Die Aufgabe dieser Bachelorarbeit ist es zu klären, ob und, wenn ja welche Unterschiede zwischen der Abschlussprüfung bei prüfungspflichtigen Krankenhäusern und Industrieunternehmen vorliegen.
Denn dem Grunde nach ist jeder WP dazu berechtigt, die Abschlussprüfung durchzuführen, unabhängig davon, in welcher Branche das prüfungspflichtige Unternehmen tätig ist.
Der Umstand, dass sich z.B. Unternehmen wie die Curacon GmbH bei der Wahl ihrer Mandanten u.a. auf die Prüfung von Unternehmen aus der Gesundheitswirt-schaft spezialisiert haben, könnte bereits auf wesentliche Unterschiede hindeuten.
Um dies herauszufinden wird zum einen auf die gesetzlichen und gesetzesähnlichen Vorschriften, die relevant sind, eingegangen.
Zum anderen soll die Abschlussprüfung anhand von drei Fallstudien verglichen wer-den. Die erste Fallstudie handelt von einem Industrieunternehmen, die zweite von einem Krankenhaus, bei dem ein ähnliches Honorar wie bei dem Industrieunterneh-men berechnet wird. Dabei wird auch darauf eingegangen, wie Krankenhausleistungen in Deutschland vergütet werden.
Die dritte handelt von einem Gesundheitsbetrieb, der ähnliche Kennzahlen wie das Industrieunternehmen aufweist. Sollte die Untersuchung zu dem Ergebnis führen, dass gewichtige Unterschiede vorliegen, so wäre es für die Geschäftsführung von Krankenhäusern angebracht, in Erwägung zu ziehen, sich für eine auf diese Abschlussprüfung spezialisierte, u.U. auch kleinere WPG zu entscheiden und eben nicht einer großen, bekannten WPG ohne diesen Tätigkeitsschwerpunkt den Vorzug zu geben.
Hier gilt es die Frage zu beantworten, warum sich der Mandant für eine spezialisierte WPG entscheiden sollte. Weiterhin soll herausgefunden werden, warum sich WPGs überhaupt auf den Gesundheits- und Sozialbereich spezialisieren.
Ausgehend vom Ergebnis wird abschließend mittels einer Stichprobe statistisch analysiert, welche WPGs für die Abschlussprüfung von deutschen Krankenhäusern beauftragt worden wurden.
Zum Schluss werden die durch diese Bachelorarbeit gewonnenen Erkenntnisse prägnant zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Thematik, Problemstellung und Gang der Arbeit
2. Gesetzliche und gesetzesähnliche Rahmenbedingungen für die Jahresabschlussprüfung
2.1 Vorschriften nach HGB und IDW-Prüfungsstandards
2.1.1 Prüfungspflicht
2.1.2 Ziel, Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung
2.1.3 Risikoorientierter Prüfungsansatz
2.1.4 Die Wesentlichkeit im Rahmen der Abschlussprüfung
2.1.5 Auftragsannahme
2.1.6 Prüfungsplanung
2.1.7 Durchzuführende Prüfungshandlungen
2.1.8 Prüfungsbericht
2.1.9 Bestätigungsvermerk
2.2 Vorschriften zur Erstellung des Jahresabschlusses im Krankenhaus
2.2.1 Anwendungsbereich der Krankenhausbuchführungsverordnung
2.2.2 Prüfungspflicht
2.2.3 Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung
2.2.4 Buchführung und Jahresabschluss im Krankenhaus
3. Ablauf der Abschlussprüfung in zwei ausgewählten Branchen
3.1 Fragestellung und Vorgehensweise
3.2 Abschlussprüfung in einem Krankenhaus anhand eines Fallbeispiels
3.2.1 DRG- und PEPP System
3.2.2 Umsatzerlöse
3.2.3 Anlagevermögen
3.2.4 Personalaufwand
3.3 Abschlussprüfung in einem Gesundheitsunternehmen
3.4.1 Umsatzerlöse
3.4.2 Anlagevermögen
3.4.3 Personalaufwand
3.4 Abschlussprüfung in einem Industrieunternehmen anhand eines Fallbeispiels
3.4.1 Umsatzerlöse
3.4.2 Anlagevermögen
3.4.3 Personalaufwand
3.5 Vergleich der Wirtschaftsprüfung in den zwei ausgewählten Branchen
4. Untersuchung der für die Krankenhäuser in Deutschland zuständigen WPGs
4.1 Zielstellung, Hypothese, Auswahlmethode und Vorgehensweise
4.2 Ergebnisse der Untersuchung vor Einbeziehung dreier Konzerne
4.3 Ergebnisse der Untersuchung bei Einbeziehung der drei großen Krankenhauskonzerne
4.3.1 Platzierung der WPGs und Anteil der WPGs an den Mandanten
4.3.2 Evaluierung der aufgestellten Hypothese
4.3.3 Analyse der statitischen Untersuchung
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Abschlussprüfung zwischen prüfungspflichtigen Krankenhäusern und Industrieunternehmen zu identifizieren, um zu klären, ob eine branchenspezifische Spezialisierung für Wirtschaftsprüfungsgesellschaften (WPGs) ökonomisch sinnvoll ist.
