Diese Arbeit untersucht, wie Gruppen entstehen. Zu Beginn möchte ich die Begriffe Gruppe und Rolle definieren, anschließend werde ich die verschiedenen Phasen der Gruppenentwicklung aufzeigen. Darauf folgend werde ich die Rollen innerhalb einer Gruppe vorstellen, hier werde ich mich auf die am häufigsten auftretenden Rollen beschränken, da ich mich in dieser Arbeit auf die wesentlichen Kernpunkte konzentrieren möchte. Diese werden sein der Anführer, der Außenseiter, der Mitläufer und der Clown. Die genannten Rollen werde ich im theoretischen Teil definieren und dessen Merkmale genauer erläutern.
Jeder Mensch kommt im Laufe seines Lebens an den Punkt, wo er sich aus verschiedenen Gründen mit anderen Leuten zu einer Gruppe zusammenschließt und sich in diese auch integrieren muss. Dies geschieht meistens dann, wenn man mit komplexen Lagen oder Aufgaben konfrontiert wird, welche in einer Gruppe einfacher zu lösen sind. Jedoch beginnt die Gruppenbildung bereits kurz nach der Geburt, das Neugeborene benötigt Zuwendung, Ernährung und Wärme durch andere Personen. Das geschieht durch die Gruppierung des Familienverbandes, in der der Mensch hineingeboren wurde. Somit lässt sich bereits an diesem Punkt der Arbeit sagen, dass gerade weil der Mensch andere Menschen zum Überleben benötigt, sich immer wieder in Gruppen aufhält und interagiert, welche er gar nicht als Gruppe wahrnimmt. Von Kindesbeinen an werden so von unterschiedlichsten Gruppen Werte, Normen und Ideen vermittelt, sogar mitgestaltet und verschiedene Rollen in Gruppen eingenommen. Die Interaktion und das Leben in Gruppen sind also von der Geburt, über die Schulzeit, bis hin zur Berufswelt und dem Freundeskreis allgegenwärtig.
Es gibt zahlreiche Vorteile, die das Individuum in einer Gruppe erfahren wird. In der Gemeinschaft fühlt sich die Einzelperson stärker, die Hemmschwelle wird gesenkt, man traut sich Sachen, die man allein nicht getan hätte. Eine gemeinsame Interessenvertretung wird gebildet, es entstehen gemeinsame Vorlieben welche in der Gruppe zusammen ausgelebt werden können. Anerkennung ist eines der am höchsten einzustufenden Vorteile, da jeder Mensch nach ihr strebt. Aber es gibt auch negativen Seiten, diese können Spott, Erniedrigung und Unverständnis sein. Der "Gruppenzwang" ist hier als ein weiterer schlechter Aspekt zu nennen und der Ausstieg aus einer Gruppe kann sich schwieriger gestalten als gedacht. So ist es möglich, dass Kriminalität und Gewalt in Gruppen häufiger auftreten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen
2.1 Gruppe
2.2 Rollen
3. Phasen der Gruppenentwicklung
3.1 Phase 1: Forming
3.2 Phase 2: Storming
3.3 Phase 3: Norming
3.4 Phase 4: Performing
3.5 Phase 5: Mouring
4. Rollen in der Gruppe
4.1 Der Anführer
4.2 Der Außenseiter
4.3 Der Mitläufer
4.4 Der Clown
5. Zusammenfassung
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die grundlegenden Mechanismen der Gruppenbildung und -entwicklung sowie die Etablierung spezifischer Rollen innerhalb sozialer Systeme, um Fragen zur individuellen Freiheit und zum Gruppenzwang zu beleuchten.
- Definition von Gruppen und Rollen
- Analyse der Phasen der Gruppenentwicklung nach Tuckman
- Untersuchung typischer Rollen (Anführer, Außenseiter, Mitläufer, Clown)
- Diskussion über individuellen Freiraum vs. Rollenzwang
Auszug aus dem Buch
4.1 Der Anführer
Meistens handelt es sich um nur eine Person welche die Führungsrolle einer Gruppe übernimmt, das kann der Chef im Büro sein, der Direktor der Schule oder der Posten des/der Verteidigungsministers/ministerin bei der Bundeswehr. Der Anführer einer Gruppe bildet sich während des Prozesses der Gruppenbildung heraus. Oder er wird aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten oder Leistungen dazu erkoren. Oft ist ein Machtkampf um diese Rolle, besonders in der Phase des Formings, nicht ausgeschlossen (vgl. Thomas, 1992, S. 82). Zentrales Merkmal dieser Rolle besteht darin die Gruppe zu vereinen und gemeinsame Ziele zu definieren.
