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"Zuhause kann überall sein" von Irena Kobald. Stereotypisierung in Kinderliteratur

Titel: "Zuhause kann überall sein" von Irena Kobald. Stereotypisierung in Kinderliteratur

Hausarbeit , 2017 , 15 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Jil Hetterix (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit widmet sich der Frage, inwiefern das Buch "Zuhause kann überall sein" von Irena Kobald zur Stereotypisierung eines Flüchtlings beiträgt. Dazu werden Aspekte der Stereotypisierung untersucht und deren Wirkung auf den Rezipienten analysiert. Dafür bedarf es zu Beginn einer Definition des Begriffs. Weiterführend wird das Bild des Afrikaners in der Kinderliteratur untersucht sowie negative und positive Aspekte der Stereotypisierung dargelegt. Nachfolgend wird das genannte Buch von Irena Kobald zur Veranschaulichung zusammengefasst und hinsichtlich der Aspekte der Stereotypisierung untersucht, um anschließend die Konsequenzen der Nutzung von Stereotypisierung in diesem Buch darzustellen und abschließend ein umfassendes Fazit erstellen zu können.

Mit zunehmender Interkulturalität in der heutigen Zeit stellt sich das fehlende Wissen über andere Länder und Kulturen immer stärker heraus und wird in unserer Gesellschaft zu einem Problem. Unwissen führt meist zu Unverständnis und Vorurteilen und das wiederum zu Ablehnung sowie negativer Haltung gegenüber Außengruppen beziehungsweise Minoritäten. Diese Bildung von Vorurteilen knüpft an bestehenden Stereotypen an. Da Stereotypen im Laufe der Entwicklung eines Menschen und somit schon im Kindesalter entstehen können, ist die angemessene Darstellung von anderen Kulturen und Ländern in Kinderliteratur von besonders großer Bedeutung.

Die Aktualität der Flüchtlingskrise und die bestürzend negativen Reaktionen der Bürger zeigen, wie sehr unsere Gesellschaft von Vorurteilen und negativ behafteter Stereotypisierung geprägt ist. Fast die Hälfte aller Deutschen ist der Meinung, dass die Anzahl der Flüchtlinge in Deutschland hoch genug sei. Um diesem Meinungsbild entgegenzuwirken ist eine frühe Beschäftigung von Kindern mit anderen Kulturen von hoher Relevanz. Insbesondere das Thema Flucht in der Kinderliteratur arbeitet mit dem Bild des Ausländers und bedarf deshalb erheblicher Vorsicht im Hinblick auf eventuelle Stereotypisierung durch die Darstellung des Flüchtlings.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Stereotypisierung in der Kinderliteratur

2.1 Definition: Vorurteile und Stereotype

2.2 Das Afrikabild in der Kinderliteratur

2.3 Vor- und Nachteile von Stereotypisierung

3. Stereotypisierung in Zuhause kann überall sein - Irena Kobald

3.1 Zusammenfassung

3.2 Aspekte der Stereotypisierung

3.3 Konsequenzen der Stereotypisierung für den Rezipienten

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern das Bilderbuch "Zuhause kann überall sein" von Irena Kobald durch visuelle und narrative Gestaltungsmittel zur Stereotypisierung von Flüchtlingen beiträgt und welche Auswirkungen diese Darstellungen auf die kindlichen Rezipienten haben können.

  • Analyse der theoretischen Grundlagen von Vorurteilen und Stereotypen
  • Untersuchung des historischen Afrikabildes in der Kinderliteratur
  • Bilderbuchanalyse basierend auf dem Modell von Michael Staiger
  • Diskussion über die Auswirkungen von Farbsymbolik und Rollenzuschreibungen auf die Identitätsbildung
  • Kritische Reflexion der Vermittlung von Integrationsprozessen in der Literatur

Auszug aus dem Buch

3.2. Aspekte der Stereotypisierung

Die bildliche Dimension trägt besonders viel Verantwortung in sich. Sie fasst alle vorher entwickelten Assoziationen bildlich zusammen und lässt dabei entweder ein korrektes oder inkorrektes Bild eines Flüchtlings entstehen. Farben spielen in diesem Buch eine große Rolle. Auffällig ist die häufige Nutzung der Farben Rot, Gelb und Blau. Das Buch beginnt mit dem Vorsatzpapier, was das Papier ist, „das den Buchblock vorn und hinten im Buch mit den Buchdeckeln verbindet“46. Das Vorsatzpapier vor dem Buchblock ist rot bedruckt. Es führt den Rezipienten bereits in eine warme Atmosphäre ein, die auf der ersten Seite der eigentlichen Handlung fortgeführt wird. Das Mädchen ist in ihrer Heimat dargestellt, welche aus den Farben Rot und Gelb zusammengesetzt ist. Gelb, als „Symbol des Lichts und Lebens“47, repräsentiert in diesem Fall genau dies. Rot, als „Symbol der Lebenskraft und Leidenschaften“48, steht auch für diese Attribute. Dies lässt den Ort positiv emotional wirken und gibt ihm Wärme und Geborgenheit. Diese Wärme ist aber nicht nur auf den emotionalen Zustand, sondern auch auf die tatsächliche Temperatur an diesem Ort zu beziehen, welcher durch die warmen Farben und wenig Kulisse einer Wüste gleicht.

