In diesem Text setzt sich der Verfasser mit dem Thema der Sprachkontakt Spanisch-Quechua auseinander. Am Anfang soll die Situation vor der Ankunft der spanischen Eroberer auf dem südamerikanischen Subkontinent dargestellt werden. Nachdem die Landung der Iberer im Gebiet der Inka betrachtet wurde, ist der Ursprung, die Entstehung und der Verbreitung des Quechuas Gegenstand der Ausführungen. Die Phänomene des Sprachkontaktes zwischen den beiden Sprachen werden anhand von Beispielen im dritten Punkt erläutert. Am Schluß wird der Begriff "Media Lengua" näher betrachtet.
Als 1492 der Genuese Christoph Kolumbus die ersten Gebiete des heutigen Südamerikas entdeckte, befand sich das Inkareich gerade in seiner Blütezeit. Die Nachfolger des berühmten italienischen Eroberers Francisco Pizarro und des Spaniers Hernán Cortés landeten nur wenige Jahre später an den Küsten dieses Kontinentes. Während Cortés das Land südlich von Panama für die spanische Krone eroberte, zog es Pizarro nach Norden. Er ging im Jahre 1531 mit etwa 180 Soldaten, 60 Pferden und mehreren leichten Geschützen bei Tumbes im nördlichen Peru an Land, um das sagenumwobene El Dorado, das Goldene Land, zu finden. Hier traf er auf die Inkakultur, was sich für diese als verheerendes Ereignis herausstellen sollte. So könnte man auch sagen, daß Pizarro Vorreiter und Auslöser des uns hier beschäftigenden Sprachkontaktes zwischen der spanischen Sprache und dem Quechua, der Sprache der Inkas, war. Leider brachten die spanischen Eroberer nicht nur Gutes aus ihrer Heimat mit. Reichte es nicht schon aus, daß durch die von ihnen eingeschleppten Krankheiten Tausende, ja Zehntausende an deren Folgen starben, so töteten sie außerdem aus niederen Beweggründen im Laufe der Zeit weitere Teile der einheimischen lateinamerikanischen Bevölkerung. Dieser Sachverhalt ist aber nicht Hauptbestandteil dieser Arbeit, sondern vor allem der Sprach- und Kulturkontakt und deren Phänomene.
Inhaltsverzeichnis
- 0. Einleitung
- 1. Wie kam es zum Sprachkontakt Spanisch-Quechua?
- 1.1. Vor der Ankunft der Spanier
- 1.2. Kurz nach der Ankunft der Spanier
- 2. Das Quechua
- 2.1. Die Entstehung und der Ursprung
- 2.2. Die Verbreitung
- 3. Die Sprachkontaktsituation und das Castellano in Puno (Peru)
- 3.1. Allgemeines
- 3.2. Ausgewählte Phänomene des Sprachkontaktes zwischen Spanisch und Quechua
- 3.2.1. Die Benutzung des Artikels
- 3.2.2. Der Ausdruck der Besitzanzeige der dritten Person
- 3.2.3. Die Benutzung der Zeitformen
- 3.2.4. Der Gebrauch von Geschlecht und Plural
- 3.2.5. Die Lexik
- 3.2.6. Zwischenbilanz
- 3.3. Die Motive für die Sprachwahl
- 4. Der Begriff Media Lengua
- 5. Schlußbetrachtung
- 6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Sprachkontakt zwischen Spanisch und Quechua. Der Verfasser beleuchtet zunächst die Situation vor der Ankunft der Spanier und analysiert anschließend die Phänomene des Sprachkontakts anhand von Beispielen. Im Mittelpunkt steht die Untersuchung des Begriffs Media Lengua.
- Die Situation des Quechua sprechenden Volkes, der Inka, vor der Ankunft der Spanier.
- Die Auswirkungen der Ankunft der Spanier auf die Inkakultur und die Sprache Quechua.
- Die Entstehung und Verbreitung des Quechua.
- Phänomene des Sprachkontakts zwischen Spanisch und Quechua im Hinblick auf Artikelgebrauch, Besitzanzeige, Zeitformen, Geschlechts- und Pluralbildung und Lexik.
- Der Begriff Media Lengua als Ausdruck des Sprachkontakts.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema Sprachkontakt Spanisch-Quechua ein und erläutert die Relevanz der Hausarbeit im Kontext des Seminars „Migration und Sprache“. Es wird die Situation vor der Ankunft der Spanier sowie die Auswirkungen der Eroberung auf die Inkakultur und die Sprache Quechua beschrieben.
Kapitel 1 behandelt die historische Entwicklung des Sprachkontakts zwischen Spanisch und Quechua. Der erste Abschnitt betrachtet die Situation des quechuasprechenden Volkes, der Inka, vor der Ankunft der Spanier. Der zweite Abschnitt beschreibt die Auswirkungen der Eroberung auf die Inka und den Beginn des Sprachkontakts.
Kapitel 2 befasst sich mit der Entstehung, dem Ursprung und der Verbreitung des Quechua.
Kapitel 3 untersucht die Sprachkontaktsituation in Puno, Peru, und analysiert ausgewählte Phänomene des Sprachkontakts zwischen Spanisch und Quechua. Dabei werden die Benutzung des Artikels, die Besitzanzeige, die Zeitformen, der Gebrauch von Geschlecht und Plural sowie die Lexik beleuchtet.
Schlüsselwörter
Sprachkontakt, Spanisch, Quechua, Inka, Media Lengua, Sprachwandel, Kulturkontakt, Soziolinguistik, Interferenz, Sprachmischung, Code-Switching.
Häufig gestellte Fragen
Wie entstand der Sprachkontakt zwischen Spanisch und Quechua?
Der Kontakt begann mit der spanischen Eroberung des Inkareiches durch Francisco Pizarro im Jahr 1531 und führte zu einer jahrhundertelangen Koexistenz und gegenseitigen Beeinflussung der Sprachen.
Was versteht man unter dem Begriff 'Media Lengua'?
Media Lengua ist eine Mischsprache, die typischerweise quechuaische Grammatik mit spanischem Wortschatz verbindet, was ein markantes Phänomen des intensiven Sprachkontakts darstellt.
Welche sprachlichen Phänomene treten beim Kontakt von Spanisch und Quechua auf?
Häufige Phänomene sind Veränderungen im Artikelgebrauch, Abweichungen bei der Besitzanzeige (Possessiv), die Vermischung von Zeitformen sowie lexikalische Entlehnungen in beiden Sprachen.
Wo wird Quechua heute noch primär gesprochen?
Quechua ist vor allem in den Andenregionen von Peru (z. B. in Puno), Bolivien und Ecuador verbreitet.
Wie beeinflusst Quechua das in den Anden gesprochene Spanisch (Castellano)?
Das andine Spanisch weist oft syntaktische Strukturen auf, die aus dem Quechua stammen, sowie einen spezifischen Wortschatz für lokale Gegebenheiten, Flora und Fauna.
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- M.A. Henrico Hummel (Author), 2002, Der Sprachkontakt Spanisch - Quechua, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48841