Die deutsch-kubanische Entwicklungszusammenarbeit


Seminararbeit, 2016
26 Seiten, Note: 2,4

Leseprobe

Inhalt

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kubas Wirtschaft

3. Deutsche Firmen auf Kuba

4. Deutsche Touristen auf Kuba

5. Entwicklungszusammenarbeit mit Deutschland
5.1. Früher (ab 1963)
5.2. Heute (ab 2015)

6. Non Governmental Organisations - Projekte

7. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: SWOT-Analyse Kuba

Tabelle 2: Zielgebiete Kuba und Kroatien

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit thematisiert Kubas Entwicklungszusammenarbeit in Bezug zur wirtschaftlichen Entwicklung in Kuba. Kubas Entwicklungszu- sammenarbeit von der DDR bis hin zu den Verhandlungen in der heutigen Zeit. Kommt es wieder zu einer Entwicklungszusammenarbeit?

Wie steht es um Kubas Wirtschaft? Welche Möglichkeiten haben deutsche Firmen auf Kuba? Kuba als perfektes Urlaubsziel? Welche Entwicklungen durchlebt Kuba?

In dieser Arbeit wird geklärt werden, welche Entwicklungen und Fortschrit- te Kuba seit der Kooperation mit der DDR durchlebt hat. Dazu werden ei- nige essenzielle Fakten der Wirtschaft Kubas dargelegt und Schlüsse über die aktuelle Lage gezogen. Die Wirtschaft gibt Aufschlüsse über die aktu- elle Lage. Schwierigkeiten gibt es vor allem aufgrund des Embargos zwi- schen Kuba und den USA. Außerdem gibt es Unklarheiten in der Wäh- rungspolitik. Dies erschwert die Feststellung der wirtschaftlichen Lage. Deutsche Firmen haben es auf Kuba sehr schwer Fuß zu fassen, diese Probleme werden in meiner Arbeit näher erläutert. Der Tourismus auf Ku- ba ist auch ein Hauptbestandteil der wirtschaftlichen Lage. Abschließend wird der Einfluss der Entwicklungszusammenarbeit mit der DDR erläutert. Wie hat sich diese entwickelt und welche Vorteile hatte Kuba durch diese Kooperation. Verhandlungen über eine erneute Kooperation mit der BRD werden bereits geführt. Dafür müssen zuerst die Rahmenbedingungen geklärt und in beiderseitigem Abkommen vereinbart werden. Dazu sind zahlreiche Besuche der einzelnen Ministerien nötig. Wird es wieder zu einer Entwicklungszusammenarbeit kommen?

2. Kubas Wirtschaft

1 Der offizielle Name lautet Republik Kuba, derzeit leben 11,7 Mio. Men- schen auf Kuba, 1,5 Mio. sind zwischen 15 und 24 Jahre alt. Das Außen- handelsvolumen mit Deutschland beträgt derzeit ca. 266 Mio. €. Das BIP, mit Stand Mai 2016, beträgt 80,5 Mrd. Pesos, dabei wurden CUP und CUC gleichgestellt.

2 Jedoch ist dies nur eine wage Angabe, da in Kuba zwei Währungssys- teme (CUC und CUP) bestehen und diese miteinander vermischt werden. Die Umtauschverhältnisse sind wie folgt:

- CUC von 1 zu 1 zum US $ und
- CUP von 1 zu 25 zum US $,
- entsprechend werden 25 CUP gegen 1 CUC getauscht.

Die Gehälter werden mit CUP ausgezahlt, wobei ausländische Unterneh- men den Lohn in CUC an die staatliche Arbeitsagentur zahlen und diese zahlen den Lohn anschließend an die Arbeitnehmer in CUP aus. Dabei beträgt das monatliche Gehalt ca. 10 bis 20 US $.3

In Kuba werden Konsumartikel, Nahrungs- und Genussmittel sowohl durch CUP wie auch durch CUC verkauft.4 Kuba möchte vor allem die Importrate reduzieren, so dass die Wirtschaft durch steigende Exporte wieder stärker wachsen kann. Folgend einige Fakten zu Kubas Wirtschaft. 2014 lag die Inflationsrate bei 2,1 %, 2015 betrug die Erwerbslosenquote 3,0 % und die Erwerbsquote 55,6 %, seit 2011 stiegen zudem die Gehälter um 41 %.5

6 2014 wurde ein Investitionsgesetz verabschiedet, welches ebenfalls aus- ländische Investitionen berücksichtigt. Kubas Wirtschaftsmodell ist derzeit überwiegend planwirtschaftlich gelenkt und somit hat der Staat das Ent- scheidungsmonopol. Bei planwirtschaftlichen Makroökonomien lenkt und reguliert der Staat die Wirtschaft.

