Problemfelder bei der Messung des Erfolgs von Mergers & Acquisitions


Seminararbeit, 2002

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung

2 Die Definition des Erfolgsbegriffs als Problemfeld der Erfolgsmessung
2.1 Überblick über die verschiedenen Erfolgsdimensionen und –perspektiven
2.2 Interpretationsmöglichkeiten des Erfolgsbegriffs

3 Der Untersuchungszeitraum als Problemfeld der Erfolgsmessung

4 Der Vergleich der Untersuchungsergebnisse als Problemfeld der Erfolgsmessung

5 Spezifische Problemfelder ausgesuchter Erfolgsmessmethoden
5.1 Problemfelder der Befragung verschiedener Anspruchsgruppen
5.1.1 Befragung des Managements
5.1.2 Befragung der Mitarbeiter
5.2 Problemfelder jahresabschlussorientierter Analysen
5.3 Problemfelder kapitalmarktorientierter Analysen

6 Kritische Würdigung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Kaum ein anderer Begriff hat in den letzten Jahren in der Wirtschaft eine ähnlich hohe Aufmerksamkeit erregt wie der der „Mergers & Acquisitions“ (M&A)[1]. Immer mehr Unternehmen versuchten, insbesondere während der Börsenhausse von 1996 bis 2000, sich durch externes Wachstum in Form von Fusionen oder Zukäufen zu vergrößern und zu expandieren. Spätestens jedoch mit dem Einbruch der internationalen Finanz- und Aktienmärkte und spektakulärer Insolvenzen der einstigen „Börsenstars“, die sich in den Jahren zuvor durch starke M&A-Aktivitäten auszeichneten, zeigen sich auch die Schattenseiten des M&A-Geschäfts. Empirisch belegt wird diese negative Entwicklung durch zahlreiche Untersuchungen, die beispielsweise Misserfolgsquoten von 60-85% nachweisen.[2] Es drängt sich dabei jedoch dem kritischen Beobachter die Frage auf, wie aussagekräftig derartige Erfolgsmessungen von M&A-Transaktionen in Wirklichkeit sind. Sowohl das Management als auch die Mitar­beiter und Aktionäre haben ein be­rechtigtes Interesse zu sehen, ob sich im Nach­hinein eine Fusion oder Übernahme als erfolgreich dargestellt hat. Um so wichtiger ist es, dass das Resultat der Erfolgsmessung stimmig und zuverlässig ist, da aufgrund der Ergebnisse z.B. strategische Entscheidun­gen und Handlungen abgeleitet werden. Die Tatsache, dass in der Praxis je nach ange­wandter Messmethode verschiedene und oftmals sogar widersprüchliche Ergebnisse auftauchen, ist ein Indiz dafür, dass die Erfolgsmessung nicht problemlos durchführbar ist und einige Hürden zu bewältigen sind, bevor man nach einer M&A-Transaktion klare Aussagen über den Erfolg treffen kann.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist, die verschiedenen Problemfelder zu untersuchen, mit denen man während der Messung und Analyse des M&A-Erfolgs konfrontiert wird. Des weiteren wird versucht, Problemlösungen aufzuzeigen, die es ermöglichen sollen, die Aussagekraft und Zuverlässigkeit derartiger Untersuchungen in Zukunft zu erhöhen.

1.2 Gang der Untersuchung

Die Struktur der vorliegenden Arbeit beruht im Wesentlichen auf der grundsätzlichen Unterscheidung zwischen allgemeinen und speziellen Problemfeldern der Messung des Erfolgs von M&A-Transaktionen. Zunächst werden allgemeine Problemfelder betrach­tet, mit denen die Forschung unabhängig von der ausgewählten Untersuchungsmethode permanent kon­frontiert wird: Ausgehend von der Problematik einer einheitlichen Er­folgsdefinition im zweiten Kapitel, wird im dritten Kapitel die Rolle des Untersu­chungszeitraumes in der Akquisitionsforschung dargestellt.

Daran schließt sich im vierten Kapitel eine nähere Betrachtung der Vergleichsprobleme verschiedener Untersuchungsergebnisse an.

Neben diesen wichtigen allgemeinen Problemfeldern verbergen sich hinter jeder Me­thode jedoch auch noch eigene, methodenspezifische Probleme, die im fünften Kapitel näher er­örtert werden. Dabei wird aufgrund des begrenzten Umfangs schwerpunktmäßig auf die in der Praxis am häufigsten verwendeten Messmethoden eingegangen. Dieses sind Be­fragungen, jahresabschlussorientierte Analysen und Untersuchungen der Kapitalmarkt­reaktionen. Abschließend werden die vorgestellten Problemfelder kritisch gewürdigt und ein Ausblick gegeben.

