Zu Beginn der vorliegenden Arbeit werden die Begriffe, die bei der Auseinandersetzung mit dem Thema der Arbeit besonders wichtig sind, zum besseren Verständnis weiterer Punkte erläutert. Weiterhin wird das Untersuchungsvorgehen präsentiert. Im Anschluss daran wird die Korpusanalyse von fünf ausgewählten Germanismen in der russischen Sprache und deren „Äquivalente“ in der deutschen Sprache durchgeführt. Abschließend folgt die Zusammenfassung der vorliegenden Arbeit und es werden Untersuchungsergebnisse dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Begriffserklärung: Entlehnung, Fremdwort, Germanismus
2. Untersuchungsvorgehen
3. Korpusbasierte semantische Analyse
4. Untersuchungsergebnisse
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, mittels einer korpusbasierten Analyse zu untersuchen, inwieweit sich die Bedeutungen ausgewählter Germanismen in der russischen Sprache von ihren deutschen Ausgangswörtern unterscheiden und welche Faktoren einen eventuellen semantischen Wandel verursacht haben.
- Semantische Analyse von Lehnwörtern im Russischen
- Vergleich von Germanismen und deren deutschen Äquivalenten
- Untersuchung von Bedeutungswandel und -verengung
- Einsatz korpuslinguistischer Methoden zur Sprachanalyse
- Analyse von fünf ausgewählten Germanismen
Auszug aus dem Buch
1. Begriffserklärung: Entlehnung, Fremdwort, Germanismus
Die Entlehnung der Wörter erfolgt durch politische, geistige, wirtschaftliche und soziale Kontakte zwischen verschiedenen Sprachgemeinschaften. Dabei sind Fremd- und Lehnwörter aus anderen Sprachen mündlich oder schriftlich in die jeweilige Nehmersprache eingegangen. Für ein besseres Verständnis des Untersuchungsvorganges werden einige Grundbegriffe in Anlehnung an Metzlers Lexikon Sprache (Glück, 2005) definiert.
So wird mit dem Begriff Entlehnung die Übernahme eines Wortes, eines Morphems oder einer syntakt., manchmal auch graphemat. Struktur aus einer Spr. bezeichnet. Ist die Entlehnung aus einer fremden Spr. nicht oder sehr gering in das phonolog., morpholog. und graphemat. System der Nehmersprache integriert, so wird von dem Fremdwort gesprochen. Die Bestimmung dieser Begriffe ist für die richtige Interpretation des Terminus Germanismus wichtig, dessen Definition zunächst folgt:
„Ein Germanismus ist „mehr oder wenig integrierte Entlehnung aus dem Dt. in eine andere Spr., z.B. engl. angst (›existenzielle Angst‹), weltanschauung, frz. leitmotiv, lied (›Kunstlied‹), ndl. eigentor, männerfreundschaft, poln. ratusz (›Rathaus‹), russ. šlagbaum. Oft werden auch Lehnübersetzungen als G. bezeichnet, wie it. giardino d´infanzia ›Kindergarten‹.“ (Metzler Lexikon Sprache, 2005)
Im Folgenden wird das Untersuchungsvorgehen präsentiert. Dabei wird die Auswahl der dafür benutzten Wörter argumentiert und das Ziel sowie der Verlauf der Analyse dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung russischer Lehnwörter ein und definiert das Ziel der Arbeit, eine korpusbasierte Analyse ausgewählter Germanismen durchzuführen.
1. Begriffserklärung: Entlehnung, Fremdwort, Germanismus: Hier werden theoretische Grundlagen zu den Begriffen der Entlehnung und des Germanismus basierend auf lexikographischen Definitionen gelegt.
2. Untersuchungsvorgehen: Das Kapitel erläutert die Auswahl der fünf untersuchten Germanismen und die methodische Vorgehensweise bei der Korpusrecherche.
3. Korpusbasierte semantische Analyse: In diesem Teil erfolgt die detaillierte Untersuchung der fünf gewählten Begriffe unter Verwendung von DWDS- und russischen Korpusdaten.
4. Untersuchungsergebnisse: Hier werden die Resultate der Analyse zusammengefasst, wobei Bedeutungserweiterungen und -verengungen bei den untersuchten Wörtern aufgezeigt werden.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einem Resümee über die Bedeutungsvielfalt von Germanismen im Russischen und gibt einen Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Germanismen, Russisch, Deutsch, semantischer Wandel, Korpuslinguistik, Entlehnung, Lehnwörter, Bedeutungserweiterung, Bedeutungsverengung, Lexikographie, Sprachkontakt, Linguistik, DWDS, Fremdwörter, Wortanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung von Germanismen, die in die russische Sprache übernommen wurden, und analysiert deren semantische Entwicklung im Vergleich zu ihren deutschen Ursprungswörtern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Themenfeldern gehören der Sprachkontakt zwischen Deutsch und Russisch, die historische Entwicklung des russischen Lexikons sowie die Methoden der korpusbasierten Sprachanalyse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den semantischen Wandel ausgewählter deutscher Lehnwörter im Russischen nachzuvollziehen und zu prüfen, ob sich deren Bedeutung durch den Transfer in die Nehmersprache verändert hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine korpusbasierte semantische Analyse durchgeführt, bei der sowohl Wörterbuchdefinitionen als auch umfangreiche Textkorpora für den Zeitraum von 1920 bis 1970 ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden fünf spezifische Germanismen (Absatz, Leitmotiv, Platzkarte, Rucksack, Strafe) detailliert definiert, korpuslinguistisch analysiert und auf etwaige Bedeutungsveränderungen hin untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Germanismen, semantischer Wandel, Sprachkontakt, Entlehnung und Korpuslinguistik charakterisiert.
Warum wurde für die Analyse ein Zeitraum von 1920 bis 1970 gewählt?
Der Zeitraum wurde gewählt, um eine diachrone Analyse zu ermöglichen, die repräsentative Daten aus den verfügbaren Korpora liefert, um den Wandel oder die Stabilität der Bedeutungen über Jahrzehnte hinweg zu beobachten.
Wie erklärt die Autorin die Unterschiede bei der Verwendung von „Platzkarte“?
Die Autorin stellt fest, dass sich das Wort im Russischen oft auf eine spezifische Art von Reise-Wagen mit Schlafplätzen bezieht, was eine neue semantische Konzeption im Vergleich zum deutschen Ausgangswort darstellt.
Gibt es Germanismen, bei denen kein Wandel festgestellt wurde?
Ja, bei den Wörtern „Rucksack“ und „Strafe“ konnte im Rahmen der untersuchten Stichproben kein signifikanter semantischer Wandel festgestellt werden.
Welchen Einfluss hat die Struktur von Komposita auf die Bedeutung im Russischen?
Die Autorin argumentiert, dass bei Komposita, deren Bestandteile im Russischen nicht als Einzelelemente verständlich sind, oft eine Modifikation der Bedeutung eintritt, da das semantische Gesamtbild für Sprecher der Nehmersprache nicht unmittelbar erschließbar ist.
- Arbeit zitieren
- Dariya Smirnova (Autor:in), 2013, Germanismen im Russischen. Korpusanalyse ausgewählter Germanismen im Russischen und deren Ausgangswörter im Deutschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/476850