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Tod und Auferstehung in der Sicht christlicher Dogmatik

Title: Tod und Auferstehung in der Sicht christlicher Dogmatik

Seminar Paper , 2005 , 12 Pages , Grade: 1

Autor:in: Siegmar Faust (Author)

Theology - Systematic Theology
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Angesichts des Todes ist Schweigen angemessen. Wenn doch darüber gesprochen werden muss, weil es von alters her ein beunruhigendes Thema ist, sollten zuvor die Hände gefaltet, der Kopf gesenkt, die Augen geschlossen und drei Minuten des Gedenkens unseren Vorfahren gewidmet werden.
Das, was wir vom Tod zu wissen glauben, begreifen wir an den Anderen, ohne es zu verstehen, und das nicht, weil wir fassungslos davor stehen, sondern weil wir als Im-Leben-Stehende die Sache des Nichtlebens nicht zu vertreten haben. Genauso wie das Nicht-Sein nicht die Sache des Seins vertreten, also verstehen kann. Wir stehen vor etwas, um es besser verstehen zu wollen, aber das Objekt des Todes, des Nichtmehrdaseins lässt sich vom Dasein nicht vertreten, also vom Verstand her nicht erfassen. So sehr der Tod eines Anderen unser Leben auch zu verändern mag, so können wir dennoch nicht den Tod selber erfahren und erleben, sondern nur unsere eigene Trauer oder klammheimliche Freude oder was auch immer. Ohne die Hoffnung, den Tod mit Gottes Hilfe besiegen zu können, wären nicht so viele Menschen zu Märtyrern geworden, die sich freilich erheblich von Sprengstoffattentätern, raubeinigen Söldnern oder waghalsigen Extremsportlern unterscheiden. In Staaten, wo Christen bekämpft werden, bewähren sie sich überwiegend in Gefängnissen oder Lagern unter den Mitgefangenen als stabilisierend, hilfs- und opferbereit. Sie spenden so den anderen Lebensmut und Hoffnung. Weil Christen, im Gegensatz zu den einer konstruierten Ersatzreligion verfallenen Marxisten, nicht das Paradies auf Erden versprechen, sondern auf das gerechte Leben nach dem Tode hoffen, begründet sich aus ihrem Glauben ein Bewusstsein der Freiheit von allen Mächten dieser Welt, von allen Normen und Sanktionen der Gesellschaft. Diese Haltung hat durchaus zur Individualisierung bis hin zur inflationären Vereinzelung des Einzelnen beigetragen, die auch Perversionen, rücksichtslosen Rückzug ins private Gebet oder ein vordergründiges, ekelerregendes Gutmenschentum im Gefolge haben. Doch insgesamt lässt sich bilanzieren, dass die Entwicklung der Menschenrechte und die Bildung demokratischer Staaten, wo auch Massenwohlstand herrscht, als Weiterentwicklung antiker Vorformen ohne den christlichen Gottesbezug, der jetzt in der europäischen Verfassung wissentlich fallen gelassen wurde, nicht oder nicht so stattgefunden hätte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I.

II.

III.

IV.

V.

VI.

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den Reflexionen des Theologen Wolfhart Pannenberg zum Thema Tod und Auferstehung auseinander. Ziel ist es, die christliche Sichtweise auf die Endlichkeit des Menschen im Kontext einer säkularisierten Gesellschaft zu beleuchten und die Bedeutung der Auferstehungshoffnung für ein verantwortungsvolles Leben in der Gegenwart zu analysieren.

  • Die Verdrängung des Todes in der modernen Gesellschaft
  • Die theologisch-philosophische Fundierung des Lebensbegriffs
  • Existenzielle Fragen zur Endlichkeit und zum Sinn des Lebens
  • Die christliche Auferstehungshoffnung als Freiheit von weltlichen Mächten
  • Die Rolle christlicher Überzeugungen bei der Gestaltung gesellschaftlicher Werte

Auszug aus dem Buch

I.

Wolfhart Pannenberg (geb. 1928) geht von der Gegenwart und zugleich von einer gewagten These aus: Die Verdrängung des Todes in der gesellschaftlichen Lebenswelt geht Hand in Hand mit der Privatisierung der Individualität. Und wie sah es dort aus, wo die Individualität kollektiviert werden sollte? Dort gab es jahrzehntelang das Thema Tod fast nur noch als Opfer- oder Heldentod. Es brauchte seine Zeit, bis zum Beispiel in der „DDR“-Literatur, etwa ab dem Erscheinen des Buches „Die neuen Leiden des jungen W.“ (Ulrich Plenzorf – geb. 1934) das ideologisch errichtete Tabu gebrochen war und fortan der individuelle Tod fast übermächtig die Literatur überschwemmte, jedoch zumeist ohne einen transzendenten Bezug. Das war ein wichtiger „Sargnagel“ in den real existierenden Sozialismus, dem vor allem damals noch unbekanntere Autoren wie Uwe Grüning, Gert Neumann oder Wolfgang Hilbig weitere zufügten, bis die „Kiste“ zum Untergang löchrig geworden war.