2 Die Definition des Erfolgsbegriffs als Problemfeld der Er­folgsmessung

Bereits in der Vielfalt der Definitionen des Erfolgsbegriffs zeigt sich ein entscheidendes Problemfeld: Es gibt zwar eine Fülle verschiedener Untersuchungsmethoden[3], aller­dings herrscht in der Forschung keine Einigkeit über eine einheitliche Definition und Verwendung des Erfolgsbegriffs.[4]

Es gibt nicht den Erfolg, der als Akquisitionseffekt ex post messbar ist, sondern der Erfolg besteht aus mehreren Perspektiven und Facetten, die bei der Messung und Ana­lyse berücksichtigt werden müssen und die im Folgenden genauer erläutert werden.[5]

2.1 Überblick über die verschiedenen Erfolgsdimensionen und –perspektiven

Bei der Analyse von M&A-Transaktionen kann man den zu messenden Erfolg auf ver­schiedene Dimensionen beziehen. Man unterscheidet zwischen finanzwirtschaftlichen, marktstrategischen und sozialen Erfolgsdimensionen:[6]

Finanzwirtschaftliche Kennzahlen: Hier wird der Erfolgsbegriff auf rein monetäre Grö­ßen bezogen, wie z.B. Bilanzkennzahlen oder die Entwicklung der Marktkapitalisie­rung. Eine Charakterisierung des Erfolgs anhand objektiver, finanzwirtschaftlicher Da­ten erfolgt in quantitativen Erfolgsmessmethoden.[7] Gemäß dieser Sichtweise, die dem Shareholder-Value-Konzept entspricht,[8] ist eine M&A-Transaktion als erfolgreich einzu­stufen, wenn sich beispielsweise der Börsenwert des neuen fusionierten Unter­nehmens besser entwickelt hat als die Unternehmen isoliert betrachtet und somit die Transaktion dem Aktionär einen ge­wissen Mehrwert und Zuwachs erbracht hat.[9]

Marktstrategische Positionierung: Marktstrategische Erfolgsdimensionen definieren dagegen den Erfolg eines Unternehmens über seine langfristige Positionierung im je­weiligen Markt- und Wettbewerbsumfeld. Erfolgreich sind in die­sem Zusammenhang Fusionen und Akquisitionen genau dann, wenn im Nachhinein z.B. ein signifikanter Anstieg des relativen Marktanteils zu beobachten war. Andere Cha­rakteristika des Er­folgs können u.a. auch Veränderungen von Marktpreisen, F&E-Aufwand oder Pro­duktinnovationen sein. Das Hauptproblem liegt hier in der Datenbe­schaffung und der nicht eindeutigen Zurechenbarkeit. Im Gegensatz zu den finanzwirtschaftlichen Erfolgsdimen­sionen konnte sich daher diese Betrachtungsweise in der empirischen Forschung bislang kaum durch­setzen.[10]

Soziale Veränderungen: Konzentriert man sich bei der Messung auf die Belange und Interessen der Mitarbeiter, wird der Erfolg anhand sozialer Veränderungen gemes­sen, indem er mithilfe von verschiedenen mitarbeiterbezoge­nen Kennzahlen, wie z.B. Kün­digungs- bzw. Fluktuationsrate, Mitarbeiterzufriedenheit und Identifikation mit dem Unternehmen bewertet wird. Hier konzentriert sich die Untersuchung auf sog. „weiche Faktoren“[11], die jedoch für den außenstehenden Betrachter nur schwer zu erkennen sind.

