Ursachen der Entstehung von Megacities


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
28 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen

1. Vorwort

2. Merkmale von Megacities
2.1 Definitionsprobleme des Begriffs „Megacity“
2.2 Kennzeichen von Megacities – „Funktionale Primacy“
2.3 Bevölkerungsentwicklung

3. Globale Verbreitung von Megacities
3.1 Megacity-Wachstum in Industrieländern
3.2 Wachstumstrends in den Entwicklungsländern
3.3 Zukünftige Aussichten

4. Entstehungsursachen von Megacities
4.1 Entstehungsgründe
4.2 Bevölkerungswachstum
4.2.1 Migration
4.2.2 Natürliches Bevölkerungswachstum

5. Folgen und Probleme
5.1 Die Wohnsituation in den Megacities
5.1.1 Marginalsiedlungen
5.1.2 „Gated Communities“
5.2 Wirtschaftliche Besonderheiten
5.3 Sonstige Probleme der Megacities
5.3.1 Umweltprobleme
5.3.2 Fehlende Infrastruktur
5.3.3 Verkehr

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen

Abbildungen

Abbildung 1: Urbanisierungsgrad in den Ländern der Erde und Megastadtwachstum von 1950-2015

Abbildung 2: Bevölkerungsentwicklung in Industrie- und Entwicklungsländern

Abbildung 3: Globale Verbreitung von Megastädten und ihre Bevölkerungszahl im Jahr 2000

Abbildung 4: Wachstumsmuster von Megastädten von 1900-1991

Abbildung 5: Megacities 2015, globale Verbreitung

Tabellen

Tabelle 1: Anzahl der Megastädte 2000, 2005 und 2015

Tabelle 2: Bevölkerungsentwicklung in zwanzig Megastädten der Welt

1. Vorwort

Überarbeitete Version

Das Thema der vorliegenden Hausarbeit lautet: „Ursachen der Entstehung von Megacities“. Die Arbeit ist in 6 Kapitel unterteilt. Kapitel 2 gibt einen Überblick über die Merkmale von Megacities. Es wird die Definitionsproblematik des Megacity-Begriffs erläutert, auf die „Funkionale Primacy“ eingegangen und als dritter Punkt die Bevölkerungsentwicklung betrachtet. Kapitel 3 befasst sich mit der Verbreitung von Megastädten in Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern und den zukünftigen Trends der Entwicklung. Das 4. Kapitel wurde um die „Entstehungsgründe“ erweitert und geht auf die Ursachen des Bevölkerungswachstums ein. Kapitel 5 befasst sich mit den Folgen und den Problematiken von Megacities. Weiter wird auf die Probleme der Wohnsituation, wirtschaftliche Besonderheiten und sonstige Probleme der Städte eingegangen. Abschließend folgt mit Kapitel 6 ein Fazit.

Da diese Arbeit zu den einführenden Themen des Hauptseminars: „Megacities und Global Cities“ gehört, wird ein allgemeiner Überblick gegeben. Es werden vereinzelt Beispiele aus bestimmten Städten genannt. Aber es wird auf keine Stadt vertiefend eingegangen.

Die aktuellen statistischen Daten sind dem UN Bericht: „World Urbanisation Prospects. The 2003 Revision“ entnommen. Die Werte aus anderen (meist älteren) Quellen können daher gelegentlich abweichen.

Die Begriffe Megacity und Megastadt werden als Synonym verwendet.

2. Merkmale von Megacities

2.1 Definitionsprobleme des Begriffs „Megacity“

76 % der Menschen leben heute in Städten der Industrieländer, 40 % sind es in den Schwellen- und Entwicklungsländern, bei steigender Tendenz. In zwei Jahrzehnten wird auch dort jeder 2. in einer Stadt wohnen (Zehner 2001, S.4). Bei der Verwendung des Begriffs „Megacity“ baut sich meist das Bild einer „überfüllten“ Stadt, mit unzähligen marginalen Randsiedlungen, einer hohen Einwohnerzahl, einer hohen Bebauungsdichte, schlechten und schwierigen Verkehrs- und Wohnverhältnissen sowie gewaltigen Umweltproblemen auf (Wehrhahn 2000, S. 105). Eine eindeutige Definition des Begriffs „Megacity“ gib es bis heute nicht, aber es gibt verschieden Kriterien, die zur Einordnung von Städten in bestimmte Kategorien herangezogen werden. So erhält die Einwohnerzahl eine wichtige Rolle bei der Definition von Megacities. Es werden Städte mit mehr als 5 Mio., mehr als 8 Mio. oder mehr als 10 Mio. Einwohnern zu dieser Kategorie gezählt. Diese Abgrenzung erfolgt nur nach rein quantitativen Gesichtspunkten. Zusätzlich wird ein Mindestwert der Einwohnerdichte, der bei mindestens 2.000 EW/km2 liegen muss, als Abgrenzungskriterium für Megacities von einigen Autoren verwendet (Bronger 1996a, S. 115). Auch zählen verschiedene Autoren nur Städte mit monozentrischer Struktur zu Megacities. Durch diese Merkmale werden z.B. Regionen wie das Ruhrgebiet, einer polyzentrischen Agglomeration mit ca. 10 Mio. Einwohnern, aus der Kategorie Megacities ausgeschlossen (Kraas 2001, S. 17). Die UN legte für ihre Statistiken 1970 einen Schwellenwert von 8 Mio. Einwohnern fest. In den 1990er Jahren hob sie den Wert auf 10 Mio. an (Antesberger 2004, S.9). Es ist gleichgültig, welcher absolute Grenzwert zur Bestimmung herangezogen wird, im Laufe der Zeit muss er der Bevölkerungsentwicklung angepasst werden.

