Mediale Konstruktion von Wirklichkeit

Eine vergleichende Untersuchung von zwei deutschen Zeitungen bezüglich ihrer Berichterstattung über ausgewählte Bildungsthemen


Masterarbeit, 2012
125 Seiten, Note: 2,0
Kilian Norden (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 . Einleitung

2 . Untersuchungsgegenstand
2.1. Massenkommunikation und Funktionen von Massenmedien
2.2. Die Zeitung
2.3. taz.die tageszeitung
2.4. DIE WELT
2.5. Gegenüberstellung von taz und WELT

3 . Theoretische Grundlagen
3.1. Konstruktivistische Perspektiven
3.2. Empirische Anwendungen
3.3. Journalistische Konstruktion von Wirklichkeit

4 . Methodologischer Kontext und empirisches Vorgehen
4.1. Kontext der rekonstruktiv-qualitativen Sozialforschung
4.2. Dokumentarische Methode
4.3. Empirisches Vorgehen

5 . Fallanalysen
5.1. Thema Deutscher Qualifikationsrahmen
5.1.1. Fall T9716_
5.1.2. Fall W27-2012_
5.1.3. Diskursbetrachtung nach dem Prinzip der maximalen Kontrastierung
5.2. Thema Chancenspiegel
5.2.1. Fall T9750_
5.2.2. Fall W61-2012_
5.2.3. Diskursbetrachtung nach dem Prinzip der maximalen Kontrastierung
5.3. Thema Regelstudienzeit
5.3.1. Fall T9805_
5.3.2. Fall W116-2012_
5.3.3. Diskursbetrachtung nach dem Prinzip der max. Kontrastierung
5.4. Diskursbetrachtung nach dem Prinzip der min. Kontrastierung

6 . Fazit

7 . Literaturverzeichnis

8 . Verzeichnis der analysierten Zeitungsartikel

9 . Anhang
9.1. Formulierende Interpretationen
9.1.1. Thema DQR – Fall T9716_
9.1.2. Thema DQR – Fall W27-2012_
9.1.3. Thema Chancenspiegel – Fall T9750_
9.1.4. Thema Chancenspiegel – Fall W61-2012_
9.1.5. Thema Regelstudienzeit – Fall T9805_
9.1.6. Thema Regelstudienzeit – Fall W116-2012_
9.2. Zeitungsartikel

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 . Einleitung

In der vorliegenden Arbeit „Mediale Konstruktion von Wirklichkeit – Eine vergleichende Untersuchung von zwei deutschen Zeitungen bezüglich ihrer Berichterstattung über ausgewählte Bildungsthemen“ soll untersucht werden, ‚wie’ ausgesuchte Bildungsthemen durch die beiden Tageszeitungen ‚DIE WELT’ sowie ‚taz.die tageszeitung’ als Nachrichten entworfen bzw. konstruiert werden. Grundlegend wird dabei der Fragestellung nachgegangen, inwiefern durch die beiden Tageszeitungen WELT und taz die gleichen Bildungsthemen als divergierende Bildungsnachrichten konstruiert und den jeweiligen Rezipienten in der Folge unterschiedliche Wirklichkeiten suggeriert werden. Als theoretisches Fundament für den Vergleich der journalistisch kreierten Wirklichke iten fungieren hierbei konstruktivistische Überlegungen.

Der Forschungsstand hinsichtlich konstruktivistischer Überlegungen im Bereich der Medien kann als relativ umfangreich bezeichnet werden. So existieren zahlreiche Arbeiten von verschiedenen Autoren in denen theoretische Gedanken zum Medienkonstruktivismus formuliert wurden, so bspw. durch: Stefan Weber (1995), Niklas Luhmann (1996), Siegfried J. Schmidt (1996), Armin Scholl (2002) oder Bernhard Pörksen (2006). Entsprechende empirisch geleitete Ansätze, bzw. Arbeiten, in denen theoretische Überlegungen auf empirischem Material basieren, wurden bspw. von Winfried Schulz (1976), Stefan Frerichs (2000), Michael Beuthner et. al. (2003) oder W. Lance Bennett et al. (2008) vorgelegt. In Bezug auf das Auswerteverfahren der dokumentarischen Methode kann konstatiert werden, dass diese bereits zur Interpretation von Gruppendiskussionen (vgl. Loos/Schäffer 2001; Przyborski 2004), Bildern (vgl. Bohnsack 2008) und teilnehmenden Beobachtungen (vgl. Vogd 2004) herangezogen wurde, sowie ferner auch bei der Rekonstruktion von interviewbasierenden Gesprächstranskripten zur Anwendung kommt (vgl. Nohl 2005 u. 2009). Durch einige Arbeiten aus den letzten Jahren wurde das Spektrum der dokumentarischen Methode zusätzlich erweitert, indem sie auf den Untersuchungsgegenstand der Printmedien angewendet wurde (vgl. Bittner 2008; Schmidt 2008). Anknüpfend an dieses Vorgehen soll die vorliegende Arbeit einen weiteren Beitrag zur Anwendung der dokumentarischen Methode im Bereich der Printmedien leisten.1

Im nachfolgenden Kapitel 2 wird der Untersuchungsgegenstand betrachtet. Hierbei wird zu Beginn auf den Begriff der Massenkommunikation und die Funktionen von Massenmedien eingegangen. Darauffolgend wird die Zeitung als Massenmedium vorgestellt, woran sich die Darstellungen der beiden ausgewählten Tageszeitungen taz und WELT anschließen. Zum Schluss des Kapitels erfolgt eine systematische Gegenüberstellung der beiden Tageszeitungen.

Das anschließende Kapitel 3 widmet sich theoretischen Grundlagen. Hierfür wird anfangs in konstruktivistische Perspektiven eingeführt, wobei u.a. auf den Aspekt der Wirklichkeitskonstruktion sowie auf das Kommunikationsmodell zum Erkenntnisprozess von Siegfried J. Schmidt eingegangen wird. Darauffolgend werden mit der ‚Kommunikatorforschung‘ sowie der ‚Rezeptionsund Medienwirkungsforschung‘ ausgewählte Objektbereiche vorgestellt, in denen konstruktivistische Annahme n Verwendung finden. Im letzten Abschnitt des Kapitels wird auf die journalistische Konstruktion von Wirklichkeit eingegangen. Die hierbei herausgestellten Aspekte bilden die Grundlage für die spätere Bearbeitung sowie Auswertung der empirischen Daten.

In der vorliegenden Arbeit werden die empirischen Daten mittels der dokumentarischen Methode ausgewertet. Diesbezüglich wird in Kapitel 4 zuvorderst auf den Kontext der rekonstruktiv-qualitativen Sozialforschung eingegangen. Hierbei wird auf die dokumentarische Methode hingeführt, welche anschließend im Einzelnen vorgestellt wird. Zum Schluss des Kapitels erfolgt die Darstellung des konkreten empirischen Vorgehens für diese Arbeit.

Im fünften Kapitel werden Fallanalysen, zu insgesamt sechs Fällen, aus drei unterschiedlichen Bildungsthemen, durchgeführt. Jedem Thema sind hierbei zwei, am gleichen Tag veröffentlichte, Fälle zugeordnet, wobei jeweils ein Artikel aus der taz und einer aus der WELT stammt. Die beiden Fallbeispiele des ersten Themas ‚Deutscher Qualifikationsrahmen‘ wurden am 01.02.2012 veröffentlicht und behandeln den Konflikt um die Einordnung des Abiturs in den Deutschen Qualifikationsrahmen. Die Fallbeispiele zum zweiten Thema ‚Chancenspiegel‘ stammen vom 12.03.2012 und themat isieren die gleichnamige Bildungsstudie. Das dritte Thema ‚Regelstudienzeit‘ wird durch zwei, am 19.05.2012 veröffentlichte, Fallbeispiele repräsentiert, in denen aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes, bzgl. der Einhaltung von Regelstudienzeiten, behandelt werden. Die Fallbeispiele werden zunächst im Rahmen der dokumentarischen Methode einzeln interpretiert und anschließend, dem Prinzip der maximalen Kontrastierung folgend, einander gegenübergestellt. Nach der entsprechenden Durchführung, für alle drei Themen, erfolgt schlussendlich die Diskursbetrachtung nach dem Prinzip der minimalen Kontrastierung. Hierzu werden alle drei Artikel aus jeweils einer Zeitung hinsichtlich ihrer Textkonstruktion verglichen, um hierdurch Orientierungsmuster bzw. bestimmte Konstruktionsmodi zu ergründen.

Im abschließenden Kapitel 6 wird ein Fazit gegeben, worin insbesondere, auf Basis der erarbeiteten Befunde, die Beantwortung der Leitfrage dieser Arbeit erfolgen wird: Inwiefern werden durch die beiden Tageszeitungen WELT und taz die gleichen Bildungsthemen als divergierende Bildungsnachrichten konstruiert und den jeweiligen Rezipienten in der Folge unterschiedliche Wirklichkeiten suggeriert?

2 . Untersuchungsgegenstand

In diesem Kapitel wird zu Beginn in 2.1. auf den Begriff der Massenkommunikation und die Funktionen von Massenmedien eingegangen. Darauffolgend wird in 2.2. die Zeitung als Massenmedium vorgestellt, woran sich die Darstellungen der beiden ausgewählten Tageszeitungen in 2.3. sowie 2.4. anschließen. Den Abschluss dieses Kapitels bildet in 2.5. eine systematische Gegenüberstellung der beiden Tageszeitungen.