- Gesetzliche Rahmenbedingungen der Jahresabschlussprüfung (HGB, IDW-Standards, KHBV).
- Vergleichende Analyse der Prüfungshandlungen in Fallbeispielen (Krankenhaus vs. Industrie vs. Gesundheitsbetrieb).
- Einfluss von Vergütungssystemen (DRG/PEPP) auf die Prüfung von Umsatzerlösen.
- Statistische Untersuchung der Marktverteilung von WPGs im Krankenhaussektor.
- Bewertung der Wettbewerbsvorteile spezialisierter Wirtschaftsprüfer gegenüber Generalisten.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 DRG- und PEPP System
Beim DRG-System wird jeder Fall entsprechend seiner spezifischen demografischen und klinischen Merkmale einer Diagnosegruppe zugeordnet.
Für jede dieser Diagnosegruppen gibt es eine vierstellige alphanummerische Verschlüsselung. Diese vier Stellen definieren die Diagnosegruppe präzise.
Wofür stehen die 4 Stellen der DRG?
1. Stelle: Aufgrund der Hauptdiagnose wird der Patient in eine Major Diagnostic Catergory, kurz MDC eingeteilt, welche sich in der Regel auf das zu behandelnde Organ bezieht.
2. und 3. Stelle: Abbildung der Behandlungsform, welche sich in operative, medizinische und sonstige Partition unterteilt.
4. Stelle Abhängig von der Schwere der Erkrankung (Nebendiagnose, Alter usw.) werden wird ein Buchstabe zugeteilt. Die Behandlungskosten der Patienten einer jeden Gruppe sollte annährend gleich sein.
Sein Anwendungsgebiet sind stationäre Behandlungen in Akutkrankenhäusern.
Für jede Behandlung fällt eine Fallpauschale an, die folgendermaßen berechnet wird: Landesbasisfallwert*Bewertungsrelation.
Die Bewertungsrelation für jeden einzelnen Fall, wird vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK), welches jährlich einen Fallpauschalenkatalog mit den entsprechenden Bewertungsrelationen veröffentlicht, festgelegt.
Der Landesbasisfallwert (LBFW) wird jedes Jahr neu zwischen den Vertragsparteien verhandelt.
Auf der einen Seite steht die jeweilige Landeskrankenhausgesellschaft und auf der anderen steht der jeweilige Landesverband der Kranken- und Ersatzkassen sowie der Verband der Privaten Krankenversicherung.
Der LBFW wird aufgrund der in den vergangenen Jahren entstandenen und den für das Geschäftsjahr zu erwartenden Kosten festgelegt.
Je aufwendiger die Behandlung des Patienten ist, desto höher ist die Bewertungsrelation.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in die Thematik, Problemstellung und Gang der Arbeit: Diese Einleitung definiert die Prüfungspflicht nach dem HGB und skizziert das Ziel der Arbeit, Unterschiede in der Abschlussprüfung zwischen Krankenhäusern und Industrieunternehmen aufzuzeigen.
