Als Einführung in die Annäherung an das Glück steht die Frage: „Was ist Glück?“ – Kurz wird die sich über Jahrtausende streckende Glücksphilosophie umrissen. Als Wegweiser auf der Wanderung durch die philosophische Welt des Glücks sollen die aus dem Journalismus zu Zeiten vor Clickbait-Artikeln nicht wegzudenkenden sechs – von manchen um ein zusätzliches erweitertes – Ws dienen: Diese sechs, beziehungsweise sieben Ws sind Abkürzungen für die relevantesten Fragen, die eine Nachricht meist schon in dem sogenannten Lead, dem Anfang eines Artikels, beantwortet: Wer? – Was? – Wo? – Wann? – Wie? – Warum? – (Woher?)
Dabei werden von Aristoteles, Epikur und Augustinus bis hin zu Schopenhauer und zeitgenössischen Glücksphilosophen wie Mihály Csíkszentmihályi viele große Namen der Philosophie behandelt und sowohl ihre Wege zum Glück, als auch der diesen zugrundeliegende Glücksbegriff beschrieben, verglichen und kontextualisiert.
Systematisch werden so unter anderem die Fragen beantwortet, was unter "Glück" zu verstehen sei und welche Facetten das Glück hat.
Das Werk stellt somit eine ideale Einführung in eine philosophische Betrachtung des Glücks dar und kann aufgrund der Literaturangaben gut als Startpunkt für eine persönliche, tiefergehende Beschäftigung mit dem Thema dienen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Glück? Oder: Die Problematik eines Glücksbegriffes
3. Wie ist Glück? Oder: Die Facetten des Glücks
3.1 Episodisches Glück
3.2 Periodisches Glück
4. Wann ist Glück? Oder: Die Deutungshoheit der Glückszuschreibung
5. Warum ist Glück? Oder: Voraussetzungen und Hindernisse des Glücks
6. Wo ist Glück? Oder: Wo beginnt das Glück?
7. Was ist Glück? Oder: Eine Zusammenfassung
8. Wer ist glücklich? Oder: Die Konkretisierung auf das Leben
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit unternimmt eine philosophische Annäherung an den Begriff des Glücks. Ziel ist es, durch eine strukturierte Untersuchung des Begriffs – unter Einbeziehung der zentralen philosophischen Fragen nach dem „Wer, Was, Wo, Wann, Wie und Warum“ – ein tieferes Verständnis für die komplexen Facetten des Glücks zu entwickeln und dessen subjektive sowie objektive Komponenten zu beleuchten.
- Differenzierung zwischen episodischem und periodischem Glück
- Analyse der Deutungshoheit bei der Glückszuschreibung
- Untersuchung von Voraussetzungen und Hindernissen des Glücksempfindens
- Diskussion der Bedeutung von Lebenshaltung und Einstellung
Auszug aus dem Buch
3.1 Episodisches Glück
Episodisches Glück bezeichnet die unmittelbare Empfindung von Glück; einen sich über meist kurze Zeitabschnitte mehr oder minder konstant erstreckenden Zustand, der sich in zwei Varianten unterteilen lässt: Die eine ist verknüpft mit einer gesteigerten, die andere mit einer gedämpften Bewusstheit. Daraus ergeben sich verschiedene, differenzierbare Glückszustände.
Das episodische Glück der gesteigerten Bewusstheit tritt willkürlich auf und ist nicht an Auslöser gebunden, aber kann durch Auslöser verursacht werden. Birnbacher beschreibt dieses Glücksgefühl als oft „unerklärlich“ oder sogar „paradox“, manchmal sogar unpassend, wie beispielsweise „in Gestalt eines jäh aufflackernden Triumphgefühls bei der Nachricht vom Scheitern oder vom Tod eines aktuellen oder potenziellen Rivalen.“ Seel spricht von einem „Glück des erfüllten Augenblicks“ oder dem „Glück reiner Gegenwärtigkeit“, welches nicht intendiert werden könne, sondern sich von selbst einstelle. Durch dieses Negieren der Intention ist das Glück des erfüllten Augenblicks abhängig von dem Zufallsglück, denn es tritt insofern zufällig auf, als dass es sich nicht willentlich herbeirufen lässt und sich nicht auf Wunsch einstellt. Das Subjekt hat lediglich die Kontrolle darüber, für einen solches Glücksmoment offen zu sein und in ihm, sollte er eintreten, zu verweilen. Wichtig ist jedoch die Distinktion, dass diese Augenblicke zwar zufällig auftreten, aber dennoch durch eine bestimmte Situation oder Begebenheit wahrscheinlicher gemacht werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung führt in das Thema der philosophischen Glückssuche ein und begründet die Relevanz des Begriffs sowie die methodische Vorgehensweise anhand der sogenannten W-Fragen.
