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Text und Sprache. Text und Handeln.

Eine Untersuchung des Textbegriffs bei Konrad Ehlich und Karlheinz Stierle.

Titel: Text und Sprache. Text und Handeln.

Hausarbeit , 2015 , 16 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Pauline Breitwieser (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Texte sind ein Abbild unserer Welt und doch beeinflussen sie in gleichem Maße rückwirkend unser Weltbild. Ein Verständnis und auch Verständigung ohne Texte ist aus unserer Kultur nicht weg zu denken. Der Begriff Text ist in unserem Wortschatz fest verankert und hat seinen Platz im alltäglichen Wortgebrauch, gleichzeitig bildet er die Grundlage aller Geisteswissenschaften. Auffallend ist dennoch, dass Text nicht immer gleich Text ist, anhand des Mediums von dem er getragen wird oder auch je nachdem, in welchem Kontext er verwendet wird. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass vielfältige An-sätze zur Begriffsbestimmung existieren, die nach ihren Kriterien grundverschieden sind und definitiv keine homogene Einheitsdefinition zulassen. Es existieren semiologische, philologisch/medientheoretische, kulturwissenschaftliche und hermeneutische Textmodelle. Zu letzterem zieht diese Arbeit die Modelle zweier Theoretiker heran: Konrad Ehlich und Karlheinz Stierle. Beide fokussieren zunächst die Handlung in Bezug auf das Entstehen von Texten und bilden das Konzept einer „hermeneutische[n] Tradition als Instanz gesellschaftlicher Kommunikations- und Interpretationsprozesse.“ Allerdings sind diese beiden Modelle sehr unterschiedlich. So hat sich beispielsweise Ehlich die Frage gestellt, ob es möglich ist „den Terminus Text in einer solchen Weise zu gebrauchen, dass die alltagsweltliche Vorkategorisierung sinnvoll aufgehoben und zugleich eine schärfere Bestimmung des Text-Begriffs möglich wird“. Um genau in dieser Frage mehr Aufschluss geben zu können, zieht diese Arbeit die Texte von Ehlich „Text und sprachliches Handeln. Die Entstehung von Texten aus dem Bedürfnis nach Überlieferung“ und Stierles „Text als Handlung und Text als Werk“ unabhängig voneinander und im Vergleich zueinander heran.

Diese Arbeit soll denn Ausschnitt eines Teilbereiches zum Textbegriff abbilden und nicht nur erörtern ob es sinnvoll ist einen solchen zu bilden, sondern auch, ob dies überhaupt möglich ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Textbegriff nach Konrad Ehlich: „Text und sprachliches Handeln. Die Entstehung von Texten aus dem Bedürfnis nach Überlieferung“

2.1 Textlinguistischer Ansatz

2.2 Der Text: Sprachliche Handlung und ihre Überlieferung

2.3 Mündliche Überlieferung und schriftliche Überlieferung

3. Textbegriff nach Karlheinz Stierle: „Text als Handlung und Text als Werk“

4. Vergleich der beiden Textbegriffe in Bezug auf grundlegende Kriterien

4.1. Die sprachliche Handlung

4.2. Die Überlieferung versus der Text als Handlung

4.2.1 Mündlichkeit

4.2.2 Schriftlichkeit

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen des Textbegriffs durch die theoretischen Modelle von Konrad Ehlich und Karlheinz Stierle. Das primäre Ziel ist es, die grundlegenden Unterschiede in der Auffassung von Texten als sprachliche Handlung und Werk herauszuarbeiten, ihre jeweilige wissenschaftliche Verortung zu analysieren und zu erörtern, ob eine homogene Definition des Terminus „Text“ überhaupt sinnvoll oder möglich ist.

  • Gegenüberstellung handlungstheoretischer Ansätze zur Textgenese.
  • Untersuchung des Verhältnisses von Mündlichkeit und Schriftlichkeit.
  • Analyse des Textbegriffs bei Konrad Ehlich im Kontext der Überlieferung.
  • Rekonstruktion des Textbegriffs bei Karlheinz Stierle durch die „fünf Schwellen“.
  • Kritische Bewertung der Anwendbarkeit dieser Modelle in der Literaturwissenschaft.

