Der Aufstieg des Luxemburgers Sigismund zum Kaisertum


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019
14 Seiten, Note: 2
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Sigismunds Aufstieg zum ungarischen und römisch-deutschen König

III. Konstanzer Konzil

IV. Hussitenkriege

V. Zusammenfassung

VI. Quellenverzeichnis und Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Bei dem Spätmittelalter handelt es sich ein Thema, das in der Geschichtswissenschaft immer besondere Beachtung findet. Die Zeit zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert markiert den Übergang von der Katastrophenzeit zu einer modernen Zeit, die von Humanismus, politischem Polyzentrismus, Renaissance und Reformationen geprägt ist. Charakteristisch für die Zeit nach dem Interregnum 1273 ist vor allem die Konkurrenz der Habsburger, Wittelsbacher und Luxemburger. In dem Machtkampf konnte sich das Herrscherhaus der Luxemburger, gerade durch die Regierungszeit Karl IV. etablieren. Die Luxemburger Dynastie gilt als Höhe und Wendung der Herrschaft des Spätmittelalters im Reich.

Bezüglich des Themas „Die Dynastie der Luxemburger“ wird der Name von Kaiser Karl IV. hauptsächlich in der Forschungsliteratur erwähnt. Inzwischen hat sich der Schwerpunkt der Forschung allerdings differenziert und so werden die Untersuchungsbereiche der Person Sigismunds immer unterschiedlicher. Insbesondere Themen wie sein Aufkommen der ungarischen Krone, innere Konflikte mit seinem Bruder Wenzel, sein Engagement im Konstanzer Konzil und der Konflikt mit den Hussiten verdeutlichen die Vielfalt.

Er war nicht nur der König von Ungarn, später auch von Böhmen und des Heiligen Römischen Reiches, sondern trieb auch, wie ebenfalls sein Vater, die Kaiserkrone und wichtige Reformen voran. In dieser Arbeit werde ich mich hauptsächlich mit Sigismund beschäftigen. Zu den oben genannten Untersuchungen zählen Ereignisse wie der Verlauf seiner Kindheit, der Erwerb der ungarischen Königswürde und das Konstanzer Konzil.

Ein weiterer wichtiger Faktor in diesem Zusammenhang ist die Frage nach dem Ursprung und dem Verlauf der Hussitenkriege. Ich werde mich mit Sigismund Jugend ausführlicher beschäftigen, da er in dieser Phase seines Lebens die Grundlage seiner späteren Macht geschaffen hat, nämlich der königlichen Würde in Ungarn. Darüber hinaus werde ich seinen Konflikt mit Wenzel und die Verfolgung der böhmischen Königskrone untersuchen. In den letzten beiden Kapiteln werde ich mich einerseits mit dem Konstanzer Konzil befassen, wo mit Hilfe Sigismunds das Ende des abendländlichen Schismas geführte wurde und andererseits mit den Ursachen der hussitischen Bewegung und des Kriegsverlaufs.

II. Sigismunds Aufstieg zum ungarischen und römisch-deutschen König

Sigismund von Luxemburg (tschechisch Zikmund Lucemburský, kroatisch Žigmund Luksemburški, ungarisch Luxemburgi Zsigmond) war das letzte männliche Mitglied des Hauses Luxemburg. Darüber hinaus war er eine der treibenden Kräfte hinter dem Konzil von Konstanz, welches das päpstliche Schisma beendete, aber auch zu den Hussitenkriegen führte, die die spätere Regierungszeit von Sigismund prägten.

Der in Nürnberg geborene Sigismund war der Sohn Kaiser Karl IV. des Heiligen Römischen Reiches und seiner vierten Frau Elisabeth von Pommern, der Enkelin des Königs Kasimir III. von Polen und der Urenkelin des Großherzogs von Litauen, Gediminas. Die Jugend von Sigismund wurde bereits von der luxemburgischen Machtpolitik und von der komplexen Ehepolitik des Vaters geprägt. Karl IV. hatte seinen Sohn schon in dessen Kindheit mit der Tochter des Nürnberger Burggrafen aus dem Haus Zollern verlobt. Diese Verbindung wurde jedoch bald wieder aufgehoben, denn der Burggraf einen eigenen Sohn erhielt1.

