In der vorliegenden Arbeit geht es darum, die homerische, die vergilische und die Goethesche Zweikampfdarstellung hinsichtlich des Zweikampfschemas, der Anlage der Figuren und des Erzählstils zu analysieren und zu vergleichen. Hierbei werden auch die vor dem "Reineke Fuchs" Goethes entstandenen mittelalterlichen Zweikampfdarstellungen, insofern dies dem Verständnis des Goethetextes dient, in die Interpretation mit einbezogen. Letztendlich ist es das Ziel dieser Arbeit, zu einem besseren Verständnis des homerischen, vergilischen und Goetheschen Epos, der hinter diesen Epen stehenden Dichter und ihrer jeweiligen Zeitalter zu gelangen und aus der Kenntnis der Unterschiede heraus festzustellen, wie es trotz der komplizierten mittelalterlichen Überlieferungssituation bei den Reineke-Fuchs-Epen zu der erstaunlichen, nicht nur das Zweikampfschema und die auftretenden Figuren, sondern auch stilistische Phänomene betreffenden Nähe der Goetheschen Zweikampfdarstellung zu den antiken Faustkampfschilderungen kommen konnte.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- Einleitung
- Die antike Faustkampfdarstellung
- Griechische und römische Epik bei Homer und Vergil
- Vergil in der Nachfolge Homers
- Die historischen Entstehungsbedingungen der homerischen Epen
- Die historischen Entstehungsbe�dingungen der Aeneis
- Die Faustkampfdarstellung bei Homer und Vergil
- Das Schema der homerischen und der vergilischen Faustkampfdar�stellung
- Auftretende Figuren
- Epischer und dramatischer stil
- Vergleichende Darstellung im Detail
- Zusammenfassung zum Vergleich Homer�Vergil
- Die mittelalterliche und neuzeitliche Zweikampfdarstellung
- Die mittelalterliche und neuzeitliche Reineke-Fuchs-Literatur
- Der mittelalterliche gerichtliche Zwei�kampf
- Die zweikampfdarstellung im "Roman de Renart"
- Das Schema der Zweikampfdarstel�lung im "Roman de Renart"
- Auftretende Figuren
- Die Zweikampfdarstellung im "Reinaert 11"
- Die Zweikampfdarstellung im Lübecker "Reynke de Vos"
- Das Schema der Zweikampfdarstel�lung im "Reynke de Vos"
- Auftretende Figuren
- Der Erzählstil im "Reynke de Vos"
- Die Zweikampfdarstellung in Goethes "Reineke Fuchs"
- Die historischen Entstehungsbe�dingungen des Goetheschen "Reineke Fuchs"
- Auftretende Figuren
- Der Erzählstil in Goethes "Reineke Fuchs"
- Die Zweikampfdarstellung bei Chastellain und drei weiteren französischen Histori�kern
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Diese Studienarbeit befasst sich mit der motivgeschichtlichen Untersuchung der Zweikampfdarstellung in der antiken und mittelalterlichen Literatur. Ziel ist es, die Entwicklung des Zweikampfmotives von Homer und Vergil bis hin zu Goethes "Reineke Fuchs" zu verfolgen und dabei die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der jeweiligen Darstellungen zu analysieren.
- Die antike Tradition der Faustkampfdarstellung bei Homer und Vergil
- Die Übernahme und Adaption des antiken Zweikampfmotives in der mittelalterlichen Reineke-Fuchs-Literatur
- Der Vergleich der Zweikampfdarstellungen im "Roman de Renart", im "Reinaert 11" und im Lübecker "Reynke de Vos"
- Die Rezeption und Weiterentwicklung des Zweikampfmotives in Goethes "Reineke Fuchs"
- Die Rolle der historischen Entstehungsbedingungen der Texte für die Gestaltung der Zweikampfdarstellungen
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
In Kapitel 2 wird die antike Tradition der Faustkampfdarstellung bei Homer und Vergil untersucht, wobei die historische Entstehung der beiden Epen und die generelle Abhängigkeit Vergils von Homer beleuchtet werden. Die Analyse der Zweikampfschemata, der auftretenden Figuren und des Erzählstils zeigt die enge Beziehung zwischen den beiden Dichtern und die stilistischen Besonderheiten Vergils auf.
Kapitel 3 widmet sich der mittelalterlichen und neuzeitlichen Zweikampfdarstellung im "Roman de Renart", im "Reinaert 11" und im Lübecker "Reynke de Vos". Der Fokus liegt dabei auf den Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Vergleich zu den antiken Vorbildern. Die Untersuchung des Zweikampfschemas, der Figuren und des Erzählstils beleuchtet die Veränderungen, die im Mittelalter und in der frühen Neuzeit im Kontext der Reineke-Fuchs-Literatur stattfanden.
Kapitel 4 befasst sich mit der Zweikampfdarstellung des französischen Historikers Chastellain, der sich in seinem Werk an das Motiv des Zweikampfes aus der Reineke-Fuchs-Literatur anlehnt. Es wird untersucht, inwiefern die Zweikampfbeschreibung Chastellains tatsächlich historische Ereignisse widerspiegelt oder fiktive Elemente enthält.
Schlüsselwörter (Keywords)
Die Studienarbeit befasst sich mit den zentralen Themen der Zweikampfdarstellung in der Antike und im Mittelalter. Schlüsselbegriffe sind: motivgeschichtliche Untersuchung, Faustkampf, Ringkampf, Tierepos, Reineke Fuchs, "Roman de Renart", "Reinaert 11", Lübecker "Reynke de Vos", Goethes "Reineke Fuchs", historische Entstehungsbedingungen, Zweikampfschema, Figurendarstellung, Erzählstil, Symbol, Ironie.
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheiden sich Zweikämpfe bei Homer und Vergil?
Während Homer den epischen Stil prägte, adaptierte Vergil diese Schemata für die römische Aeneis, wobei er oft dramatischere Elemente und spezifische historische Bezüge einbaute.
Welche Rolle spielt der Zweikampf in Goethes "Reineke Fuchs"?
Goethe nutzt das Zweikampfmotiv in Anlehnung an antike Vorbilder und mittelalterliche Traditionen, um gesellschaftliche Konflikte ironisch und symbolisch darzustellen.
Was ist das typische Schema einer antiken Faustkampfdarstellung?
Das Schema umfasst meist die Herausforderung, die Vorbereitung der Kämpfer, den Schlagabtausch und eine abschließende Wertung oder ein göttliches Eingreifen.
Wie beeinflussten mittelalterliche gerichtliche Zweikämpfe die Literatur?
Die reale Praxis des gerichtlichen Zweikampfes floss in Werke wie den "Roman de Renart" ein, wobei die literarische Darstellung oft parodistische oder moralische Züge annahm.
Warum gibt es eine Nähe zwischen Goethe und antiken Schilderungen?
Trotz der komplizierten Überlieferungssituation zeigt Goethes Werk stilistische und strukturelle Ähnlichkeiten zur antiken Epik, was auf eine bewusste Rezeption der Klassik zurückzuführen ist.
Welche Rolle spielt die Ironie in den Zweikämpfen der Reineke-Fuchs-Literatur?
Ironie dient dazu, die heroischen Ideale des Rittertums zu demaskieren, indem Tiere menschliche Verhaltensweisen und Schwächen im Kampf imitieren.
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- Dr. Ilona Hündgen (Author), 1995, Vergleich der Zweikampfdarstellungen in Homers "Ilias", Vergils "Aeneis" und Goethes "Reineke Fuchs", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493520