2.1 . Massenkommunikation und Funktionen von Massenmedien

Traditionell werden unter dem Begriff ‚Massenmedien’ Printmedien, Hörfunk und Fernsehen eingeordnet. Burkart (2002) zufolge wenden sich Massenmedien mit ihren Inhalten, indirekt, über technische Mittel, an ein unbestimmtes Publikum und stellen Massenkommunikation her.2 Folgt man der häufig rezipierten Begriffsbestimmung von ‚Massenkommunikation’ nach Maletzke (1963), dann umfasst Massenkommunikation

… jene Form der Kommunikation, bei der Aussagen öffentlich (also ohne begrenzte und personell definierte Empfängerschaft), durch technische Verbreitungsmittel (Medien), indirekt (also bei räumlicher oder zeitlicher oder raumzeitlicher Distanz der Kommunikationspartner) und einseitig (also ohne Rollenwechsel zwischen Aussagenden und Aufnehmenden) an ein disperses Publikum […] gegeben werden3. Das Gegenstück zur Massenkommunikation ist nach Maletzke die Individualkommunikation, welche durch den direkten, zeitnahen und wechselseitigen Informationsaustausch zwischen einzelnen Personen gekennzeichnet ist. Eine Schwäche der Definition von Maletzke ist, dass sie relativ neuen technischen Entwicklungen wie dem Internet und der damit einhergehenden Vermischung zwischen Massenund Individualkommunikation nur ungenügend gerecht wird. Heutzutage richten sich Medien an spezifische Zielgruppen und direkte Formen der Publikumsbeteiligung im Fernsehen, Hörfunk sowie vor allem im Internet sind eher die Regel als die Ausnahme. Eine Alternative zur Begriffsbestimmung von Maletzke wird bspw. durch Theis-Berglmair (1997) in ihrem ‚Akteurund Beziehungsmodell der Massenkommunikation’ angeboten4, welches sich allerdings insbesondere auf die Internetund Netzkommunikation bezieht.5

Zu Funktionen von Medien bzw. Massenmedien sowie Massenkommunikation gibt es zahlreiche Veröffentlichungen und theoretische Ansätze. Grundsätzliche mediale Ziele werden bspw. durch Bader (1993) beschrieben. Sie definiert Wissensvermittlung, Aufklärung und Unterhaltung als zentrale mediale Aufgaben, wobei sie sich allerdings auf den Bereich des Wissenschaftsjournalismus konzentriert.6 Eine umfassende Darstellung der verschiedenen gesellschaftlichen Funktionen der Massenmedien (in demokratischen Gesellschaften) gibt Burkart (2002). Er definiert zuvorderst die Informationsfunktion als übergeordnete Funktion bzw. Leistung der Massenmedien für die Gesellschaft. Für die Beschreibung der spezifischen Funktionen unterteilt er die gesellschaftliche Umwelt, in welcher sich Massenkommunikation vollzieht, in drei Subsysteme: soziales, politisches und ökonomisches System. Im Bereich der sozialen Funktionen der Massenmedien führt er die Sozialisationsfunktion, die Funktion der sozialen Orientierung, die Rekreationsfunktion7 und die Integrationsfunktion an. Als politische Funktionen stellt Burkart das Herstellen von Öffentlichkeit, die Artikulationsfunktion, die politische Sozialisationsund Bildungsfunktion sowie die Kritikund Kontrollfunktion heraus. Im dritten Subsystem, der Ökonomie, führt er die Leistungen für die Kapitalverwertung, die Zirkulationsfunktion, die Regenerative Funktion und die Herrschaftliche Funktion an.8 Folgt man den bisherigen Annahmen bezüglich der vielfältigen gesellschaftlichen Funktionen der Massenmedien, dann setzt dies ferner unabdingbar voraus, dass die Massenmedien auch für die Individuen innerhalb der Gesellschaft wichtige Funktionen bzw. einen Nutzen bereithalten müssen. McQuail (1983) führt diesbezüglich aus, dass Massenmedien dem individuellen Informationsbedürfnis dienen, soziale Integration und Interaktion ermöglichen sowie Unterhaltung anbieten. Weiterhin wird auch das Bedürfnis nach persönlicher Identität durch Massenmedien bedient, da bspw. Werte bestätigt, Verhaltensmodelle dargeboten und Identifikation mit Anderen ermöglicht wird.9

Die verfassungsrechtliche Grundlage für die journalistische Arbeit in Deutschland bilden die Artikel 1 und 5 des Grundgesetzes. Mit dem Presserecht, dem Urheberrecht, dem Zeugnisverweigerungsrecht und der Mediengesetzgebung sind weitere Rechtgrundlagen benannt, die den umfangreichen journalistischen Handlungsspielraum konkretisieren. Ferner ruft der DJV alle Journalisten dazu auf, die freiwillige Selbstverpflichtung des sog. Pressekodex einzuhalten, obwohl dieser eigentlich nur für Printund Telemedien Gültigkeitsanspruch hat.10

2.2. Die Zeitung

Zu den wichtigsten technischen Voraussetzungen für die Entwicklung des Zeitungswesens gehören die Herstellung von Papier und der Druck mit beweglichen Lettern aus Metall. Papier wurde ab dem 13. Jahrhundert in Deutschland produziert und da es weitaus billiger war als das bis dahin verwendete Pergament, verbreitete sich die Herstellung rasch. Der Druck mit beweglichen Lettern aus Metall wurde durch Johannes Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts entwickelt. Die neuen metallenen Schriftkörper wiesen eine wesentlich höhere Lebensdauer auf, als die bis dahin verwendeten hö lzernen und ermöglichten somit deutlich höhere Auflagen. Weiterhin entwickelte Gute nberg auch eine bessere Druckerschwärze, wodurch es erstmals möglich wurde, Papier von beiden Seiten zu bedrucken. Nachdem die technischen Voraussetzungen für größere Auflagen gegeben waren, erschienen ab dem Ende des 15. Jahrhunderts verschiedene nichtperiodische Druckwerke und ab dem frühen 17. Jahrhundert gab es schließlich die ersten regelmäßig erscheinenden Zeitungen im Gebiet des heutigen Deutschlands. Die Geburt des Massenmediums ‚Tageszeitung‘ datiert in das Jahr 1650, als in Leipzig die weltweit erste Tageszeitung aufgelegt wurde.11

Printmedien blieben bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die einzigen Ma ssenmedien. Mit der Entdeckung elektromagnetischer Wellen durch Heinrich Hertz (1888) wurde die technische Grundlage heutiger elektronischer Medien gelegt. Ab den 1930er Jahren übernahm der Hörfunk die Rolle des dominierenden Einzelmediums (Leitmedium), während bis dahin Printmedien (Bücher ab dem 16. Jh. sowie Zeitungen ab dem 19. Jh.) diese Rolle innehatten. In den 1960er Jahren wurde schließlich das Fernsehen zum Leitmedium und teilt diese Rolle seit der Jahrtausendwende mit dem Internet, welches sich ab den 1990er Jahren kommerziell entwickelte. Mit den Printmedien, dem Hörfunk, dem Fernsehen und dem Internet sind auch die vier heutzutage bedeutendsten Massenkommunikationsmittel benannt.12

Fernsehen und Hörfunk versenden Informationen in einer zeitlichen Reihenfolge bzw. nacheinander. Die Inhalte werden somit vom Empfänger nur dann wahrg enommen, wenn der Sendezeitpunkt und die Aufmerksamkeit des Empfängers zusammentreffen. Im Gegensatz dazu haben Printmedien den Vorteil, dass sie als materielle Speicherinstrumente fungieren und dem Leser somit freigestellt ist, wann er seine Aufmerksamkeit welchen Inhalten zuwendet. Ein weiterer Unterschied zwischen den Medienformen ist deren wesentliche Leistung: Zeitungen liefern vorrangig Hintergrundinformationen und stellen aktuelle Diskussionen dar, die Funktion als Erstberichterstatter ist hingegen deutlich geringer ausgeprägt und wird vorrangig durch Hörfunk, Internet und Fernsehen übernommen.13

Die Möglichkeiten Zeitungen weitergehend zu kategorisieren sind vielfältig. So kann bspw. nach Erscheinungsgebiet (lokal, regional, überregional), nach Erscheinungshäufigkeit (täglich, wöchentlich) sowie nach Vertriebsweise (Straßenverkauf, Abonnements, Gratis) unterschieden werden. Auch eine Charakterisierung nach dem journalistischen Anspruch, den Eigentumsverhältnissen, der weltanschaulichen bzw. politischen Ausrichtung oder dem Kreis der Adressaten ist möglich.14

Die regelmäßig erhobenen Daten bezüglich der Mediennutzung zeigen, dass Zeitungen eine enorme Reichweite in der Bevölkerung besitzen. Allein die Tageszeitungen erreichen täglich 44% der Personen ab 14 Jahren. Obwohl die Reichweite und auch die entsprechende Nutzungsdauer seit den 1980er Jahren kontinuierlich rückläufig sind, kann nicht ohne weiteres von einem generellen Bedeutungsverlust gesprochen werden. So werden Tageszeitungen seitens der Befragten, im Vergleich mit Hörfunk, Fernsehen und Internet, unverändert als am glaubwürdigsten, anspruchsvolls ten, sachlichsten und kritischsten beschrieben. Es kann somit angenommen werden, dass die Rezipienten dem Medium der Zeitung auch heutzutage einen hohen Stellenwert einräumen.15

Der ehemalige dpa-Redakteur Manfred Steffens formulierte 1971, dass der Zeitungsleser „ … von über 99 Prozent allen Geschehens auf diesem Erdball [nichts] erfährt, weil es einfach nicht zur Kenntnis der Presse gelangt16. Zeitungsredaktionen versuchen natürlich dem von Steffens formulierten Umstand entgegenzusteuern . Sie engagieren hierfür bspw. Korrespondenten und bedienen sich verschiedenster Nachrichtenund Presseagenturen wie dpa, dapd (vormals ddp) oder Reuters. Von den schließlich in den Redaktionen ankommenden Informationen ‚schafft‘ es allerdings wiederum nur ein kleiner Teil als Nachricht bis zum Leser, da die Masse an Informati onen als „ … zu unbedeutend, zu fragmentarisch, zu polemisch oder – nach den jeweils herrschenden Vorstellungen – zu unsittlich …17 eingestuft wird.18

Bevor jedoch eine Information dem Leser, in Form eines Artikels, abgedruckt zur Verfügung gestellt wird, erfolgt die redaktionelle Bearbeitung. Im Rahmen der journalistischen Sorgfaltspflicht trägt der Journalist hierbei eine hohe Verantwortung, da nach Bracker (2011) „… jede journalistische Darstellung möglichst vollständig und möglichst wahrheitsgetreu sein sollte. […] Um einer Information einen sogenanntenob j e ktiven Anschein“ zu geben, muss sie als Meldung, Nachricht, Bericht streng von jeglicher Meinungsäußerung (bspw. Kommentar, Glosse, d. Verf.), getrennt werden19. Der inhaltliche Aufbau hängt maßgeblich von der gewählten Darstellungsform ab. So werden in einer Meldung meist nur vier W -Fragen (Wer, Was, Wo, Wann) beantwortet. In der umfangreicheren Nachricht wird üblicherweise zusätzlich auch das ‚woher‘ darlegt und der wiederum umfangreichere Bericht geht im Allgemeinen auf insgesamt sieben W-Fragen (Wer, Was, Wo, Wann, Woher, Wie und Warum) ein. Die Reihenfolge der einzelnen W-Fragen ist hierbei nicht zwingend festgelegt, sondern ordnet sich inhaltlich dem ‚Pyramidenprinzip‘ unter. Dies bedeutet, dass bspw. bei einer Nachricht die wichtigsten Sätze (dementsprechend bei einem Bericht die wichtigsten Absätze) am Anfang stehen und die Wichtigkeit zum Ende hin abnimmt. Neben der immer vorhandenen Überschrift werden weitere Elemente, wie bspw. Vorspann, Untertitel, Infografiken, Bilder oder auch stilistische Mittel eingesetzt um zusätzliche Informationen zu transportieren und vor allem auch auch die Attraktivität des Artikels zu unterstützen.20

In den nachfolgenden Abschnitten (2.3. und 2.4.) werden zunächst die beiden Tageszeitungen ‚taz‘ und ‚WELT‘ vorgestellt, bevor im Abschnitt 2.5. eine Gegenübe rstellung erfolgt.