Im Gegensatz zu den warmen Farben sind die Umgebung Deutschlands und alle dort dargestellten Figuren in kälteren getrübten Farben gehalten. Blau, „als Symbol der Melancholie“51, steht unter anderem auch für Sehnsucht, Distanz und Angst52, was gerade in Bezug auf den Kontext der Handlung sehr passend ist. Alles, was dem Mädchen fremd ist und ihre Heimat vermissen lässt, ist in diesen Farben dargestellt. Auch das endpaper ist, im Gegensatz zum Vorsatzpapier, nicht rot sondern blau. Dies stellt eine Art Prozess dar, den das Mädchen während des Aufenthalts durchläuft. Zu Beginn lebt sie noch in ihrer Heimat. Das Vorsatzpapier ist rot und die erste Seite zeigt das Mädchen, wie es ein Rad, schlägt, während hinter ihr der Ort zu erkennen ist, in dem sie lebt. Als sie in Deutschland ankommt ist alles in blauen, kalten Farben dargestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz interkultureller Bildung im Kindesalter vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingsdebatte und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.

2. Stereotypisierung in der Kinderliteratur: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Vorurteil und Stereotyp, arbeitet die problematische Darstellung Afrikas in der Literatur auf und diskutiert die Ambivalenz von Stereotypisierung als Orientierungshilfe.

3. Stereotypisierung in Zuhause kann überall sein - Irena Kobald: Nach einer Inhaltsangabe folgt eine detaillierte Analyse des Werkes mittels des fünfdimensionalen Modells nach Staiger, wobei insbesondere Farbsymbolik und Erzählweise kritisch hinterfragt werden.

4. Fazit: Das Fazit bewertet das Buch einerseits als gelungenes und ansprechendes Werk zur Förderung von Empathie, warnt aber andererseits vor der Gefahr der Festigung negativer Flüchtlingsklischees durch die gewählte visuelle Darstellung.

Schlüsselwörter

Stereotypisierung, Kinderliteratur, Flüchtling, Zuhause kann überall sein, Vorurteile, Afrikabild, Farbsymbolik, Kolonialliteratur, Integration, Bilderbuchanalyse, Identitätsbildung, Sozialpsychologie, Rezipient, Fremdwahrnehmung, Identifikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Stereotypisierung in der modernen Kinderliteratur am Beispiel des Bilderbuches "Zuhause kann überall sein" von Irena Kobald.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Entstehung von Vorurteilen, die historische Darstellung Afrikas in der Literatur sowie die Analyse der Wirkung von bildlichen und narrativen Darstellungen auf Kinder.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es zu untersuchen, ob und durch welche Mittel das gewählte Buch zur Stereotypisierung von Flüchtlingen beiträgt und inwieweit diese Darstellung die Wahrnehmung der jungen Rezipienten beeinflussen kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Analyse erfolgt methodisch basierend auf dem „fünfdimensionalen Modell der Bilderbuchanalyse“ von Michael Staiger, wobei insbesondere die narrative, verbale und bildliche Dimension untersucht werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst theoretische Definitionen, die Analyse der Darstellung des "Anderen" (Afrikabildes) und eine detaillierte Auswertung des Buches, insbesondere der eingesetzten Farbsymbolik und ihrer Auswirkungen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Stereotypisierung, Bilderbuchanalyse, Flüchtlingsdarstellung, Farbsymbolik, Integration und interkulturelle Bildung.

Warum spielt die Farbsymbolik im analysierten Buch eine so wichtige Rolle?

Die Farben (Rot/Gelb für die Heimat, Blau für Deutschland) dienen als zentrales Mittel zur Unterscheidung von Identitäten, führen jedoch laut Autorin zu einer problematischen Abgrenzung, die eine Integration zwischen den Kulturen schwierig erscheinen lässt.

Wie schätzt die Autorin die Wirkung des Buches auf Kinder ein?

Obwohl das Buch als pädagogisch wertvoll zur Vermittlung von Freundschaft gelobt wird, besteht die Gefahr, dass Kinder durch die "hinterwäldlerische" Darstellung des Flüchtlings ein negatives, auf Lehmhütten und Armut reduziertes Bild verinnerlichen.

Gibt es eine einfache Lösung für das im Buch dargestellte Problem der Stereotypisierung?

Die Autorin plädiert dafür, das Buch nur in Kombination mit einer begleitenden Aufklärung über die Vielfältigkeit von Kulturen zu lesen, um der Gefahr einer negativ konnotierten Stereotypisierung entgegenzuwirken.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Zuhause kann überall sein" von Irena Kobald. Stereotypisierung in Kinderliteratur
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,7
Autor
Jil Hetterix (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V465325
ISBN (eBook)
9783668921948
ISBN (Buch)
9783668921955
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinder- und Jugendliteratur Flucht Stereotypisierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jil Hetterix (Autor:in), 2017, "Zuhause kann überall sein" von Irena Kobald. Stereotypisierung in Kinderliteratur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465325
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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