Trotz alledem bricht der Tod auch in einer säkularisierten Welt immer wieder in die „Spaßgesellschaft“ ein. Brot und Spiele, Zerstreuung und Flucht in die Arbeit oder Politik können dennoch das „Unterbewusstsein“ nicht bändigen, das im Innersten rumort und gekennzeichnet ist von Todesangst und von der Infragestellung seines Lebenssinnes durch den Tod. Dennoch förderte die Individualisierung den Auferstehungsglauben in der jüdischen Überlieferung, denn sie basierte auf der Verselbständigung des einzelnen gegenüber dem Volk und förderte die Sehnsucht nach einem gerechten Tod; denn wer wollte noch gern für die Schuld seiner Vorfahren büßen? Der Prophet Ezechiel (wirksam zwischen 592-571 v. Chr.) sagte seinem Volk: Nur wer sündigt, soll sterben.

Zuvor verkündete schon der Prophet Jeremia (um 650-580 v. Chr.): …jeder stirbt nur für seine eigene Schuld; nur dem, der die sauren Trauben isst, werden die Zähne stumpf. So weit geht also der Kampf gegen die noch heute zuweilen verwendete Kollektivschuldthese zurück.

Zusammenfassung der Kapitel

I.: Dieses Kapitel analysiert die gesellschaftliche Verdrängung des Todes und die damit verbundene Individualisierung, die den Auferstehungsglauben historisch beeinflusst hat.

II.: Hier wird die religiöse Fundierung des Lebensbegriffs in Abgrenzung zur Trennung von Gott diskutiert, wobei die Frage der Theodizee angesichts des menschlichen Sterbens aufgeworfen wird.

III.: Das Kapitel befasst sich mit der „Theologie des Todes“ und untersucht die Konzepte von Karl Barth und Pannenberg bezüglich der Endlichkeit und der biblischen Hoffnung auf Überwindung des Todes.

IV.: Hier steht die philosophische Perspektive von Martin Heidegger im Zentrum, insbesondere die Analyse des Daseins und der „Angst“, wobei die Grenzen der Erfahrbarkeit des Todes für den Hinterbliebenen kritisch hinterfragt werden.

V.: Dieses Kapitel widmet sich der Freiheit zum Tode nach Heidegger und reflektiert, wie der Glaube an die Auferstehung den Menschen von gesellschaftlichen Zwängen und Todesängsten befreien kann.

VI.: Die abschließende Betrachtung bilanziert den Einfluss des christlichen Glaubens auf die Entwicklung von Menschenrechten und demokratischen Werten in Europa.

Schlüsselwörter

Tod, Auferstehung, christliche Dogmatik, Wolfhart Pannenberg, Endlichkeit, Geschöpflichkeit, Theologie, Dasein, Martin Heidegger, Glaube, Individualität, Menschenrechte, Existenz, Sinnstiftung, Lebenssinn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Tod und Auferstehung in der christlichen Dogmatik, basierend auf den Thesen des Theologen Wolfhart Pannenberg.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Verdrängung des Todes in der modernen Gesellschaft, die theologisch-philosophische Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Menschen und die Bedeutung der Auferstehung für das heutige Leben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die christliche Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod kritisch zu reflektieren und aufzuzeigen, wie dieser Glaube als Basis für Freiheit und gesellschaftliche Identität dienen kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit verwendet eine diskursive, dogmatisch-theologische Analyse, die philosophische Ansätze von Denkern wie Heidegger oder Kant mit biblischen und theologischen Texten in einen Dialog bringt.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Untersuchung des Todesbegriffs, der Theologie des Todes sowie die kritische Auseinandersetzung mit existenzphilosophischen Analysen zum menschlichen Dasein.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Geschöpflichkeit", "Endlichkeit", "Auferstehungshoffnung", "Existenz" und der Bezug zum göttlichen Ursprung des Lebens.

Wie unterscheidet sich die christliche Sicht vom philosophischen Nihilismus?

Während die Philosophie oft vor der Endlichkeit des Daseins kapituliert, entwirft die christliche Lehre laut Pannenberg einen Trost, der durch die Auferstehung eine Perspektive jenseits des Todes ermöglicht.

Welche Bedeutung schreibt die Arbeit dem europäischen Gesellschaftsmodell zu?

Die Arbeit argumentiert, dass wesentliche Grundpfeiler wie die Menschenrechte und das demokratische Staatsmodell ohne die christliche Prägung der abendländischen Kultur so nicht entstanden wären.

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Details

Title
Tod und Auferstehung in der Sicht christlicher Dogmatik
College
University of Würzburg  (Lehrstuhl für Evangelische Theologie)
Course
Seminar: Tod und Auferstehung
Grade
1
Author
Siegmar Faust (Author)
Publication Year
2005
Pages
12
Catalog Number
V47447
ISBN (eBook)
9783638443968
ISBN (Book)
9783638791335
Language
German
Tags
Auferstehung Sicht Dogmatik Seminar Auferstehung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Siegmar Faust (Author), 2005, Tod und Auferstehung in der Sicht christlicher Dogmatik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47447
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