Unterrichtsbesuch zum Stundenentwurf "Apartheid in South Africa" (10. Klasse Englisch)


Unterrichtsentwurf, 2018
12 Seiten, Note: 2

Leseprobe

1. Ubergeordnetes Ziel der Unterrichtsreihe

Die SuS eignen sich Wissen uber die Geschichte Sudafrikas an. Sie sind in der Lage Informationen zu Sudafrika zu geben. Sie konnen uber touristische Aktivitaten in Sudafrika sprechen. Sie lernen Nelson Mandela als ersten schwarzen Prasidenten Sudafrikas kennen. Zudem setzen sie sich mit Rassismus und Diskriminierung in Sudafrika auseinander und konnen Lebensbedingungen und Lebensweisen von Menschen anderer Kulturen in ausgewahlten Aspekten vergleichen und Unterschiede und Gemeinsamkeiten nachvollziehen und erlautern.

2. Thema der Stunde:

Life under apartheid

3. Stundenziel

Die SuS setzen sich anhand eines auditiven und visuellen Zugangs mit Rassentrennung und Diskriminierung wahrend der Apartheid auseinander, indem sie einem Hortext Informationen entnehmen und sich in die Gefuhls- und Gedankenwelt der Schwarzen hineinversetzen. Sie entwickeln in Partnerarbeit einen Dialog zwischen zwei schwarzen Kindern, den sie in verteilten Rollen vortragen.

4. Aufbau der Unterrichtsreihe / des Unterrichtsvorhabens

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5. Zentrale Entscheidungen zur didaktischen Schwerpunktsetzung

In dieser Stunde setzen sich die SuS anhand eines authentischen Hortexts mit der Thematik Apartheid auseinander. Da die Schuler durchaus Beruhrungspunkte mit Diskriminierung haben, ist das Thema recht nahe an ihrer Lebenswelt. Insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung haben Diskriminierung erfahren und konnen sich mit dem Thema identifizieren. Die Auseinandersetzung mit diesem Phanomen in der Geschichte Sudafrikas impliziert, etwas von der „Andersartigkeit der fremdsprachigen Welt zu erfahren, ermoglicht Einblicke in die Lebensweise und Lebensbedingungen in englischsprachige Lander und kann dadurch zu einem differenzierteren Verhalten gegenuber Ungewohntem beitragen“.1

Als Warm-up fur die Stunde dient eine Pre-Listening Activity, in der ein Bildimpuls gegeben wird, der eine erste Erwartungshaltung aufbaut und die Schuler zum Sprechen animiert. Hierbei sollen zwei skizzenartige nebeneinander gezeichnete Menschen mit der Bildunterschrift „Whites“ und „Non-Whites“ betrachtet und uber die AuBerungen zu beiden Schildern zur Thematik hingefuhrt werden. Erwartete SchulerauBerungen sind „Blacks and Whites were separated^ Auch soil das Warm-up den SuS die Moglichkeit geben, in der Englischstunde anzukommen und sich allmahlich auf die Sprache einzulassen. Durch das Aufschreiben ihrer Gedanken werden bereits bekannte Wortfelder reaktiviert.

Im Rahmen der folgenden Listening Comprehension sollen sich die Schulerlnnen eine Erzahlung einer GroBmutter anhoren, die ihrer Enkelin uber ihre Erfahrungen wahrend der Apartheid berichtet. Eine Begegnung mit authentischen Texten unterstutzt die Schulermotivation, den Anwendungsbezug und die SuS erlangen ein authentisches Bild von South Africa. Dies beinhaltet auch der Lehrplan fur die 10. Klasse, in dem das Horverstehen englischsprachiger Horsequenz geschult, authentische Alltagssituationen aufgegriffen, und wichtige Informationen in der jeweils anderen Sprache herausgefiltert werden sollen.

Hierzu erhalten sie den Arbeitsauftrag sowohl diskriminierende und rassistische Gesetze als auch Rechte der Apartheid dem Hortext zu entnehmen und diese in die Tabelle, entsprechend den Rassengruppen, einzutragen. Ein Horen ohne konkrete Aufgabenstellung wurde das Risiko von Konzentrationsabweichungen erhohen und die Schuler mit dem Problem allein lassen, einem in einer Fremdsprache vorgetragenen Erzahlung ausgeliefert zu sein.2 Um den Inhalt der Erzahlung konkreter erfassen zu konnen, wird der Hortext ein zweites Mai abgespielt. Beim zweiten Horen geht es darum, auf Einzelheiten zu achten (listening for detail), nach denen in der Aufgabenstellung gefragt wird.

Im Anschluss an das Horen werden die Aspekte gemeinsam im Plenum besprochen. Als Hilfe dienen die Satzanfange „Whites were allowed to/ had better...; Blacks weren’t allowed to / had worse“, die insbesondere von schwacheren Schulem genutzt werden konnen.

Bei der Vertiefung liest die LAA den Text der Fantasiereise aus der Sicht einer schwarzen Person vor. Dabei schlieBen die Schuler ihre Augen, um sich sowohl auf das Vorgetragene zu konzentrieren als auch die Inhalte der Geschichte bildlich vorzustellen. Nachdem die SuS ihre Assoziationen beschrieben haben, hangt die LAA das dazugehorige Bild an die Tafel. Der Einsatz auditiver und visueller Medien bietet den Schulern eine emotionale Annaherung an die geschichtlichen Inhalte: Die einleitende Fantasiereise aus der Perspektive eines schwarzen Kindes und das dazugehorige Foto bauen eine emotionale Beteiligung bei den Lernenden auf.

