Indien ist mit einer Fläche von knapp 3,3 Millionen Quadratkilometern der siebtgrößte Flächenstaat der Erde. Die Bundesrepublik Deutschland würde mit ihrer Fläche von rund 356.978 Quadratkilometern 13 mal Platz in Indien finden. Vom Norden nach Süden gliedert sich Indien in drei Großräume. Die Gebirgsketten des Himalaja mit seinen Ausläufern, die Beckenlandschaften der großen Flüsse Ganges und Brahmaputra, sowie das Hochland von Dekkan, das mit Ausnahme der Küste ganz Südindien einnimmt.
Das Klima Indiens ist im Süden tropisch, im Norden subtropisch und wird im Wesentlichen vom Monsun bestimmt. Der jahreszeitliche Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeit hat großen Einfluss auf die Vegetation und die Landwirtschaft des Landes. Der Südwest- Monsun beinhaltet 80% bis 90% der jährlichen Niederschlagsmenge ganz Indiens.
Indien ist nach China das bevölkerungsreichste Land der Erde mit über 1 Milliarde Einwohnern. Die Besiedlungsdichte schwankt jedoch regional sehr stark. In den städtischen Ballungsräumen beträgt die Zahl der Menschen pro Quadratkilometer über 6000, während sie in Berg- oder Wüstenregionen unter 100 liegt. Grundsätzlich ist Indien mit 27% städtischer Bevölkerung eher durch dörfliche Strukturen geprägt.
Diese regionalen Unterschiede lassen sich auch bei der räumlichen Verteilung der Industriestandorte beobachten. [...]
Gliederung
1 Das Land Indien und seine Industriestandorte
1.1 Topographische Übersicht
1.2 Räumliche Verteilung der Industriestandorte
2 Die Industrielle Entwicklung nach der Unabhängigkeit bis 1985
3 Die politische und wirtschaftliche Ausgangsposition um 1985
4 Der siebte Fünfjahresplan (1985-1990)
4.1 Ziele und Strategien
4.2 Erläuterung und Fazit
5 Die Wirtschaftskrise von 1991
5.1 Die neue Industrieökonomik
5.2 Grenzen der neuen Industrieökonomik
6 Der achte Fünfjahresplan (1992-1997)
6.1 Ziele und Strategien
6.2 Erläuterung und Fazit
7 Der neunte und zehnte Fünfjahresplan (1997-2002;2002-2007)
7.1 Ziele und Strategien
7.2 Erläuterung und Fazit
8 Fazit der Entwicklung ab 1985 und die Situation heute
9 Der industriestandort Bangalore als Verkörperung der modernen Softwareindustrie Indiens
9.1 Politische Hintergründe
9.2 Entwicklung der Software-und Computerbranche am Beispiel der Firma Siemens
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die industrielle Transformation Indiens seit 1985, wobei der Fokus auf den Auswirkungen der wirtschaftspolitischen Liberalisierung, der Rolle der Fünfjahrespläne sowie der Entwicklung des IT-Standorts Bangalore liegt.
- Historische Analyse der indischen Industriepolitik und der "Mixed Economy".
- Untersuchung der Wirtschaftskrise von 1991 und der darauffolgenden Liberalisierungsreformen.
- Bewertung der Fünfjahrespläne hinsichtlich Zielerreichung und Strukturwandel.
- Analyse des Aufstiegs von Bangalore als globales Zentrum der Softwareindustrie.
- Betrachtung der räumlichen und wirtschaftlichen Disparitäten im Land.
Auszug aus dem Buch
1.1. Topographische Übersicht
Indien ist mit einer Fläche von knapp 3,3 Millionen Quadratkilometern der siebtgrößte Flächenstaat der Erde. Die Bundesrepublik Deutschland würde mit ihrer Fläche von rund 356.978 Quadratkilometern 13 mal Platz in Indien finden. Vom Norden nach Süden gliedert sich Indien in drei Großräume. Die Gebirgsketten des Himalaja mit seinen Ausläufern, die Beckenlandschaften der großen Flüsse Ganges und Brahmaputra, sowie das Hochland von Dekkan, das mit Ausnahme der Küste ganz Südindien einnimmt.
Das Klima Indiens ist im Süden tropisch, im Norden subtropisch und wird im Wesentlichen vom Monsun bestimmt. Der jahreszeitliche Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeit hat großen Einfluss auf die Vegetation und die Landwirtschaft des Landes. Der Südwest- Monsun beinhaltet 80% bis 90% der jährlichen Niederschlagsmenge ganz Indiens.
