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Gewalt und Krieg im frühen Christentum

Zum Paradoxon christlicher Gewaltanwendungstheorien unter besonderer Berücksichtigung der augustinischen Lehre vom Bellum Iustum

Titel: Gewalt und Krieg im frühen Christentum

Hausarbeit , 2018 , 35 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit betrachtet Rechtfertigungsstrategien, die Gewaltanwendung für Christen legitimiert und mit frühchristlicher Glaubenslehre zu vereinigen sucht. Hierfür werden besonders die Texte des Augustinus betrachtet.

Das Christentum versteht sich seit jeher als Religion des Gewaltverzichts und der Feindesliebe. Friede, Liebe und Versöhnung stehen im Zentrum der Überlieferungen des Neuen Testaments. Die Botschaft Jesu sollte die Spirale menschlicher Gewalt durchbrechen. Nicht der wehrhafte, sondern der wehrlose, Leid ertragende, auf Gottes Gerechtigkeit vertrauende Mensch galt als wahrer Christ und wurde gerade durch eine unbedingt friedliche Lebensführung geadelt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Dialektik christlichen Gewaltverzichts und gesellschaftlicher Realität in der römischen Kaiserzeit

3. Der gerechte Krieg in Augustinus´ De Civitate Dei

4. Augustinus zwischen Gewalt und Toleranz – Heiliger Krieg und der Umgang mit Abweichlern

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der christlichen Gewaltethik von den pazifistischen Anfängen der Urgemeinden bis hin zur Etablierung des Bellum-Iustum-Modells durch Augustinus, wobei insbesondere die Spannung zwischen religiösem Anspruch und der Notwendigkeit staatlichen Handelns im Kontext der Konstantinischen Wende beleuchtet wird.

  • Historische Entwicklung des christlichen Gewaltverständnisses
  • Die augustinische Lehre vom gerechten Krieg (Bellum Iustum)
  • Die Rolle der Kirche im Spannungsfeld von Religion und Politik
  • Umgang mit Abweichlern und Ketzern im Donatistenstreit
  • Kritische Analyse der Praktikabilität und Inkonsistenzen des augustinischen Modells

Auszug aus dem Buch

3. Der gerechte Krieg in Augustinus´ De Civitate Dei

Herausragende Bedeutung für die Neupositionierung der Kirche bezüglich Gewalt und Krieg hatte Augustinus von Hippo, der bis heute als Kirchenvater und bedeutsame religiöse Autorität gilt. In einer Vielzahl literarischer Abhandlungen geht er der Frage nach gerechtfertigten Gründen für Gewaltanwendung durch Christen nach und entwirft Kriterien eines nach christlichen Maßstäben gerechten Krieges. Er war zwar nicht der erste, der sich mit dem Bellum Iustum befasste, doch hatten erst die Ausführungen des Augustinus das Gewicht, die Vertreter einer pazifistischen Ausrichtung der Kirche argumentativ endgültig ins Abseits zu drängen.61 Da er auch die mittelalterliche Gewaltauffassung entscheidend beeinflusste, wird seine Lehre im Rahmen dieses Kapitels eingehend untersucht werden.

Erste Überlegungen zum Bellum Iustum sind bereits in der griechischen Stoa zu finden, die gleichsam als Quelle für das römische Fetialrecht angenommen wird.62 Dieses wiederum griff der römische Gelehrte Cicero auf und konstruierte anhand dessen seine Lehre vom gerechten Krieg, auf welcher auch die augustinischen Ausführungen fußen.63 Eine zusammenhängende Abhandlung zu diesem Thema hat Augustinus allerdings nicht formuliert. Er nimmt jedoch in einigen seiner Schriften durch mehr oder weniger umfangreiche Äußerungen dazu Stellung. Besonders bedeutsam für seine Bellum Iustum-Idee ist das Werk De Civitate Dei sowie die im Kontext des Donatistenstreits verfassten Briefe, welche daher auch den Quellenfundus für die vorliegende Arbeit bilden.64

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Wandel des Christentums von einer pazifistischen Minderheit zu einer staatstragenden Institution und führt in die Fragestellung zur augustinischen Lehre vom Bellum Iustum ein.