Auf Grund der Tatsache, dass Ludwig der Große, König von Ungarn und ab 1370 von Polen, keinem Sohn hatte, konzentrierte Karl IV. seine Heiratspolitik auf den Osten2. König Ludwig der Große von Ungarn und Polen hatte immer eine gute und enge Beziehung zu Kaiser Karl IV. und daraufhin wurde 1375 die Vereinbarung einer Verlobung zwischen Sigismund mit König Ludwigs Tochter Maria geschlossen, die durch den Tod ihrer älteren Schwester Katharina im Jahr 1378 zur Haupterbin Ludwigs in Ungarn wurde3. Nach dem Tod seines Vaters 1378 wurde der junge Sigismund Markgraf von Brandenburg und an den ungarischen Hof geschickt, wo er bald die ungarische Sprache und Lebensweise erlernte und sich ganz seinem Wahlland widmete.

König Ludwig ernannte ihn zu seinem Erben und Nachfolger als König von Ungarn. Der damals 13-jährige Sigismund wurde 1381 von seinem ältesten Halbbruder und Vormund Wenzel IV. (auch Wenzeslaus IV.), römisch-deutscher König und König von Böhmen, nach Krakau geschickt, um Polnisch zu lernen und das Land und die Menschen kennenzulernen. König Wenzel IV. gab ihm auch Neumark, um die Kommunikation zwischen Brandenburg und Polen zu verbessern.

Die Meinungsverschiedenheit zwischen den Herren von Klein- und Großpolen über die Wahl des zukünftigen Königs von Polen endete schließlich mit der Wahl der litauischen Seite. Die Unterstützung der Herren von Großpolen reichte jedoch nicht aus, um Fürst Sigismund die polnische Krone zu verleihen. Stattdessen gaben die Herren von Kleinpolen diese an Marias jüngere Schwester Jadwiga I. aus Polen (auch Hedwig von Anjou), die Jogaila (auch Wladyslaw II. Jagiello, als er zum König von Polen gekrönt wurde) heiratete.

Als König Ludwig 1382 starb, wurde der Thronanspruch Sigismunds schwierig. Auch die Situation in Ungarn verschlechterte sich für ihn und die polnische Krone blieb ihm jedoch verwehrt, sie war der jüngster Tochter Hedwig bestimmt4. So wurde Maria am 11. September 1382 zur Königin von Ungarn gekrönt, aber aufgrund ihrer Minderjährigkeit übernahm zunächst Königin Elisabeth die Regentschaft. Diese verfolgte die Verdrängung von Sigismund aus Ungarn, löste 1385 das Engagement mit Maria auf und versprach dieses Ludwig von Orleans.

Obwohl die Chancen auf den ungarischen Thron sehr gering waren, bewies Sigismund seine diplomatischen Fähigkeiten wie auch seine rückhaltlose Entschlossenheit, überraschend gelang es ihm, die Lage zu seinen Gunsten zu ändern5. Er konnte die Unterstützung von König Wenzel IV. und Markgraf Jobst von Mähren erhalten, aber diese Hilfe war teuer. Mit einer kleinen Streitmacht konnte Sigismund Teile Ungarns erobern und sich damit die Unterstützung des Adels sichern.

In derselben Zeit, also Ende 1385, landete der König von Neapel, Karl III., in Dalmatien und erhob Anspruch auf den ungarischen Thron, wodurch eine Verbindung zwischen Ungarn und Frankreich verhindert wurde. Die Folge war, dass auf Druck der Witwe des Königs, Elisabeth 1385 einer Ehe Sigismunds mit Maria zustimmte. Nach der Ermordung von König Karl III. wurden Elisabeth und Maria in Südungarn von Aufständischen gefangengenommen. Sigismund wurde am 31. März 1387 in Székesfehérvár (Stuhweißenburg) zum König von Ungarn gekrönt. Während Elisabeth wenig später verstarb, gelang es Sigismund, Maria zu befreien.