Auszug aus dem Buch

2.2 Der Text: Sprachliche Handlung und ihre Überlieferung

Problematisch ist nach wie vor die Ansicht zu Mündlichkeit und Schriftlichkeit in Bezug auf den Text; um das beantworten zu können, muss jedoch der Zusammenhang zwischen Text und sprachlichem Handeln analysiert werden.

Sprachliches Handeln stellt einzelne sprachliche Handlungen zwischen mindestens zwei Aktanten dar, Sprecher und Hörer, die eng aufeinander bezogen sind. Der Sprecher realisiert während seiner sprachlichen Handlung gegenüber dem Hörer drei unterschiedliche Dimensionen (Unterscheidung nach Searle 1969): Äußerungsakt (u), propositionaler Akt (p) und illokutiver Akt (i). Dieses Modell gibt vor, dass sprachliches Handeln in der Sprechsituation geschieht (Sprechsituationen sind jene Ereignisausschnitte, die durch die sprachlichen Tätigkeiten bestimmt sind), die die Kopräsenz von Sprecher und Hörer in einem gemeinsamen Wahrnehmungsraum erfordern. Von diesem Wahrnehmungsraum wird in zweierlei Hinsicht Gebrauch gemacht: für die Dimension der Äußerung und für die Konstitution des Zeigfeldes und die Verwendung deiktischer Ausdrücke.

Es ergibt sich folgende Problematik aus diesem Modell sprachlichen Handelns: Der Äußerungsakt ist gebunden an das Medium des Schalls (sprachliches Handeln im Sinne von Schrift ist hier ausgeschlossen), der aber flüchtig und zugleich wesentliche Bedingung für die Konstruktion einer Lautsprache ist. Die Flüchtigkeit der Laute ermöglicht erst ihre Vielzahl in einer kurzen Zeit, was Voraussetzung für die Komplexität der Äußerungen darstellt um propositionale und illokutive Akte auszudrücken. Um sich von der Bindung an den Wahrnehmungsraum zu lösen, gibt es die Möglichkeit der kurzfristigen Speicherung des sprachlichen Handelns im Kurzzeitgedächtnis. Sprachliche Handlungen, die ihre Flüchtigkeit überwinden, da sie in praktische Zweckzusammenhänge eingebunden sind, werden nach Bühler „empraktische“ sprachliche Handlungen genannt. Wissensverarbeitung, -speicherung und –weitergabe als Aspekte sprachlicher Handlungen lösen sich jedoch aus der Bindung an die Sprechsituation als Teil größerer Handlungseinheiten und bekommen somit systematische Relevanz, die zu anderen Formen sprachlichen Handelns führen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwart von Texten in unserer Kultur und stellt die Forschungsfrage nach der Möglichkeit einer schärferen, einheitlichen Begriffsbestimmung des Terminus Text.

2. Textbegriff nach Konrad Ehlich: „Text und sprachliches Handeln. Die Entstehung von Texten aus dem Bedürfnis nach Überlieferung“: Dieses Kapitel erläutert Ehlichs handlungsorientierten Ansatz, der Text als eine aus der primären Sprechsituation herausgelöste und zur Übermittlung gespeicherte Sprechhandlung definiert.

2.1 Textlinguistischer Ansatz: Hier wird der linguistische Textbegriff im Gegensatz zur Literaturwissenschaft diskutiert, wobei die problematische Einbindung des Begriffs in den alltäglichen Sprachgebrauch thematisiert wird.

2.2 Der Text: Sprachliche Handlung und ihre Überlieferung: Dieses Kapitel analysiert das Modell sprachlichen Handelns, die Flüchtigkeit der Lautsprache und die Notwendigkeit der Speicherung zur Überwindung von Raum-Zeit-Abständen.

2.3 Mündliche Überlieferung und schriftliche Überlieferung: Der Übergang von mündlichen Kulturen zur Schriftlichkeit wird als radikaler Bruch in der Überlieferung beschrieben, bei dem die personale Vermittlung durch die Materialität der Schrift ersetzt wird.

3. Textbegriff nach Karlheinz Stierle: „Text als Handlung und Text als Werk“: Das Kapitel führt Stierles Modell ein, das auf der philologischen Hermeneutik basiert und den Übergang von der Rede zum Text über fünf definierte Schwellen rekonstruiert.