2. Gesetzliche und gesetzesähnliche Rahmenbedingungen für die Jahresabschlussprüfung: Dieses Kapitel erläutert die allgemeinen handelsrechtlichen Grundlagen der Wirtschaftsprüfung und stellt spezifische Vorschriften für Krankenhäuser wie die Krankenhausbuchführungsverordnung (KHBV) vor.
3. Ablauf der Abschlussprüfung in zwei ausgewählten Branchen: Hier wird der konkrete Prüfungsprozess anhand von drei Fallbeispielen verglichen, wobei insbesondere die Auswirkungen der unterschiedlichen Branchenlogiken auf die Prüfungshandlungen untersucht werden.
4. Untersuchung der für die Krankenhäuser in Deutschland zuständigen WPGs: In diesem Teil erfolgt eine statistische Marktanalyse, die belegt, dass sich spezialisierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaften erfolgreich im Krankenhaussektor behaupten.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit bestätigt, dass die Spezialisierung für den Prüfungserfolg in der Gesundheitswirtschaft entscheidend ist, da sie aufgrund gleichartiger Prozesse die Einarbeitungszeiten verkürzt.
Schlüsselwörter
Wirtschaftsprüfung, Jahresabschlussprüfung, Krankenhaus, Industrieunternehmen, Prüfungspflicht, DRG-System, PEPP-System, Krankenhausbuchführungsverordnung, Risikoorientierter Prüfungsansatz, Wesentlichkeit, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mandanten, Spezialisierung, Fallpauschalen, Qualitätssicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob es wesentliche Unterschiede in der Durchführung einer Abschlussprüfung zwischen Krankenhäusern und Industrieunternehmen gibt und welche Auswirkungen dies auf die Wahl und Spezialisierung der Wirtschaftsprüfer hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die gesetzlichen Grundlagen der Rechnungslegung, die spezifischen Anforderungen an die Krankenhausprüfung (wie DRG und PEPP) und die Marktsituation der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in Deutschland.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist zu klären, ob für Krankenhäuser die Beauftragung spezialisierter Wirtschaftsprüfungsgesellschaften aufgrund eines effizienteren Prüfungsprozesses vorteilhafter ist als die Beauftragung von Generalisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen mit einer fallstudienbasierten Untersuchung der Prüfungshandlungen sowie einer statistischen Auswertung der Marktdaten von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Prüfungsstandards, die Analyse branchenspezifischer Besonderheiten bei der Prüfung von Krankenhäusern und Industrieunternehmen anhand von Fallbeispielen sowie eine statistische Marktanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wirtschaftsprüfung, Krankenhaussektor, DRG-System, Mandanten, Prüfungsansatz und Spezialisierung sind die prägenden Begriffe.
Warum ist die Einarbeitungszeit bei Krankenhäusern geringer als bei Industrieunternehmen?
Da Krankenhäuser durch das DRG-System einer weitgehend standardisierten Leistungsabrechnung folgen, sind die Prüfungsprozesse deutlich ähnlicher als in der Industrie, wo jedes Unternehmen individuell andere Produkte und Dienstleistungen anbietet.
Welche Rolle spielt der Krankenhausfachausschuss (KHFA)?
Der KHFA ist ein Gremium des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW), welches Empfehlungen für die Abschlussprüfung von Krankenhäusern abgibt und somit maßgeblich die Prüfungsstandards in diesem Sektor mitsteuert.
Was ist die Kernschlussfolgerung zur Spezialisierung von WPGs?
Die Arbeit schließt, dass nicht die Größe der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ausschlaggebend ist, sondern die fachliche Spezialisierung auf den Gesundheits- und Sozialsektor, um Prüfungen effizient und fundiert durchzuführen.
- Quote paper
- Hilmar Roth (Author), 2018, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Abschlussprüfung in Krankenhäusern und Industrieunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/464780