Indien ist nach China das bevölkerungsreichste Land der Erde mit über 1 Milliarde Einwohnern. Die Besiedlungsdichte schwankt jedoch regional sehr stark. In den städtischen Ballungsräumen beträgt die Zahl der Menschen pro Quadratkilometer über 6000, während sie in Berg- oder Wüstenregionen unter 100 liegt. Grundsätzlich ist Indien mit 27% städtischer Bevölkerung eher durch dörfliche Strukturen geprägt.
Diese regionalen Unterschiede lassen sich auch bei der räumlichen Verteilung der Industriestandorte beobachten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Das Land Indien und seine Industriestandorte: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Geografie, das Klima und die demografische Struktur Indiens.
2 Die Industrielle Entwicklung nach der Unabhängigkeit bis 1985: Hier wird das Modell der „mixed economy“ und die Rolle der Plankommission in der frühen Phase Indiens erläutert.
3 Die politische und wirtschaftliche Ausgangsposition um 1985: Analyse der Reformziele unter Rajiv Gandhi, die auf Modernisierung und die Förderung neuer Industriezweige abzielten.
4 Der siebte Fünfjahresplan (1985-1990): Das Kapitel beschreibt die Strategien zur Wachstumsbeschleunigung und die sektoralen Schwerpunkte wie Energie und Infrastruktur.
5 Die Wirtschaftskrise von 1991: Untersuchung der Ursachen der Finanzkrise und der anschließenden Liberalisierungsmaßnahmen zur Globalisierung der Wirtschaft.
6 Der achte Fünfjahresplan (1992-1997): Fokus auf die verstärkte private Initiative in der industriellen Entwicklung und den Abbau bürokratischer Hürden.
7 Der neunte und zehnte Fünfjahresplan (1997-2002;2002-2007): Darstellung der Bemühungen zur Armutsbekämpfung und zur Schaffung sozialer Gerechtigkeit.
8 Fazit der Entwicklung ab 1985 und die Situation heute: Ein Resümee über die Veränderungen der Sektoranteile am BIP und die anhaltende Bedeutung der Landwirtschaft.
9 Der industriestandort Bangalore als Verkörperung der modernen Softwareindustrie Indiens: Dieses Kapitel beleuchtet den Aufstieg der IT-Branche und die Rolle von Bangalore als technologisches Zentrum.
Schlüsselwörter
Indien, Industriepolitik, Fünfjahrespläne, Liberalisierung, Wirtschaftswachstum, Bangalore, Softwareindustrie, Infrastruktur, Landwirtschaft, Joint Ventures, Globalisierung, mixed economy, Armutsbekämpfung, Exportwirtschaft, Technologiepark.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die industrielle Entwicklung Indiens im Zeitraum nach 1985 und analysiert, wie sich das Land von einer staatsgelenkten Wirtschaft hin zu einem global wettbewerbsfähigen IT-Standort entwickelt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die indische Industriepolitik, die verschiedenen Fünfjahrespläne, die Auswirkungen der Liberalisierung sowie die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors Software und Computer.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, den wirtschaftlichen Strukturwandel Indiens aufzuzeigen und zu bewerten, inwieweit die Reformen ab 1985 zu einer effizienteren Industriestruktur und zum Aufstieg technologischer Zentren beigetragen haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf Basis von Sekundärquellen (Berichte, Studien, Statistiken) die wirtschaftliche Entwicklung und die politischen Rahmenbedingungen Indiens untersucht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte zu den Fünfjahresplänen, die Analyse der Wirtschaftskrise von 1991 sowie eine fallstudienartige Betrachtung des Standorts Bangalore.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Indien, Industriepolitik, Liberalisierung, IT-Standort Bangalore, Fünfjahrespläne und Exportwirtschaft charakterisieren.
Wie hat sich die Rolle der Staatsbetriebe seit 1985 verändert?
Die Bedeutung der Staatsbetriebe nahm infolge der Reformen und der Liberalisierung ab, während der private Sektor und Kooperationen mit ausländischen Firmen an Bedeutung gewannen.
Warum ist Bangalore von besonderer Bedeutung für die indische Industrie?
Bangalore entwickelte sich als "Silicon Valley Indiens" durch eine hervorragende Infrastruktur, eine hohe Dichte an qualifizierten Absolventen und die Ansiedlung namhafter internationaler Software-Firmen.
Welchen Einfluss hatte die "Exit Policy" auf die wirtschaftliche Entwicklung?
Die ungelöste Problematik der "Exit Policy", also der schwierigen Entlassung von Personal in ineffizienten Betrieben, stellte laut der Arbeit ein wesentliches Hemmnis für die Modernisierung und Investitionsbereitschaft dar.
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- Katrin Jansen (Author), 2003, Die industrielle Entwicklung Indiens nach 1985, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48432