4. Vergleich der beiden Textbegriffe in Bezug auf grundlegende Kriterien: Hier werden die Ansätze von Ehlich und Stierle gegenübergestellt, insbesondere hinsichtlich ihrer Definitionen von sprachlichem Handeln und dem Stellenwert der Überlieferung.

4.1. Die sprachliche Handlung: Dieser Abschnitt kontrastiert Ehlichs Fokus auf die Kopräsenz von Aktanten mit Stierles weiter gefasstem, diskursorientierten Ansatz.

4.2. Die Überlieferung versus der Text als Handlung: Es wird diskutiert, wie Ehlichs Fokus auf Überlieferung und Stierles Fokus auf den Text als symbolisches Werk unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven eröffnen.

4.2.1 Mündlichkeit: Dieser Teil betrachtet die Rede als interpersonales, dialogisches Geschehen und vergleicht die unterschiedlichen Wertungen dieses Phänomens durch die beiden Theoretiker.

4.2.2 Schriftlichkeit: Der Fokus liegt auf den unterschiedlichen Auswirkungen der Verschriftlichung auf das pragmatische Sinnpotenzial und die hermeneutische Interpretation eines Textes.

5. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass beide Ansätze trotz unterschiedlicher Schwerpunkte (Werkzeug vs. Werkcharakter) wertvolle komplementäre Perspektiven bieten und eine endgültige Einheitsdefinition des Textes kaum möglich erscheint.

Schlüsselwörter

Textbegriff, Sprachliche Handlung, Konrad Ehlich, Karlheinz Stierle, Überlieferung, Sprechsituation, Schriftlichkeit, Mündlichkeit, Hermeneutik, Textlinguistik, Diskurs, Kommunikation, Text als Werk, Handlungstheorie, Sinnpotential

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht und vergleicht die verschiedenen theoretischen Ansätze zur Definition des Begriffs „Text“ anhand der Modelle von Konrad Ehlich und Karlheinz Stierle.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die handlungstheoretische Fundierung von Texten, das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit sowie die hermeneutischen Prozesse bei der Interpretation und Überlieferung von Wissen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven auf den Text zu erörtern und zu klären, inwieweit eine homogene Bestimmung des Textbegriffs möglich oder sinnvoll ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die vergleichende Analyse und die kritische Rekonstruktion ausgewählter theoretischer Grundlagentexte zur Textlinguistik und Literaturtheorie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung von Ehlichs Überlieferungstheorie, Stierles fünfstufiges Modell der Textgenese sowie einen direkten Vergleich dieser Ansätze hinsichtlich zentraler Kriterien wie Handlung und Schriftlichkeit.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Textbegriff, Sprachliche Handlung, Überlieferung, Sprechsituation und Hermeneutik.

Inwiefern unterscheidet sich die Auffassung der Schriftlichkeit bei Ehlich und Stierle?

Während Ehlich in der Schriftlichkeit primär einen Verlust an direkter Interaktionsqualität sieht, bewertet Stierle sie als notwendige Voraussetzung für die Komplexität und den Werkcharakter eines Textes.

Was versteht man bei Stierle unter den „fünf Schwellen“?

Es handelt sich um einen rekonstruierten Prozess, der von der einfachen sprachlichen Äußerung über die Einheit der Rede bis hin zur Fixierung als eigenständiges Werk führt.

Warum ist eine allgemeine Einheitsdefinition von „Text“ laut dem Autor problematisch?

Die Grenzen von Texten sind fließend und hängen stark von den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Wissenschaftsfeldes oder der individuellen Rezeption ab.

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Details

Titel
Text und Sprache. Text und Handeln.
Untertitel
Eine Untersuchung des Textbegriffs bei Konrad Ehlich und Karlheinz Stierle.
Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,7
Autor
Pauline Breitwieser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V465044
ISBN (eBook)
9783668918023
ISBN (Buch)
9783668918030
Sprache
Deutsch
Schlagworte
text sprache handeln eine untersuchung textbegriffs konrad ehlich karlheinz stierle
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Pauline Breitwieser (Autor:in), 2015, Text und Sprache. Text und Handeln., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465044
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