2.3. taz.die tageszeitung

‚Die Tageszeitung‘ (Eigenschreibweise: taz.die tageszeitung bzw. in Kurzform: taz) ist eine überregionale Tageszeitung, wurde im Januar 1978 als linksalternatives, unabhängiges Zeitungsprojekt gegründet und ist bis zum heutigen Tage keiner verlegerischen Einflussnahme unterworfen. Am 27. September 1978 wurde die erste Nullnummer der taz veröffentlicht, die damals noch in Frankfurt a. M. produziert wurde. Nach der Veröffentlichung weiterer Nullnummern und eines Umzugs der Zentralredaktion nach Westberlin, begann am 17. April 1979 die tägliche Veröffentlichung der taz (bis Oktober 1983 Mo-Fr, danach Mo-Sa). Die Startauflage lag bei 63.000 Exemplaren, wovon rund 20.000 verkauft wurden. Im Laufe der 1980er Jahre konnte die taz ihren Bekanntheitsgrad und auch ihre Auflage enorm steigern, was unter anderem durch teils spektakuläre Aktionen (bspw. Fälschung des SED-Zentralorgans „Neues Deutschland“) gelang. Als in Folge der Wiedervereinigung im Jahr 1991 die Berlin-Förderung entfiel, geriet die Zeitung, trotz ihrer damals mehr als 30.000 Abonnenten, in existenzbedrohende finanzielle Schwierigkeiten. Nach einer internen Zerreißprobe im Rahmen der Krisenbewältigung wurde das bis heute bestehende Genossenschaftsmodell beschlossen und im Jahr 1992 die taz-Genossenschaft gegründet. Hierdurch konnte insbesondere eine Fremdkapitalbzw. Investorenlösung verhindert und somit die Unabhängigkeit der taz bewahrt werden. Im Jahr 2011 verkaufte die taz durchschnittlich über 53.000 Exemplare, hatte über 44.000 Abonnenten und erreichte 388.000 Leser pro Ausgabe.21

Politisch bezeichnet sich die taz selbst als vollkommen unabhängig und legt dies auch in ihrem Redaktionsstatut fest.22 Allerdings wird die taz häufig in das politische Spektrum der Bundesrepublik eingeordnet und als ‚links’ bzw. ‚linksalternativ’ bezeichnet. Dies entspricht zum einen den selbstpropagierten Ursprüngen als auch der Parteipräferenz der täglichen Abonnenten, die sich in einer Leserbefragung im Jahr 2011 zu 97% als Wähler der Grünen/Bündnis 90, SPD, Die Linke oder der Piratenpa rtei bezeichneten.23 Ferner ist anzumerken, dass nach Jürgen Wilke (1998), sich jede Zeitung politisch in der Gesellschaft positioniert, was der taz mit Blick auf die Parteipräferenz in der Leserbefragung (obgleich mit deren Ergebnissen natürlich kritisch umgegangen werden sollte) auch gelungen ist.24

Hervorzuheben ist, dass im Redaktionsstatut der taz eindeutig formuliert ist, dass „ … die Redaktion die Zeitung frei und selbstständig [gestaltet]25. Es werden somit keine Leitlinien durch den Herausgeber (der taz-Genossenschaft) vorgegeben, wie es bspw. bei der FAZ geschieht.26 Ferner werden bei der taz seitens der Chefredaktion auch keine Vorgaben gemacht, durch die ein Redakteur gezwungen wird „ … beim Schreiben eine andere Meinung als die eigene zu vertreten oder gegen die eigene Überzeugung zu bebildern oder zu schreiben27. Obgleich in Konfliktfällen die Chefredaktion, welche auch rechtlich den redaktionellen Teil der Zeitung zu verantworten hat, die letzte Entscheidung trifft, werden Minderheitsmeinungen in der taz explizit Raum eingeräumt (bspw. in Kommentaren).28

Das Selbstverständnis der taz, welches für den Rezipienten zuvorderst durch die täglichen Veröffentlichungen erfahrbar wird, gibt neben journalistischen Qualitätskriterien29 maßgeblich vor, wie die Redaktion Themen bearbeitet, als Nachrichten konstruiert und schlussendlich veröffentlicht. In ihrem Selbstverständnis definiert sich die Redaktion der taz zuvorderst als unabhängig. Diesbezüglich wird ausdrücklich jede Einflussnahme durch politische Parteien, einzelne Personen, Unternehmen oder von jeder anderen Gruppe zurückgewiesen. Weiterhin setzt sich die Redaktion für eine kritische Öffentlichkeit ein und engagiert sich für die Menschenrechte sowie gegen jede Form von Diskriminierung. In ihrer Berichterstattung verpflichtet sich die Redaktion zur Wahrheitstreue und „ … widersteht dem Druck der Stereotype und des sprachlichen und thematischen Konformismus30.31

2.4. DIE WELT

Die überregionale Tageszeitung die WELT (Eigenschreibweise: DIE WELT) wurde im Herbst 1945 in Hamburg gegründet und erschien erstmalig am 02. April 1946. Sie wurde nach dem Vorbild der Londoner Times konzipiert, war ein offizielles Blatt der britischen Militärregierung und erschien dreimal pro Woche. Die Redaktion bestand ausschließlich aus deutschen Journalisten, die allerdings permanent von britischer Seite überwacht wurden. Auf die Frage, ob die WELT eine deutsche Zeitung sei oder ein Organ der britischen Militärregierung, antwortete der verantwortliche Presseoffizier McRitchie im Jahre 1948: „ Die Welt ist eine britisch kontrollierte deutsche Zeitung. Sie soll dem Leser die Gelegenheit bieten, sich eine eigene Meinung über die Ereignisse in der Welt zu bilden 32 “. Im Februar 1949 erreichte die WELT nach eigenen Angaben eine Rekordauflage33 von 1,05 Mill. Exemplaren. Nach Inkrafttreten des Grundgesetzes entfiel der Lizenzzwang für Zeitungen und die Konkurrenz auf dem Zeitungsmarkt nahm stark zu. Bis zum Januar 1950 war die Auflage auf weniger als 300.000 Exemplare gesunken und die Verlagsgesellschaft der WELT, zu der auch die ‚Das Neue Blatt‘ und die ‚WELT am SONNTAG‘ gehörten, war hoch defizitär. Im Mai 1952, nachdem mehrere hunderttausend D-Mark an Schulden aufgelaufen waren, entschied der Gesellschafter des Verlags (der britische Staat), dass die gesamte Gesellschaft als Paket verkauft werden soll. Der Axel Springer Verlag setzte sich mit seinem Gebot schlussendlich und mit Unterstützung Konrad Adenauers gegenüber den Mitbie tern UllsteinVerlag und Deutscher Gewerkschaftsbund durch. Mit dem Kauf erhielt der AxelSpringer-Verlag eine „ überregionale Qualitätszeitung34, die bisher im Verlagsportfolio fehlte. Ab diesem Zeitpunkt kann Manfred Görtemaker (1999) zufolge auch von einem ‚großen‘ Pressekonzern in Bezug auf den Axel-Springer-Verlag gesprochen werden. Die Zentralredaktion der WELT ist seit dem Jahr 1993 in Berlin ansässig, nachdem sie zwischenzeitlich von Hamburg nach Bonn umgezogen war. Im Jahr 2011 betrug die verkaufte Auflage der ‚WELT Gesamt‘35 durchschnittlich 250.000 Exemplare, wobei die Reichweite mit 844.000 Lesern angegeben wurde.36

Die politische Richtung der WELT wird heutzutage als bürgerlich-konservativ beschrieben, wobei darauf hingewiesen sei, dass die Zeitung erst im Zuge der Politisierung Axel Springers diese Ausrichtung erhielt. Inhaltlich hat die WELT, getreu ihrem Motto „ DIE WELT GEHÖRT DENEN, DIE NEU DENKEN37 den Anspruch ihre Leser von Montag bis Samstag umfassend über das Weltgeschehen zu informieren. Der herausgebende Verlag selbst porträtiert die WELT wie folgt: „ DIE WELT konzentriert sich auf das, was die Stärke einer modernen Tageszeitung ausmacht: auf das geschriebene Wort. Mehr große Themen, hintergründiger recherchiert und ausführlicher komme ntiert – Zeitung, wie sie heute sein muss38.39

Die Grundlage der publizistischen Ausrichtung der WELT bilden die fünf g esellschaftspolitischen Unternehmensgrundsätze des Axel Springer Verlags. Diese wurden im Jahr 1967 von Axel Springer formuliert und nach der deutschen Wiederverein igung 1990 geändert sowie 2001 ergänzt. Der Verlag selbst tituliert die Unternehmen sgrundsätze auch als ‚Unternehmensverfassung‘. Die Grundsätze im Einzelnen:40

1. Das unbedingte Eintreten für den freiheitlichen Rechtsstaat Deutschland als Mitglied der westlichen Staatengemeinschaft und die Förderung der Einigungsb emühungen der Völker Europas.
2 . Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen, hierzu g ehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes.
3 . Die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika.
4 . Die Ablehnung jeglicher Art von politischem Totalitarismus.
5 . Die Verteidigung der freien sozialen Marktwirtschaft.41

Die redaktionelle Arbeit bei der WELT orientiert sich neben den vorgestellten gesellschaftspolitischen Grundsätzen maßgeblich an den „ Leitlinien der journalistischen Unabhängigkeit bei Axel Springer42. Diese wurden im Jahr 2003 in Kraft gesetzt und sollen die journalistische Unabhängigkeit der Redakteure sichern. In den Leitlinien werden u.a. die publizistischen Grundsätze des Pressekodex anerkannt und die Chefredakteure verpflichtet deren Einhaltung im Tagesgeschäft durchzusetzen. In den B ereichen ‚Werbung‘, ‚private und geschäftliche Interessen‘ sowie ‚Umgang mit Quellen‘ werden die Vorgaben des Pressekodex ferner konkretisiert und erweitert.43

