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Liudger als Missionar

Titel: Liudger als Missionar

Seminararbeit , 2000 , 30 Seiten , Note: besser als 2

Autor:in: Marcel Haldenwang (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Ein gewisser mazedonischer Mann stand da und bat ihn und sprach: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns! ... Wir fuhren aber von Troas ab und kamen geradewegs nach Samothraze und am folgenden Tag nach Neapolis und von da nach Philippi, das die erste Stadt jenes Teils von Mazedonien ist, eine Kolonie“ (Apg 16, 9.11 f. ).

Diese Begebenheit ist zurecht oft als Sternstunde für Europa bezeichnet worden : Paulus bringt das Evangelium in unseren Erdteil, nach Europa. Bis es allerdings wirklich die heimische Gegend erreichen würde, hatte es noch eine weite Strecke zurückzulegen. Einen Boten dieses – inzwischen schon merklich modifizierten – Evangeliums, einen kleinen Zeitraum seiner Verbreitung zu beleuchten, das soll Gegenstand dieser Arbeit, „Liudger als Missionar“, sein. Zur Ausgangsquelle ist die „Vita secunda sancti Liudgeri“ gewählt worden.

Leseprobe


Inhaltsübersicht

0. Einleitung

1. Motive der Mission

1.1. Peregrinatio

1.2. Sendungsbewußtsein

1.3. Eigenes Heil

1.4. Vätertradition und geistliche Verwandtschaft

2. Methoden der Mission

2.1. Glaubensentscheid – persönlich oder kollektiv?

2.2. Glaubensentscheid – freiwillig oder erzwungen?

3. Der Missionar Liudger im historischen Kontext

3.1. Die frühe Friesenmission

3.2. Die frühe Sachsenmission

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Leben und Wirken des Missionars Liudger auf Grundlage der Vita secunda sancti Liudgeri, um die Beweggründe seiner Missionstätigkeit sowie die angewandten Methoden im historischen Kontext des Frühmittelalters zu analysieren.

  • Analyse der missionarischen Motive, insbesondere des Peregrinatio-Ideals und des Sendungsbewusstseins.
  • Untersuchung des Verhältnisses zwischen persönlichem Glaubensentscheid und kollektiver Zwangsmission.
  • Einordnung Liudgers in die Vätertradition und die geistliche Verwandtschaft.
  • Gegenüberstellung des christlichen Anspruchs mit den praktischen Methoden der Bekehrung.
  • Kontextualisierung der Friesen- und Sachsenmission im politischen Umfeld Karls des Großen.

Auszug aus dem Buch

1.1. Peregrinatio

„Es sind schon früher vom Lande der Angeln ziemlich viele Menschen Gottes hergekommen, die sich aus Liebe zu Gott von der freiwilligen Pilgerfahrt angezogen fühlten. Sie gingen aus ihrem Land und von ihrer Verwandtschaft fort und mühten sich, die Gebiete unserer Väter mit der Erkenntnis Christi zu erleuchten. Unter ihnen war der herausragende Lehrer Willibrord und seine Gefährten, außerdem Wynfrid, mit Beinamen Bonifatius“ (Vita secunda, S. 30).

Diese Passage zeigt, daß sich die Mission der Angelsachsen stark vom Gedanken der Peregrinatio, des Lebens in der Fremde, nährte. Das Ideal bezeichnete zunächst mehr – wie Angenendt betont – eine geistige Weltdistanz, der missionarische Eifer der irischen Mönche gab diesem Ideal aber eine andere Bedeutung: als Wanderer um Christi willen wie Columba der Jüngere lebenslang auf Pilgerfahrt in die Fremde zu gehen, d. h. die auf Mord folgende irische Bußstrafe der Vertreibung freiwillig zu übernehmen.

Der Wortlaut in der Vita secunda „Sie gingen aus ihrem Land und von ihrer Verwandtschaft fort“ ist eng an die Aufforderung Gottes an Abraham „Gehe aus deinem Lande und aus deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause, in das Land, das ich dir zeigen werde“ (1. Mose 12, 1) angelehnt und deutet somit an, auf welche Bibelstelle sich das Peregrinatio-Ideal stützt. Zudem stützt es sich in den „Nachfolge-Worten“ Jesu, etwa in Matthäus 19,29: „Und jeder, der verlassen hat Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter [oder Frau] oder Kinder oder Äcker um meines Namens willen, wird hundertfach empfangen und ewiges Leben erben.“

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Quellenlage, insbesondere die Vita secunda sancti Liudgeri, vor und definiert den Gegenstand der Untersuchung als die Analyse Liudgers als Missionar.

1. Motive der Mission: Dieser Abschnitt analysiert die tieferliegenden Beweggründe für Liudgers missionarische Arbeit, darunter das Ideal der freiwilligen Pilgerschaft, das Sendungsbewusstsein und das Streben nach dem eigenen Heil.

2. Methoden der Mission: Hier werden die Bekehrungspraktiken untersucht, insbesondere das Spannungsfeld zwischen dem Anspruch auf einen persönlichen Glaubensentscheid und der Realität kollektiver Bekehrung und Zwangsmaßnahmen.

3. Der Missionar Liudger im historischen Kontext: Dieses Kapitel bettet Liudgers Wirken in die historische Entwicklung der Friesen- und Sachsenmission ein, von den ersten Anfängen bis zur Institutionalisierung unter Karl dem Großen.

Schlüsselwörter

Liudger, Mission, Vita secunda, Peregrinatio, Friesenmission, Sachsenmission, Karl der Große, Sendungsbewusstsein, Glaubensentscheid, Vätertradition, Frühmittelalter, Kirchengeschichte, Bekehrung, Kloster Werden, Religionsprofil.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der missionarischen Tätigkeit des heiligen Liudger und analysiert, welche Motive ihn antrieben und welche Methoden er zur Bekehrung von Friesen und Sachsen einsetzte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die christliche Missionsideologie (Peregrinatio, Sendungsbewusstsein), das Aufeinandertreffen von Christentum und germanischem Religionsprofil sowie der historische Kontext der karolingischen Missionspolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, auf Basis der Vita secunda zu verstehen, wie Liudger seine Mission konzipierte und inwieweit er zwischen dem theoretischen Anspruch des Christentums und den praktischen Zwängen seiner Zeit vermittelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die textkritische Analyse der Vita secunda sancti Liudgeri und stellt diese in den historischen Kontext anhand etablierter Sekundärliteratur zur Frühmittelalterforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der persönlichen und spirituellen Motive Liudgers, eine Analyse seiner Bekehrungsmethoden sowie die historische Einordnung seiner Tätigkeit in die Friesen- und Sachsenmission.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Liudger, Missionsgeschichte, Peregrinatio, Glaubensentscheid und Vätertradition charakterisiert.

Warum spielt das Peregrinatio-Ideal eine so wichtige Rolle für Liudger?

Es bot die geistige Legitimation für die Loslösung von der eigenen Familie und Heimat, um sich in den Dienst der Mission in fremden Gebieten zu stellen, ganz im Sinne biblischer Vorbilder wie Abraham.

Wie bewertet der Autor Liudgers Vorgehen gegen heidnische Kultstätten?

Der Autor interpretiert die Zerstörung von Kultstätten nicht primär als Gewalt gegen Personen, sondern als demonstrativen Götterkampf, der die Überlegenheit des christlichen Gottes gegenüber den heidnischen Gottheiten beweisen sollte.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Liudger als Missionar
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal  (Geschichte)
Note
besser als 2
Autor
Marcel Haldenwang (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
30
Katalognummer
V4726
ISBN (eBook)
9783638128896
ISBN (Buch)
9783638638708
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Liudger Missionar
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel Haldenwang (Autor:in), 2000, Liudger als Missionar, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4726
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