Ein weiteres Problem besteht in der Datenerhebung und der Vergleichbarkeit der einzelnen Länder. Die zur Verfügung stehenden Daten weisen unterschiedliche Qualitäten auf, da z.B. die räumliche Abgrenzung einer Stadt nicht einheitlich definiert ist oder aber auch die Bevölkerungszahlen nicht exakt erfasst werden. Städtische Siedlungen sind nicht exakt abgrenzbar, besonders im internationalen Vergleich ergeben sich daher Probleme. So basieren viele Bevölkerungsangaben einiger Schwellen- und Entwicklungsländer auf Fortschreibungen (China) oder Schätzungen (Nordkorea). Dies wiederum führt zu weiteren Ungenauigkeiten in der Weiterbearbeitung der Daten (Zehner 2001, S. 4). Internationale Statistiken können nicht immer miteinander verglichen werden, da sie sich nicht auf die gleichen Bezugsflächen beziehen (Kraas 2001, S. 18). Durch die verschiedenen Stadtstrukturen der einzelnen Kulturerdteile ist die territoriale Ausdehnung der Städte und die damit einheitliche Flächengrundlage für Berechnungen nicht gegeben. Um statistisch genau und international vergleichend arbeiten zu können, müssten die Einwohnerzahlen immer im Bezug auf die jeweilig betrachtete Stadtfläche angegeben werden (Bronger 1996a, S. 115). Es ist ein großer Unterschied, ob die Einwohnerzahl der Agglomeration London (d.h. der Kernstadt und des daran anschließenden städtisch geprägten Umlandes, das oftmals in funktionaler Abhängigkeit mit der Kernstadt steht) angegeben wird, oder der Kernstadt London alleine.

2.2 Kennzeichen von Megacities – „Funktionale Primacy“

Einige Schlagworte sind charakteristisch für Megacities: Armut, Arbeitslosigkeit, Rassenkonflikte, Korruption, Kriminalität, Umweltverschmutzung, hohe Bevölkerungsdichte, schlechte Bausubstanz, soziale Disparitäten, „gated communities“, Umweltprobleme, … (Borsdorf, A.; Zehner, K. 2005, S. 324). Ein wesentliches Merkmal von Megacities ist, wie im vorangegangenen Abschnitt beschrieben, die große Bevölkerungsballung auf dichtem Raum mit enormer Flächenausdehnung (Kraas 2001, S.17). Darüber hinaus gibt es noch weitere Merkmale von Megacities. Die meisten Städte, die als Megacities bezeichnet werden, liegen heute in den Schwellen- bzw. Entwicklungsländern (ausführlicher wird auf die Verbreitung im 3. Kapitel eingegangen).

Viele der Megastädte in den Entwicklungsländern sind ausgeprägte Primatstädte. Sie weisen eine überproportional hohe Konzentration der nationalen Bevölkerung auf, d.h. sie gehören zu den größten Städte des Landes (bilden meist DIE größte Stadt). Andere Städte im Land sind dagegen fast bedeutungslos. Neben diesem Bevölkerungsüberschuss, nehmen diese Städte auch eine besondere Bedeutung in nationaler administrativer, politischer, wirtschaftlicher, sozialer, medizinischer und kultureller Funktion ein. Dirk Bronger prägte den Ausdruck: „Funktionale Primacy“ = nationalstaatliche Dominanz (Bronger 1996b, S. 77). Die Macht- und Entscheidungsstrukturen sowie unter anderem die wirtschaftliche Konzentration sind in den Ländern der 3. Welt in diesen Städten oftmals viel ausgeprägter als in europäischen, nordamerikanischen oder japanischen Städten, wobei sich ihre Bedeutung meist nur auf die nationalstaatliche Ebene bezieht. Aber auch in europäischen Ländern (z.B. in Frankreich oder Großbritannien) konzentriert sich das wirtschaftliche und politische Geschehen des Landes verstärkt auf die jeweilige Hauptstadt. Bis heute hat aber noch keine Megacity der 3. Welt den Rang einer Global City (Weltstadt, wirtschaftliche Entscheidungszentrale) erreicht (Bronger 1996b, S.77). Eine Global City ist durch die Konzentration von Hauptquartieren transnational tätigen Unternehmen, die die vorhandenen Standortvorteile nutzen, durch einer Vernetzung von wirtschaftlichen, kulturellen, politischen und sozialen Institutionen und durch eine herausragende Stellung im Weltstädtesystem geprägt. Global Cities der Obersten Rangstufe sind London, New York und Tokio.

