IGBP, IHDP, IPCC - Strategien der Global-Change-Programme zur Katastrophenvorsorge


Referat (Ausarbeitung), 2002

21 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Gliederung:

1. Einleitung

2. Organisationen
2.1. IGBP
2.2. IHDP
2.3. IPCC

3. Strategien / Programme
3.1. Allgemein
3.1.1 Internationalität
3.1.2 Interdisziplinarität
3.1.3 Integration
3.1.4 Netzwerke
3.2. Strategien
3.2.1 „capacity building“
3.2.2 „Wissen vermitteln“
3.3. Programme
3.3.1 START
3.3.2 GECHS

4. Die Arbeit der GEC-Programme am Bsp. IPCC Climate Change 2001 - Auswirkungen am Beispiel Afrika
4.1 Ausgangslage
4.2 Prognosen
4.3 Zukunft

5. Fazit

6. Quellenverzeichnis

1. Einleitung:

Als sich im Juni 1992 fast alle Nationen der Welt zur UNCED[1] in Rio de Janeiro trafen, verdeutlichte dies, wie sehr das Bewusstsein für die Veränderungen des globalen Klimahaushaltes gewachsen war. Der Abbau der Ozonschicht über dem Südpol, das verstärkte Auftreten von Naturkatastrophen, die fortschreitende Entwaldung, Verwüstung und Verlust der Artenvielfalt, sind nur einige Aspekte, die auch das Leben der Menschen beeinflussen.

Die Möglichkeit den anthropogenen Anteil an diesen Veränderungen zu bemessen, ist ein Hauptanliegen vieler Forscher, da diese Faktoren minimiert, wenn nicht sogar beseitigt werden können. Die natürlichen Schwankungen und zahlreiche komplizierte Verknüpfungen von physikalischen und biochemischen Prozessen bleiben ebenfalls weiter Forschungsthema, und geben teilweise im Gesamtsystem Erde noch viele Rätsel auf.

Diese Probleme zu erfassen und Lösungen hin zu einer langfristig nachhaltigen Entwicklung aufzuzeigen, ist Aufgabe der sogenannten GEC[2] -Programme (vgl. IHDP[3]). Des weiteren ein Verständnis über das System Erde zu gewinnen, damit z.B. zukünftige Prognosen besser erstellt werden können. Auch ist der tatsächliche Einfluss des Menschen, wenn auch teilweise erkennbar (FCKW – Ozon) in vielen Teilen weiter ungeklärt und Bedarf der Erforschung. Dies gilt insbesondere für die Langzeiteffekte und Rückkopplungen (vgl. START[4]).

Die Auswirkungen dieser klimatischen Veränderungen sind vor allem in weniger entwickelten Nationen von gravierender Folge, da die Möglichkeiten der Anpassung / Adaption geringer sind, als in den hochtechnisierten Industrienationen. Grund dafür sind natürliche (Wasserverfügbarkeit), soziale, technische (Infrastruktur), ökonomische (Agrarwirtschaft), aber auch politische (Kriege, Gesetzgebung) Aspekte.

Die Art und Weise, wie sich Forschung und internationale Organisationen, wie die Vereinten Nationen, mit dieser zweifelsohne globalen und komplexen Thematik befassen, welche Wege und Strategien sie entwickelt haben, um langfristig Nachhaltigkeit und Vorsorge zu gewährleisten, soll Thema dieses Referates sein.

2. Organisationen:

2.1 IGBP - International Geosphere- Biosphere Programme

Mit den 1999 veröffentlichten Ergebnissen des Vostocker Eisbohrkerns, bestärkte sich die These, die Erde verhalte sich wie ein „einziges, verkoppeltes, sich selbstregulierendes System“. Die Daten reichen 420.000 Jahre in die Vergangenheit zurück und geben einen Einblick in die „Atmung“ des Planeten.

Aufgrund dieser Erkenntnis, dass die Erde als komplexes System zu sehen sei, forscht man nun, um die Funktionsweise des Systems zu verstehen. Die Eingriffe des Menschen haben, wie nie zuvor, einen langfristigen Einfluss auf das System Erde; Nachhaltigkeit ist demnach ein Thema, dass rasch an Bedeutung zunimmt.

An diesem Punkt setzt IGBP an. Gegründet 1986 durch die ICSU[5] sollte sie nun den Fragestellungen der Nachhaltigkeit wissenschaftliche Erkenntnisse liefern. Diese Erkenntnisse zu erhalten, geht jedoch über die Grenzen der einzelnen Länder hinaus, wie auch über die Grenzen der einzelnen Wissenschaften. Vor allem die traditionelle Trennung von physischen und anthropo-soziologischen Wissenschaften muss aufgehoben werden. Internationalität und Interdisziplinarität sind also von maßgeblicher Bedeutung.

IGBP versucht auf die heutigen Herausforderungen Lösungen zu finden, die ein nachhaltiges Leben auf der Erde ermöglichen. Ziel von IGBP ist:

- wissenschaftliche Erkenntnisse zu liefern, um den Menschen und seine Aktivitäten mit dem Ökosystem Erde in Einklang zu bringen
- Erforschung der physikalischen, chemischen und biologischen Prozesse und ihren Interaktionen, die das System Erde regulieren und Leben entstehen lassen.
- Erforschung der Änderungen in diesem System und des Grades anthropogener Beteiligung daran
- Ausbau der internationalen Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, so z.B. IHDP

Das Ergebnis der Forschung - gewissermaßen das „Produkt“, das IGBP herstellt – sind Veröffentlichungen und Datenbänke. Diese sind allen zugänglich und sollen z. B. Wissenschaftlern bei der weiteren Forschung unterstützen. Des weiteren sollen sie Politikern[6] dabei helfen, Entscheidungen zu treffen, bzw. die Tragweite ihrer Entscheidungen in Bezug auf Nachhaltigkeit zu erkennen.