Im für die Redaktion der WELT verbindlichen Katalog sozialer Standards macht die Axel Springer AG weitere Vorgaben zu Themen wie bspw. Rechtstreue, Kinder und Jugendschutz sowie Chancengleichheit. In Bezug auf letzteres wird von den Redakteuren explizit „ Respekt vor der Meinung anderer…44 eingefordert sowie Diskriminierung jeder Art verurteilt. Beachtenswert ist der Katalog jedoch nicht nur wegen der darin enthaltenen sozialen Standards sondern insbesondere wegen seiner Präambel. In dieser beschreibt der Verlag u.a. seine zentralen Werte (Integrität, Kreativität, Unternehmertum), den Mittelpunkt seiner Arbeit (Leser, Geschäftspartner, Aktionäre) und ein unternehmerisches Ziel: Die Sicherung der „… wirtschaftlichen Unabhängigkeit und […] Zukunft unseres Unternehmens45. An anderer Stelle konkretisiert der Verlag seine strategischen Prioritäten: „ Marktführerschaft im deutschsprachigen Kerngeschäft sowie Internationalisierung und Digitalisierung des Kerngeschäfts46.47

2.5. Gegenüberstellung von taz und WELT

Zum Abschluss der Vorstellung des Untersuchungsmediums erfolgt in diesem Abschnitt eine Gegenüberstellung der beiden Tageszeitungen mit dem Ziel, wesentliche Unterschiede und Ähnlichkeiten herauszustellen. Hierzu werden sowohl bereits berührte Themenbereiche herangezogen als auch neue Gesichtspunkte vorgestellt. Für die beiden Tageszeitungen werden diesbezüglich die folgenden Aspekte betrachtet: Auflage und Reichweite, Leserschaft, Ressorts, Preisund Abonnementsgestaltung, Werbung sowie journalistische Positionierung.

Die verkaufte Auflage und die Reichweite der beiden Tageszeitungen unterscheiden sich deutlich. Während die taz im Jahr 2011 im Durchschnitt rund 53.000 Exemplare verkaufte und 388.000 Leser pro Ausgabe erreichte, konnte die WELT im selben Zeitraum rund 250.000 Exemplare absetzen und erreichte 844.000 Leser. Zur besseren Einordnung der Zahlen sei allerdings darauf hingewiesen, dass der Axel Springer Verlag nur die Zahlen für die ‚WELT Gesamt‘ angibt und die Werte daher nicht direkt vergleichbar sind. Im Bereich der Abonnements zeigt sich ebenfalls ein großer Abstand. Die taz weist für das Jahr 2011 rund 44.000 Abonnenten aus und die WELT rund 110.000. Betrachtet man im Bereich der Abonnements jedoch den Anteil der Abonnements an der Gesamtauflage und nicht die absoluten Zahlen, dann ist die taz im Vorteil. Denn sie setzt über 80% ihrer Exemplare über den vorteilhaften48 Weg der Abonnements ab, während die WELT lediglich rund 45% Abonnement-Auflage erreicht, was gleichzeitig deutlich unter dem Durchschnitt der deutschen Tageszeitungen mit rund 70%49 liegt.50

Auch im Bereich der soziodemografischen Merkmale der Leserschaft unterscheiden sich die beiden Tageszeitungen deutlich. So ist bspw. das Geschlechterverhältnis unter den taz-Lesern nahezu ausgeglichen (♂ 52%; ♀ 48%), während die WELT von deutlich mehr Männern (62%) als Frauen gelesen wird (38%). Die dominierende Altersgruppe in der Leserschaft ist bei beiden Zeitungen die Gruppe der 40bis 49-Jährigen (taz: 20%; WELT: 22%). In der Betrachtung aller Altersgruppen zeigt sich jedoch, dass die Leserschaft der WELT im Durchschnitt jünger ist als die der taz. Weiterhin haben WELT-Leser im Durchschnitt einen höheren Bildungsabschluss, eine höhere berufliche Position und ein höheres Haushaltssowie Individualeinkommen als taz-Leser. In Bezug auf die geografische Verteilung der Leserschaft gibt es sowohl Gemeinsamkeiten als auch deutliche Unterschiede. So stammen bei beiden Zeitungen rund 25% der Leserschaft aus Nielsen I (NI, SH, HH, HB), jeweils rund 10% aus Nielsen IIIa (HE, RP, SL) und IV (BY) sowie 3% aus Nielsen VII (SN, TH). In den restlichen Gebieten gibt es teils deutliche Unterschiede: In Nielsen II (NW) sind 29% der WELTLeser wohnhaft und nur 12% der taz-Leser, in Nielsen IIIb (BW) leben 6% der WELTLeser und 19% der taz-Leser und in Nielsen V+VI (BE, BB, MV,ST) sind 15% der WELT-Leser und 24% der taz-Leser ansässig.51

Im Bereich der Ressorts weisen beide Tageszeitungen weitreichende Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede auf. Gemeinsam haben taz und WELT, dass sie die Ressorts: Politik, Wirtschaft, Inland, Ausland, Feuilleton und Sport thematisch unterscheiden. Einige Themengebiete werden hierbei unterschiedlich benannt, so tituliert die taz den Sportteil als ‚Leibesübungen‘, den Wirtschaftsteil als ‚Wirtschaft und Umwelt‘ und das Feuilleton als ‚Gesellschaft und Kultur‘. Besonders hervortretende Unterschiede sind der umfangreiche Finanzteil und das ‚Forum‘ der WELT sowie die Satireseite ‚Die Wahrheit‘ und das Ressort ‚Schwerpunkt‘ der taz.52

Die taz kostet im Straßenverkauf 1,30€ und das Standardabonnement (MoSa) 37,90€ pro Monat inklusive Versand. Die entsprechenden Preise der WELT betragen 2,00€ für den Einzelverkauf und 42,90€ für das Abonnement. Ein wesentlicher Unterschied im Bereich der Preisund Abonnementsgestaltung ist das ‚SolidaritätsPrinzip‘ der taz. Demzufolge entscheidet jeder Abonnent selbst und ohne Nachweis, ob er den Standardpreis, einen ermäßigten Preis von 23,90€ oder einen „ P o li t i schenPreis53 von 45,90€ entrichten möchte bzw. kann. Eine vergleichbare Vergünstigung ist bei der WELT nur für Schüler, Studenten sowie Auszubildende und nur gegen Nachweis möglich. Ein e-Paper Abonnement kostet für die WELT monatlich 24,99€ und bei der taz zwischen 11,95€ und 30€, da auch hier das vorgestellte Preis System angewandt wird.54

Werbeeinnahmen sind für Tageszeitungen bedeutende Einnahmequellen. Zur Generierung von Werbeeinnahmen offerieren taz und WELT verschiedene Werbeformen, wie Anzeigen, Beilagen aber auch Onlinewerbung auf den eigenen Webseiten. Die Angebotspalette der beiden Tageszeitungen kann hierbei als vergleichbar bezeichnet werden. Ebenfalls vergleichbar ist die Vielfalt an frei verfügbaren Informationen mit der potentielle Werbepartner vom eigenen Angebot überzeugt werden sollen. Beide Zeitungen präsentieren diesbezüglich online verschiedenste Mediadaten und ihre Konditionen im Detail. Unterschiede sind hingegen bei den jeweiligen Preisen für Werbung feststellbar. Beispielsweise kostet eine Anzeige ‚1/3 Seite Eckfeld‘ bei vergleichbaren Parametern in der taz rund 4.500€ und in der WELT über 19.000€. Im Verhältnis zur Auflage ist die Anzeige in der taz allerdings etwas teurer als in der WELT. Das gleiche Bild zeigt sich bei den Prospektbeilagen, auch hier ist die taz je nach Gewicht der Beilage 6 bis 12% teurer als die WELT.55

Als Resümee der bisherigen systematischen Gegenüberstellung in diesem Abschnitt, sowie unter Berücksichtigung der vorhergehenden Abschnitten 2.3. und 2.4., kann festgehalten werden, dass taz und WELT sich in einigen Gesichtspunkten deutlich unterscheiden und in anderen durchaus vergleichbar sind. Wesentliche Unterschiede sind bspw. in Bezug auf Entwicklung, politischer Ausrichtung und Verbreitung festgestellt worden. Gemeinsam haben hingegen beide Zeitungen, dass sie sich als qualitativ hochwertig positionieren und die Redaktionen jeweils ausdrücklich ihre journalistische Unabhängigkeit sowie die publizistischen Grundsätze des Pressekodex betonen.56

3. Theoretische Grundlagen

Im folgenden Kapitel werden als theoretische Grundlage zuvorderst konstruktivistische Perspektiven in 3.1. eingeführt. Hierbei wird u.a. auf den Aspekt der Wirklichkeitskonstruktion sowie auf das Kommunikationsmodell zum Erkenntnisprozess von Siegfried J. Schmidt eingegangen. Darauffolgend werden in 3.2. mit der ‚Kommunikatorforschung‘ sowie der ‚Rezeptionsund Medienwirkungsforschung‘ ausgewählte Objektbereiche vorgestellt, in denen konstruktivistische Annahmen Verwendung finden. Zum Abschluss dieses Kapitels wird in 3.3. auf die journalistische Konstruktion von Wirklichkeit eingegangen.