2.2 Interpretationsmöglichkeiten des Erfolgsbegriffs

Aufgrund der soeben beschriebenen Vielschichtigkeit des Erfolgsbegriffs ist es in der prakti­schen Akquisitionsforschung von entscheidender Bedeutung, nicht nur eine Erfolgsde­finition zu berücksichtigen und anzuwenden, sondern die M&A-Transaktion auch in Richtung anderer Erfolgskonzeptionen zu untersuchen. Dabei ergibt sich jedoch die Problematik, dass sich die einzelnen Erfolgsdimensionen in vielen Bereichen überlap­pen und in interdependenter Beziehung zueinander stehen.[12] Häufig führen dann die jeweiligen Erfolgskonzepte zu unterschiedlichen Ergebnissen, die sich z.T. sogar wider­sprechen können. Gemäß der oben beschriebenen finanzwirtschaftlichen Erfolgsdefini­tion hätte beispielsweise nach der Fusion der Wert der „neuen“ DaimlerChrysler-Aktie mindestens dem Wert der Aktien beider Unternehmen in einem Portfolio entsprechen müssen.[13] Da sich der Aktienkurs der DaimlerChrysler-Aktie seit der Fusion im Jahre 1998 jedoch mehr als halbiert hat, käme man bei isolierter Anwendung dieser Methodik schnell zu dem eindeutigen Ergebnis, die Fusion als Misserfolg zu bewerten. Abgesehen von der Zeitraumproblematik[14] ist dieses Resultat äußerst einseitig, da z.B. in Hinblick auf eine verfolgte Globalisierungsstrategie argumentiert werden könnte, dass die Fusion im Nachhinein doch erfolgreich war, da es durch den Merger der Daimler-Benz AG ge­lungen ist, Marktanteile in den USA zu sichern und auszubauen. Die Bewertung der M&A-Transaktion fiele also bei der Definition des Erfolgs anhand der marktstrategi­schen Positionierung positiv aus. Hier zeigt sich, dass je nach Art der Erfolgsdefinition verschiedene und widersprüchliche Ergebnisse abgeleitet werden können. Dies ist auch der Grund dafür, weshalb sich in der Erfolgsmessung verschiedene Methoden und An­sätze entwickelt haben. Jede Erfolgsmessmethode verwendet eine andere Erfolgsdefini­tion, die dann auf die zu untersuchende M&A-Transaktion bezogen wird.

3 Der Untersuchungszeitraum als Problemfeld der Erfolgsmes­sung

Die Wahl des geeigneten Untersuchungszeitraumes ist ein weiteres wichtiges allge­mei­nes Problemfeld aller Erfolgsmessmethoden. Dabei stellt sich die Frage, ab wann der Erfolg einer M&A-Transaktion sichtbar und damit messbar wird. Diese Problematik ist in der empirischen Forschung nicht gelöst, und es herrscht kein einheitli­cher Kon­sens: Jede Studie verwendet andere Zeiträume bzw. Messzeitpunkte, was einen Ver­gleich der Untersuchungsergebnisse untereinander erheblich erschwert.[15]

[...]


[1] Die Definition des M&A-Begriffs beruht in der vorliegenden Arbeit auf der von Jansen (2001), S. 43. Demnach versteht man unter einem Merger eine Fusion zweier Unternehmen, während eine Akquisition die Übernahme, den Erwerb oder den Kauf als 100-prozentiger Anteilserwerb umfasst.

[2] Vgl. Jansen (2001), S. 240.

[3] Vgl. Übersichten in Jansen (2001), S. 244; Clever (1993), S. 20-21.

[4] Vgl. Jansen (2001), S. 240; Schmickl/Jöns (2001), S. 4.; Gerpott (1993), S. 229;

Jansen (2000), S. 335.

[5] Vgl. Gerpott (1993), S. 229.

[6] Vgl. Gerpott (1993), S. 230.

[7] Vgl. Kapitel 5.2 und 5.3 der vorliegenden Arbeit.

[8] Vgl. Black/Wright/Bachman (1998), S. 27.

[9] Vgl. Jansen/Petersen (2000), S. 473.

[10] Vgl. Gerpott (1993), S. 230.

[11] Jansen/Petersen (2000), S. 474.

[12] Vgl. Gerpott (1993), S. 231.

[13] Vgl. Jansen/Petersen (2000), S. 473.

[14] Vgl. Kapitel 3 der vorliegenden Arbeit.

[15] Vgl. Gerpott (1993), S. 232.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Problemfelder bei der Messung des Erfolgs von Mergers & Acquisitions
Hochschule
European Business School - Internationale Universität Schloß Reichartshausen Oestrich-Winkel  (Wirtschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Seminar Unternehmensentwicklung
Note
1,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
18
Katalognummer
V4901
ISBN (eBook)
9783638129886
Dateigröße
570 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
M&A, Mergers & Acquisitions, Erfolgsmessung
Arbeit zitieren
Eckhard Scharmer (Autor), 2002, Problemfelder bei der Messung des Erfolgs von Mergers & Acquisitions, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4901

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