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Der Einsatz von Spielfilmen im Religionsunterricht

Versuch einer didaktischen Verwertung des Inhalts von "Dead Man Walking - Sein letzter Gang"

Title: Der Einsatz von Spielfilmen im Religionsunterricht

Academic Paper , 2011 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ole Albrecht (Author)

Didactics - Theology, Religion Pedagogy
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Die vorliegende Untersuchung ist den Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Spielfilmen im Religionsunterricht geschuldet. Am Beispiel des mehrfach ausgezeichneten und von der Kritik hochgelobten Dramas "Dead Man Walking – Sein letzter Gang" soll im Folgenden der Versuch einer theologisch und religionspädagogisch fundierten fachdidaktischen Verwertung der filmischen Inhalte unternommen werden. Den dafür notwendigen, allgemeinen Vorüberlegungen wird zunächst als Basis eine grobe Inhaltsangabe des Films vorangehen.

Die katholische Ordensschwester Helen Prejean arbeitet in den 1980er Jahren im St. Thomas Viertel von New Orleans, einem Wohnprojekt für mittellose Afroamerikaner. Eines Tages erhält sie den Brief des Häftlings Matthew Poncelet, ein zum Tode verurteilter Mörder und Vergewaltiger. Poncelet sitzt seit nunmehr sechs Jahren in der Todeszelle. Der intensiven theologisch- und pädagogisch-fachdidaktischen Analyse des filmischen Materials sind begründete Aussagen bezüglich der Relevanz des Gegenstandes für den Gebrauch im Kontext des schulischen Religionsunterrichts voranzustellen.

Zuallererst handelt sich um ein cineastisches Meisterstück, welches schon allein aufgrund der überragenden schauspielerischen Leistungen zeigenswert ist. Dies allein reicht freilich nicht aus, um die Verwendung im RU zu legitimieren. Abgesehen vom ästhetisch-künstlerischen Gehalt werden in dem Werk verschieden Themen angesprochen, die im Kontext des Religionsunterrichts bedeutsam sein können. Dabei handelt es sich um das nach wie vor aktuelle Problem der Todesstrafe, sowie deren (Nicht-)Vereinbarung mit christlichen Werten und christlicher Lebenspraxis. Überdies wird die Frage nach der Lebbarkeit des jesuanischen Ideals der Feindesliebe bzw. der allgemeinen Möglichkeit einer Realisierung der Nachfolge Jesu und deren implizierten seelischen Konsequenzen für die Betroffenen in radikaler Weise kritisch beleuchtet.

Auch das Verhältnis von Altem- und Neuem Testament wird evoziert. Überdies können sowohl Vergebung und Erlösung als auch das Problem der Sünde und des Bösen im Kontext des menschlichen Leidens im Film identifiziert werden. Dead Man Walking bietet offenbar eine Vielzahl an Möglichkeiten des theologischen Zugangs, von denen Einige im weiteren Verlauf einer näheren Betrachtung zu unterziehen sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theologische Analyse

3. Fachdidaktische Auswertung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes des Spielfilms "Dead Man Walking – Sein letzter Gang" im Religionsunterricht, um zentrale ethische und theologische Fragestellungen zu erschließen.

  • Thematisierung der Todesstrafe im Kontext christlicher Werte.
  • Analyse des jesuanischen Ideals der Feindesliebe und deren praktische Herausforderungen.
  • Diskussion des Verhältnisses von Altem und Neuem Testament in ethischen Grundsatzfragen.
  • Reflektion über Schuld, Vergebung, Gnade und die Rolle der Nachfolge Jesu.
  • Didaktische Aufbereitung für den schulischen Religionsunterricht.

Auszug aus dem Buch

2. Theologische Analyse

Das Problem der Todesstrafe ist zweifellos der zentrale Inhalt des Films. Die bis heute noch in einigen US-Bundesstaaten sowie in weiten Teilen der nicht-westlichen Welt gängige Praxis der legalen Tötung von Menschen aufgrund der von ihnen begangenen Verbrechen wird zumeist mit Rache- oder Vergeltungsmotiven oder dem Prinzip der ausgleichenden Gerechtigkeit begründet. Die diesbezüglich stattfindende Kontroverse von Gegnern und Befürwortern der Todesstrafe zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film. Beide Parteien werden in unterschiedlichen Ausprägungen dargestellt, wobei eine gewisse Tendenziösität zu Gunsten der Gegner nicht geleugnet werden kann.

Interessant ist, dass sowohl Gegner als auch Befürworter der Todesstrafe ihre Position religiös rechtfertigen. Earl Delacroix, der Vater des männlichen Opfers Walter Delacroix, trifft im Zusammenhang einer gerichtlichen Anhörung zum ersten Mal auf Schwester Prejean [30:45]. „Ich bin auch Katholik“, hält er ihr entgegen und macht daraufhin sein absolutes Unverständnis für Prejeans Handeln deutlich. Er kann nicht nachvollziehen, warum sie sich um den Mörder und Vergewaltiger Poncelet kümmert und nicht um die Familien der Opfer. Man könnte hier den Vergleich mit Jesu Hinwendung zu den Sündern, nicht den Gerechten, bemühen (Mt 2,13-17). Auch die Pharisäer können nicht verstehen, warum Jesus sich den Sündern zuwendet und nicht den Gerechten. „Die Starken bedürfen keines Arztes, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten“ (Mt2,17).

Nach dieser Logik bedürften die Eltern der Opfer des geistlichen Beistandes nicht, weil sie schon Christen sind, während Poncelet noch der Rettung bedarf. Ohne dies bis dato offen zu artikulieren, scheint Prejean sich in ihrem Verhalten konkret an der Nachfolge Jesu zu orientieren, was sie dann zu einem späteren Zeitpunkt im Gespräch mit den Percys auch explizit ausspricht. Schon in dieser ersten Begegnung werden die unglaublichen Schwierigkeiten und Belastungen deutlich, die für jemanden, der sich auf so radikale Weise zur Nachfolge entschließt, auftreten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Möglichkeiten und Grenzen von Spielfilmen im Religionsunterricht ein und gibt eine inhaltliche Zusammenfassung des Dramas "Dead Man Walking".

2. Theologische Analyse: Dieses Kapitel beleuchtet das zentrale Problem der Todesstrafe sowie Fragen der Schuld, Vergebung und der christlichen Nachfolge anhand von theologischen Diskursen im Film.

3. Fachdidaktische Auswertung: Hier werden didaktische Modelle zur Bearbeitung der im Film aufgeworfenen ethischen Fragen im schulischen Religionsunterricht entwickelt und begründet.

Schlüsselwörter

Todesstrafe, Religionsunterricht, Dead Man Walking, Feindesliebe, Nachfolge Jesu, Schuld, Vergebung, christliche Ethik, Exegese, Dogmatik, interkulturelle Kompetenz, biblische Hermeneutik, Gottesbild, Gerechtigkeit, Säkularismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Spielfilm "Dead Man Walking" hinsichtlich seiner Eignung für den Religionsunterricht und untersucht dabei zentrale theologische und ethische Themen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten gehören das Problem der Todesstrafe, die christliche Ethik, das Verhältnis von Altem und Neuem Testament sowie die Praxis der Feindesliebe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, eine theologisch und religionspädagogisch fundierte fachdidaktische Verwertung des Films zu erarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt primär die Analyse filmischer Inhalte, die in den Kontext theologischer Traditionen und ethischer Diskurse eingeordnet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte theologische Analyse der Filmhandlung sowie eine anschließende fachdidaktische Aufarbeitung für den Unterricht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Todesstrafe, Nachfolge Jesu, Schuld, Vergebung und christliche Ethik maßgeblich geprägt.

Wie positioniert sich der Film zur Todesstrafe?

Der Film zeigt die Kontroverse zwischen Befürwortern und Gegnern der Todesstrafe, wobei eine gewisse Tendenziösität zugunsten der Gegner erkennbar ist.

Welche Rolle spielt die biblische Auslegung im Film?

Die biblische Auslegung dient sowohl Befürwortern als auch Gegnern der Todesstrafe als Argumentationsgrundlage, was die Problematik konkurrierender Schriftauslegungen verdeutlicht.

Warum ist das Thema der Feindesliebe in der Arbeit so präsent?

Die Feindesliebe wird als radikale Forderung Jesu dargestellt, deren Konkretion und praktizierte Umsetzung den inneren und äußeren Konflikt der Protagonistin Helen Prejean maßgeblich bestimmt.

Welches Fazit zieht die Arbeit für den Religionsunterricht?

Der Film wird als wertvolles, wenn auch anspruchsvolles Medium eingestuft, das Schülern helfen kann, ein tieferes Verständnis für die Komplexität christlicher Glaubenspraxis und ethischer Urteilsbildung zu entwickeln.

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Details

Title
Der Einsatz von Spielfilmen im Religionsunterricht
Subtitle
Versuch einer didaktischen Verwertung des Inhalts von "Dead Man Walking - Sein letzter Gang"
College
University of Göttingen
Grade
1,3
Author
Ole Albrecht (Author)
Publication Year
2011
Pages
22
Catalog Number
V471052
ISBN (eBook)
9783668953154
ISBN (Book)
9783668953161
Language
German
Tags
einsatz sein walking dead inhalts verwertung versuch religionsunterricht spielfilmen gang
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ole Albrecht (Author), 2011, Der Einsatz von Spielfilmen im Religionsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471052
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