Die Struktur von IGBP war bisher, eine Verbund mehrer Forschungsprojekte und Beteiligungen an Rahmenprojekten, in Verbindungen mit anderen GEC-Programmen. Die Forschungsprojekte, acht an der Zahl, befassen sich jeweils mit einem Teilgebiet der GEC-Problematik:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Während die Kernprojekte sich mit Einzelaspekten befassen, leisten die Rahmenprojekte die integrative, zusammenfassende Arbeit:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Neben diesen Projekten unterstützt IGBP noch weitere Projekte, meist als Sponsor:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Alle Projekte gemeinsam liefern in ihrer Gesamtheit einen Überblick über den aktuellen Status des Systems Erde, und unterstützen/ergänzen sich gegenseitig bei der Prognose zukünftiger Szenarien.

IGBP befindet sich derzeit kurz vor einer Umstrukturierung dieser bisherigen Form, hin zu einer mehr systemorientierten Struktur, die das System Erde als Gesamtheit erforschen wird. Dabei werden sechs neue Projekte sich mit den drei Hauptkomponenten Ozeane, Land und Atmosphäre befassen, während PAGES und GAIM als Rahmen bestehen bleiben. Man verspricht sich durch die Umstrukturierung bessere wissenschaftliche Erkenntnisse, da die Gesamtheit des Systems Erde im Mittelpunkt steht, und zwar aus der Verhangenheit in die Zukunft betrachtet. Dies soll zu einer Verbesserung der entwickelten Szenarien und Prognosen, sowie dem Erhalt der Umwelt für zukünftige Generationen führen (vgl. IGBP[8] ). Dabei wird auch, stärker als bisher, die Zusammenarbeit mit IHDP und WCRP[9] - zwei weiteren GEC-Programmen - ausgebaut. Geplant ist, diese Umstrukturierung 2003 durchzuführen.

2.2 IHDP - International Human Dimensions Programme on global

environmental change

Die 1990 durch die ISSC[10] gegründete Organisation HDP (H uman D imensions P rogramme), sollte die Kluft zwischen Natur- und Sozialwissenschaften schließen. Als im Februar 1996 ICSU als Co-Sponsor hinzukam, verlagert die nun IHDP genannte Organisation ihre Büros nach Bonn; großzügig unterstützt durch die deutsche Regierung. Nach einer Neustrukturierung ist IHDP nun vollwertiger Partner von IGBP, WCRP und DIVERSITAS[11]. Während letztere GEC-Programme von eher naturwissenschaftlichem Charakter geprägt sind, unterstützt und koordiniert IHDP maßgeblich die Forschung, die versucht, den anthropogenen Anteil am globalen Klimawandel zu beschreiben, zu analysieren und zu verstehen.

IHDP versteht sich dabei als internationales und interdisziplinäres Wissenschafts-programm, das keiner Regierung untersteht.

- Wie wirken sich menschliche Aktivität/Einflüsse auf die Umwelt aus ?
- Was sind die Gründe für diese Einflüsse ?
- Welche Rückkopplungen dieser Einflüsse auf das menschliche Leben sind zu erwarten ?
- Wo liegen die Möglichkeiten zur Verringerung/Abschaffung (?) der menschlichen Einflüsse und damit des globalen Klimawandels ?

Dies sind die Hauptfragen, um die sich die Forschung bei IHDP bewegt. Diese Thematik besitzt jedoch ein hohes Maß an Komplexität, da sie wissenschaftliche, technische, politische, wirtschaftliche und soziale Fragestellungen beinhaltet. Der Bedarf an Informationen für z.B. Gesetzgeber ist demnach sehr groß, weshalb eines der Ziele von IHDP auch die Versorgung eben solcher „Entscheider“, aber auch der Wissenschaft selber, ist. Des weiteren steht die Kooperation mit und/oder Koordination von anderen GEC-Forschungsprojekten, sowie der Aufbau von Forschungskapazitäten und -netzwerken im Vordergrund.

[...]


[1] UNCED - U nited N ations C onference on E nvironment and D evelopment

[2] GEC - G lobal E nvironmental C hange

[3] www.uni-bonn.de/ihdp “”The need for research”

[4] www.start.org “About START, Global change – Regional Challenges”

[5] ICSU - I nternational C ouncil for S cience

[6] frei übersetzt: policymakers

[7] ein Project von IAMAS (I nternational A ssociation of M eteorology and A tmospheric S ciences)

[8] www.igbp.kva.se “New IBGP structure”

[9] WCRP - W orld C limate R esearch P rogramme

[10] ISSC - I nternational S ocial S cience C ouncil

[11] internationales Wissenschaftsprogramm, dass sich mit Veränderungen der Biodiversität beschäftigt

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
IGBP, IHDP, IPCC - Strategien der Global-Change-Programme zur Katastrophenvorsorge
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Naturgefahren - Naturrisiken
Note
1,7
Autor
Jahr
2002
Seiten
21
Katalognummer
V47151
ISBN (eBook)
9783638441544
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Oberseminar am GIUB (Geographisches Institut Uni Bonn)
Schlagworte
IGBP, IHDP, IPCC, Strategien, Global-Change-Programme, Katastrophenvorsorge, Naturgefahren, Naturrisiken
Arbeit zitieren
Christopher Alting (Autor), 2002, IGBP, IHDP, IPCC - Strategien der Global-Change-Programme zur Katastrophenvorsorge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47151

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