Medienkonsum von Kindern

Welchen Stellenwert haben Medien im mittleren Kindesalter und wie wirkt sich der Medienkonsum auf die Entwicklung aus?


Hausarbeit, 2019
18 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

1 Einleitung

2 Begriffsdefinition Medien

3 Medien in der kindlichen Lebenswelt
3.1 Die KIM-Studie
3.2 Freizeitaktivitaten sechs bis dreizehn jahriger
3.3 Medienausstattung
3.4 Wichtigkeit der Medien

4 Medien und Entwicklung
4.1 Aspekte der Motivation
4.2 Kognitive Aspekte
4.3 Emotionale Aspekte
4.4 Aspekte der Sozialisation
4.4.1 Begriffsdefinition Entwicklungsaufgaben
4.4.2 Entwicklungsaufgaben der mittleren Kindheit

5 Diskussion

II Literaturverzeichnis

Zusammenfassung

Der Umgang mit Medien ist nicht nur fur Erwachsene, sondern heutzutage auch fur Kinder und Jugendliche zur Selbstverstandlichkeit geworden. Die vorliegende Studienarbeit hat sich mit dem Thema: „Kinder und Medien" auseinandergesetzt. Welchen Stellenwert Medien im mittleren Kindesalter haben und welche Auswirkungen der Medienkonsum auf die kindliche Entwicklung hat wurde wissenschaftlich, Schritt fur Schritt, erarbeitet. Mit dem Ergebnis, dass Medien zwar in immer mehr Lebensbereiche der Erwachsenen eindringen, aber in der mittleren Kindheit noch nicht Lebensnotwendig sind und fur die Mehrzahl der befragten Kinder in der KIM-Studie von keiner besonderen Wichtigkeit erschienen. Zwar ist so gut wie jeder Haushalt mit einem Smartphone/Handy, Computer/PC, Fernseher und Internetzugang ausgestattet, doch sind fur die sechs- bis dreizehnjahrigen kreative Freizeitaktivitaten und Spiele mit Freunden drinnen oder drauGen in diesem Alter von groGerer Relevanz. Das fur die Befragten wichtigste und meistgenutzte Medium ist der Fernseher gefolgt von dem Radio. Medien im Allgemeinen sind, solange sie altersgerecht sind und in anstandigen MaGen genutzt werden sogar entwicklungsfordernd. Dennoch ist die Spanne zwischen Realitat und Fantasie in diesem Alter sehr schmal weshalb von realitatsfremden oder gar gewaltdarstellenden Medien abzuraten ist. Diese konnen die Entwicklung hemmen und Folgen wie z.B. Schlafstorungen oder Angstzustande bei den Kindern auslosen.

1 Einleitung

„Die Nutzung von Medien hat neben der Unterhaltung durch Musik, Film und Spiel auch als Informationsquelle eine wichtige Funktion fur das Gemeinwesen und ist fundamental fur die Meinungsbildung und damit auch fur ein demokratisches Zusammenleben" (MPFS. KIM-Studie 2016: 2). Medien sind heutzutage etwas ganz Selbstverstandliches und sind laut dem Medienpadagogischen Forschungsverbund Sudwest, sogar eines der Fundamente unserer Gesellschaft.

Selbst die jungsten Mitglieder unserer Gesellschafft wissen schon mit Medien umzugehen und konnen selbststandig z.B. das Tablet bedienen, was einige Eltern sehr stolz macht und als Anzeichen von hoher Intelligenz interpretiert wird. Doch ob ein fruher Medienkonsum angemessen ist wird in der Medienforschung breit diskutiert. Befurworter halten den fruhen Medienkonsum fur angemessen, da die Gesellschaft sich verandert und man sich dementsprechend anpassen sollte. Gegner sehen in dem fruhen Medienkonsum nur Schlafstorungen und ein erhohtes Aggressionspotenzial. Welchen Stellenwert Medien im mittleren Kindesalter haben und wie sich der Medienkonsum auf die Entwicklung auswirkt, wird im Rahmen dieser Studienarbeit wissenschaftlich erarbeitet. Hierzu wird der Medienbegriff zunachst einmal definiert und unterschiedliche Perspektiven auf den Medienbegriff gegeben. Darauf folgt die Betrachtung der Medien in der kindlichen Lebenswelt. Als Grundlage fur diesen Abschnitt dient die KIM-Studie. Es werden die Freizeitaktivitaten der Kinder betrachtet und sowie die Ausstattung und Wichtigkeit der jeweiligen Medien. Der nachsten Punkt, der fur die Beantwortung der Fragestellung relevant ist, ist das Oberthema Medien und Entwicklung. In diesem Abschnitt werden Aspekte der Motivation und Sozialisation erarbeitet sowie kognitive und emotionale Aspekte. AbschlieGend werden Entwicklungsaufgaben definiert und betrachtet welche Entwicklungsaufgaben ein Kind in der mittleren Kindheit zu bewaltigen hat. Basierend auf den Erkenntnissen der vorliegenden Studienarbeit wird die Fragestellung diskutiert und ein wissenschaftlich fundiertes Urteil gegeben.

2 Begriffsdefinition Medien

Mit dem Begriff Medium werden heutzutage ganz unterschiedliche Dinge in Verbindung gesetzt. Das Smartphone, das Internet, der Fernseher aber auch der Fernsehsender selbst, all das sind Medien (Schaumburg, H. & Prasse, D 2019: 17). Was diese unterschiedlichen Dinge gemeinsam haben, ist die Vermittlung von Informationen. Auf der Homepage des Dudens (www.duden.de) wird der Begriff „Medium“ als ein „vermittelndes Element definiert, abstammend von dem lateinischen Wort „medius“, was so viel bedeutet wie „in der Mitte von“. Dementsprechend wird ein Gegenstand erst zu einem Medium, wenn er die Funktion der Vermittlung zwischen Objekten oder Menschen erfullt (Schaumburg, H. & Prasse, D 2019: 17)

2.1 Perspektiven auf den Medienbegriff

Nach Mock 2006: 195, lasst sich der Medienbegriff von vier Perspektiven betrachten: Die technische Perspektive ist die, in welcher Medien als Mittel der Verarbeitung von Informationen dienen. Dies ist z.B. das Fernsehen, der Computer aber auch das Telefon. Die zweite ist die wahrnehmungstheoretische Perspektive, hier sind Medien als Mittel der Wahrnehmung dargestellt. Hierunter fallen alle auditiven, visuellen und audiovisuellen Medien. Die semiotische Perspektive ist die dritte, hier zahlen alle Mittel der Verstandigung hinzu, sprich Schrift und Sprache. Die letzte Perspektive nach Mock ist die systemische und kulturtheoretische Perspektive. Dies sind Medien, die der Kommunikation dienen. Zum Beispiel: Briefe, Zeitung, E-Mail und soziale Netzwerke.

3 Medien in der kindlichen Lebenswelt

Bevor man sich mit der Bedeutung von Medien in der kindlichen Lebenswelt auseinandersetzt, sollte man sich zunachst ein Bild daruber verschaffen was fur einen Stellenwert Medien in der Gesellschaft haben (Schaumburg und Prasse, 2019: 38). Mathematiker und Soziologe Friedrich Krotz (2007: 96) stellt ein zunehmendes Eindringen von Medien in immer mehr Lebensbereiche fest. Er spricht von einer „Entgrenzung“ welche er in 3 Ebenen unterteilt. Die erste Ebene ist die zeitliche „Entgrenzung“, Medien sind weder zeitlich noch mengenmaBig begrenzt, das Medienangebot wird immer grower und kann immer genutzt werden. Auch raumlich gesehen sind Medien mobiler geworden, man kann von fast uberall auf der Welt auf Medien zugreifen. Die dritte Ebene ist die sozial/situative Ebene. Medien sind, nach Krotz (2007: 96) fur die Gesellschaft nicht nur das Hauptmittel, sondern auch Inhalt der Kommunikation. Fur das Kind beginnt die Konfrontation mit Medien meist schon vor der Geburt. Medien wirken direkt und indirekt auf die Lebenswelt des Kindes ein. (Schneider, 2014: 298). Ein Beispiel hierfur ist das Abspielen von klassischer Musik noch im Babybauch. Auch im weiteren Lebensverlauf des Kindes sind Medien ein alltaglicher Begleiter. Sei es das Radio am Morgen, Online Recherche in der Schule, Spiele auf dem Tablet, das E-Book oder die Lieblingssendung im Fernseher, verschiedene Medien werden regelmaBig in verschiedenen Situationen verwendet (Wegener 2016: 7).

3.1 Die KIM-Studie

Die Medienkompetenz ist eine unumgangliche Kompetenz, die jedes Kind erwerben sollte, dies ist nicht nur fur den schulischen Alltag von Bedeutung, sondern fur Bildung im Allgemeinen (MPFS. KIM-Studie 2016: 3). Die KIM-Studie (Kindheit - Internet - Medien) untersucht seit 1999 den Medienumgang von Kindern und Jugendlichen und analysiert dabei z.B. die Mediennutzung- und Ausstattung aber auch die Wichtigkeit von Medien fur Kinder der mittleren Altersgruppe. Befragt werden ca. 1.200 Kinder sowie deren Erzieher und Eltern (MPFS. KIM-Studie 2016: 3).

3.2 Freizeitaktivitaten sechs bis dreizehn jahriger

Die Umfrage der Freizeitaktivitaten und der Medienbeschaftigung wurde in zwei Belkendiagrammen festgehalten. Den Kindern wurden 29 Aktivitaten angeboten und diese sollten angeben, wie haufig sie diesen Aktivitaten nachgehen. Die Aktivitaten, die Teil des Alltags sind, sprich jeden oder fast jeden Tag ausgefuhrt werden sind orange markiert, die Aktivitaten denen seltener, also einmal oder mehrmals pro Woche nachgegangen wird in Rot. An erster Stelle steht das Fernsehen. 77% der sechs bis dreizehn jahrigen schauen jeden oder fast jeden Tag Fernsehen. Danach folgen Schulaufgaben mit 70% und an dritter Stelle steht das drinnen oder drauGen Spielen mit etwa 50%. 42% der Kinder nutzen taglich ein Handy oder Smartphone. Wenn man diese Ergebnisse mit den Ergebnissen der regelmaGigen Nutzung vergleicht, also einmal oder mehrmals pro Woche so stellt man fest, dass auch hier das Fernsehen mit 96% an erster Stelle steht. Knapp dahinter mit 94% Prozent steht das Treffen mit Freunden, wobei hier eine Mediennutzung beim Treffen nicht ausgeschlossen ist und an dritter Stelle ebenso wie das Erledigen von Schulaufgaben mit 93%. Hieraus kann man schon erkennen, dass Medien im Alltag der Kinder eine wichtige Rolle spielt und als Freizeitaktivitat bevorzugt wird. Die KIM-Studie (2016: 12) zeigt auch, dass die Freizeitgestaltung sich mit dem Alter verandert. Je alter die Kinder werden, desto weniger interessant werden kreative Aktivitaten oder Unternehmungen mit der Familie. Nur 9% gehen noch in die Bibliothek und Brett- oder Gemeinschaftsspiele werden durch Spiele auf dem Tablet oder Smartphone ersetzt. Zusatzlich zu der Frage nach der Haufigkeit der ausgeubten Aktivitaten wird in der KIM-Studie ebenso nach der Praferenz gefragt. Hier waren ebenso 3 Nennungen moglich. 55% der Kinder treffen sich am liebsten mit ihren Freunden, 42% spielen am liebsten drauGen und 32% schauen am liebsten Fernsehen in ihrer Freizeit. Im Vergleich zu der KIM-Studie 2014 hat sich das Resultat kaum verandert, der einzige Unterschied ist, dass die Handy- und Smartphone Nutzung ansteigt wahrend das Fernsehen an Beliebtheit abnimmt. Anhand dieser Werte erkennt man das Medien ein bedeutender Bestandteil der Freizeitgestaltung von sechs bis dreizehn jahriger sind.

3.3 Medienausstattung

Im nachsten Schritt wird der Haushalt, in dem die Kinder aufwachsen betrachtet und nach Mediengeraten gefragt. Auch hier werden die Ergebnisse der Befragung in einem Balkendiagramm festgehalten. Auf der linken Seite sind die unterschiedlichen Gerate aufgelistet und auf der rechten Seite der prozentuale Anteil. 100% der befragten Haushalte besitzen ein Fernsehgerat. Davon besitzen 98% zusatzlich ein Handy- oder Smartphone und von denen haben 97% einen Laptop/Computer mit Internetzugang. Die Haushalte heutzutage sind sehr gut ausgestattet was Medien betrifft. Mehr als 75% aller befragten besitzen zusätzlich zu den bereits erwähnten Medien eine Digitalkamera, einen Videorecorder/DVDPlayer oder Festplattenrecorder, einen CD-Player und ein Radio. Die KIM-Studie (2016: 8) zeigt ebenso auf, mit welchen Medien die Kinderzimmer in den jeweiligen Haushalten ausgestattet sind. Das Medium, welches sich mit 51% am häufigsten im Kinderzimmer befindet ist das Mobiltelefon gefolgt von einem CDPlayer mit 45%. An dritter Stelle stehen Spielkonsolen mit 44%.

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Details

Titel
Medienkonsum von Kindern
Untertitel
Welchen Stellenwert haben Medien im mittleren Kindesalter und wie wirkt sich der Medienkonsum auf die Entwicklung aus?
Hochschule
MSB Medical School Berlin - Hochschule für Gesundheit und Medizin  (Gesundheitswissenschaften)
Veranstaltung
Pädagogisch-Psychologische Grundlagen
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
18
Katalognummer
V493720
ISBN (eBook)
9783668986930
ISBN (Buch)
9783668986947
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien Kinder Auswirkungen
Arbeit zitieren
Katerina Yanchak (Autor), 2019, Medienkonsum von Kindern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493720

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