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Das Jugendamt. Zwischen öffentlicher Wahrnehmung und staatlichem Auftrag

Titel: Das Jugendamt. Zwischen öffentlicher Wahrnehmung und staatlichem Auftrag

Hausarbeit , 2017 , 16 Seiten

Autor:in: Linda Ziesche (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der erste Abschnitt dieser Ausarbeitung handelt von der Struktur, den Aufgaben und Leistungen des Jugendamtes, welche im 8. Sozialgesetzbuch verfasst sind. Außerdem wird neben einem Überblick über das Tätigkeitsfeld des Jugendamtes ein genauer Einblick zum Thema "Inobhutnahme" § 42 SGB VIII geboten. Im darauffolgenden Abschnitt geht es um die Wahrnehmung des Jugendamtes in der Öffentlichkeit, insbesondere bei der Darstellung der Handlungen des Jugendamtes in den Medien.

In den vergangenen Jahren ist das Jugendamt häufig in die Kritik der Öffentlichkeit geraten, wenn Fälle von Kindeswohlgefährdung §8a SGB VIII bekannt wurden. Artikelüberschriften in Zeitungen wie der Bild mit Titeln wie beispielsweise "Jugendamt nimmt Mutter in der Klinik das Baby weg!" oder "So hat das Jugendamt im Fall Tayler versagt" verdeutlichen die negative Präsenz des Jugendamtes.

Bei Artikeln in denen das Scheitern des Jugendamtes bei Einzelfällen thematisiert wird, ist häufig die Inobhutnahme ein wichtiger Faktor. Die zuvor genannten Titel der Bildzeitung veranschaulichen die unterschiedlichen Wahrnehmungsweisen des Jugendamtes: Auf der einen Seite wird die Entscheidung ein Kind aus einer Familie zu nehmen kritisiert und auf der anderen Seite wird die Passivität des Jugendamtes bemängelt.

Darüber hinaus ist die Anzahl der in Obhut genommenen Kinder und Jugendlichen in Deutschland in den vergangenen Jahren stark angestiegen, was wiederum in den Medien für Diskussionsstoff sorgt. Im Hinblick auf die Fragestellung "Wie wird das Image und die Arbeit des Jugendamtes durch die Berichterstattung der Medien beeinflusst?" wird sowohl der Ruf des Jugendamtes näher betrachtet, als auch dessen Folgen für die Arbeit der Fachkräfte. Dazu wird der "Fall Kevin" näher betrachtet und hinsichtlich der medialen Ereignisse analysiert. Insgesamt gibt diese Arbeit einen begrenzten Einblick über die Zusammenhänge von Jugendamt und Medien und wie sich daraus eine öffentliche Wahrnehmung entwickelt hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Jugendamt

2.1 Aufgaben des Jugendamtes

2.2 Inobhutnahme

2.2.1 Anstieg der Inobhutnahmen in Deutschland

3 Jugendamt und Medien

3.1 Soziale Arbeit und der Umgang mit den Medien

3.2 Negativ-Image des Jugendamtes

3.2.1 „Fall Kevin“

3.2.2 Imagekampagne Jugendamt

3.3 Fehler durch Belastung der Sozialarbeiter

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem staatlichen Auftrag des Jugendamtes und seiner Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, insbesondere durch die Darstellung in Massenmedien. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Wie wird das Image und die Arbeit des Jugendamtes durch die Berichterstattung der Medien beeinflusst?“

  • Strukturen, Aufgaben und Leistungen des Jugendamtes gemäß SGB VIII.
  • Analyse der Inobhutnahme als umstrittene Maßnahme der Kinder- und Jugendhilfe.
  • Einfluss der medialen Berichterstattung auf das öffentliche Image des Jugendamtes.
  • Fallstudie „Fall Kevin“ als Beispiel für mediale Skandalisierung und strukturelle Defizite.
  • Strategien der Öffentlichkeitsarbeit und die Auswirkungen von Arbeitsbelastungen auf die Fachkräfte.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 „Fall Kevin“

Einer der bekanntesten Fälle von Kindeswohlgefährdung, der große öffentliche Aufmerksamkeit erhielt, war der „Fall Kevin“, bei dem ein zweieinhalbjähriger Junge tot in der Wohnung seines Stiefvaters aufgefunden wurde.

Dieser Fall gilt als Beispiel für die teilweise scheiternde Arbeit des Jugendamtes.

Kevin kam am 23. Februar 2004 in Bremen als Frühgeburt zur Welt.

Die drogenabhängigen Eltern, die bereits beide mehrere Jahre in Haft verbracht hatten, wurden von einem Sozialarbeiter des Jugendamtes unterstützt. Unter der Bedingung einen Drogenentzug zu vollziehen erhielten die Eltern die Erlaubnis ihren Sohn nach der Geburt mit nach Hause zu nehmen. Ein halbes Jahr später wurde Kevin mit Verletzungen in eine Kinderklinik eingewiesen. Im November 2004 folgte eine Anzeige gegen Kevins Mutter aufgrund der Verletzung der Fürsorgepflicht. Für kurze Zeit wurde Kevin daraufhin in einem Kinderheim untergebracht, bevor er zu seiner Familie zurückkehrte und weitere Maßnahmen durch das Jugendamt verordnet wurden. Die Mutter erlitt im Mai 2005 eine Totgeburt bei einer erneuten Schwangerschaft und verstarb sechs Monate später, wobei die Ursache ihres Todes ungeklärt blieb. Anschließend wurde Kevin erneut in einem Kinderheim untergebracht und erhielt einen Vormund. Währenddessen wurde sein Stiefvater in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage sowie Erläuterung des Aufbaus der Arbeit.

