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Relevanz und Einsatzbereiche von Bildern in der modernen Pädagogik

Title: Relevanz und Einsatzbereiche von Bildern in der modernen Pädagogik

Term Paper , 2004 , 21 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Christian Göbel (Author)

Pedagogy - General
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„Bilder sind allgegenwärtig, sie spielen schon seit jeher eine zentrale Rolle im Leben von Menschen. Bilder und bildhafte Erzählungen erschließen unser Verständnis von Wirklichkeit, ebenso wie sie unser Selbstbild mitbestimmen. Menschen sind von Beginn ihrer Existenz an mit Bildern konfrontiert, als visuell wahrgenommene, als Vorstellungen, als Phantasien, als Erinnerungen. Sie wirken unmittelbar, bewusst oder unbewusst.“ So lautet ein Zitat in einem Werk der pädagogischen Grundlagenforschung aus aktueller Zeit. Dadurch wird deutlich, dass Bilder anscheinend einen sehr großen Stellenwert in der heutigen Gesellschaft aufweisen und aus unserem Alltag nicht wegzudenken sind. Tatsächlich begleiten uns Bilder in allen Lebenssituationen , beginnend von Betriebsanleitungen über Werbung, über die Kunst bishin zu banalen Dekorationen. Aufgrund dieser Bilderflut in der heutigen Gesellschaft kann sich die Erziehungswissenschaft und vor allem die Psychologie der Bearbeitung dieser Thematik nicht verwehren, zumal es überaus interessant ist herauszustellen welche Wirkungen Bilder auf uns Menschen haben, wie die Einsatzmöglichkeiten und wo auch die Grenzen sind. Grundlage für die Betrachtung ist die Analyse von Ergebnissen aus der kognitiven Psychologie, um empirisch Wirkungen von Bildern zu verifizieren oder zu falsifizieren sowie Ergebnisse aus pädagogischen Studien zur Lernsituation im Kontext mit Bildern. Gerade hierbei liegt jedoch die Schwierigkeit der Thematik. Es existieren leider nur wenige Forschungsansätze zu dem Wirkungskomplex aus Bildern und Lernsituationen, so dass Erkenntnisse häufig nur marginal sind. Zwar beschreiben viele pädagogische Werke häufig die Wichtigkeit von Bebilderung in Lernkontexten, doch wird selten ein Beweis für die Relevanz aufgeführt. Die Problematik liegt dabei in der Grundsatzdiskussion der pädagogischen Psychologie und der Unvereinbarkeit dieser zwei Wissenschaften. Meine Arbeit stellt nun also den Versuch dar, diese zwei Disziplinen ein Stück weit zusammenzuführen, sei es auch nur auf dieser geringen Stufe. Ich verwende hierfür die Standardliteratur der pädagogischen Vorreiter dieser Thematik wie Klaus Mollenhauer und Schleiermacher, die bezeichnend für die Verwendung von Bildern in pädagogischen Prozessen zu nennen sind. Auf Seiten der Psychologie fällt es hingegen schwer exponierte Wissenschaftler zu nennen, die maßgeblich an der Erforschung dieser Thematik beteiligt sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Fragestellung und Inhalte

II. Theoretische Forschungsergebnisse aus Pädagogik und Psychologie

a. Legitimation der Betrachtung - Bilder aus Ausdrucksform der Kinder

b. Lernerfolge durch Bilder? Empirische Befunde

c. Die Funktionen von Bildern in praktischem pädagogischem Kontext

d. Erfahrungspotentiale aus Bildern

III. Beispiele einer Bildinterpretation

a. Vorbemerkungen

b. Die „Vor- ikonographische“ Beschreibung

c. Die „Ikonographische Analyse“

d. Die „ikonologische Interpretation“

IV. La Flagellazione von Piero Della Francesca – Einsatzmöglichkeiten historischer Kunstwerke

a. Formale Charakteristika

b. Ikonographie

c. Einsatzgrundlagen des Werkes von Piero

V. Zusammenfassung der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz von Bildern in Lernprozessen, um deren Einsatzmöglichkeiten und Wirkungsweisen in pädagogischen Kontexten darzulegen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie Bilder trotz einer mangelnden empirischen Fundierung als Bereicherung des Schulalltags dienen, kognitive Lernleistungen steigern und als Zugang zu neuen Lerninhalten fungieren können.

  • Die Rolle von Bildern in der frühkindlichen Entwicklung und Ausdrucksfähigkeit.
  • Empirische Analyse der Lerneffektivität durch den gezielten Einsatz von Bildmaterial.
  • Funktionsbestimmung von Bildern (Aufmerksamkeits-, Explikations-, Behaltens-, kompensatorische und affektive Funktion).
  • Methodische Ansätze der Bildinterpretation (nach Erwin Panofsky) zur Erschließung komplexer Kunstwerke.
  • Praktische Anwendungsmöglichkeiten historischer Kunstwerke im Unterricht am Beispiel von Piero della Francesca.