Die Devisenbudgets werden durch den Staat vorgegeben und verteilen sich vorranging auf die Bereiche Bergbau, Tourismus, Rum- Tabak und die Zuckerindustrie.7 Die Exportrate der Waren und Dienstleistungen be- trug 2013, 24,1 % des BIP.8 Die WITS veröffentlichte eine Importrate von rund 10.173.591 US $ und eine Exportrate von 2.980.151 US $ aus dem Jahr 2016.9 Kubas wichtigster Handelspartner war die Sowjetunion, laut Schätzungen der USA beliefen sich die früheren Zahlungen auf ca. vier bis sechs Milliarden Dollar.10 Kuba baut seine Wirtschaftsbeziehungen zu Brasilien, China und Russland aus, diese gehören zu den sogenannten BRICS-Staaten.11

Tabelle 1 verdeutlicht die Stärken, Schwächen und die Chancen und Risi- ken, bezogen auf die kubanische Wirtschaft.12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 Germany Trade & Invest, S. 16, 23.11.2016

3. Deutsche Firmen auf Kuba

13 Kubas Regierung macht es ausländischen Unternehmen sehr schwer Fuß zu fassen, es werden vor allem inländische Unternehmen unterstützt und bevorzugt. MINCEX (M inisterio del C omercio E xterior y la I nversión Ex tranjera) ist die oberste Kontrollinstanz für den Außenhandel und be- stimmt die Rahmenbedingungen für ausländische Firmen. Artikel 18 der Verfassung aus dem Jahr 1972 bestimmt die Ermächtigungen der staatli- chen Behörden, wie z. B. den Import und Export.

14 Die Branchenministerien erlassen strikte Auflagen und kontrollieren Un- ternehmen, die im Außenhandel aktiv sind. Nach 2003 wurde eine Vielzahl von Lizenzen entzogen, was zur Folge hatte, dass ein Handel untersagt wurde. Neue Unternehmen in Kuba haben es sehr schwer, es gibt eine strikte offizielle Abfolge von Schritten. Zuerst muss man mit der kubani- schen Handelskammer in Kontakt treten, die kubanische Handelskammer unterstützt bei Behördengängen, bei der Kontaktaufnahme mit Importun- ternehmen und bietet bestimmte Dienstleistungen an. Jedoch muss das Unternehmen letztendlich darauf hoffen, dass ein Interesse an dem Pro- dukt besteht und man somit in das ‚Cartera’ – Lieferantenregister - aufge- nommen wird. Es ist eine aufwändige Prozedur, viele Anträge von Unter- nehmen werden nicht akzeptiert, außerdem erlischt der Eintrag in der ‚Cartera’ nach drei Jahren.

15 Dabei gilt zu beachten, dass dafür etliche Dokumente und Behörden- gänge nötig sind.

- Geschäftsvisum
- Gründerurkunde
- Eintragung im Handelsregister sowie
- weitere Dokumente

Für Neueinsteiger kann es von großer Wichtigkeit sein, mit den bereits ansässigen deutschen Firmen in Kontakt zu treten. Diese können eine Empfehlung für das neue Unternehmen aussprechen. Oft ist dies der Schlüssel zum Erfolg, da auch in Kuba ein großes Misstrauen gegenüber ausländischen Unternehmen besteht und Korruption herrscht. Hilfreich könnte auch der Besuch auf der FIHAV (F eria I nternacional de La H abana) sein, an der sich jährlich ca. 60 Unternehmen mit eigenen Pavil- lons präsentieren, darunter auch Deutschland (seit 1999). Der direkte Kon- takt schafft Vertrauen, zeigt die Ernsthaftigkeit und das Engagement des ausländischen Unternehmens. Jedoch ist auch diese Methode für unbe- kannte neue Unternehmen nicht unbedingt erfolgsversprechend. Auf der Messe herrscht dazu ebenfalls eine strenge Kontrolle und somit wird den Firmen der Austausch teilweise erschwert. Sinnvoll ist es eine Niederlas- sungsstelle auf Kuba einzurichten, man ist als Unternehmen direkt vor Ort, das ermöglicht eine schnellere Reaktion auf Marktschwankungen, erleich- tert die Interaktion mit dem Staat und anderen Unternehmen sowie die Beschaffung von Informationen. Jedoch ist es wiederum sehr schwierig, eine Zulassung für eine Niederlassungsstelle auf Kuba zu erhalten. In Ku- ba sind zwölf ausländische Banken vertreten. Zahlungen sollen dabei nicht über Banken in den USA getätigt werden, da diese blockiert werden.