Als Beispiel für die „Funktionale Primacy“ und die damit verbundene Überkonzentration an nationalstaatlichen Einrichtungen führt D. Bronger die drei indischen Megastädte Bombay, Kalkutta und Delhi auf. Sie wiesen Mitte der 80er Jahre grade 3,9 % der indischen Bevölkerung auf. Aber 12,7 % der Universitätsstudenten, 15,5 % der Krankenhausbetten, 18,3 % des Produktionswertes der Industrie, 30,6 % des über Häfen abgewickelten Im- und Exportes, 34,3 % der Telefonanschlüsse, 39,9 % der PKW und 90,3 % des internationalen Flugverkehrs konzentrierten sich auf diese drei Metropolen. Doch noch typischer für die „Funktionale Primacy“ ist, dass 43,5 % der Einkommenssteuer ganz Indiens in diesen Städten erwirtschaftet wurde (Bronger 1996b, S.77). Vergleichende Zahlen für europäische Städte lagen leider nicht vor.

2.3 Bevölkerungsentwicklung

Da die Einwohnerzahl das entscheidende Kriterium zur Einordnung von Megacities in die Städtehierarchie ist, muss an dieser Stelle etwas zur Bevölkerungsentwicklung gesagt werden. Die Länder der 3. Welt sind durch ein hohes Bevölkerungswachstum gekennzeichnet. In Asien werden Ende des 21. Jahrhunderts mehr als 5 Mrd. Menschen leben. Das sind mehr als 1985 auf der gesamten Welt. Indien wird China als bevölkerungsreichstes Land ablösen. Es wird ein Anstieg der indischen Bevölkerung von 2000 bis 2050 von 1,017 auf 1,531 Mrd. angenommen (Birg 2004, S. 107).

Der Anteil der Bevölkerung in den Entwicklungsländern an der Weltbevölkerung erhöht sich von 68 % (1950) über 80 % (2000) auf 86 % (2050). Daher ist es kaum verwunderlich, dass Megastädte in Lateinamerika sowie dem südlichen, südöstlichen und östlichen Asien, aber auch vereinzelt in Afrika zunehmen werden (Zehner 2001, S. 4).

Weltweit steigt der Anteil, der in Städten lebenden Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung von 37 % (1970) auf 45,2 % (1990) und er wird im Jahr 2010 wahrscheinlich auf 56,5 % ansteigen (Kraas 2001, S. 17). Das Städtewachstum in den Entwicklungsländern geht nicht nur auf die starke Zuwanderung der Bevölkerung aus ländlichen Gebieten zurück, sondern auch auf die Geburtenüberschüsse der Stadtbevölkerung (Birg 2004, S. 108). Die jährlichen Wachstumsraten der Städte Bombay (3,7 %), Dhaka (7,6 %), Lagos (6,7 %)und Karatschi (4,7 %) waren besonders hoch. Angesichts dieser Zahlen kann von einer Verdopplung der Bevölkerung in 19 Jahren (Bombay) bzw. in 15 Jahren (Karatschi), 10 Jahren (Lagos) und 9 Jahren (Dhaka) ausgegangen werden (Birg 2004, S. 109).

[...]

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Ursachen der Entstehung von Megacities
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Hauptseminar Geographie
Note
2,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
28
Katalognummer
V47103
ISBN (eBook)
9783638441278
Dateigröße
1943 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Hausarbeit befasst sich mit der Verbreitung von Megastädten und den Ursachen der Entstehung, sowie mit den Problemen der Megastädte in den heutigen Entwicklungsländern. Die vorliegende Fassung wurde noch einmal überarbeitet.
Schlagworte
Ursachen, Entstehung, Megacities, Hauptseminar, Geographie
Arbeit zitieren
Corinna Wendt (Autor), 2005, Ursachen der Entstehung von Megacities, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47103

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