Die Wiederherstellung der Autorität der Zentralverwaltung erforderte jahrzehntelange Arbeit, wobei der Großteil der Nation unter der Führung des Hauses Garai an seiner Seite war. In den südlichen Provinzen zwischen der Sava und der Drau proklamierten die Horvaths mit der Unterstützung von König Tvrtko I. von Bosnien, Marias Onkel, ihren König Ladislaus, den König von Neapel und Sohn des ermordeten Karls III. von Ungarn. Erst 1395 gelang es Nikolaus II. Garai, sie zu unterdrücken. Um den Druck der ungarischen Adligen abzubauen, versuchte Sigismund ausländische Berater zu beschäftigen, die nicht beliebt waren, und er musste versprechen, das Land und die Nominierungen nicht ungarischen Adligen zu geben.

Dies wurde jedoch nicht auf Stibor von Stiborice angewendet, der Sigismunds engster Freund und Berater war. Sigismund wurde mehrmals von Adligen inhaftiert, doch mit Hilfe der Armeen von Garai und Stibor von Stiborice konnte er die Macht wiedererlangen. Nachdem seine Frau Maria am 17. Mai 1395 starb und die Ehe kinderlos blieb, konzentrierte sich Sigismund vor allem auf die Errichtung seiner Herrschaft und die unmittelbare Gefahr aus dem Osten. Seit den siebziger Jahren des 14. Jahrhunderts entwickelte sich die osmanische Expansion in Richtung Osteuropa und erreichte ihren Höhenpunkt um 1390.

Darüber hinaus hatte Sigismund das Problem, dass seine Position in Ungarn unsicher war. Auf Grund der anhaltenden Knappheit an Finanzmitteln, appellierte er an Rom, einen Kreuzzug gegen die Osmanen aufzurufen6. Dieser Kreuzzug, der von Papst Bonifatius IX. propagiert wurde, war in Ungarn sehr beliebt. Die Adligen strömten zu Tausenden zur königlichen Standarte und wurden von Freiwilligen aus fast ganz Europa verstärkt. Das wichtige Kontingent war das der Franzosen, die von Johannes dem Fruchtlosen, Sohn von Philipp II., Herzog von Burgund, geführt wurde.

Nach dem Einnehmen Vidins lagerte er mit seinen ungarischen Armeen vor der Festung von Nikopolis. Sultan Bayezid I. hob die Belagerung von Konstantinopel auf und besiegte die christlichen Streitkräfte in der Schlacht von Nikopolis, die zwischen dem 25. und 28. September 1396 stattfand. Während der Sultan viele Gefangene hinrichtete oder in die Sklaverei führte, konnte Sigismund mit einem venezianischen Schiff nach Konstantinopel fliehen. Obwohl die Osmanen nicht weiter vorrückten, war die Herrschaft von Sigismund bedrohter als je zuvor7.

Diese Gefahr bestand nicht nur außerhalb Ungarns, sondern seit dem Tod Marias auch innerhalb. Sigismund reagierte ab 1397 auf die Schwierigkeiten im politischen und militärischen Bereich. Einerseits bewies er sein diplomatisches Geschick und konnte erfolgreich einen Kompromiss mit Hedwig von Polen aushandeln, die auf ihren Anspruch über Ungarn verzichtete8. Andererseits bewies er seine Fähigkeiten im politischen Bereich, wobei der Schwerpunkt auf der Reform der Militärverfassung lag. Daher wurde 1397 auf dem Reichstag von Temesvar auf der Grundlage der Goldenen Bulle ein Legislativpaket mit 70 Absätzen angenommen. Sigismund konnte so die Neuorganisation des Militärs fördern, wobei die wichtigste Entscheidung die Einrichtung einer ständigen Miliz war.

Weiterhin wurde beschlossen, die Rechte der Kirche zu begrenzen, ergo die kirchlichen Einkünfte zugunsten des heimischen Klerus und der Söhne des Adels zu beschränken9. Sigismund, der seine Herrschaft sukzessive sichern konnte, musste in dieser Zeit jedoch noch ein anderes Problem lösen, das sich auf den dynastischen Konflikt zwischen Wenzel IV. und Sigismund bezog. Der Streit wurde später durch den Cousin Jost von Mähren verstärkt. Trotz seiner Unbeständigkeit und damit Unsicherheit als Verbündeten von Sigismund schlossen sich beide dem Widerstand gegen Wenzel IV. an.

Sigismund sah in der Schwäche seines Bruders, als römisch-deutscher König, eine drohende Gefahr für die Stellung des Herrscherhauses der Luxemburger10. Mit Jost und Herzog Albrecht III. von Österreich hatte er schon 1390 eine Liga geschlossen, die gegen Wenzel IV. gerichtet war und 1393 erneuert wurde. Andererseits hatte Sigismund 1394 einen inoffiziellen Vertrag mit Wenzel IV. geschlossen, dass der einen Bruder den anderen beerben sollte11. Hieran wird deutlich, wie komplex die Familienpolitik von Sigismund war. So verbündete er sich einerseits gegen seinen Bruder und andererseits schloss er mit diesem einen geheimen Erbvertrag ab.

Wegen der Drohung der Absetzung Wenzels IV. als Römisch-Deutscher König drängte Sigismund seinen Bruder nach Italien aufzubrechen, um sich dort als Kaiser krönen zu lassen. Er folgte dem Druck, aber zu spät, denn bereits am 20. August 1400 war die Absetzung vor allem vom Mainzer Erzbischof vorangetrieben worden. Begründet wurde die Enthebung mit Beschuldigungen wie zum Beispiel, dass Wenzel IV. das Schisma nicht beenden konnte und demzufolge keinen den Frieden innerhalb der Kirche sowie des Reiches schuf. Der abgesetzte König schwor daraufhin Rasche und begann seine Verbündeten um sich zu sammeln12.

Ein Jahr später ereignete sich ein weiterer Skandal für das Genderhaus der Luxemburger und Sigismund wurde wegen innerer Schwierigkeiten am 28. April 1401 festgenommen. Einige Magnaten forderten die Absetzung, konnten sich jedoch nicht auf einen Nachfolgekandidaten einigen. Als Sigismund ein halbes Jahr später mit Hilfe der Garai-Gruppe freigelassen wurde, verlobte er sich 1401 mit der Gräfin Barbara von Cilli, deren Verwandten er seine Befreiung schuldete.

[...]


1 Vgl.: Joseph Aschbach: Geschichte Kaiser Sigmunds. Sigmunds frühere Geschichte bis auf die Eröffnung des Constanzer Concilium, Hamburg 1838, S. 6-7.

2 Vgl.: Harald Zimmermann: Das Mittelalter, II. Teil: Von den Kreuzzügen bis zum Beginn der großen Entdeckungsfahrten, Braunschweig 1979, S. 157-158.

3 Vgl.: Martin Kintzinger: Sigismund (1410/1411-1437). Mit Jobst von Mähren (1410-1411), in: Bernd Schneidenmüller, Stefan Weinfurter (Hg.): Die Deutschen Herrscher des Mittelalters. Historische Portraits von Heinrich I. bis Maximilian I. (919-1519), München 2003, S. 463-464.

4 Vgl.: Joseph: Geschichte, S. 12-13.

5 Vgl.: Martin: Sigismund, S. 465-466.

6 Vgl.: Ulrich Knefelkamp: Das Mittelalter. Geschichte im Überblick, Paderborn 2003, S. 326-327.

7 Vgl.: Joseph: Geschichte, S. 105-106.

8 Vgl.: Martin: Sigismund, S. 469-470.

9 Vgl.: Jörg K. Hoensch: Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437, München 1996, S. 88-89.

10 Vgl.: Martin: Sigismund, S. 470-471.

11 Vgl.: Ulrich: Das Mittelalter, S. 328-329.

12 Vgl.: Joseph: Geschichte, S. 150-151.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Der Aufstieg des Luxemburgers Sigismund zum Kaisertum
Note
2
Jahr
2019
Seiten
14
Katalognummer
V471043
ISBN (eBook)
9783668956209
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aufstieg, luxemburgers, sigismund, kaisertum, konzil, konstanzer, hussiten, jan hus, ungarn, böhmen
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Anonym, 2019, Der Aufstieg des Luxemburgers Sigismund zum Kaisertum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471043

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