Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, welche Kritik Karl Popper in seinem Werk "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde" an Platon übt. Die Kritik Poppers bezieht sich auf Platons bekanntestes Werk "Der Staat", auch bekannt als "Politeia".
Um die Beantwortung dieser Fragestellung erarbeiten zu können, werden nach einer Einleitung im zweiten und dritten Kapitel zunächst die zwei zentralen Figuren der Ausarbeitung biographiert und historisch eingeordnet. Nacheinander erfolgt jeweils eine Darstellung der Werke Platons und Poppers.
Im vierten Kapitel werden in Anlehnung an Schölderle im Rahmen der Ausarbeitung drei zentrale Vorwürfe Poppers an Platon definiert: Totalitarismus, Historizismus und Kollektivismus. Nach der jeweiligen Begriffserläuterung wird geprüft, in wieweit die Vorwürfe Poppers haltbar sind. Hier wird dem Popper-Kritiker Schölderle eine besondere Bedeutung zugemessen. Daraufhin wird im fünften Kapitel Poppers Platon-Kritik im Rahmen seines Werkes "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde" kritisch diskutiert, bevor die Arbeit mit einem Fazit geschlossen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Platon
2.1 Historische Einordnung
2.2 Werk
3 Popper
3.1 Historische Einordnung
3.2 Werk
4 Kritik in Poppers Werk an Platon
4.1 Totalitarismus
4.2 Historizismus
4.3 Kollektivismus
5 Kritische Diskussion
6 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die von Karl Popper in seinem Werk „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ geäußerte Kritik an Platon, insbesondere an dessen Staatsmodell in der „Politeia“, und prüft die Haltbarkeit der zentralen Vorwürfe.
- Biographische und historische Einordnung von Platon und Karl Popper
- Analyse der zentralen Kritikpunkte: Totalitarismus, Historizismus und Kollektivismus
- Kritische Überprüfung der Popper’schen Thesen anhand von Fachliteratur
- Diskussion der Objektivität und Einseitigkeit der Platon-Kritik Poppers
Auszug aus dem Buch
4.1 Totalitarismus
Popper ist der Ansicht, dass „Platons politisches Programm, weit davon entfernt (ist), dem totalitärer Systeme überlegen zu sein, (da es) im Grunde mit ihm identisch ist.“40
Totalitarismus bezeichnet eine Form der politischen Herrschaft, welche die uneingeschränkte Verfügung über die Beherrschten und deren Unterwerfung unter ein politisches Ziel verlangt. Der Totalitarismus ist somit das Gegenteil einer „offenen, pluralen Gesellschaft“ 41 sowie das Gegenteil des modernen freien Verfassungsstaates.42 Dies lässt hinsichtlich der Staatsvorstellung Platons zu der Annahme verleiten, dass der Totalitarismusvorwurf Poppers gegenüber Platon, der einen solchen Staat skizzierte, haltbar ist.
Bezieht man jedoch die Definition von Carl Friedrich und Zbigniew Brzezinski aus den 1950er Jahren auf Platon, verliert der Begriff im Zusammenhang mit Platon an Schärfe, da die deklarierten Voraussetzungen nicht in Platons Staatmodell gegeben sind: „1. die Existenz einer chiliastischen Ideologie, 2. einer zentralistischen Massenpartei, 3. einer terroristischen Geheimpolizei, 4. die Kontrolle aller Massenkommunikationsmittel, 5. das Monopol über die Kampfwaffen und 6. die zentrale Lenkung der Wirtschaft.“43
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Fragestellung und den Aufbau der Arbeit hinsichtlich der Untersuchung von Poppers Platon-Kritik.
2 Platon: Biographische Darstellung Platons und Analyse seines Hauptwerkes „Politeia“.
3 Popper: Biographische Einordnung von Karl Popper und Darstellung seiner zentralen Schriften sowie des historischen Kontexts ihrer Entstehung.
4 Kritik in Poppers Werk an Platon: Definition und Untersuchung der drei Kernvorwürfe Poppers gegen Platon.
5 Kritische Diskussion: Synthese der Erkenntnisse und kritische Auseinandersetzung mit der Einseitigkeit der Popper’schen Argumentation.
6 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage und Bewertung der Haltbarkeit von Poppers Kritik.
Schlüsselwörter
Karl Popper, Platon, Politeia, Totalitarismus, Historizismus, Kollektivismus, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, politische Philosophie, Staatsmodell, Kritik, Demokratie, Idealstaat, Thomas Schölderle, Gerechtigkeit, Philosophiegeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die fundamentale und scharfe Kritik des Philosophen Karl Popper an Platon, wie er sie in seinem Werk „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ formuliert hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf den drei von Popper erhobenen Hauptvorwürfen gegen Platon: dem Totalitarismus, dem Historizismus und dem Kollektivismus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit die Kritik Poppers an Platons Staatsmodell in der „Politeia“ sachlich begründet und haltbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, bei der Poppers Thesen mit Hilfe von Sekundärliteratur (insbesondere Popper-Kritikern wie Schölderle) auf ihre Validität geprüft werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische und biographische Einordnung der beiden Philosophen sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit den drei Vorwürfen, gefolgt von einer kritischen Diskussion der Popper’schen Ausführungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Popper, Platon, Totalitarismus, Historizismus, Kollektivismus und die „Offene Gesellschaft“.
Warum hält die Autorin Poppers Totalitarismusvorwurf für problematisch?
Die Arbeit weist darauf hin, dass Popper es versäumt hat, den Totalitarismusbegriff präzise zu definieren, weshalb Platons Staatsmodell nicht deckungsgleich mit modernen totalitären Systemen ist.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit über die Qualität von Poppers Kritik?
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass Poppers Kritik zwar umfangreich und scharf formuliert ist, jedoch in vielen Punkten als subjektiv, einseitig und wissenschaftlich nicht vollends haltbar bewertet werden muss.
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- Nicole Roeger (Author), 2019, Die Kritik Karl Poppers an Platon in seinem Werk "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489155