Auszug aus dem Buch

Die „Vor- ikonographische“ Beschreibung

Die erste Stufe wird von Panofsky als die „Vor-ikonographische Beschreibung benannt, in der die reine Form identifiziert wird. Auch hier handelt es sich schon um eine Interpretation auf der Grundlage von Alltagswissen und aufgrund von Erfahrungen und der Vertrautheit mit Gegenständen und Ereignisse, denn man benennt die wahrgenommenen Formen schon anhand von beispielsweise Personen oder Gegenstände. Würde man das Alltagswissen hier außer acht lassen, würde die Beschreibung sich lediglich darauf beschränken, "die Farben (...) zu quasi ornamentalen oder tektonischen Formkomplexen zusammenbeziehen zu lassen, als völlig sinnleere und sogar räumlich mehrdeutige Kompositionselemente zu deskribieren".

Also wird das Dargestellte in der ersten Beschreibung schon zu Symbolen umgedeutet, die der unmittelbaren Daseinserfahrung des Interpreten, entsprechen. Deutlich wird also, dass der Gegenstand der Interpretation nach Panofsky hier das „Primäre oder Natürliche Sujet“ ist, „unterteilt in tatsachenhaftes und ausdruckhaftes" (ebd., S. 210). Im gleichen Moment, wo wir bekannte Motive erkennen, erkennen wir den historischen Kontext eines Kunstwerkes, sofern unser Kenntnisstand dies zulässt. Deutlich hierbei wird also auch, dass eine gewisse Grundbildung Grundvoraussetzung ist, um Bilder überhaupt einsetzen zu können, da ohne Wissen um historische Gegebenheiten eine Interpretation sinnlos wird.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Fragestellung und Inhalte: Einleitung in die Thematik der allgegenwärtigen Bildwahrnehmung und die daraus resultierende Notwendigkeit, Bilder didaktisch in pädagogische und psychologische Lernprozesse zu integrieren.

II. Theoretische Forschungsergebnisse aus Pädagogik und Psychologie: Untersuchung der frühkindlichen Bildnutzung, empirischer Belege für Lernerfolge durch Bilder sowie einer Kategorisierung der verschiedenen Funktionen von Bildmaterial in Unterrichtssituationen.

III. Beispiele einer Bildinterpretation: Einführung in das dreistufige Interpretationsmodell von Erwin Panofsky als methodisches Regelwerk zur systematischen Analyse und Deutung ästhetischer Objekte.

IV. La Flagellazione von Piero Della Francesca – Einsatzmöglichkeiten historischer Kunstwerke: Praktische Anwendung der erarbeiteten Interpretationsmethoden an einem komplexen Renaissance-Werk und Aufzeigen des Potentials für verschiedene Unterrichtsszenarien.

V. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der Erkenntnisse über den hohen Stellenwert von Bildern als motivierende und anschauliche Vermittlungsmethode, unterstrichen durch die Notwendigkeit kompetenter didaktischer Anleitung.

Schlüsselwörter

Bildinterpretation, pädagogische Psychologie, Lernprozesse, Ikonologie, Erwin Panofsky, ästhetische Erziehung, Unterrichtsgestaltung, visuelle Kommunikation, historisches Kunstwerk, kognitive Entwicklung, Lernmaterial, Bilddidaktik, Motivationsförderung, visuelle Wahrnehmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Bildern in Lernprozessen und untersucht, wie diese als sinnvolle Ergänzung zu theoretischen Inhalten eingesetzt werden können, um das Lernen zu erleichtern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die frühkindliche Ausdrucksfähigkeit durch Bilder, die empirische Wirkung von Bildern auf die Lernleistung sowie methodische Ansätze zur Interpretation von Kunstwerken.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Nutzen von Bildern als Bereicherung des Schulalltags aufzuzeigen, die Phantasie anzuregen und alternative Zugänge zu neuen Lerninhalten zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Ikonologie nach Erwin Panofsky als methodisches Instrument zur Bildanalyse und stützt sich auf einen Querschnitt psychologischer und pädagogischer Forschungsergebnisse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Lernprozessen, methodische Konzepte zur Bildinterpretation und ein konkretes Anwendungsbeispiel eines Renaissance-Gemäldes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bildinterpretation, ästhetische Erziehung, visuelle Kommunikation, Lernprozesse und didaktische Anwendung.

Warum ist das Gemälde von Piero della Francesca als Beispiel gewählt worden?

Es dient als komplexes Beispiel, um zu zeigen, dass auch schwierige Werke durch eine schrittweise didaktische Bearbeitung verschiedene Zielgruppen und Lernniveaus ansprechen können.

Welche Schwierigkeiten ergeben sich laut Autor bei der Bildinterpretation?

Der Autor weist darauf hin, dass oft historische, kulturelle oder intellektuelle Defizite bei den Schülern bestehen, die eine vollständige ikonographische Analyse erschweren können.

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Details

Title
Relevanz und Einsatzbereiche von Bildern in der modernen Pädagogik
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Grade
2,3
Author
Christian Göbel (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V48770
ISBN (eBook)
9783638453707
Language
German
Tags
Relevanz Einsatzbereiche Bildern Pädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Göbel (Author), 2004, Relevanz und Einsatzbereiche von Bildern in der modernen Pädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48770
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