3.1. Konstruktivistische Perspektiven

Der Konstruktivismus ist „ kein einheitliches Theoriegebäude57 sondern „ ein vielfältiger und vielstimmiger Diskurs mit vielen möglichen Positionen und Splitterfraktionen58. Schmidt (2000) stellt heraus, dass es ‚den einen‘ Konstruktivismus nicht gibt, vielmehr gibt es Vertreter des ‚realistischen Konstruktivismus‘, des ‚konstruktiven Realismus‘ oder des ‚interaktionistischen Konstruktivismus‘. Ferner kann zwischen ‚Erlanger‘ und ‚Siegener Konstruktivismus‘ unterschieden werden, sowie zwischen konstruktivistischen Perspektiven die sich als naturalistische Neurobiologie oder als Kulturalismus verstehen.59

Im Sinne einer primären analytischen Differenzierung, unterscheidet Weber (2002) zwischen Konstruktivismen naturalistischer und kulturalistischer Ausprägung: „ N a t u r a li stische Konstruktivisten beschäftigen sich mit der Konstruktion von Wirklichkeit via Wahrnehmung, Gehirn, Bewusstsein oder Kognition; kulturalistische Konstruktivisten beschäftigen sich mit der Konstruktion von Wirklichkeit via Sprache, Kommunikation, Medien, Kultur und Gesellschaft.60 Eine Thematik die im konstruktivistischen Diskurs besonders intensiv behandelt wird, ist der Versuch einer Überwindung des ‚naturalistischen Fehlschlusses‘ des biologischen Konstruktivismus. Unter ‚naturalistischem Fehlschluss‘ kann diesbezüglich insbesondere die problematische Übertragung neurobiologischer Ergebnisse auf kulturelle Prozesse verstanden werden, was nach derzeitigem Forschungsstand jedoch nur ansatzweise bzw. reduziert möglich ist. Im weiteren Verlauf der Betrachtung wird vorrangig der kulturalistische oder auch ‚soziokulturelle‘ Konstruktivismus thematisiert.61

Unter der Maßgabe eine möglichst schlichte und gleichwohl treffende B egriffsbestimmung zu geben, kann Konstruktivismus „ … als eine Theorie darüber verstanden werden, wie eine Instanz / ein Ort / ein Einheit X eine Wirklichkeit Y oder me hrere Wirklichkeiten Y 1 – Y n he r vorbringt (aufbaut, erzeugt, zusammensetzt)62. Das Beobachtungsinteresse gilt hierbei vorrangig den Verfahrensweisen der jeweiligen Instanz X und weniger den Eigenschaften der Wirklichkeit Y: „ »Was-Fragen« werden durch »Wie-Fragen« ersetzt, der epistemologische Prozess des Werdens ersetzt die ontologische Suche nach dem Sein63.64

Auf der theoretischen Ebene kann die wirklichkeitsgenerierende Instanz X „... ein Interface, eine »Schnittstelle«, ein Medium (ein »In-Between«) oder eben ein System sein, womit sich Konstruktivismus und Systemtheorie in einer »konstruktivistischen Systemtheorie« treffen65. Betrachtet man die praktische Ebene, dann werden als wirklichkeitsgenerierende Instanzen das Bewusstsein, das Gehirn, das Ich, die Wahrnehmung, das Nervensystem, die Kognition, die Kultur, der Text, die Sprache, die Ko mmunikation, die Gesellschaft als Ganzes oder auch ein Teilbereich (bspw. Medien) b eobachtet. In Bezug auf die Art der Wirklichkeitskonstruktion wird folglich von subjektiver, kognitiver, kultureller, sprachlicher, kommunikativer, sozialer oder medialer Konstruktion von Wirklichkeit gesprochen.66

Während für Realisten die Wirklichkeit zwingend vor der Abbildungsinstanz steht, ist es für Konstruktivisten genau andersherum: zuvorderst die Konstruktionsinstanz und danach die Wirklichkeit als Resultat der Konstruktionsleistung. Der ‚B eobachter‘, wie die Wirklichkeitserzeugende Instanz im Konstruktivismus meist bezeichnet wird, beobachtet die Umwelt mittels Unterscheidungen, die er generiert und bezeichnet. Hierdurch wird eine Wirklichkeit erschaffen die jeweils beobachterabhängig ist. Da der Beobachter regelmäßig nicht allein beobachtet sondern meist mehrere Beobachter jeweils unterschiedliche Resultate generieren, müssen diese untereinander koordiniert und abgestimmt werden. Die einzelnen Beobachtungen müssen dabei untereinander das Kriterium der Viabilität erfüllen.67

Das bislang wohl ausdifferenzierteste konstruktivistische Modell wurde in den 1990er Jahren von Siegfried J. Schmidt entwickelt. Sein Kommunikationsmodell zum Erkenntnisprozess hat, Weber (2003) zufolge, im medienkulturellen Konstruktivismus bis heute einen standardmodellartigen Charakter inne. Der Ansatzpunkt für die Entwicklung von Schmidts Kommunikationsmodell war Luhmanns kategoriale Trennung von Kognition und Kommunikation68. Für Schmidt stellte sich die Frage, wie Kommunikation überhaupt gelingen könnte, wenn (gemäß der kategorialen Trennung) Denken und Sprechen nebeneinander her verlaufen ohne sich zu erreichen69. Schmidt beantwortet diese Frage, indem er mit ‚Medien‘ und ‚Kultur‘ zwei weitere Instanzen in sein Modell einfügte und somit einen Kreislauf kreierte: „ Wirklichkeit entsteht im zirkulären Kreislauf von Kognition, Kommunikation, Medien und Kultur, wobei Kognition und Kommunikation via Medien strukturell gekoppelt werden und diese Kopplung in ein Kulturprogramm eingebettet ist70. Die Wirklichkeit wird hierbei durch die vier zirkulär vernetzten Instanzen nicht mimetisch (abbildend, nachahmend) sondern poietisch (konstruierend, produzierend) hervorgebracht.71

3.2. Empirische Anwendungen

Mit der ‚Kommunikatorforschung‘ sowie der ‚Rezeptionsund Medienwirkungsforschung‘ sollen in diesem Abschnitt zwei Objektbereiche vorgestellt werden, in denen konstruktivistische Annahmen Verwendung finden.

Konstruktivistische Annahmen spielen im Bereich der Kommunikatorforschung keineswegs erst seit den bekannten Fälschungsfällen von Konrad Kujau oder Michael Born (vgl. hierzu auch 3.3.) eine Rolle. Auch lässt sich der Konstruktionsbegriff nicht auf Inszenierung oder Fälschung reduzieren, „ … sondern setzt viel grundlegender an, a l so vor der (sozialen) Entscheidung, ob eine Konstruktion als wahr oder falsch, legitim o d e r illegitim, passend oder unpassend angesehen wird72. Beginnend mit Walter Lippmann (1922) kann die lange Tradition des antirealistischen Denkens bis in die 1920er Jahre zurückverfolgt werden. Galtung und Ruge (1965) schlossen an Lippmanns Konzept des Nachrichtenwertes an und bauten es zur Nachrichtenwert-Theorie aus. In den 1970er Jahren wurde das Spektrum durch Winfried Schulz (1976) mit der Einbeziehung konstruktivistischer Perspektiven bedeutend erweitert sowie theoretisch neu ausgerichtet. Zu Beginn der 1990er Jahre setzte schließlich in den Medienund Kommunikationswissenschaften die Rezeption des radikalen Konstruktivismus ein (vgl. Funkkolleg ‚Medien und Kommunikation‘73 ). Weitere systematische konstruktivistische Arbeiten wurden in den 1990er Jahren ferner auch zur Werbung (bspw. Schmidt/ Spiess 1996; Tropp 1997) und PR (bspw. Kückelhaus 1998) vorgelegt.74

Auch im zweiten Objektbereich der in diesem Abschnitt beleuchtet werden soll, der Rezeptionsund Medienwirkungsforschung, finden konstruktivistische Annahmen zunehmend Verwendung. In der konstruktivistischen Mediengattungstheorie wird von Medienhandlungsschemata ausgegangen, mittels derer Medienangebot und Mediennutzung miteinander verbunden werden. Die Medienwirkung wird hierbei „… nicht auf die Wirkung manifester Inhalte auf die kognitive und kommunikative Verarbeitung reduziert, sondern ergänzt um die Wirkungen, die aus technisch-medialen Dispositiven resultieren75. Hieran anknüpfend unterscheidet Schmidt (2000) die Wirkungspotenziale nach: semantisch, manifest und dispositiv-strukturell, wodurch er sozialund kulturwissenschaftliche Perspektiven integriert.76

In modellogischer Hinsicht wurde dem klassischen Stimulus-Response-Modell mit seinen Annahmen (Kausalität, Proportionalität und Transitivität) durch Merten (1994) ein trimodales Wirkungsmodell entgegengesetzt. Er geht davon aus, dass die klassischen Annahmen falsch seien und stellt ihnen die Prinzipien der Systemizität (vs. Transitivität), Selektivität (vs. Proportionalität) und Reflexivität (vs. Kausalität) gegenüber. Im Gegensatz zum Stimulus-Response-Modell wird die Wirkung in seinem trimodalen Modell nicht mehr ausschließlich am Stimulus, „ …sondern an insgesamt drei B ü n de l n von Wirkfaktoren festgemacht: 1) An der Aussage des Mediums selbst (Text) und an den Variablen des 2) internen und 3) externen Kontextes77. Merten hebt die prinzipielle Trennung von Rezipient, Medium und Kontext auf und setzt diese stattdessen in ein relationales Verhältnis. Demgemäß ist Wirkung nach Mertens ein relationales Konstrukt, welches durch den Rezipienten aus seinen Erfahrungen, dem Informat ionsangebot und den situationalen Kontexten konstruiert wird.78

Die verbindende Gemeinsamkeit konstruktivistischer Medienforschung besteht nach Weber in dem Versuch, die Fragestellung nach dem Realitätsgehalt der medialen Darstellungen zu ersetzen durch die Analyse der Konstruktionsmodi: „ Nicht mehr der Vergleich zwischen Medienrealität und medienexterner Realität, sondern die gleichsam intermediale Analyse verschiedener Medienwirklichkeiten steht im Zentrum. Das forschungsleitende Interesse ging von der Suche nach Authentizität und Faktizität (oder zumindest: Adäquatheit) der Berichterstattung im Vergleich zu »Realitätsindikatoren« über zu innermedialen Realitätstests: Warum konstruiert Medium A seine (erfolgreiche, » viable«) Wirklichkeit A‘ und Medium B seine (erfolgreiche, »viable«) Wirklichkeit B‘?79 Weber zu Folge werden also nicht Medienrealität und Realität verglichen, sondern Medienund Rezipientenwirklichkeiten untereinander.80

3.3. Die journalistische Konstruktion von Wirklichkeit

In diesem Abschnitt werden Aspekte der journalistischen Konstruktion von Wirklichkeit thematisiert. Hierfür werden Nachrichtenregeln, Nachrichtenstile und -Routinen sowie weitere ausgewählte Faktoren, die sich maßgeblich auf die journalistische Konstruktion von Wirklichkeit auswirken können, beleuchtet.