2. Was ist Glück? Oder: Die Problematik eines Glücksbegriffes: Das Kapitel beleuchtet die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition von Glück angesichts der historischen und semantischen Vielfalt des Begriffs.
3. Wie ist Glück? Oder: Die Facetten des Glücks: Hier wird zwischen episodischem Glück (kurzfristige Zustände) und periodischem Glück (Lebensbilanz) unterschieden.
3.1 Episodisches Glück: Dieser Abschnitt definiert Glück als unmittelbare Empfindung und untersucht die Varianten mit gesteigerter sowie gedämpfter Bewusstheit.
3.2 Periodisches Glück: Dieses Kapitel betrachtet das Glück als Prozess und langfristige Bewertung der Lebensqualität.
4. Wann ist Glück? Oder: Die Deutungshoheit der Glückszuschreibung: Hier wird diskutiert, ob Glück eine subjektive Selbstzuschreibung erfordert oder objektiv von außen attestiert werden kann.
5. Warum ist Glück? Oder: Voraussetzungen und Hindernisse des Glücks: Das Kapitel analysiert verschiedene innere und äußere Faktoren, die das Glück begünstigen oder behindern können.
6. Wo ist Glück? Oder: Wo beginnt das Glück?: Die Untersuchung widmet sich der Natur des Glücks: Ist es die Abwesenheit negativer Faktoren oder das Vorhandensein positiver Erlebnisse?
7. Was ist Glück? Oder: Eine Zusammenfassung: Dieses Kapitel führt die bisherigen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer individuellen, aber in der Wirklichkeit verankerten Sichtweise.
8. Wer ist glücklich? Oder: Die Konkretisierung auf das Leben: Der Abschluss überträgt die philosophischen Erkenntnisse auf das konkrete Leben und betont die persönliche Verantwortung für das eigene Glücksempfinden.
Schlüsselwörter
Glück, Glücksphilosophie, Eudaimonia, Epikur, Aristoteles, Subjektivität, Objektivität, Episodisches Glück, Periodisches Glück, Flow, Leidfreiheit, Lebenszufriedenheit, Tugend, Schopenhauer, Selbstbestimmung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte philosophische Untersuchung des Glücksbegriffs, indem sie dessen verschiedene Ausprägungen und theoretische Hintergründe analysiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Unterscheidung zwischen kurzfristigen Glücksmomenten (episodisch) und langfristiger Lebenszufriedenheit (periodisch) sowie auf die Spannung zwischen subjektivem Empfinden und objektiven Bedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den diffusen Begriff des Glücks durch eine systematische philosophische Annäherung greifbarer zu machen und dem Leser Orientierung in der Vielfalt der Theorien zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine philosophische Textanalyse und Vergleichsmethode genutzt, die historische Ansätze (von der Antike bis zur Moderne) gegenüberstellt und auf ihre aktuelle Relevanz prüft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Fragestellungen, die das Glück von unterschiedlichen Seiten beleuchten, darunter die Definitionsproblematik, die Rolle des Bewusstseins, äußere Hindernisse sowie die moralische Verantwortung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Glück, Subjektivität, Eudaimonia, Episodisches und Periodisches Glück sowie die philosophische Auseinandersetzung mit der Lebensgestaltung.
Wie unterscheidet der Autor zwischen episodischem und periodischem Glück?
Das episodische Glück wird als unmittelbarer, zeitlich begrenzter Zustand beschrieben (oft mit gesteigerter oder gedämpfter Bewusstheit), während das periodische Glück als eine retrospektive Bewertung der Lebensqualität oder als Prozess über längere Zeiträume hinweg verstanden wird.
Welche Rolle spielt das Subjekt bei der Zuschreibung von Glück?
Der Autor betont, dass dem Subjekt eine zentrale Rolle zukommt, da wahres Glück nicht von außen diktiert werden kann, sondern vom Individuum selbst als solches bestätigt werden muss.
Warum warnt der Autor vor der Instrumentalisierung des Glücks?
Er warnt davor, dass der Glücksbegriff historisch oft genutzt wurde, um Doktrinen oder Handlungsanweisungen zu legitimieren, was den Blick auf die individuelle Realität des Glücks verstellen und den Wahrheitsgehalt der Aussagen diskreditieren kann.
- Arbeit zitieren
- David Prelle (Autor:in), 2018, GLÜCK. Eine philosophische Annäherung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/484050