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Das semantische Feld des Visuellen in der "Judenbuche"

Title: Das semantische Feld des Visuellen in der  "Judenbuche"

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marcel Haldenwang (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die vom renommierten Grimm-Forscher Prof. Rölleke mit „sehr gut“ bewertete Arbeit spürt der tiefen Symbolik der „Judenbuche“ nach. An manchen Stellen ist es recht augenscheinlich, dass Droste eine tiefe Symbolik in ihre Worte legt. So begegnet dem Leser vielfach Wettersymbolik, und auch die Namenssymbolik in der „Judenbuche“ ist recht evident. Zudem bekundet sich die Buche als Dingsymbol, deren Rachespruch die Dichterin selbst auflöst. Und auch die Narbe ist nicht einfach nur Narbe, genauso wie die (inkongruenten) Daten in der „Judenbuche“ einen unverkennbar symbolischen Gehalt haben. Schwieriger jedoch ist die Entschlüsselung des Symbolgehalts des Visuellen in der gesamten Novelle. Diese Arbeit nimmt daher einmal das semantische Feld des Visuellen genauestens in „Augenschein“.

Auszug aus der Bewertung:
„Die Arbeit ist eine in vieler Hinsicht ausgezeichnete Leistung. Problembewusste, methodenkundige, konzise Vorüberlegungen zum Begriff des Wortfeldes führen auf hohem Niveau ins Thema ein, das dann umfassend und mit z. T. sehr guten Interpretationen bewältigt ist. Genaueste Textkenntnisse und -beobachtungen führen zu einigen neuen, stringenten Ergebnissen. Berücksichtigung und Einarbeitung der Sekundärliteratur sind angemessen.“

Excerpt


Inhaltsübersicht

0. Einleitung

1. Wortfeldtheoretische Prämissen

2. Das semantische Feld des Visuellen

2.1. Literaler Sinn und erzähltechnische Verwendung

2.1.1. Vagheit

2.1.2. Perspektivierung

2.2. Bildhafter Wortgebrauch

2.2.1. Die Küchen- und Hochzeitsszene

2.2.2. Friedrichs Verführung

2.2.3. Der Förstermord

2.2.4. Der Judenmord

2.2.5. Die Heimkehr

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das semantische Feld des Visuellen in Annette von Droste-Hülshoffs Novelle "Die Judenbuche", um herauszuarbeiten, wie dieses Wortfeld zur Konstruktion von Textsinn, Vagheit und erzähltechnischer Perspektivierung beiträgt. Ziel ist es zu analysieren, wie Wörter aus dem Bereich des Visuellen – insbesondere Augen- und Gesichtsmotive – die Figuren charakterisieren, den Erzählstandpunkt formen und tiefere, symbolische sowie theologische Bedeutungsebenen innerhalb der Novelle eröffnen.

  • Analyse der wortfeldtheoretischen Grundlagen in Bezug auf die Novelle
  • Untersuchung von Vagheit und Erzählperspektive durch das semantische Feld des Visuellen
  • Interpretation des Gesichts- und Augenmotivs als zentrales Leitmotiv
  • Deutung der Verwandlung Friedrich Mergels im Spiegel des Visuellen
  • Erörterung der theologischen Dimensionen und der Verrätselung durch das semantische Feld

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Vagheit

Zum einen auffällig ist die Wendung „man sah“ bzw. „sah man“, die Droste in der „Judenbuche“ insgesamt neunmal verwendet (Z. 100, 105, 130, 132, 133, 271, 1009, 1309, 1453).

Valenzgrammatisch betrachtet, ist die hier verwendete Lesart des Verbs „sehen“ semantisch zweistellig, und auch syntaktisch ist sie zweistellig, d. h., beide semantischen Stellen wollen auch realisiert werden. Droste realisiert die semantische Objektstelle als a. c. i. und nur an zwei Stellen, in Zeile 1009 und 1309, als einfaches syntaktisches Objekt. Den Umstand, die semantische Subjektstelle spezifizieren zu müssen, umgeht sie dadurch, daß sie sie durch das unbestimmte Pronomen „man“ realisiert.

Zum anderen fällt auf, daß aus dem semantischen Feld das Wort „scheinen“ gehäuft verwendet wird (Z. 34, 110, 204, 247, 251, 314, 364, 394, 550, 578, 612, 700, 732, 779, 836, 906, 913, 921, 1103, 1199, (1356), 1366, 1455, 1484, 1568, 1596); hinzu kommen die Worte „scheinbar“ (Z. 321, 589) und „erscheinen“ (in der Lesart von obigem „scheinen“ Z. 451).

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung führt in das Untersuchungsvorhaben ein, die Symbolik und das semantische Feld des Visuellen in der "Judenbuche" zu analysieren und das zugrundeliegende Wortfeldverständnis zu erläutern.

1. Wortfeldtheoretische Prämissen: Dieses Kapitel legt die theoretische Basis dar, indem es sich mit der Wortfeldtheorie von Jost Trier auseinandersetzt und eine eigene, wortartenübergreifende methodische Herangehensweise für die Analyse der Novelle begründet.