2. Zur Dialektik christlichen Gewaltverzichts und gesellschaftlicher Realität in der römischen Kaiserzeit: Dieses Kapitel analysiert das Spannungsfeld zwischen der frühchristlichen Friedensethik und der praktischen Notwendigkeit zur Partizipation an der römischen Gesellschaftsordnung.

3. Der gerechte Krieg in Augustinus´ De Civitate Dei: Hier wird Augustinus' religiös begründete Friedensethik und seine Adaption des Bellum-Iustum-Konzepts sowie dessen Kriterien und moralische Implikationen detailliert untersucht.

4. Augustinus zwischen Gewalt und Toleranz – Heiliger Krieg und der Umgang mit Abweichlern: Das Kapitel befasst sich mit Augustinus' Haltung zu abweichenden Lehren, insbesondere im Donatistenstreit, und der Legitimation von Zwangsgewalt zur Wahrung der kirchlichen Einheit.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch über die historische Wirkung sowie die logischen und praktischen Schwächen des augustinischen Gewaltmodells bis in die Gegenwart.

Schlüsselwörter

Augustinus von Hippo, Bellum Iustum, gerechter Krieg, Christentum, Gewaltverzicht, Friedensethik, Konstantinische Wende, Spätantike, Donatistenstreit, Häresie, Staat und Kirche, irdische Ordnung, christliche Dogmatik, Gottesstaat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie das frühe Christentum von einer Religion der Gewaltlosigkeit zur Akzeptanz militärischer Gewalt überging, unter besonderer Berücksichtigung der Lehre des Augustinus von Hippo.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind die Transformation des christlichen Gewaltverständnisses, die historische Rolle der Kirche im Römischen Reich sowie die ethische Rechtfertigung von Krieg und staatlichem Zwang bei Augustinus.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, mit welchen Argumentationsmustern Augustinus die Vereinbarkeit von Krieg und militärischer Gewalt mit der christlichen Dogmatik herzustellen versuchte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenorientierten Analyse zentraler Schriften Augustinus' (insbesondere De Civitate Dei) sowie einer Auswertung zeitgenössischer Forschungsliteratur zur frühchristlichen und mittelalterlichen Ethik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der Gewaltfrage, Augustinus' metaphysische Friedensbegründung, die Bedingungen für einen "gerechten Krieg" und den umstrittenen Einsatz staatlicher Gewalt gegen kirchliche Abweichler.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie "Bellum Iustum", "Gerechter Krieg", "Augustinus", "Friedensethik" und "Donatistenstreit" bestimmt.

Warum lehnte Augustinus die Anwendung der Todesstrafe bei Ketzern ab, befürwortete aber dennoch Gewalt?

Augustinus sah Gewalt als ein pädagogisches Mittel der Correctio, also der Besserung des Abweichlers, während er die Vernichtung der Person durch die Todesstrafe aufgrund des Gebots der christlichen Nächstenliebe ablehnte.

Inwieweit ist das augustinische Modell des gerechten Krieges nach Ansicht des Autors heute noch praktikabel?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Modell eher in den Bereich theologischer und philosophischer Reflexion gehört und aufgrund der Komplexität moderner Konflikte und der Schwierigkeit, eine unparteiische Instanz zu finden, in der konkreten politischen Praxis kaum umsetzbar ist.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gewalt und Krieg im frühen Christentum
Untertitel
Zum Paradoxon christlicher Gewaltanwendungstheorien unter besonderer Berücksichtigung der augustinischen Lehre vom Bellum Iustum
Hochschule
Universität Münster
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
35
Katalognummer
V490961
ISBN (eBook)
9783668975682
ISBN (Buch)
9783668975699
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mittelalter Augustinus Gewalt Christentum Krieg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2018, Gewalt und Krieg im frühen Christentum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/490961
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Leseprobe aus  35  Seiten
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