Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Filosofía - Filosofía de la Edad Antigua

Die Klugheit in Aristoteles' Nikomachischer Ethik

Título: Die Klugheit in Aristoteles' Nikomachischer Ethik

Trabajo Escrito , 2004 , 11 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Leonard Ameln (Autor)

Filosofía - Filosofía de la Edad Antigua
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

In seinem Werk „Nikomachische Ethik“ diskutiert Aristoteles die Frage nach dem höchsten Gut des Menschen, und wie dieses zu erreichen sei. Das höchste Gut, die Glückseligkeit, ist nach Aristoteles nur dann zu erreichen, wenn der Mensch die „Tätigsein der Seele im Sinne der ihr wesenhaften Tüchtigkeit“ ausübe, und zwar ein Leben lang. „Denn eine Schwalbe macht noch keinen Frühling und auch nicht ein Tag. So macht auch nicht ein Tag oder eine kleine Zeitspanne den Menschen glücklich und selig“2. Nun stellt sich die Frage, welche Handlungen der Mensch nun stetig ausüben muss, wenn er glücklich werden will. Obwohl Aristoteles seine philosophischen Gedanken klar auf die Praxis ausrichtet, - „wir philosophieren nämlich nicht, um zu erfahren, was ethische Werthaftigkeit sei, sondern um wertvolle Menschen zu werden“3- bleibt er, so scheint es, konkrete Handlungsanweisungen schuldig. Aufgrund der Einzigartigkeit jeder Situation aber ist es schlicht unmöglich, die angemessene, tugendhafte Reaktion im Vorhinein festzulegen. Daher muss die aristotelische Ethik, wie jede andere Ethik auch, auf einem relativ abstrakten Niveau verharren. Aus diesem Grund führt er die, trotz gewisser Abstraktheit recht anschaulichen Konzepte der ethischen und intellektuellen Tugenden ein, die ethischen und dianoetischen aretai. Diese erachtet er als notwendig, um ein wertvoller Mensch und somit glückselig zu werden. Sind die ethischen aretai unmittelbar mit dem Strebevermögen verknüpft, und wirken so auf die Ziele des guten Handelns, der eupraxia, so sind Teile der intellektuellen Tugenden ausschlaggebend für die konkrete Planung der jeweiligen Handlung. Hierfür scheint Aristoteles die „phronesis“, die Klugheit besonders wichtig zu sein. Diese möchte ich in vorliegender Arbeit näher beleuchten, und sie in der aristotelischen Konzeption von Tugendhaftigkeit verorten. Ausserdem werde ich auf einige Kritikpunkte aus der Sekundärliteratur - hier solche von Ursula Wolf - eingehen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die ethischen und die dianoetischen Tugenden

2.1. Die Klugheit

2.2. Klugheit, Wissenschaft und praktisches Können

3. Stellungnahme zu Ursula Wolfs Kritik

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff der Klugheit (phronesis) im Kontext der aristotelischen Nikomachischen Ethik und prüft dessen Verortung innerhalb der Seelenkonzeption des Philosophen unter Einbeziehung kritischer Perspektiven von Ursula Wolf.

  • Aristotelische Konzeption von Glückseligkeit und Tugendhaftigkeit
  • Differenzierung zwischen ethischen und dianoetischen Tugenden
  • Rolle der Klugheit (phronesis) im Prozess des richtigen Handelns
  • Abgrenzung der Klugheit von Wissenschaft und praktischem Können
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Kategorisierung von Tugenden

Auszug aus dem Buch

3. Stellungnahme zu Ursula Wolfs Kritik

Zunächst zur allgemeinen Bestimmung des phronesis-Begriffs. Aristoteles ist der Ansicht, dass die Klugheit eine Grundeinstellung sei, keine Fähigkeit. Demnach sei besonders tugendhaft nicht derjenige, der sich in einer konkreten Situation besonders klug verhält, sondern sozusagen die besten Absichten hat: „mit der arete der vernünftigen Seele [meint Aristoteles] weniger dieses Gutsein in einer bestimmten intellektuellen Fähigkeit als vielmehr das Gutsein in der Orientierung an Wahrheit“16 Die Tugendhaftigkeit des vernünftigen Seelenteils bedeutet für Aristoteles also nichts anderes, als das Ausgerichtetsein auf die höchste Wahrheit. Ursula Wolf fragt sich an dieser Stelle zu Recht, „ob die arete hier genau genommen eine intellektuelle ist. Sie ist insofern eine intellektuelle, als sie das Interesse an intellektuellen Gegenständen betrifft. Aber sie ist nicht eine arete in einer episteme, sondern eine arete in einer hexis zur episteme, und diese Haltung basiert auf Affekten und Strebungen wie Neugier, Wissensdurst usw. Vom ethischen Streben unterscheidet [es sich][..] dadurch, dass es nicht auf die Mitte zielt, sondern [..] die ganze Wahrheit sucht.“17