2 Das Jugendamt: Beschreibung der strukturellen Grundlagen, Aufgabenbereiche und der Maßnahme der Inobhutnahme.

2.1 Aufgaben des Jugendamtes: Detaillierte Darstellung des gesetzlichen Auftrags und der Beratungsfunktion des Jugendamtes nach dem SGB VIII.

2.2 Inobhutnahme: Erörterung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Problematik dieser umstrittenen Schutzmaßnahme.

2.2.1 Anstieg der Inobhutnahmen in Deutschland: Statistische Analyse und Kontextualisierung der quantitativen Zunahme von Inobhutnahmen.

3 Jugendamt und Medien: Einführung in die Wechselwirkung zwischen der Sozialen Arbeit und der öffentlichen Darstellung durch Medien.

3.1 Soziale Arbeit und der Umgang mit den Medien: Analyse der Darstellung von Sozialer Arbeit als passive Instanz und der Herausforderungen im Umgang mit Massenmedien.

3.2 Negativ-Image des Jugendamtes: Untersuchung der medialen Verzerrung des Jugendamtes als entweder ineffektiv oder als „Kinderklau-Behörde“.

3.2.1 „Fall Kevin“: Fallstudie zu einem prominenten Beispiel für Kindeswohlgefährdung und mediale Skandalisierung.

3.2.2 Imagekampagne Jugendamt: Vorstellung der Bemühungen um eine realitätsnähere Darstellung der Jugendamtsarbeit durch Öffentlichkeitsarbeit.

3.3 Fehler durch Belastung der Sozialarbeiter: Diskussion über die Auswirkungen von Personalmangel, Zeitdruck und hoher Verantwortung auf die professionelle Fehleranfälligkeit.

4 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Reflexion über notwendige Veränderungen in der medialen und strukturellen Wahrnehmung.

Schlüsselwörter

Jugendamt, Inobhutnahme, Kindeswohlgefährdung, SGB VIII, Medienberichterstattung, Negativ-Image, Soziale Arbeit, Öffentlichkeitsarbeit, Fall Kevin, Kinderschutz, Arbeitsbelastung, Jugendhilfe, strukturelle Defizite, Imagekampagne, Fachkräfte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der öffentlichen Wahrnehmung des Jugendamtes im Kontext seines staatlichen Auftrags und untersucht, wie Medienberichterstattung das Image der Behörde prägt.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Ausarbeitung ab?

Die Arbeit fokussiert sich auf Aufgaben des Jugendamtes, die Inobhutnahme als Maßnahme des Kinderschutzes, das Bild in den Medien sowie die Arbeitsbedingungen und Belastungsfaktoren der Fachkräfte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu analysieren, wie die Arbeit des Jugendamtes durch Berichterstattung in Medien beeinflusst wird und welche Folgen dies für das Image und die Praxis hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literatur- und Dokumentenanalyse, basierend auf gesetzlichen Grundlagen (SGB VIII), Statistiken des Bundesamtes und medialen Quellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Aufgaben des Jugendamtes, die Analyse der Inobhutnahme und deren Anstieg, das Verhältnis von Sozialer Arbeit zu Medien sowie eine detaillierte Fallstudie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Jugendamt, Inobhutnahme, Kindeswohlgefährdung, Medienpräsenz und fachliche Arbeitsbelastung.

Warum wird der „Fall Kevin“ als Beispiel herangezogen?

Er dient als prominentes Beispiel dafür, wie ein tragisches Ereignis strukturelle Schwächen offenbart und durch mediale Berichterstattung massiv zur negativen Imagebildung des Jugendamtes beiträgt.

Welche Rolle spielt die Imagekampagne der Bundesarbeitsgemeinschaft?

Die Kampagne ist ein Versuch der Jugendämter, aktiv gegen das medial verzerrte Bild vorzugehen, indem sie Aufklärungsarbeit über die tatsächlichen Leistungen leisten.

Wie bewertet die Autorin die Fehlbarkeit von Sozialarbeitern?

Die Autorin betont, dass Fehler aufgrund hoher Arbeitsbelastung und komplexer Entscheidungszwänge menschlich sind, jedoch nicht pauschalisiert werden sollten, da oft komplexe Umstände dahinterstehen.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Jugendamt. Zwischen öffentlicher Wahrnehmung und staatlichem Auftrag
Hochschule
Hochschule Hannover
Autor
Linda Ziesche (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V493872
ISBN (eBook)
9783668993587
ISBN (Buch)
9783668993594
Sprache
Deutsch
Schlagworte
jugendamt zwischen wahrnehmung auftrag
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Linda Ziesche (Autor:in), 2017, Das Jugendamt. Zwischen öffentlicher Wahrnehmung und staatlichem Auftrag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493872
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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