Im nachfolgenden werden die wichtigsten Funktionen der Führungsrolle nach Alexander Thomas (1992, S. 83 f) dargestellt:
- Planung und Festlegung von Gruppenzielen
- Koordination der Gruppenaktivitäten
- Bereitstellen von Informationen und Fähigkeiten
- Kontrolle der Beziehung zwischen den Gruppenmitgliedern
- Verteilen von Belohnungen und Bestrafungen an die Gruppenmitglieder
- Tätigkeiten als Schiedsrichter und Vermittler und
- Repräsentation der Gruppe nach außen.
Der Anführer hat natürlich auch die Funktion als Vorbild inne und setzt sein Verhaltensideal durch. Die Position des Führers kann sich schnell ändern. Dies kann zum Beispiel geschehen, wenn eine andere Person in den Augen der Gruppenmitglieder besser für diese Position geeignet ist oder die an ihn gestellten Anforderungen nicht erfüllt werden (vgl. Thomas 1992, S. 82 ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hier wird die Bedeutung von Gruppen für den Menschen von der Geburt an erläutert und die grundlegende Fragestellung bezüglich Rollenzwang und Individualität eingeführt.
2 Definitionen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Gruppe als soziales System und erläutert das Konzept der Rollenbildung im sozialen Kontext.
3. Phasen der Gruppenentwicklung: Es werden die fünf Phasen nach Bruce Tuckman (Forming, Storming, Norming, Performing, Mouring) detailliert beschrieben und als zyklischer Prozess charakterisiert.
4. Rollen in der Gruppe: Dieses Kapitel stellt vier zentrale Rollen (Anführer, Außenseiter, Mitläufer, Clown) vor und analysiert deren spezifische Merkmale und Funktionen innerhalb eines Gruppengefüges.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse zur Notwendigkeit der Rollenbildung zusammen und beantwortet die in der Einleitung gestellten Forschungsfragen.
6. Fazit: Das Fazit unterstreicht die Wichtigkeit der Gruppenmitgliedschaft für die Entwicklung des Individuums und betont die prägende Rolle der Kindheit für spätere soziale Interaktionen.
Schlüsselwörter
Gruppendynamik, Gruppenentwicklung, Rollen, Forming, Storming, Norming, Performing, Mouring, Anführer, Außenseiter, Mitläufer, Clown, Sozialverhalten, Gruppenzwang, Individuum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die soziologischen Grundlagen von Gruppen, deren Entwicklungsprozesse sowie die Entstehung und Bedeutung von sozialen Rollen für das Individuum.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Definition von Gruppen, die Phasenmodelle der Gruppenentwicklung sowie die Analyse spezifischer Rollenbilder in sozialen Kontexten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, ob eine Gruppe ohne Rollenzwang existieren kann und inwieweit sich ein Individuum in einer Gruppe entfalten kann, ohne seine Identität zu verlieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die verschiedene soziologische und psychologische Konzepte (u.a. von Bruce Tuckman und Alexander Thomas) zusammenführt und analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Begriffe, die detaillierte Darstellung der fünf Phasen der Gruppenentwicklung sowie eine Charakterisierung der Rollen von Anführer, Mitläufer, Außenseiter und Clown.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind insbesondere Gruppendynamik, Gruppenentwicklung, Rollenverteilung und das Spannungsfeld zwischen Individualität und Gruppenzugehörigkeit.
Warum ist das Tuckman-Modell in dieser Arbeit von Bedeutung?
Es dient als strukturelle Grundlage, um zu verstehen, wie Gruppen über verschiedene Stadien hinweg wachsen, Konflikte bewältigen und Leistungsphasen erreichen.
Kann man sich in einer Gruppe komplett frei entfalten?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass zwar die eigene Persönlichkeit bewahrt werden kann, jedoch innerhalb eines Gruppenprozesses unweigerlich Rollen zugeschrieben werden, die das Verhalten beeinflussen.
Warum gilt der Außenseiter als wichtige Rolle?
Laut Arbeit erfüllt der Außenseiter eine wichtige Funktion, indem er durch unbequeme Fragen oder andere Perspektiven Unruhe stiftet, die die Gruppe vor Erstarrung schützt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Grundlagen zum Verstehen von Gruppen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470068