Unter dem Aspekt der Nachrichtenregeln werden nach Stefan Frerichs (2000 u. 2006) grundlegende Vorgaben verstanden, nach denen die journalistische Nachrichtengestaltung erfolgen sollte. Diese Regeln sind einerseits in der journalistischen Fachliteratur81 aufgeführt und werden andererseits durch redaktionsinterne Vorgaben82 ergänzt bzw. konkretisiert. Gaye Tuchmann (1978) führt fünf Vorgehensweisen (Nachrichtenregeln) an, mittels derer Nachrichten ‚objektiviert‘ werden können: „ Erstens die Gegenüberstellung sich widersprechender Standpunkte, zweitens die Stützung von Aussagen durch Tatsachen, drittens die Abgrenzung von eigenen und fremden Aussagen, viertens die Gliederung von Informationen in einer bestimmten Anordnung sowie fünftens die Trennung von Nachrichten und Kommentaren83.84 Nachfolgend werden die einzelnen Nachrichtenregeln kurz erläutert:

1. Die ‚Gegenüberstellung sich wiedersprechender Standpunkte‘ wird durch die Wiedergabe mehrerer verschiedener Aussagen zu einem Thema gewährleistet und dient vorrangig der Vermeidung einseitiger Berichterstattung.
2. Die ‚Stützung von Aussagen durch Tataschen‘ dient der Prüfung von Aussagen.
Liegen keine nachprüfbaren Tatsachen für eine Aussagenbestätigung vor, kann ersatzweise auch auf mehrere glaubwürdige Quellen oder unabhängige Expertenmeinungen zurückgegriffen werden. Durch die Heranziehung mehrerer Quellen oder Expertenmeinungen können allerdings auch widersprüchliche Standpunkte zu Tage gefördert werden.
3. Die ‚Abgrenzung von eigenen und fremden Aussagen‘ dient der formalen Differenzierung zwischen Aussagen des Berichterstatters und Aussagen von And eren. Hierzu wird bspw. direkte und indirekte Rede, sowie in Bezug auf letztere der grammatische Konjunktiv, verwendet.
4. Die ‚Gliederung von Informationen in einer bestimmten Anordnung‘ erfolgt üblicherweise nach dem sog. Pyramidenprinzip (Konkreter: Prinzip einer umgekehrten Pyramide). Es beschreibt, dass die wichtigsten Informationen am Beginn eines Textes stehen und die Informationsbedeutung bzw. -Wichtigkeit in der Folge stetig abnimmt. Durch das Pyramiden-Prinzip ist eine nahezu beliebige Kürzung, bspw. eines Texte oder eines Hörfunkbeitrags, vom Schluss her möglich, ohne dabei die Kerninformationen zu verlieren.
5. Die ‚Trennung von Nachrichten und Kommentaren‘ dient der Differenzierung von tatsachenvermittelnden und meinungsäußernden Beiträgen. Die Trennung erfolgt in der Regel durch eine explizite Kenntlichmachung meinungsäußernder Beiträge oder durch deren Einordung in die entsprechenden Ressorts.85

Hinsichtlich des Nachrichtenstils führt Frerichs aus, dass die journalistische Darstellung einen möglichst sachlichen Sprachstil anstreben sollte: „ Dieser Nachrichtenstil zeichnet sich im Idealfall durch eine einfache Wortwahl, einen knappen Satzbau und eine übersichtliche Satzfolge aus86. Hierdurch (sowie mittels Einhaltung der Nachrichtenregeln) soll zum einen journalistische Objektivität erreicht werden und zum anderen wird angestrebt, dass die Informationen auch von weniger gebildeten Rezipienten verstanden werden können. Eine einfache Wortwahl zeichnet sich diesbezüglich dadurch aus, dass bspw. auf vermeidbare Fremdwörter, zusammengesetzte Substantive, Floskeln, Metaphern und Euphemismen verzichtet wird. Ein knapper Satzbau vermeidet bspw. doppelte Verneinungen, wertende Adjektive oder unnötige Füllwörter. Eine übersichtliche Satzfolge zeichnet sich dadurch aus, dass bspw. lange und kurze Sätze abwechselnd folgen, inhaltliche Absätze gebildet und Schachtelsätze vermieden werden.87

Neben den ausgeführten Nachrichtenregeln und dem Nachrichtenstil tragen auch Nachrichtenroutinen maßgeblich zur einfachen und einheitlichen Nachrichtenherstellung bei. Anschließend an Teun Adrianus van Dijk (1980) ordnet Frerichs unter Nachrichtenroutinen insbesondere technische Objektivitätsnormen ein. Diese „ erleichtern die journalistische Nachrichtenarbeit vor allem, wenn sie unter Zeitdruck bewältigt werden muss88. Die fünf hauptsächlich von Journalisten bei der Texterstellung angewandten Nachrichtenroutinen lauten hiernach: ‚Auswahl‘, ‚Wiedergabe‘, ‚Zusammenfassung‘, ‚Umstellung‘ sowie ‚stilistische und rhetorische Umformulierung‘ von Ausgangstexten (wie bspw. Korrespondentenberichte, Agenturmeldungen oder Pressemitteilungen). Im Rahmen der Routine der ‚Auswahl‘ von Nachrichten sind vor allem deren Bedeutung und die Glaubwürdigkeit des Quellenmaterials von Wichtigkeit. Bei der Nachrichtenroutine der ‚Wiedergabe‘ werden vorliegende Ausgangstexte komplett oder abschnittsweise wörtlich abgeschrieben bzw. nur geringfügig verändert. Umstände wie Zeitdruck oder ein Mangel an weiteren Informationen begünstigen diese Routine. Im Rahmen der ‚Zusammenfassung‘ werden die wichtigsten Informationen aus umfangre icheren Texten zu einem kürzeren Text verdichtet. Nach Frerichs ist diese Routine eine der Kernaufgaben bei der Nachrichtengestaltung und stellt „ … gewissermaßen eine zweite und abschließende Nachrichtenauswahl89 dar. Die Nachrichtenroutine der ‚Umstellung‘ beschreibt, dass Neuanordnen von Textteilen und geht meist mit anderen Routinen einher. Ein Text wird bspw. dann durch einen Journalisten umgestellt, wenn er die Wichtigkeit einzelner Informationen (und folglich deren Reihenfolge) anders einstuft als im zugrundeliegenden Ausgangstext. Die fünfte und letzte Nachrichtenroutine ist die ‚stilistische und rhetorische Umformulierung‘ von Ausgangstexten. Hierbei werden bspw. Sinnbilder, Gegenüberstellungen sowie Überund Untertreibungen eingesetzt, um die Nachrichtenwirkung zu verstärken oder auch „… insgeheim eine persönliche oder redaktionelle Wertung in die Nachricht90 einzubringen.91

Zusätzlich zu den bisher ausgeführten Aspekten bzgl. der Nachrichtenregeln, dem Nachrichtenstil sowie der Nachrichtenroutinen, sollen im Folgenden weitere ausgewählte Aspekte bzw. Einflussfaktoren vorgestellt werden, die sich maßgeblich auf die journalistische Konstruktion von Wirklichkeit auswirken können. Im Einzelnen betrachtet werden die Aspekte: Selbstreferenzialität, Inszenierung, Fehlzitate, naivrealistische Realitätsbehauptungen, plurale Wirklichkeiten, Zahlenspiele, Übertreibungen und Unschärfen sowie Public-Relations.92

Eine essentielle Eigenschaft der journalistischen Konstruktion von Wirklichkeit ist die Selbstreferenzialität journalistischer Wahrnehmung. In Bezug auf das System Journalismus lässt sich nach Luhmann (2004) nur Erkenntnis gewinnen, wenn zwischen Selbstund Fremdreferenz differenziert wird. Erst durch diese Unterscheidung, nach Selbstund Fremdwahrnehmung, sei ein Erkenntnisgewinn über eigene und fremde Realitätskonstruktionen möglich. Dass die Selbstreferenzialität im Journalismus in Teilen deutlich zunimmt, tritt beispielsweise dann besonders augenfällig zu Tage, wenn ein Medium auf seine eigene Berichterstattung Bezug nimmt93 ohne darauf hinzuweisen, dass die Neuigkeit selbst generiert und anschließend als Nachricht konstruiert wurde.94

Die Inszenierung medialer Konstruktionen tritt in vielfältiger Form und unterschiedlicher Ausprägung auf, von stereotypischer Bildwahl bis hin zu frei erfundenen Quellen oder Interviews. Ein bekanntes Beispiel für eine reine Erfindung sind die gefälschten Hitler-Tagebücher von Konrad Kujau die er im Jahr 1983 an den Stern verkaufte. Eine andere Form der Fälschung produzierte der Fernsehjournalist Michael Born. Er nahm reale Begebenheiten zum Anlass für seine fiktiven Geschichten und inszenierte mit Schauspielern bspw. ein angebliches Treffen des Ku-Klux-Klans in der Eifel. Born gab zu, dass er Realitäten mit Schauspielern inszeniert hat, gab aber ebenso zu bedenken, dass eine manipulationsfreie und objektive Darstellung der Realität kaum möglich sei: „ Schon wenn ein Kameramann, was gängige Praxis ist, einen Passanten auffordert, langsam an der Kamera vorbeizugehen, ist dies eine Manipulation der Wirklichkeit95. Während die Hitler-Tagebücher von Kujau Fälschungen ohne direkte Grundlage sind und auch Borns Filme eine vergleichsweise geringe reale Basis aufweisen, gibt es auch journalistische Darstellung, die zwar eine reale Basis aufweisen, durch gravierende Fehler aber die Realität völlig entstellen. So berichtete der amerikanische Fernsehsender CNN im Juni 1998 über einen vermeintlichen Nervengaseinsatz im Vietnamkrieg. Letztendlich stellte sich jedoch heraus, dass es sich um Tränengas gehandelt hatte und Suggestiv-Fragen, selektive Datenwiedergabe und Fehlzitate zur Falschmeldung führten.96

Fehlzitate bzw. Zitate die aus dem Kontext gerissen werden, stellen Kompositionen mit Realitätsproblemen dar. Hierbei wird im Gegensatz zur direkten Fälschung nicht frei erfunden, sondern eine abweichende Realität ‚komponiert‘ indem die Quelle dekontextualisiert wird. Ferner gibt es auch Kompositionen ohne Realitätsprobleme. Bei diesen ist allen Beteiligten (Produzent, Konsument, Betroffenen) von vornherein klar, dass es sich nicht um direkte Realitätsabbildungen handelt (bspw. offensichtliche Fotomontagen von Prominenten).97

Eine weitere Form der Wirklichkeitskonstruktion sind naiv-realistische Realitätsbehauptungen, wie ‚tatsächlich‘, ‚in Wirklichkeit‘ oder ‚wahrlich‘. Mit ihnen versuchen Autoren eine vermeintliche Objektivität zu vermitteln. Solche Formulierungen werden nach Mitterer (1988) vor allem dann verwendet, wenn zum Zwecke eines objektiven Anscheins, die eigenen subjektiven Aussagen depersonalisiert werden sollen. Naiv-realistische Realitätsbehauptungen sollten daher als mögliche Indikatoren für subjektive bzw. nicht gesicherte Aussagen betrachtet werden.98