2. Das semantische Feld des Visuellen: Hier wird der theoretische Rahmen auf das Korpus angewandt und das semantische Feld systematisch in seiner Funktion für Erzähltechnik und Sinnbildung untersucht.

2.1. Literaler Sinn und erzähltechnische Verwendung: Es wird analysiert, wie Wörter des Visuellen in ihrer direkten Verwendung gezielt eingesetzt werden, um Erzähleffekte zu erzielen.

2.1.1. Vagheit: Die Untersuchung zeigt, wie durch spezifische Wendungen und Passivkonstruktionen eine bewusste Unbestimmtheit in der Erzählweise erzeugt wird.

2.1.2. Perspektivierung: Dieses Kapitel zeigt auf, wie durch fokussierte Wahrnehmungsszenen die Erzählperspektive und die Perspektiven einzelner Figuren gestaltet werden.

2.2. Bildhafter Wortgebrauch: Hier wird der Fokus auf die symbolische Ebene des Visuellen gelegt, insbesondere auf das Gesichtsmotiv als Leitmotiv.

2.2.1. Die Küchen- und Hochzeitsszene: Es wird die Bedeutung des Gesichtsmotivs für die Charakterisierung und den Kontrast zwischen den Figuren Friedrich und Johannes herausgearbeitet.

2.2.2. Friedrichs Verführung: Dieses Kapitel untersucht die Rolle von Simon und die visuelle Darstellung von Friedrichs Wandlungsprozess.

2.2.3. Der Förstermord: Die Analyse konzentriert sich hier auf die visuelle Inszenierung des Mordes und die damit verbundenen Reaktionen der Figuren.

2.2.4. Der Judenmord: Es wird untersucht, wie visuelle Motive im Kontext des zweiten Mordes die Schuldproblematik und die Urteilsfindung spiegeln.

2.2.5. Die Heimkehr: Der Abschluss der Analyse widmet sich der visuellen Darstellung des heimkehrenden Friedrich/Johannes und der Deutung seiner Entstellung.

Schlüsselwörter

Die Judenbuche, Annette von Droste-Hülshoff, Wortfeldtheorie, Semantisches Feld, Visuelles, Gesichtsmotiv, Augenmotiv, Erzähltechnik, Vagheit, Perspektivierung, Symbolik, Literaturwissenschaft, Interpretation, Friedrich Mergel, Narratologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Annette von Droste-Hülshoffs Novelle "Die Judenbuche" unter dem spezifischen Aspekt des semantischen Feldes des Visuellen und dessen Funktion für die erzählerische Gestaltung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Analyse der Erzählperspektive, die Bedeutung von Vagheit in der Erzählweise, das Gesichtsmotiv als Leitmotiv sowie die symbolische und theologische Dimension der Novelle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit verfolgt das Ziel, zu untersuchen, welche Art von Textsinn durch das semantische Feld des Visuellen erzeugt wird und wie Droste dieses Feld nutzt, um den Text zu verrätseln und eine tiefgründige Problematik zu illustrieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Der Autor nutzt die Wortfeldtheorie (in Anlehnung an Jost Trier, jedoch erweitert um eine wortartenübergreifende Perspektive) sowie methodische Ansätze der Literaturwissenschaft zur Motiv- und Erzählanalyse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Wortfeldkonzept sowie eine detaillierte Analyse spezifischer Szenen und Motive, wobei der bildhafte Wortgebrauch und dessen Wirkung im Kontext der Handlung detailliert interpretiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Schlüsselwörter sind "Die Judenbuche", "Wortfeldtheorie", "Gesichtsmotiv", "Erzähltechnik", "Vagheit", "Perspektivierung" und "Symbolik".

Welche besondere Bedeutung kommt dem "Gesichtsmotiv" in der Novelle laut dem Autor zu?

Das Gesichtsmotiv fungiert als zentrales Leitmotiv, das den Kontrast zwischen den Identitäten von Friedrich und Johannes verdeutlicht und als Indiz für Friedrichs innere Wandlung sowie sein beladenes Gewissen dient.

Wie bewertet der Autor den Umgang des Erzählers mit dem "Faktischen"?

Der Autor argumentiert, dass der Erzähler gezielt Mittel wie Passivkonstruktionen oder vage Ausdrücke ("scheinen") nutzt, um die Perspektivgebundenheit und die Vieldeutigkeit des Geschehens zu illustrieren, anstatt eine objektive Wahrheit zu vermitteln.

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Details

Title
Das semantische Feld des Visuellen in der "Judenbuche"
College
University of Wuppertal  (Germanistik)
Course
Annette von Droste-Hülshoff
Grade
1,0
Author
Marcel Haldenwang (Author)
Publication Year
2002
Pages
26
Catalog Number
V4735
ISBN (eBook)
9783638128940
ISBN (Book)
9783638638722
Language
German
Tags
Feld Visuellen Judenbuche Annette Droste-Hülshoff
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcel Haldenwang (Author), 2002, Das semantische Feld des Visuellen in der "Judenbuche", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4735
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