Fur die Erarbeitung halte ich Partnerarbeit fur eine geeignete Arbeitsform, da sich die SuS bei der Ideenfindung sowie beim Verfassen des Dialogs gegenseitig unterstutzen konnen. Als Hilfe dienen die Tipp-Kasten auf dem Arbeitsblatt. Die klare Strukturierung der Arbeitsblatter hilft den SuS beim Schreiben der Dialoge.

Es ist jedoch auch erlaubt von der Vorgabe abzuweichen und ggf. mehr zu erzahlen, so dass starkere SuS auch die Moglichkeit haben sich frei zu entfalten. Eine weitere Differenzierung ist, dass sich die Schuler ein Bild von zwei moglichen aussuchen und zu diesem den Dialog verfassen.

Eines der Bilder wurde bereits von der LAA vorgestellt. Das Bild habe ich der Klasse bewusst zur Verfugung gestellt, da das bereits bekannte Bild leistungsschwacheren SuS Sicherheit gibt. In der Vertiefungsphase fungierte die LAA als Impulsgeber.

Die abschlieBende Phase findet im Plenum statt. Da das Finden und Formulieren von Aussagen/Gefuhlen/Gedanken viel Zeit in Anspruch nimmt, wird die Presentation einiger Gruppen nicht moglich sein. Zudem sollen die SuS die Moglichkeit haben, ihren Dialog einzuuben, bevor sie diese vor der Klasse vortragen. Diese Zeit benotigen die SuS, da viele, insbesondere die Madchen wie M. und C. sehr zuruckhaltend sind und ungern vor der Klasse reden. Somit ist der Umfang des Unterrichtsgegenstandes auf das Vorbereiten der Dialoge begrenzt. Falls der Fall eintritt, dass die Schuler viel mehr Zeit benotigen, so wurde ich mindestens einen Dialog vorlesen lassen und die weiteren Dialoge in die folgende Stunde verlagern.

In der Klasse sind 28 SuS. Sollte ein Kind fehlen, so wird eine Gruppe aus 3 Schulern bestehen oder der/die Schuler/in arbeitet in Einzelarbeit. Das wurde ich jedoch spontan entscheiden, je nachdem welche Schulerin oder welcher Schuler fehlt.

Die in der Stunde zu erwerbenden Kompetenzen sind nach dem Kernlehrplan Englisch in den Inhaltsfeldem „Kommunikative- und Interkulturelle Kompetenzen“ zu finden. Schwerpunkt der Stunde sind die Teilbereiche „Horverstehen“ und „Schreiben“, da die SuS in der ersten Aufgabe Informationen aus dem Hortext herausfiltem und in der zweiten Erarbeitungsphase einen Dialog verfassen. Es werden sowohl Kompetenzen im Bereich der Produktion als auch im Bereich der Rezeption gefordert. Im Bereich der Rezeption sind die SuS in der Lage aus gesprochenen Mitteilungen wesentliche Inhalte in ihrem Zusammenhang zu identifizieren. Sie entnehmen Bildern Informationen und formulieren zu diesen Aussagen.

Im Bereich der Produktion konnen die SuS weitgehend selbststandig dialogische Texte schreiben, indem sie eine andere Sichtweise ubernehmen und sich uber die Gefuhls- und Gedankenwelt der Personen auBern. Sie planen einen Dialog, indem sie ihre Gefuhlswelt beschreiben und Ursachen hierfur nennen. Eine weitere wichtige Kompetenz, die die SuS erwerben sollen, ist die interkulturelle Kompetenz. „Interkulturelle Kompetenzen ermoglichen Schulerinnen und Schulern Verstandnis fur andere kulturspezifische Denk- und Lebensweisen, Werte, Normen und Lebensbedingungen zu entwickeln und eigene Sichtweisen, Wertvorstellungen und gesellschaftliche Zusammenhange mit denen anglophoner Kulturen tolerant und kritisch zu vergleichen.“3 Die Vermittlung interkultureller Kompetenz ist heutzutage aufgrund der weltweiten Vemetzung von Menschen sowie vor dem Hintergrund sozial begrundeten Migrationsbewegungen und den daraus folgenden kulturell heterogenen Gesellschaft ein zentrales Bildungsziel geworden.4 Die Unterrichtsstunde bietet einen Anlass zum Lernen uber die gemeinsame Lebenswelt weiBer und schwarzer Menschen. Durch die kreative Schreibaufgabe wird die soziale Kompetenz der Lernenden gefordert. Die Auseinandersetzung mit der Figur lost Empathie aus und tragt zur Identifikation mit dem Thema bei. Moglicherweise sind einige Schulerlnnen bereits mit Diskriminierung in Beruhrung gekommen, denn Diskriminierung ist im Alltag sowie an Schulen allgegenwartig. Daher ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Apartheid zweifellos emotionsgeladen. Im Zuge der Personlichkeitsfindung in der Adoleszenz werden Ungerechtigkeiten und VerstoBe gegen Menschenrechte mit sehr kritischen Augen betrachtet. Die SuS sollen fur die Themen Rassismus und Diskriminierungen sensibilisiert werden und ein deutliches Zeichen fur Toleranz und gegenseitige Akzeptanz setzen.

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Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsbesuch zum Stundenentwurf "Apartheid in South Africa" (10. Klasse Englisch)
Note
2
Autor
Jahr
2018
Seiten
12
Katalognummer
V484035
ISBN (eBook)
9783668995086
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unterrichtsbesuch, stundenentwurf, apartheid, south, africa, klasse, englisch
Arbeit zitieren
Gülsüm Yilmaz (Autor), 2018, Unterrichtsbesuch zum Stundenentwurf "Apartheid in South Africa" (10. Klasse Englisch), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/484035

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