Zunächst sei dazu bemerkt, daß nach Aristoteles’ Auffassung die intellektuellen Tugenden allgemein nicht nach einer mittleren hexis zu bemessen sind, sondern nach dem „guten“ Extrem. Denn es wäre wenig hilfreich, nach der Mitte zwischen Wahrheit und Falschheit, oder der Mitte zwischen Klugheit und Dummheit zu streben - insofern muß die Ausrichtung extrem sein, auf das höchste Gut, die vollkommene Wahrheit und Klugheit. Ursula Wolf spricht mit dieser Frage in der Tat einen interessanten Punkt an. Der folgende Einwand spitzt die Frage, ob das Streben nach dem höchsten Gut ausgerechnet eine intellektuelle arete auszeichnet, anhand des deinotes/phronesis-Konstruktes noch zu:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die aristotelische Frage nach dem höchsten Gut und der Glückseligkeit ein und motiviert die Notwendigkeit der Untersuchung der Klugheit.

2. Die ethischen und die dianoetischen Tugenden: Hier werden die Grundlagen der Tugendethik nach Aristoteles sowie die Unterteilung der Seelenteile erläutert, um den Rahmen für die intellektuellen Tugenden zu bilden.

2.1. Die Klugheit: Dieses Kapitel definiert die Klugheit als zentrale Fähigkeit für das gute Handeln und grenzt sie von anderen geistigen Betätigungen ab.

2.2. Klugheit, Wissenschaft und praktisches Können: Der Fokus liegt hier auf der Abgrenzung der phronesis von der Wissenschaft und dem praktischen Können (techne) sowie der Problematik der Messbarkeit dieser Tugend.

3. Stellungnahme zu Ursula Wolfs Kritik: Der Autor setzt sich kritisch mit Ursula Wolfs Einwänden zur aristotelischen Kategorisierung der Klugheit auseinander und sucht nach einer konsistenten Lösung.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Nikomachische Ethik, Klugheit, Phronesis, Ursula Wolf, Tugendethik, Dianoetische Tugenden, Eudaimonia, Eupraxia, Habitus, Hexis, Praktische Vernunft, Handeln, Philosophie, Tugend

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Konzept der Klugheit innerhalb der aristotelischen Ethik und untersucht, wie dieses Konzept mit der menschlichen Handlungsplanung und der allgemeinen Tugendlehre zusammenhängt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Unterscheidung zwischen ethischen und dianoetischen Tugenden, die Rolle der Vernunft in der Seele sowie die kritische Würdigung der aristotelischen Kategorisierungen durch Ursula Wolf.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie die phronesis (Klugheit) innerhalb der aristotelischen Konzeption von Tugendhaftigkeit verortet werden kann und ob die von Aristoteles vorgenommene Differenzierung der Seelenvermögen der Kritik von Ursula Wolf standhält.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse, die auf der kritischen Auseinandersetzung mit Primärquellen von Aristoteles und einer ausgewählten Sekundärliteratur (Ursula Wolf) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Darstellung der aristotelischen Tugendtheorie und eine darauffolgende kritische Stellungnahme zur Interpretation der Klugheit im Kontext der menschlichen Reifung und der ethischen Planung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Aristoteles, Nikomachische Ethik, Klugheit (phronesis), Tugendhaftigkeit (aretai) und die Auseinandersetzung mit der Mesotes-Lehre.

Wie unterscheidet sich die Klugheit nach dem Autor von der Kunst?

Aristoteles grenzt die Klugheit von der Kunst (techne) dadurch ab, dass das Hervorbringen bei der Kunst ein Ziel ausserhalb seiner selbst hat, während das sittliche Handeln (praxis) bei der Klugheit selbst das Ziel ist.

Welches Fazit zieht der Autor zur Kritik von Ursula Wolf?

Der Autor zeigt Verständnis für die von Wolf aufgezeigten Probleme in der aristotelischen Kategorisierung und schlägt vor, dass eine weniger starre Zuordnung der Begriffe, wie sie Wolf andeutet, eine saubere und verständlichere Lösung für die Praxis der sittlichen Einsicht darstellt.

Final del extracto de 11 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Klugheit in Aristoteles' Nikomachischer Ethik
Universidad
Technical University of Berlin  (Institut für Philosophie)
Curso
Aristoteles: Nikomachische Ethik
Calificación
1,3
Autor
Leonard Ameln (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
11
No. de catálogo
V46684
ISBN (Ebook)
9783638438254
Idioma
Alemán
Etiqueta
Klugheit Aristoteles Nikomachischer Ethik Aristoteles Nikomachische Ethik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Leonard Ameln (Autor), 2004, Die Klugheit in Aristoteles' Nikomachischer Ethik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46684
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  11  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint