Das Thema dieser Arbeit ist die Typisierung unterschiedlicher Erziehungsstile nach Hurrelmann (2002). Die Charakteristika des Falles ‚Dylan‘ werden mit der Typisierung verbunden. Es wird untersucht, inwieweit bestimmte Erziehungsstile zu einem gewissen Verhalten führen und ob man das Verhalten mit einem neuen Erziehungsstil korrigieren kann. Dazu wird zunächst der Fall ‚Dylan‘ skizziert und die Methoden vorgestellt, dann die Theorie eingeführt und im Anschluss wird diese mit dem Fall abgeglichen. Zum Schluss wird ein Fazit präsentiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Falldefinition
3. Methode
4. Theorie
5. Abgleich Theorie und Praxis
6. Schluß
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der Erziehungsstiltypologie nach Klaus Hurrelmann am Beispiel eines konkreten Fallbeispiels. Das Hauptziel ist es zu analysieren, wie sich verschiedene Erziehungsstile auf das Verhalten eines Kindes auswirken und inwieweit durch eine gezielte Veränderung des elterlichen Erziehungsverhaltens eine positive Verhaltenskorrektur beim Kind erreicht werden kann.
- Analyse der Erziehungsstile nach Klaus Hurrelmann
- Darstellung und Auswertung des Fallbeispiels „Dylan“
- Zusammenhang zwischen elterlicher Autorität und kindlichem Verhalten
- Implementierung des autoritativ-partizipativen Erziehungsstils in der Praxis
- Evaluation von erzieherischen Hilfsmaßnahmen und deren Erfolg
Auszug aus dem Buch
Theorie
Zunächst sollte definiert werden was eigentlich Erziehung ist und welche Stile es laut Hurrelmann gibt. „Erziehung ist die soziale Interaktion zwischen Menschen, bei der ein Erwachsener planvoll und zielgerichtet versucht, bei einem Kind unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und der persönlichen Eigenart des Kindes erwünschtes Verhalten zu entfalten oder zu stärken. Erziehung ist ein […] Prozess […], bei dem von Erwachsenen versucht wird, bewusst in den Prozess der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern einzugreifen – mit dem Ziel, sie zu selbstständigen, leistungsfähigen und verantwortungsvollen Menschen zu bilden.“ (Hurrelmann, 1994, zitiert nach Albrecht, 2017)
Das Ziel ist also, Dylan langfristig in seiner Entwicklung zu einem selbständigen Individuum zu unterstützen. Laut Hurrelmann (2002) gibt es grundsätzlich fünf verschiedene Erziehungsstile. Diese werden im Wesentlichen dadurch bestimmt, inwieweit Eltern auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Kinder eingehen und wie stark die elterliche Autorität ist. Der autoritäre Stil setzt sich über die Bedürfnisse des Kindes hinweg und die elterliche Autorität ist tonangebend. Beim vernachlässigenden Stil ist die elterliche Autorität gering und die Bedürfnisse des Kindes werden wenig berücksichtigt. Das Kind kanns ich so missachtet fühlen. Der überbehütende Stil ist genau das Gegenteil vom vernachlässigenden Stil. Alles dreht sich um die Bedürfnisse des Kindes, die elterliche Autorität ist hoch. Das erschwert die Entfaltung der Persönlichkeit und der Selbständigkeit. Der permissive Stil ist das genaue Gegenteil vom autoritären Stil. Die Berücksichtigung der kindlichen Bedürfnisse ist hoch, aber die elterliche Autorität ist niedrig. Das Kind macht mehr oder weniger was es will ohne Grenzen zu kennen. Zuletzt, der autoritativ-partizipative Stil, gilt als optimal. Autoritativ bedeutet, dass die Autorität der Eltern zurückhaltend und umsichtig eingesetzt wird und zugleich ist er partizipativ. Das heißt, dass das Kind die Beziehung mitgestaltet, welches seinen Bedürfnissen entspricht. Grundlage ist hier, dass Erziehung ohne eine gute Beziehung nicht möglich ist und diese Beziehung auf Kooperation und Gegenseitigkeit fußt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, die Erziehungsstile nach Hurrelmann mit einem konkreten Fallbeispiel zu verknüpfen und deren korrigierende Wirkung auf das kindliche Verhalten zu prüfen.
2. Falldefinition: Dieses Kapitel beschreibt die Ausgangslage des dreijährigen Dylan, dessen familiäre Situation und sein auffälliges Verhalten, welches zur Inanspruchnahme von Hilfen zur Erziehung führte.
3. Methode: Hier wird das methodische Vorgehen zur Erkenntnisgewinnung erläutert, welches Beobachtungen sowie Grundsatz- und Folgegespräche unter Einbeziehung des Jugendamtes umfasst.
4. Theorie: Dieses Kapitel definiert den Begriff Erziehung und stellt die fünf Erziehungsstile nach Klaus Hurrelmann vor, wobei der Fokus auf der elterlichen Autorität und der Bedürfnisorientierung liegt.
5. Abgleich Theorie und Praxis: Der Autor gleicht das Verhalten von Dylans Mutter und die Entwicklung des Kindes mit der Theorie ab und zeigt auf, wie der Übergang zu einem autoritativ-partizipativen Stil die Situation verbessert.
6. Schluß: Das Fazit bestätigt die Hypothese, dass Erziehungsstile das Verhalten prägen und korrigierbar sind, merkt jedoch kritische Punkte an, in denen die Theorie nicht vollständig auf den Fall zutraf.
Schlüsselwörter
Erziehungsstile, Klaus Hurrelmann, pädagogische Fallanalyse, autoritativ-partizipativer Stil, permissive Erziehung, Jugendamt, Hilfen zur Erziehung, Verhaltenskorrektur, Sozialisation, elterliche Autorität, Kindesentwicklung, Familienhilfe, Erziehungsberatung, Sozialpädagogik, Erziehungskompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen elterlichen Erziehungsstilen und dem Verhalten von Kindern basierend auf der Theorie von Klaus Hurrelmann anhand eines praktischen Fallbeispiels.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Typisierung von Erziehungsstilen, die Auswirkungen der Erziehung auf die kindliche Entwicklung und die praktische Anwendung von Unterstützungsangeboten der Jugendhilfe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu analysieren, ob ein als problematisch wahrgenommenes kindliches Verhalten durch die bewusste Veränderung des elterlichen Erziehungsstils hin zu einem autoritativ-partizipativen Ansatz positiv korrigiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine qualitative Vorgehensweise gewählt, die auf teilnehmenden und nicht-teilnehmenden Beobachtungen sowie strukturierten Grundsatz- und Beratungsgesprächen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Hurrelmannschen Stile und einen praktischen Abgleich dieser Theorie mit dem Fallbeispiel „Dylan“.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Erziehungsstile, Hurrelmann, Verhaltenskorrektur, autoritativ-partizipativ und Hilfen zur Erziehung definieren.
Warum wird im Fallbeispiel ein „Hilfeplan“ eingesetzt?
Der Hilfeplan dient dazu, gemeinsam mit den Eltern und dem Jugendamt strukturiert Erziehungsziele festzulegen und ambulante Unterstützung zu leisten, um die Erziehungskompetenz der Eltern nachhaltig zu fördern.
Inwiefern korrigiert die Theorie die Praxis im vorliegenden Fall?
Die Theorie liefert das Idealbild des autoritativ-partizipativen Stils, welches der Mutter als konkrete Handlungsanleitung diente, um durch Klarheit, Zuverlässigkeit und Beziehungspflege das Verhalten des Kindes positiv zu beeinflussen.
- Arbeit zitieren
- Pia Helm (Autor:in), 2018, Erziehungsstile von Eltern nach Klaus Hurrelmann mit Fallanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491230