Plurale Wirklichkeiten stellen Journalisten bei der Wirklichkeitskonstruktion nicht selten vor ein Dilemma. Auch hochkomplexe Themen mit vielen UrsacheWirkungszusammenhängen, diversen Standpunkten sowie Betroffenen, müssten aus medienethischer Sicht grundsätzlich unter Berücksichtigung aller Einflussfaktoren dargestellt werden. Allerdings erfolgt die Berichterstattung in der Realität oft verkürzt, da Zeitdruck, Formatvorgaben sowie Wettbewerbszwänge häufig eine Reduzierung bedingen und somit nur eine Wirklichkeit von vielen dargestellt werden kann.99

Weitere Faktoren die in ihrer Art und Weise die journalistische Wirklichkeitskonstruktion beeinflussen sind Zahlenspiele, Übertreibungen und Unschärfen. Unter letzterem Punkt lassen sich Ungenauigkeiten, wie bspw. falsche Namensschreibweisen oder Zahlendreher bzw. Umrechnungsfehler einordnen. Zahlenspiele und Übe rtreibungen resultieren hingegen häufig aus interpretierten Statistiken sowie dem anschließenden Versuch hieraus Trends oder Prognosen abzuleiten. Die Fehlerhäufigkeit in diesem Bereich kann durch das Vier-Augen-Prinzip, welches Gramsch (2008) zufolge in allen seriösen Redaktionen gilt, begrenzt werden.100

Die zunehmende Öffentlichkeitsarbeit durch engagierte PR-Agenturen in den Bereichen Wirtschaft und Politik beeinflusst insbesondere auch die journalistische Wirklichkeitskonstruktion. PR-Agenturen verbreiten gezielt Informationen um die Chance zu erhöhen, dass über ihren Auftraggeber in einer gewünschten Art und Weise berichtet wird. Die versendeten Informationen können hierbei direkt zu den Redaktionen gelangen oder über den Umweg der Presseagenturen. Unstrittig ist, dass hierbei ein externes (Teil-)System versucht Einfluss auf den Journalismus zu erlangen, mit dem Ziel planmäßig eigene Wirklichkeiten zur Konstruktion zu bringen.101

In diesem Kapitel hinsichtlich der theoretischen Grundlagen wurde zu Beginn auf konstruktivistische Perspektiven in 3.1. eingegangen. Hierbei wurde u.a. der Aspekt der Wirklichkeitskonstruktion sowie das Kommunikationsmodell zum Erkenntnisprozess von Siegfried J. Schmidt vorgestellt. Hieran anschließend wurden in 3.2. ausgewählte Objektbereiche dargelegt, in denen konstruktivistische Annahmen empirische Verwendung finden. Zum Abschluss des Kapitels wurde in 3.3. auf Aspekte der journalistischen Konstruktion von Wirklichkeit eingegangen, wobei Nachrichtenregeln, -stil, -routinen sowie weitere ausgewählte Einflussfaktoren vorgestellt wurden. Im folgenden Kapitel wird der methodologischen Kontext sowie das empirische Vorgehen dieser Arbeit thematisiert werden.

4. Methodologischer Kontext und empirisches Vorgehen

In der vorliegenden Arbeit werden die empirischen Daten mittels der dokumentarischen Methode ausgewertet. Diesbezüglich wird im ersten Abschnitt dieses Kapitels auf den Kontext der rekonstruktiv-qualitativen Sozialforschung eingegangen und hiermit auf die dokumentarische Methode hingeführt. Die Methode wird daran anschließend in 4.2. im Einzelnen vorgestellt, woran sich die Darstellung des konkreten empirischen Vorgehens für diese Arbeit in 4.3. anschließt.

4.1. Kontext der rekonstruktiv-qualitativen Sozialforschung

Die qualitative Sozialforschung hat sich in den letzten drei Jahrzehnten überaus dynamisch entwickelt und gegenüber ihrem quantitativen Pendant im Forschungsalltag etabliert. Während die quantitative Sozialforschung überwiegend mit standardisierten Daten arbeitet, sozialwissenschaftlich hergeleitete Hypothesen prüft und soziale Phänomene beschreibt, arbeitet die qualitativ-empirische Wissenschaft mit unstandardisierten Daten und zielt auf die Erkundung sowie Erforschung sozialer Sinnstrukturen. Formen der qualitativen Datenerhebung sind hierbei u.a. die Gruppendiskussion, die teilnehmende Beobachtung, das qualitative Interview oder die dialogische Introspektion. Entsprechende Auswerteverfahren sind beispielsweise die Grounded Theory, die objektive Hermeneutik, die qualitative Inhaltsanalyse oder die dokumentarische Methode.102

Viele qualitative Verfahren in der empirischen Sozialforschung (u.a. auch die dokumentarische Methode), weisen Bohnsack et al. (2006) zufolge, die grundlegende Gemeinsamkeit auf, dass sie sich an einer rekonstruktiven Methodologie orientieren. Folglich können sozialwissenschaftliche Untersuchungen die mit qualitativen Verfahren arbeiten und sich am Rahmen einer rekonstruktiven Methodologie orientieren, unter dem Begriff der rekonstruktiven Sozialforschung vereint werden.103

Im Bereich der rekonstruktiven Sozialforschung wird davon ausgegangen, dass es gesellschaftliche Konzepte von Wirklichkeit gibt, die mit Hilfe empirischer Forschungen rekonstruiert werden können. Die Wirklichkeitskonstruktion erfolgt hierbei im Regelfall nicht intentional gesteuert und wird auch nicht bewusst wahrgenommen, vielmehr geschieht sie beiläufig im Verlauf des Alltagshandelns. In diesem Zusammenhang unterscheidet Bohnsack (2008), anknüpfend an Mannheim (1980), zwischen ‚Verstehen‘ und ‚Interpretieren‘ von Handlungen. Den entsprechenden Unterschied legt er wie folgt dar: „ Diejenigen, die durch gemeinsame Erlebniszusammenhänge miteinander verbunden sind, die zu einem bestimmten „Erfahrungsraum“ gehören, verstehen einander unmittelbar. Sie müssen einander nicht erst interpretieren104. Damit einhergehend, kann zwischen zwei grundlegend differenten Erfahrungsebenen unte rschieden werden: Zum einen nach den ‚konjunktiven‘ Erfahrungen, die auf dem unmittelbaren Verstehen basieren und zum anderen nach den ‚kommunikativen‘ Erfahrungen, die auf wechselseitiger Interpretation basieren. Die konjunktiven Erfahrungen bzw. das Verstehen vollziehen sich dabei auf der Grundlage ‚atheoretischen' Wissens, was Mannheim an seinem oftmals rezipierten Beispiel eines Schuhknotens verdeutlicht: „ U m den Knoten zu „verstehen“, müssen wir seinen Herstellungsprozess, den Prozess der Fingerfertigkeit nachvollziehen können. Dies geschieht intuitiv, auf der Grundlage eines „atheoretischen“ Wissens105. Der Begriff des ‚atheoretischen Wissens‘ beschreibt demzufolge Wissen, über das wir in unserer Handlungspraxis intuitiv verfügen, „ … ohne dass wir es alltagstheoretisch auf den Punkt bringen und explizieren müssten106. Im Gegensatz zum Verstehen eines Schuhknotens im Sinne konjunktiver Erfahrung, erscheint es ungleich schwieriger diesen zu interpretieren, d.h. die Handlungspraxis des Herstellungsprozesses begrifflich-theoretisch zu explizieren. Eine solche Interpretation der Handlungspraxis ist nach Bittner (2008) nur auf der Grundlage einer Rekonstruktion möglich. „ Die Rekonstruktion der Konstruktion erfolgt nicht in einem hermeneutischen Sinn auf der Beobachtung erster Ordnung, sondern mit dem Ziel, die dokumentarische Sinnebene bzw. den modus operandi herauszuarbeiten, also auf der Beobachtung zweiter Ordnung107. Rekonstruktive Verfahren zielen demnach nicht vorrangig auf das ‚Was‘ bzw. den immanenten Sinngehalt, sondern auf das ‚Wie‘ bzw. den dokumentarischen Sinngehalt. Ein rekonstruktives Verfahren mit dessen Hilfe der dokumentarische Sinngehalt rekonstruiert werden kann ist die dokumentarische Methode. Sie bildet die Grundlage für die Bearbeitung der Fallanalysen im fünften Kapitel und wird im folgenden Abschnitt vorgestellt.108

[...]


1 Vgl. Nohl 2009, S. 14; vgl. Bittner 2008, S. 7ff.; vgl. Schmidt 2008, S. 5f.; vgl. Disselhoff 2009, S. 82.

2 Vgl. Burkart 2002, S. 169ff.

3 Maletzke 1963, S. 32, zit. n. Jäckel 2011, S. 74.

4 Vgl. Theis-Berglmair 1997, S. 4ff.

5 Vgl. Hüther/Schorb 2005, S. 228-233, zit. n. Meyen 2005, S. 1ff.; vgl. Heye 2009, S. 3ff.

6 Vgl. Bader 1993, S. 17ff.

7 Mit der Rekreationsfunktion (vgl. Ronneberger 1971, S. 50), der Gratifikationsfunktion (vgl. Saxer 1974, S. 22f.) sowie der Eskapismusfunktion bedienen Massenmedien den menschlichen Bedarf nach Ablenkung, Zerstreuung und unterstützen teilweise Fluchttendenzen.