Das Gesetzt über das Steuersystem ist am 01.01.13 in Kraft getretene Gesetz beinhaltet Regelungen Steuern in Kuba. Gezahlt werden müssen Steuern für den Handel, den Transport und für weitere Bereiche.

16 Unternehmen zahlen eine Körperschaftssteuer von 35 %, eine Einkom- menssteuer von 15 bis 50 %, jedoch wird keine Mehrwertsteuer erhoben. Es gibt viele Auflagen, z. B. muss ein Unternehmen bereits drei Jahre als kubanisches Unternehmen bestehen, ein Geschäftsvolumen von 500.000 US $ generiert haben und weitere Auflagen erfüllen. Nach Einhaltung aller Auflagen wird nicht immer eine Genehmigung erteilt.

Ausländischen Investoren wird es auf Kuba ebenfalls nicht leicht gemacht, seit am 29.06.2014 das neue Investitionsgesetz in Kraft gesetzt wurde, wurden die Bedingungen aber wieder erleichtert. Möglich sind dabei drei Formen, zum einen die Joint Ventures, welche von kubanischer Seite aus bevorzugt werden. Es gibt internationale wirtschaftliche Vereinigungen und ausländischen Unternehmen. Dabei profitieren deutsche Investoren durch das 1996 veröffentlichte Schutzabkommen noch einmal zusätzlich. Einige europäische Investoren sind noch heute präsent, wie z. B. die deutsche Firma Stefan Messer GmbH, die Schweizer Firma Nestle oder Imperial Tobacco aus Großbritannien. Die Messer GmbH erzeugt Indust- riegase, wie z. B. Sauerstoff, Stickstoff, Argon und viele weitere. Diese werden an Industrien, wie der Stahl- und Metallverarbeitung, der Industrie, Umwelttechnik und weitere, geliefert.17 Am 24.01.2011 wurden die drei bestehenden Beteiligungen, im Wert von 7,0 US $, in Kuba an ein Mitglied der Gesellschaft, welche durch Herrn Stefan Messer kontrolliert wird, ver- kauft.18

[...]


1 Vgl. DAAD, 13.11.2016

2 Vgl. Buerstedde, 19.11.2016

3 Vgl. Deutsche Botschaft in Havanna, 20.11.2016

4 Vgl. Buerstedde, S. 18, 19.11.2016

5 Vgl. Statistisches Bundesamt, 19.11.2016

6 Vgl. Buerstedde, 19.11.2016

7 Vgl. Auswärtiges Amt, 13.11.2016

8 Vgl. Deutsche Botschaft in Havanna, 20.11.2016

9 Vgl. World Integrated Trade Solution, 19.11.2016

10 Vgl. Hofmann, Stefan, 18.11.2016

11 Vgl. Buerstedde, S. 7, 19.11.2016

12 Germany Trade & Invest, S. 16, 23.11.2016

13 Vgl. La Republica de Cuba, 19.11.2016

14 Vgl. Buerstedde, S.9 ff., 19.11.2016

15 Vgl. Buerstedde, S.11 ff., 19.11.2016

16 Vgl. Buerstedde, S.11 f., 19.11.2016

17 Vgl. Messer Group GmbH, 20.11.2016

18 Vgl. Messer Group GmbH, 27.03.2003, Abruf: 20.11.2016

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Die deutsch-kubanische Entwicklungszusammenarbeit
Hochschule
Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg; ehem. Fachhochschule Ludwigsburg
Note
2,4
Autor
Jahr
2016
Seiten
26
Katalognummer
V474506
ISBN (eBook)
9783668953178
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kuba, deutschland, Entwicklungszusammenarbeit, Kuba Deutschland
Arbeit zitieren
Lisa-Maria Nalbach (Autor), 2016, Die deutsch-kubanische Entwicklungszusammenarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/474506

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