser Steuer im Voraus sehr genau zu prüfen, denn neben dem Finanzsektor wird auch die Realwirtschaft von dieser Steuer durchaus berührt sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition der Finanztransaktionssteuer

3 Aktuelle Bestrebungen zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer

3.1 Auf gesamter EU-Ebene

3.2 Im Rahmen der „Verstärkten Zusammenarbeit“

4 Argumentation der Befürworter einer FTS

5 Problematiken

5.1 Vermeidung „schädlicher“ Finanztransaktionen

5.2 Sinkende Liquidität

5.3 Steuervermeidung

5.4 Zersplitterung des EU-Binnenmarkts

6 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Hausarbeit untersucht die Einführung einer Finanztransaktionssteuer (FTS) auf EU-Ebene und analysiert kritisch die damit verbundenen Problemstellungen sowie die Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung.

  • Historische Entwicklung und Definition der Finanztransaktionssteuer
  • Aktuelle politische Bestrebungen und Mechanismen der Einführung innerhalb der EU
  • Argumente der Befürworter hinsichtlich Einnahmeerzielung und Lenkungswirkung
  • Analyse negativer Auswirkungen wie Liquiditätsverluste und Steuervermeidungsstrategien
  • Implikationen für den EU-Binnenmarkt und die europäische Rechtskonformität

Auszug aus dem Buch

5.1 Vermeidung „schädlicher“ Finanztransaktionen

Wie bereits beschrieben wird die Verringerung der Handelsaktivität von bestimmten Finanztransaktionen auf den Finanzmärkten politisch in Kauf genommen und sogar ausdrücklich begrüßt. Aber lassen sich durch den bloßen Abbau dieser Handelsaktivitäten Krisen überhaupt vermeiden?

Gerade im Hinblick auf die Finanzkrise 2007/2008 ist hier die Frage zu stellen, was diese Krisen überhaupt ausgelöst hat. Die Ursachen hierzu sind auf dem US-amerikanischen Hypothekendarlehensmarkt zu finden. In den Zeiten vor der Krise wurde (auch von staatlicher Stelle) massiv darauf hingewirkt, durch sehr geringe Leitzinsen und steuervergünstigte Hypothekenraten Finanzierungen von Immobilienwerber bzw. -kauf auch an Kunden mit sehr geringer Bonität und wenig bis keinem Eigenkapital zu vergeben, was zusätzlich durch sehr geringe Leitzinsen und steuervergünstigte Hypothekenraten begünstigt wurde. Viele dieser Darlehen wurde später durch die (staatlich geförderten) Hypothekenbanken „Fannie Mae“ und „Freddie Mac“ aufgekauft und durch Garantien der „Federal Housing Agency (FHA)“ abgesichert. Diese Ankäufe und Garantien machten damals mehr als 85% aller neu ausgegeben Privat-Immobiliendarlehen eines Jahres aus. Diese sog. „subprime“ Kredite wurden zusätzlich zu Anfang der Laufzeit häufig mit sehr günstigen Zinskonditionen unter Marktniveau oder Tilgungsaussetzung ausgestattet, sodass Probleme bei der Tilgung erst verzögert eintraten. Als die US-Notenbank den Leitzins von damals niedrigen 1% (2005) drastisch auf über 5% (2006) anhob, platzte im Sommer 2007 die Immobilienblase in den USA mit massenhaften Kreditausfällen in der Klasse der „subprime“ Kredite. Da allerdings die Immobilien als Besicherung der Kredite dienten und zusätzlich die Immobilienpreise in den USA von 1996-2006 um mehr als 50% gestiegen waren, wurden die Ausfallrisiken noch unterschätzt. Viele „subprime“ Kunden hätten durch diesen Wertzuwachs die einzige realistische Chance gehabt, ihre Verbindlichkeiten zu tilgen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Finanztransaktionssteuer vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise 2008/2009 und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.

2 Definition der Finanztransaktionssteuer: Historische Herleitung des Konzepts von John Maynard Keynes und James Tobin sowie Abgrenzung der Steuer innerhalb der Finanzsystematik.

3 Aktuelle Bestrebungen zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer: Untersuchung der gescheiterten EU-weiten Bemühungen und der darauffolgenden Umsetzung über das Instrument der „Verstärkten Zusammenarbeit“.

4 Argumentation der Befürworter einer FTS: Analyse der fiskalischen Argumente für Einnahmen sowie der regulatorischen Zielsetzung, Spekulationen und schädliche Transaktionen zu begrenzen.

5 Problematiken: Kritische Auseinandersetzung mit den Herausforderungen, insbesondere Liquiditätsverlusten, Steuervermeidung und der Gefahr einer Marktzerstörung.

6 Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit über die Effektivität einer FTS als Krisenpräventionsinstrument und die Notwendigkeit einer konsequenten politischen Umsetzung.

Schlüsselwörter

Finanztransaktionssteuer, FTS, Finanzkrise, Europäische Union, Verstärkte Zusammenarbeit, Finanzsektor, Liquidität, Steuervermeidung, Lenkungssteuer, Handelsaktivität, Spekulation, EU-Binnenmarkt, Bankenabgabe, Derivate, Markteffizienz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Idee, in der Europäischen Union eine Finanztransaktionssteuer (FTS) einzuführen, und beleuchtet die damit verbundenen Chancen sowie die gravierenden Probleme bei der Umsetzung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die historische Einordnung der FTS, der politische Prozess der „Verstärkten Zusammenarbeit“ sowie eine kritische Analyse ökonomischer Effekte auf Liquidität und Marktstabilität.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Problematiken bei der Einführung einer FTS aufzuzeigen und zu prüfen, inwieweit die Steuer tatsächlich ihre regulatorischen Ziele erreichen kann, ohne den Finanzmarkt zu gefährden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten Analyse aktueller politischer Dokumente, Studien von Institutionen wie der EU-Kommission und wirtschaftswissenschaftlicher Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Historie des FTS-Projekts, die Argumentation der Befürworter sowie eine tiefgehende Analyse von Risiken wie Steuerflucht und der Zersplitterung des Binnenmarktes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Finanztransaktionssteuer, Verstärkte Zusammenarbeit, Spekulation, Liquiditätsverlust und regulatorische Lenkungswirkung.

Inwiefern hat das Beispiel Schweden die Argumentation beeinflusst?

Die Arbeit nutzt Schweden als Fallbeispiel, um zu demonstrieren, wie eine nationale FTS zu drastischen Einbrüchen beim Handelsvolumen und zur Abwanderung von Akteuren führen kann.

Welche Rolle spielt das „issuance principle“ im Kontext der Steuervermeidung?

Das „issuance principle“ soll die Steuerpflicht an den Ort der Wertpapierausgabe binden, um zu verhindern, dass Akteure ihre Handelsaktivitäten in steuerfreie Länder verlagern.

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Details

Title
Einführung einer Finanztransaktionssteuer auf EU-Ebene. Mögliche Problematiken bei der Einführung
College
Private University of Applied Sciences Goettingen
Grade
1,0
Author
Adrian Welle (Author)
Publication Year
2018
Pages
23
Catalog Number
V464761
ISBN (eBook)
9783668937789
ISBN (Book)
9783668937796
Language
German
Tags
einführung finanztransaktionssteuer eu-ebene mögliche problematiken
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Adrian Welle (Author), 2018, Einführung einer Finanztransaktionssteuer auf EU-Ebene. Mögliche Problematiken bei der Einführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/464761
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