Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welchen Risiken und Möglichkeiten sich der stationäre Einzelhandel derzeit stellen muss. Die stationären Einzelhändler, die sich gegenwärtig und zukünftig nur mit dem reinen stationären Einzelhandel zufriedengeben, könnten Gefahr laufen, den Anschluss zu verlieren. Denn auch die Kunden greifen seit einigen Jahren auf einen persönlichen Kanal-Mix zurück, welcher sowohl aus Offline sowie aus Online besteht. Diesem Grund zum Anlass sollten stationäre Einzelhändler ihre einseitige Strategie überdenken. Eine relevante Strategie könnte der Multi-Channel-Handel sein.
Durch den Multi-Channel-Handel kann sich der Kunde ein Produkt auf mindestens zwei Vertriebswegen beschaffen. Der Multi-Channel-Handel könnte damit eine ideale Ergänzung zum stationären Einzelhandel beziehungsweise Textilhandel sein. Das Ziel dieser Arbeit ist es deshalb, herauszuarbeiten, inwieweit die Stärken des Multi-Channel-Handels die Schwächen des stationären Textilhandels auffangen können. Die Fragestellung, ob der stationäre Textilhandel eine Rettung nötig hat und, ob die Multi-Channel-Strategie eine mögliche Rettung ist, wird am Ende dieser Arbeit diskutiert.
Der stationäre Einzelhandel muss sich im digitalen Zeitalter neuen Herausforderungen stellen. Durch die rasante Entwicklung des Internets nahm auch der Online-Handel enorm zu. Das digitale Zeitalter hat die Kundenwünsche und Kundenerwartungen erheblich verändert. Laut kaufDA nutzen mehr als 70% der deutschsprachigen Bevölkerung über 14 Jahre regelmäßig internetfähige Smartphones und Tablets für den Zugang ins World Wide Web.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. SWOT-Analyse
2.1 Aufbau und Erläuterung des Analyseinstruments
2.2 Relevanz der SWOT-Analyse für das Forschungsthema
2.3 Datenquellen der SWOT-Analyse
3. Der stationäre Einzelhandel
3.1 Begriffsdefinition und Eingrenzung des Themas
3.2 Entwicklungen des stationären Einzelhandels in Deutschland
3.3 Erläuterung der aktuellen Problemlage im deutschen Textilhandel
3.4 S - W: stationärer Textilhandel
4. Multi-Channel-Handel
4.1 Definition und Erläuterung des Multi-Channel-Handels
4.2 O - T Multi-Channel-Handel
5. Diskussion
5.1 Zusammenfassung der SWOT-Analyse
5.2 Ist der Multi-Channel-Handel die Rettung für den stationären Textilhandel?
5.3 Bestehende Forschungslücken
6. Handlungsempfehlung für den stationären Textilhändler
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert, inwieweit eine Multi-Channel-Strategie als Lösung für die aktuellen Herausforderungen und Umsatzprobleme des stationären Textilhandels fungieren kann. Hierbei wird untersucht, ob die spezifischen Stärken des stationären Handels durch die Chancen digitaler Vertriebskanäle komplementiert werden können, um langfristig die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
- SWOT-Analyse des stationären Textilhandels und des Multi-Channel-Handels
- Einfluss der Digitalisierung und verändertes Konsumverhalten
- Komplexität und Risiken bei der Implementierung von Multi-Channel-Systemen
- Strategische Ansätze wie Click&Collect und Erlebnisshopping
- Handlungsempfehlungen für mittelständische Textilhändler
Auszug aus dem Buch
3.4 S - W: stationärer Textilhandel
Im Folgenden werden die Stärken und die Schwächen des stationären Textilhandels untersucht, dieser Abschnitt bildet Teil I der SWOT-Analyse. Bei den Stärken des stationären Textileinzelhandels kommt es vor allem auf die Vorteile an, die der Online-Handel entweder kaum oder gar nicht imitieren kann.
Der wohl wichtigste Vorteil beim Einkaufen von Textilien ist das Erleben der Waren (vgl. Bruhn/ Hadwich 2012, S. 288). Das Einkaufserlebnis kann wie folgt definiert werden: „Das kundenseitige Einkaufserlebnis bezeichnet die sensorische, kognitive, affektive und physische Reaktion eines Kunden auf seine Erfahrungsumwelt während des Kaufs eines Gutes oder einer Dienstleistung“ (Bruhn/ Hadwich 2012, S. 433).
Das Einkaufserlebnis wird folglich von wichtigen Faktoren beeinflusst: Das sensorische Einkaufserlebnis wird durch die verschiedenen sensorischen Reize gesteuert: optisch, haptisch, olfaktorisch und gustatorisch (vgl. Bruhn/ Hadwich 2012, S. 433). Im Falle des Kaufs von Textilien sind das drei der vier sensorischen Reize. Der Kunde kann ein T-Shirt optisch, haptisch sowie olfaktorisch wahrnehmen. Hier kann sich der Kunde bereits einen genauen Eindruck über ein gewünschtes Produkt machen. Der stationäre Textileinzelhandel ist dem Online-Handel damit bisher zwei sensorischen Reize voraus.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist das affektive Einkaufserlebnis. Darunter versteht man die emotionale Reaktion des Kunden auf die Einkaufsumwelt während des Kaufprozesses (vgl. Bruhn/ Hadwich 2012, S. 434). Die Kaufentscheidung ist geprägt von dem emotionalen Zustand des Kunden (vgl. Rüdell 1993, S. 26). Der stationäre Verkaufspunkt kann die Emotionen des Kunden beeinflussen und steuern. Die Sortimentsvielfalt oder auch ein Beratungsgespräch können den affektiven Zustand eines Kunden beeinflussen. Diese können die Emotionen des Kunden in Richtung Vergnügen, Erregung oder auch Frustration steuern (vgl. Bruhn/ Hadwich 2012, S. 435).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen des stationären Einzelhandels im digitalen Zeitalter und definiert das Ziel der Arbeit, die Potenziale der Multi-Channel-Strategie zu untersuchen.
2. SWOT-Analyse: Dieses Kapitel erläutert das methodische Instrument der SWOT-Analyse und stellt den theoretischen Rahmen für die Untersuchung der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken bereit.
3. Der stationäre Einzelhandel: Das Kapitel definiert den stationären Einzelhandel, beschreibt die Marktentwicklung in Deutschland und analysiert spezifisch die Problemlage des stationären Textilhandels.
4. Multi-Channel-Handel: Hier werden Definitionen und verschiedene Systemarten des Multi-Channel-Handels vorgestellt und deren wachsende Bedeutung im aktuellen Marktumfeld verdeutlicht.
5. Diskussion: In der Diskussion werden die Ergebnisse der SWOT-Analyse zusammengeführt und die Frage erörtert, ob Multi-Channel-Strategien tatsächlich eine Rettung für den stationären Sektor darstellen, während bestehende Forschungslücken identifiziert werden.
6. Handlungsempfehlung für den stationären Textilhändler: Das abschließende Kapitel bietet praktische Ansätze für mittelständische Händler, wie sie durch digitale Integration und innovative Konzepte ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen können.
Schlüsselwörter
Multi-Channel-Handel, stationärer Textileinzelhandel, SWOT-Analyse, Digitalisierung, Online-Handel, Einkaufserlebnis, Konsumverhalten, Handelsmanagement, Click&Collect, Erlebnisshopping, Kundenreichweite, Preistransparenz, Cross-Channel-Handel, Einzelhandel, Strategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen des stationären Textileinzelhandels im digitalen Zeitalter und analysiert, ob eine Multi-Channel-Strategie die Wettbewerbsfähigkeit stationärer Händler nachhaltig sichern kann.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die ökonomische Lage des stationären Handels, die Auswirkungen des E-Commerce auf das Kaufverhalten sowie verschiedene Integrationsformen des Multi-Channel-Handels.
Was ist die primäre Forschungsfrage oder das Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es herauszuarbeiten, inwieweit die Stärken des Multi-Channel-Handels die Schwächen des stationären Textilhandels auffangen können und ob die Strategie als Rettung für die Branche fungiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse verwendet?
Die Autorin nutzt die SWOT-Analyse als strategisches Instrument, um interne Stärken und Schwächen des stationären Handels externen Chancen und Risiken des Multi-Channel-Handels gegenüberzustellen.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Marktentwicklungen, die Untersuchung der spezifischen Problemlagen von Textilhändlern und die detaillierte Betrachtung von Chancen und Risiken, die mit der Einführung digitaler Vertriebskanäle verbunden sind.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Multi-Channel-Handel, stationärer Textilhandel, SWOT-Analyse, Einkaufserlebnis, Digitalisierung und Erlebnisshopping.
Wie unterscheidet sich der "traditionelle" Käufer vom "selektiven Online-Shopper" laut der Arbeit?
Traditionelle Käufer bevorzugen den physischen Kontakt und die Beratung im Laden, während selektive Online-Shopper das Internet gezielt für bestimmte Käufe nutzen, aber für andere Produkte weiterhin den stationären Handel aufsuchen.
Welche Bedeutung hat das "Click&Collect"-System für den stationären Handel?
Click&Collect verschmilzt die Online-Recherche mit der physischen Abholung im Laden. Es dient als strategisches Mittel, um Kunden zurück in die stationären Filialen zu locken und die Vorteile beider Welten zu kombinieren.
Welche Rolle spielt das Erlebnisshopping bei der Rettung des Textilhandels?
Erlebnisshopping wird als differenzierendes Merkmal gesehen. Durch Inszenierungen, Personalisierung und Serviceangebote können Händler einen Mehrwert bieten, den reine Online-Shops bisher kaum imitieren können.
Warum wird in der Arbeit betont, dass auch mittelständische Händler handeln müssen?
Die Arbeit unterstreicht, dass die Digitalisierung keine vorübergehende Phase, sondern eine gegenwärtige Realität ist. Auch ohne die Ressourcen großer Konzerne müssen mittelständische Betriebe durch smarte Strategien wie Webpräsenz oder Click&Collect wettbewerbsfähig bleiben.
- Arbeit zitieren
- Carolin Hauer (Autor:in), 2018, Multi-Channel-Handel. Eine Strategie zur Rettung des stationären Textilhandels?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493935