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Sexualisierte Gewalt in pädagogischen Kontexten am Beispiel der Odenwaldschule

Título: Sexualisierte Gewalt in pädagogischen Kontexten am Beispiel der Odenwaldschule

Trabajo , 2017 , 19 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Kathleen Victoria Craig (Autor)

Pedagogía - Psicología pedagógica
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Jahrzehntelang besaß die Odenwaldschule einen hervorragenden Ruf – eine reformpädagogische Vorzeigeinstitution mit elitärem Klientel. Jeder, der auf der OSO war - sowohl Schüler als auch Lehrer – war Stolz, auf dieser berühmten Schule gewesen zu sein. An der Odenwaldschule wurden seit den 1960er Jahren bis in die 1990er Jahre mindestens 132 Schüler missbraucht. Keiner der Täter wurde je für seine Verbrechen verurteilt. Der Missbrauch ist rechtlich über die Jahre hinweg verjährt, die emotionalen Wunden der Betroffenen bestehen jedoch weiterhin.

Die vorliegende Arbeit versucht Antworten auf folgende Fragen zu finden: Wie konnte es zu diesen Vorfällen in einem solchen Ausmaß kommen? Warum dauerte es über 30 Jahre, bis die Vorfälle öffentlich bekannt wurden? Welche Konsequenzen können daraus gezogen werden? Der erste Teil widmet sich der terminologischen Klärung des Fachbegriffes sexualisierte Gewalt. Danach wird das Konzept der Odenwaldschule vorgestellt und die Vorfälle der sexualisierten Gewalt benannt. Im Anschluss daran wird die Frage geklärt, welche Strukturen die Missbrauchsfälle begünstigten. Historische Dokumente weisen darauf hin, dass Schüler bereits kurz nach der Gründung des Internats von Lehrern sexuell belästigt wurden.

Im Zuge der Aufdeckungsarbeiten 2010 stellte sich heraus, dass die Häufung der Missbrauchsfälle in die Amtszeit des Schulleiters Gerold Becker fällt und er somit als einer der Haupttäter betrachtet wird, weshalb diese Arbeit sich auf die Vorfälle im Zeitraum der 1970er und 1980er begrenzt. Im Fokus des darauffolgenden Abschnitts steht Andreas Huckele, ein ehemaliger Schüler der Odenwaldschule und Opfer sexualisierter Gewalt seitens Becker, der von 1981-1988 an der Odenwaldschule war. Als Grundlage dessen dient sein Buch "Wie laut soll ich denn noch schreien?", das bis 2011 unter dem Pseudonym Jürgen Dehmers herausgegeben wurde. Auf die Konsequenzen der Aufdeckungsarbeiten bezieht sich der vorletzte Abschnitt. Zum Ende der Arbeit werden die wichtigsten Ergebnisse noch einmal zusammengefasst und abschließend noch offen gebliebene Fragen erörtert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Begriffsklärung: Sexualisierte Gewalt

2 Der Fall Odenwaldschule

2.1 Pädagogisches Konzept

2.2 Sexualisierte Gewalt an den Schülern

2.3 Begünstigungen für die sexualisierte Gewalt an der Odenwaldschule

2.3.1 Die Odenwaldschule als Alleinstellungsmerkmal und der damalige Zeitgeist

2.3.2 Das System Becker

3 Andreas Huckele

4 Die Aufdeckungsarbeiten: Der Stein und das Wasser

5 Gesellschaftliche Konsequenzen der Aufdeckung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die systematische sexualisierte Gewalt an der Odenwaldschule, analysiert die begünstigenden Faktoren innerhalb des pädagogischen Konzepts und der internen Strukturen und beleuchtet die Rolle von Aufklärern wie Andreas Huckele sowie die gesellschaftlichen Konsequenzen der Aufdeckung.

  • Terminologische Differenzierung zwischen sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt.
  • Analyse der Odenwaldschule als reformpädagogische Institution und deren dysfunktionale Machtstrukturen.
  • Untersuchung des "Systems Becker" und der Mechanismen der Vertuschung.
  • Biografische Betrachtung von Andreas Huckele als wichtigem Impulsgeber der Aufarbeitung.
  • Reflexion über notwendige Präventions- und Interventionskonzepte in Bildungseinrichtungen.

Auszug aus dem Buch

Die Aufdeckungsarbeiten: Der Stein und das Wasser

1999 dachten der Journalist Jörg Schindler, Huckele und sein Freund Wiester, sie „hätten einen riesigen Stein ins Wasser geworfen, der aber zu [ihrem] Erstaunen keine Wellen schlug. Das Wasser blieb glatt wie ein Spiegel. Als [sie] 2010 wieder einen Stein ins Wasser warfen, hielten [sie] die Wellen für möglich, manche hielten sie sogar für wahrscheinlich, aber mit diesem Tsunami hatte niemand gerechnet“ (Huckele 2013, S.13).

Juni 1998: Wiest ruft seinen Freund Huckele an und fordert ihn auf, etwas gegen Becker zu unternehmen, der wieder an der Odenwaldschule tätig sei. Noch nie hatten sie über die sexualisierte Gewalt gesprochen, die Becker ihnen angetan hatte (vgl. ebd. 2013, S.7). Es war „der Startschuss des Aufklärungsprozesses“ (ebd. 2013, S.118), so wie es Huckele später beschreiben würde. In einer nie zuvor dagewesenen Offenheit und Klarheit sprachen sie über die Geschehnisse an der Odenwaldschule. Gemeinsam verfassten sie Briefe an die Schule. In diesen wurde die Schule in Kenntnis über die Missbrauchsfälle durch Gerold Becker gesetzt. Einer der Briefe endete mit dem Satz „Und wir sind nicht die Einzigen“ (ebd. 2013, S.120), der sich im Laufe der kommenden 20 Jahre als eine schmerzliche Wahrheit herausstellen sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema der sexualisierten Gewalt an der Odenwaldschule und Vorstellung der zentralen Fragestellungen der Arbeit.

1 Begriffsklärung: Sexualisierte Gewalt: Definition des Begriffs der sexualisierten Gewalt im Gegensatz zu gängigen, teils irreführenden Bezeichnungen.

2 Der Fall Odenwaldschule: Darstellung des pädagogischen Konzepts und Analyse der internen Strukturen, die den Missbrauch begünstigten.

2.1 Pädagogisches Konzept: Erläuterung der reformpädagogischen Ansätze und der Internatsstruktur der Odenwaldschule.

2.2 Sexualisierte Gewalt an den Schülern: Dokumentation des Ausmaßes der Übergriffe und des jahrelangen Verschweigens.

2.3 Begünstigungen für die sexualisierte Gewalt an der Odenwaldschule: Untersuchung der systemischen Ursachen für das Fortbestehen des Missbrauchs.

2.3.1 Die Odenwaldschule als Alleinstellungsmerkmal und der damalige Zeitgeist: Analyse des Einflusses des Zeitgeistes der 1968er Jahre und fehlender Kontrollmechanismen.

2.3.2 Das System Becker: Untersuchung des manipulativen Verhaltens von Gerold Becker und seiner Machtausübung auf Schüler, Eltern und Lehrerkollegen.

3 Andreas Huckele: Biografie des ehemaligen Schülers und Opfers, dessen Buch eine maßgebliche Rolle bei der Aufdeckung spielte.

4 Die Aufdeckungsarbeiten: Der Stein und das Wasser: Chronologische Aufarbeitung der Versuche der Betroffenen, die Öffentlichkeit und die Institution mit den Vorfällen zu konfrontieren.

5 Gesellschaftliche Konsequenzen der Aufdeckung: Reflexion über den Wandel im Umgang mit sexualisierter Gewalt und die Bedeutung von Präventionskonzepten.

Schlüsselwörter

Sexualisierte Gewalt, Odenwaldschule, Gerold Becker, Andreas Huckele, Reformpädagogik, Missbrauch, Prävention, Aufarbeitung, Machtmissbrauch, Internat, Schweigen, Institution, Täterschutz, Kinderschutz, Trauma.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der systematischen sexualisierten Gewalt an der Odenwaldschule, einem renommierten reformpädagogischen Internat, über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von sexualisierter Gewalt, die Analyse dysfunktionaler pädagogischer Machtstrukturen sowie die Mechanismen der Vertuschung und die spätere gesellschaftliche Aufarbeitung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu verstehen, wie ein solches Ausmaß an Gewalt über Jahrzehnte unentdeckt bleiben konnte und welche Lehren daraus für den Schutz von Kindern in Bildungseinrichtungen gezogen werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse historischer Dokumente, Fachliteratur, Berichte der Betroffenen (insbesondere von Andreas Huckele) und externe Gutachten zur Aufarbeitung der Ereignisse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert das pädagogische Konzept der Odenwaldschule, die Rolle von Schulleiter Gerold Becker als Täter, die Erfahrungen von Andreas Huckele sowie den langwierigen Prozess der öffentlichen Aufdeckung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern gehören: Sexualisierte Gewalt, Odenwaldschule, Gerold Becker, Andreas Huckele, Reformpädagogik, Machtmissbrauch und Prävention.

Welche Rolle spielte Gerold Becker bei der Vertuschung?

Becker nutzte seine charismatische Autorität und strategische Netzwerke, um Schüler zu isolieren, Eltern zu manipulieren und kritische Stimmen innerhalb des Lehrerkollegiums zu unterdrücken oder zum Schweigen zu verpflichten.

Warum war es für Opfer so schwierig, sich Hilfe zu suchen?

Die Struktur der Internatsfamilien, die Isolation von der Außenwelt und die systemische Abhängigkeit von der Schule und den Tätern führten zu einer Atmosphäre, in der sich Opfer nicht trauten, über die Vorfälle zu sprechen.

Welche Bedeutung hatte das Jahr 2010 für die Aufarbeitung?

2010 markiert den entscheidenden Wendepunkt, als nach der 100-Jahrfeier der Schule das Ausmaß des systematischen Missbrauchs durch den öffentlichen Druck nicht mehr geleugnet werden konnte.

Was fordert der Autor als Konsequenz für heutige Schulen?

Der Autor fordert die Etablierung verbindlicher Schutzkonzepte, die Öffnung geschlossener Systeme, die Einsetzung unabhängiger Vertrauenspersonen und eine höhere Sensibilisierung für die Grenzen von Nähe und Distanz zwischen Lehrern und Schülern.

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Detalles

Título
Sexualisierte Gewalt in pädagogischen Kontexten am Beispiel der Odenwaldschule
Universidad
University of Education Freiburg im Breisgau
Calificación
1,0
Autor
Kathleen Victoria Craig (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
19
No. de catálogo
V469841
ISBN (Ebook)
9783668944374
ISBN (Libro)
9783668944381
Idioma
Alemán
Etiqueta
Odenwaldschule Sexualisierte Gewalt Sexueller Missbrauch Institutionelle Gewalt Andreas Huckele Me Too Missbrauch Aufklärung Öffentlicher Disskurs Reformpädagogik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Kathleen Victoria Craig (Autor), 2017, Sexualisierte Gewalt in pädagogischen Kontexten am Beispiel der Odenwaldschule, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469841
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