8 Vgl. Burkart 2002, S. 378ff.; vgl. Burkart 2003, S. 1f.

9 Vgl. McQuail 1983, S. 82f.; vgl. Meyen 2004, S. 23.

10 Vgl. DJV 2009, S. 2ff.; vgl. Deutscher Presserat 2012 [online].

11 Vgl. Schaffrath 2004, S. 486ff.; vgl. Schlimper 2000, S. 345ff.; vgl. Lehmstedt 2000, S. 52ff.

12 Vgl. Wilke 1999, S. 302ff.; vgl. Wilke 2011 [online]; Dollinger 2006, S. 171.

13 Vgl. Dollinger 2006, S. 177; vgl. Schmidt 2008, S. 10f.

14 Vgl. Wilke 1998, S. 153ff.; vgl. Lenk 2012 [online]; vgl. Korff-Sage 1999, S. 52.

15 Vgl. van Eimeren/Ridder 2011, S. 6ff.; vgl. Bohrmann 2010, S. 8ff.

16 Steffens 1971, S. 9f. zit. n. Schulz 1976, S. 7.

17 Steffens 1971, S. 9f. zit. n. Schulz 1976, S. 7.

18 Vgl. Schulz 1976, S. 7ff.; Straßner 2000, S. 4ff.

19 Bracker 2001, S. 19.

20 Vgl. Bracker 2001, S. 18ff.; vgl. Bader 1993, S.34ff.

21 Vgl. taz 2012a [online]; vgl. taz 2012b [online]; vgl. taz 2012d [online]; vgl. taz 2012e [online]; vgl.

Goethe Institut 2012a [online]; vgl. Lehr 2001, S.326ff.; vgl. Maassen 1986, S.102ff.

22 Vgl. taz 2012c [online].

23 Vgl. taz-Leserbefragung 2011 in Blöbaum/Volpers 2011, S. 15.

24 Vgl. Wilke 1998, S. 153.

25 §3 Abs. 1 des Redaktionsstatuts der taz, in: taz 2012c [online].

26 Vgl. FAZ 2012 [online].

27 §3 Abs. 2 des Redaktionsstatuts der taz, in: taz 2012c [online].

28 Vgl. taz 2012b [online]; taz 2012c [online].

29 Vgl. Beck/Reineck/Schubert 2010, S. 15ff.

30 §2 Abs. 6 des Redaktionsstatuts der taz, in: taz 2012c [online].

31 Vgl. taz 2012c [online].

32 Steel McRitchie am 22.07.1948, zit. n. Kellerhoff 2012 [online].

33 Vgl. Kellerhoff 2012, erschienen auf WELT ONLINE; In Bezug auf die Datierung und die Höhe der Rekordauflage finden sich in der Literatur divergente Angaben, so gibt Görtemaker (1999) den August 1948 mit 955.000 Exemplaren als Maximum an, vgl. Görtemaker 1999, S. 227.

34 Kellerhoff 2012 [online].

35 DIE WELT Gesamt = DIE WELT + WELT KOMPAKT. Die Axel Springer AG weist die einzelnen Reichweiten nicht separat aus.

36 Vgl. Görtemaker 1999, S. 227f.; vgl. Schwarz 2011 [online]; vgl. Kellerhoff 2012 [online]; vgl. Goethe

Institut 2012b [online]; Axel Springer AG 2012a [online].

37 Axel Springer AG 2012b, S. 1.

38 Titelporträt der WELT, in: Axel Springer AG 2012c, S. 2.

39 Vgl. Pointner 2009, S.153; vgl. Axel Springer AG 2012b, S. 1; vgl. Axel Springer AG 2010 [online].

40 Vgl. Axel Springer AG 2012d [online]; vgl. Grund 2009 [online].

41 Axel Springer AG 2012d [online].

42 Vgl. Axel Springer AG 2012e [online].

43 Vgl. Axel Springer AG 2012d [online]; vgl. Axel Springer AG 2012e [online].

44 Axel Springer AG 2012f, S.3.

45 Axel Springer AG 2012f, S.1.

46 Axel Springer AG 2012g [online]; vgl. hierzu auch: Peters 2008, S. 5.

47 Vgl. Axel Springer AG 2012d [online]; vgl. Axel Springer AG 2012f, S.1ff.

48 Für die Verlage sind Abonnements aufgrund der kalkulierbaren Einnahmen von Vorteil.

49 Stand: II. Quartal 2008; vgl. BDZV 2012 [online].

50 Vgl. taz 2012b [online]; vgl. Axel Springer AG 2012a [online]; vgl. BDZV 2012 [online].

51 Vgl. Media-Micro-Census 2012 der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e.V. [Stand 1. Quartal 2012], zit. n. Axel Springer AG 2012h [online].

52 Eigene Recherche, vgl. hierzu auch: taz 2012f [online]; Axel Springer AG 2012a [online].

53 taz 2012g [online].

54 Vgl. Axel Springer AG 2012i [online]; vgl. taz 2012h [online]; Stand der im Abschnitt genannten

Preise: 01.08.2012.

55 Vgl. Axel Springer 2012c, S. 4; vgl. taz 2012i, S. 3; taz 2012j, S. 5ff.

56 Vgl. taz 2012b [online]; vgl. Axel Springer AG 2012c, S. 2ff.; vgl. Kellerhoff 2012 [online].

57 Schmidt 2000, S. 14.

58 Weber 2002, S. 23.

59 Vgl. Weber 2002, S. 23; vgl. Schmidt, 2000, S. 14.

60 Weber 2002, S. 23.

61 Vgl. Schmidt 2003, S. 13ff.; vgl. Weber 2002, S. 23f.; vgl. Reich 2001, S. 49ff.

62 Weber 2002, S. 24.

63 Weber 2002, S. 24.

64 Vgl. hierzu auch: Hacking 2003, S. 23ff.

65 Weber 2002, S. 24.

66 Vgl. Knorr-Cetina 1989, S. 86ff.; vgl. Weber 2002, S. 24.

67 Vgl. Weber 2002, S. 24f.; Bezüglich ‚Viabilität‘ vgl. Glasersfeld 1997.

68 Vgl. Felder 2003, S. 97f.; vgl. Porath 1995, S. 76.

69 Vgl. Feilke/Schmidt 1995, S. 269ff.; vgl. Weber 2002, S. 25.

70 Weber 2002, S. 25.

71 Vgl. Weber 2002, S. 25; vgl. Weber 2003, S. 188f.; vgl. Feilke/Schmidt 1995, S. 269ff.; vgl. hierzu auch: Schmidt 1996; 2000.

72 Weber 2002, S. 26.

73 Vgl. hierzu: Merten/Schmidt/Weischenberg 1994.

74 Vgl. Pürer 2003, S. 130f.; vgl. Weber 2002, S. 26f.; vgl. hierzu auch: Lippmann 1922; Galtung/Ruge 1965; Schulz 1976; Schmidt/Spiess 1996; Tropp 1997; Kückelhaus 1998.

75 Weber 2002, S. 27.

76 Vgl. Schmidt 1994, S. 164ff.; vgl. Schmidt 2000, S. 96ff.; vgl. Weber 2002, S. 27.

77 Merten 2004, S. 3.

78 Vgl. Merten 1994, S. 296ff.; vgl. Weber 2002, S. 28; vgl. Merten 2004, S. 2ff.

79 Weber 2002, S. 28.

80 Vgl. Weber 2002, S. 28.

81 Bzgl. Fachliteratur hinsichtlich der Nachrichtenregeln, vgl. Frerichs 2006, S. 53.

82 Vgl. bspw. hierzu die Abschnitte 2.3. und 2.4. dieser Arbeit.

83 Tuchmann 1978, S. 82ff., zit. n. Frerichs 2006, S. 54.

84 Vgl. Frerichs 2000, S. 152ff. und 194ff.; vgl. Frerichs 2006, S. 53f.

85 Vgl. bzgl. der Erläuterungen zu den fünf Nachrichtenregeln: Frerichs 2006, S. 54ff.

86 Frerichs 2006, S. 57.

87 Vgl. Frerichs 2006, S. 57ff.

88 Frerichs 2006, S. 61.

89 Frerichs 2006, S. 64.

90 Frerichs 2006, S. 65.

91 Vgl. Frerichs 2000, S. 163ff. u. 194ff.; vgl. Frerichs 2006, S. 61ff.; vgl. van Dijk 1980, S. 198ff.

92 Vgl. Disselhoff 2009, S. 83ff.

93 Bsp.: Der Fernsehsender RTL berichtet in seinen Nachrichtensendungen über seine eigene Castingshow ‚Deutschland sucht den Superstar‘, vgl. Disselhoff 2009, S. 83.

94 Vgl. Disselhoff 2009, S. 83; vgl. Luhmann 2004, S. 24.

95 Born 1997, S. 63.

96 Vgl. Weber 1999, S. 8ff.; vgl. Born 1997, S. 63; vgl. Disselhoff 2009, S. 83.

97 Vgl. Disselhoff 2009, S. 83f.

98 Vgl. Disselhoff 2009, S. 84; vgl. Mitterer 1988, S. 23ff.

99 Vgl. Heintze 2008, S. 124; vgl. Disselhoff 2009, S. 84; vgl. Haase/Linz 2009, S. 114.

100 Vgl. Disselhoff 2009, S. 85; vgl. Gramsch 2008, S. 13.

101 Vgl. Altmeppen/Röttger/Bentele 2004, S. 7ff.; vgl. Disselhoff 2009, S. 86f.; vgl. Deutscher Journalisten-Verband 2007, S. 6ff.

102 Vgl. Schmidt 2008, S. 43; vgl. Mayring 1989, S. 306ff; vgl. Terhart 1995, S. 373ff; vgl. Bittner 2008, S. 32; vgl. Witt 2010, S. 491ff.

103 Vgl. Bohnsack/Marotzki/Meuser 2006, S. 140; vgl. Schmidt 2008, S. 44; vgl. Bohnsack 2008, S. 23; vgl. Schütte 2009, S. 77.

104 Bohnsack 2008, S. 59.

105 Bohnsack 2008, S. 60; vgl. hierzu: Mannheim 1980, S. 73ff.

106 Nohl 2009, S. 10.

107 Bittner 2008, S. 34f.

108 Vgl. Bohnsack 2008, S. 59f.; vgl. Schmidt 2008, S. 44f.; vgl. Mannheim 1980, S. 73ff.; vgl. Bittner 2008, S. 34f.; vgl. Nohl 2009, S. 9f.; vgl. Bohnsack 2005, S. 72f.

Ende der Leseprobe aus 125 Seiten

Details

Titel
Mediale Konstruktion von Wirklichkeit
Untertitel
Eine vergleichende Untersuchung von zwei deutschen Zeitungen bezüglich ihrer Berichterstattung über ausgewählte Bildungsthemen
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Veranstaltung
Bildungs- und Erziehungswissenschaften
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
125
Katalognummer
V489501
ISBN (eBook)
9783668964648
ISBN (Buch)
9783668964655
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mediale Konstruktion, Konstruktion von Wirklichkeit, Bildungsthemen, Berichterstattung, Konstruktivismus, Dokumentarische Methode, Kommunikation, Medienkonstruktivismus
Arbeit zitieren
Kilian Norden (Autor), 2012, Mediale Konstruktion von Wirklichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489501

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Mediale Konstruktion von Wirklichkeit


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden