Die Definition von Schwarzarbeit stellt kein leichtes Unterfangen dar. Eine Mögliche Definition von Schwarzarbeit nach Schneider ist, dass „unter der Schwarzarbeit jene Tätigkeiten verstanden [werden], die in den bestehenden, offiziellen Statistiken nicht ausgewiesen werden und die im Sinne der Konvention der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung eine Wertschöpfung darstellen.“
Inhaltsverzeichnis
Definition von Schwarzarbeit
Ursachen für Schwarzarbeit
Das traditionelle Modell des Arbeitsangebotes
Der Freizeitpräferent als Anbieter von Schwarzarbeit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht auf theoretischer Basis, unter welchen ökonomischen Bedingungen Individuen, die eine Präferenz für Freizeit haben (Freizeitpräferenten), dazu motiviert werden, Schwarzarbeit anzubieten.
- Definition und theoretische Einordnung von Schwarzarbeit
- Ursachen und Einflussfaktoren der Schattenwirtschaft
- Analyse des traditionellen Arbeitsangebotsmodells
- Nutzenmaximierung unter staatlicher Arbeitszeitregulierung
- Bedingungen für die Substitution von Freizeit durch Schwarzarbeit
Auszug aus dem Buch
Der Freizeitpräferent als Anbieter von Schwarzarbeit
Wir wollen nun übergehen zur Analyse des Freitzeitpräferenten und uns näher damit beschäftigen, unter welchen Umständen auch der Freizeitpräferent bereit ist, Schwarzarbeit anzubieten.
Wir betrachten dazu die folgende Grafik. Der Freizeitpräferent erreicht sein individuelles Optimum an der Stelle, an der seine Indifferenzkurve A2 die Restriktion berührt. Da die Vorgegebene Wochenarbeitszeit aber (T-Fs*) beträgt, erreicht er ein geringeres Nutzenniveau als A2, welches durch die Indiffernzkurve A1 wiedergegeben wird.
Der offizielle Lohnsatz wird durch die Gerade w1 wiedergegeben. Im Gegensatz zum Einkommenspräferenten wird der Freizeitpräferent nie zu einem Lohnsatz, der unter dem offiziellen Lohnsatz liegt, Schwarzarbeit anbieten. Dennoch ist er ab einer bestimmten Höhe des Lohnsatzes am Schwarzmark bereit, Schwarzarbeit anzubieten.
Der Lohnsatz w2, welcher in der Grafik durch die grüne Linie wiedergegeben wird, ist höher als der offizielle Lohnsatz w1, dennoch ist der Freizeitpräferent nicht bereit, zu diesem Lohnsatz Schwarzarbeit anzubieten, da ihn der Lohnsatz w2 nicht auf ein höheres Nutzenniveau bringt.
Wenn auf dem Schwarzmarkt der Lohnsatz w3, welche höher ist als w2, und in der Grafik durch die blaue Linie wiedergegeben wird, angeboten wird, wird unser Freizeitpräferent bereit sein, am Schwarzmark Arbeit anzubieten, weil der Lohnsatz w3 ihn auf ein höheres Nutzenniveau bringt als der Lohnsatz w1 mit staatlicher Arbeitszeitregulierung, da die Indiffernzkurve A2 > Indifferenzkurve A1. (vgl. VO Dr. Lukesch, Arbeitsmarkt- und Bildungsökonomik, SS 04)
Der nebenberufliche Schwarzarbeite wird also genau so viel an Freizeit durch Arbeitsangebot auf dem Schwarzmarkt substituieren, bis das Verhältnis der Grenznutzen von Freizeit und verfügbarem Realeinkommen mit dem Lohnsatz für Schwarzarbeit übereinstimmt. (vgl. Franz 2003, Seite 30 f)
Zusammenfassung der Kapitel
Definition von Schwarzarbeit: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Schwarzarbeit als Tätigkeiten, die in offiziellen volkswirtschaftlichen Statistiken nicht erfasst werden, jedoch wertschöpfend sind.
Ursachen für Schwarzarbeit: Hier werden vielfältige Einflussfaktoren aufgeführt, darunter die steuerliche Abgabenlast, staatliche Regulierungen und ein allgemeiner Wertewandel in der Gesellschaft.
Das traditionelle Modell des Arbeitsangebotes: Dieses Kapitel führt das ökonomische Standardmodell ein, bei dem Individuen zwischen Arbeitszeit und Freizeit wählen, ohne zunächst zwischen offiziellem und inoffiziellem Sektor zu unterscheiden.
Der Freizeitpräferent als Anbieter von Schwarzarbeit: Das Kapitel analysiert, bei welcher Lohnhöhe Individuen mit einer Präferenz für Freizeit bereit sind, ihre Freizeit für Schwarzarbeit zu opfern, um ein höheres Nutzenniveau zu erreichen.
Schlüsselwörter
Schwarzarbeit, Arbeitsmarkt, Freizeitpräferent, Einkommenspräferent, Arbeitsangebot, Indifferenzkurve, Nutzenmaximierung, Schattenwirtschaft, Lohnsatz, Realeinkommen, Arbeitszeitregulierung, Wertschöpfung, Grenznutzen, Substitution, Volkswirtschaftslehre.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Schwarzarbeit aus der Perspektive der Arbeitsmarktökonomik und analysiert, warum Individuen ihre Freizeit für inoffizielle Tätigkeiten nutzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition von Schwarzarbeit, die Ursachen für deren Entstehung sowie die theoretische Modellierung des Arbeitsangebots bei unterschiedlichen Präferenzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, unter welchen spezifischen Bedingungen sogenannte Freizeitpräferenten bereit sind, Schwarzarbeit anzubieten, anstatt ihre Zeit ausschließlich für Freizeit zu verwenden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine mikroökonomische Analyse auf Basis von Nutzenfunktionen, Indifferenzkurven und Budgetrestriktionen angewendet, wie sie in der Arbeitsmarkt- und Bildungsökonomik üblich ist.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der grafischen und theoretischen Darstellung des Arbeitsangebotsmodells, sowohl im regulierten Arbeitsmarkt als auch unter Einbeziehung des Schwarzmarktes als Alternative.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Arbeitsangebot, Freizeitpräferenz, Nutzenmaximierung und die Dynamik zwischen offiziellem Lohn und Schwarzmarktlohn charakterisiert.
Warum wählen manche Individuen den Schwarzmarkt trotz einer Freizeitpräferenz?
Wenn der auf dem Schwarzmarkt erzielbare Lohnsatz hoch genug ist, um das durch staatliche Regulierungen eingeschränkte Nutzenniveau zu übertreffen, findet eine Substitution von Freizeit zu Schwarzarbeit statt.
Welche Rolle spielt die staatliche Arbeitszeitregulierung in den Modellen?
Die staatliche Regulierung fungiert als Einschränkung, die das Individuum oft daran hindert, das individuelle Nutzenoptimum zu erreichen, was wiederum den Anreiz für den inoffiziellen Sektor erhöht.
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- C. H. Knopf (Author), 2004, Unter welchen Bedingungen bietet auch ein Freizeitpräferent Schwarzarbeit an?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48103