Ursachen der Arbeitslosigkeit


Seminararbeit, 2003
24 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis[ES1]

Bildverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Formelverzeichnis

1 EINLEITUNG
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Themenabgrenzung

2 Grundlagen zum Arbeitsmarkt in Deutschland
2.1 Arbeit und Arbeitslosigkeit - Definitionen
2.1.1 Der Begriff der Arbeit
2.1.2 Der Begriff der Arbeitslosigkeit
2.1.3 Der Begriff der Arbeitslosenquote
2.1.4 Der Arbeitsmarkt
2.2 Die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Deutschland

3 Formen der arbeitslosigkeit und ihre ursachen
3.1 Formen kurzfristiger Arbeitslosigkeit
3.1.1 Friktionelle Arbeitslosigkeit (Sucharbeitslosigkeit)
3.1.1.1 Wirtschaftspolitik u. friktionelle Arbeitslosigkeit
3.1.2 Saisonale Arbeitslosigkeit
3.2 Formen mittel- (temporärer) u. langfristiger Arbeitslosigkeit
3.2.1 Konjunkturelle Arbeitslosigkeit
3.2.2 Strukturelle Arbeitslosigkeit (Mismatch-Arbeitsl.)
3.2.2.1 Regionalspezifische Arbeitslosigkeit
3.2.2.2 Qualifikationsspezifische Arbeitslosigkeit
3.2.2.3 Demographie u. strukturelle Arbeitslosigkeit
3.2.3 Wachstumsdefizitäre Arbeitslosigkeit
3.2.4 Die klassische Arbeitslosigkeit
3.3 Sonstige Formen von Arbeitslosigkeit
3.3.1 Bodensatzarbeitslosigkeit (Restarbeitslosigkeit)
3.3.2 Exportierte Arbeitslosigkeit
3.3.3 Kapitalmangelarbeitslosigkeit
3.3.4 Verdeckte Arbeitslosigkeit

4 Schlussbetrachtung

5 Literatur- und Quellenverzeichnis

Bildverzeichnis[ES2]

Bild 1: Begriffe der Arbeitsmarktstatistik

Bild 2: Kerngrößen des Arbeitsmarktes

Bild 3: Arbeitslosigkeit in Deutschland

Bild 4: Klassische Arbeitslosigkeit

Abkürzungsverzeichnis[ES3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Formelverzeichnis[ES4]

Formel 1: Arbeitslosenquote

1 Einleitung

1.1 Hinführung zum Thema

„A man willing to work, and unable to find work, is perhaps the saddest sight that fortune’s inequality exhibits under the sun.“ (Thomas Carlyle)[1]

Das einleitende Zitat des schottischen Essayisten und Geschichtsschreibers Thomas Carlyle (1795-1881) soll verdeutlichen, daß Arbeitslosigkeit das makroökonomische Problem ist, das den einzelnen am unmittelbarsten und am nachhaltigsten trifft.[2]

Ein dauerhafter Verlust des Arbeitsplatzes kann oft vielerlei Auswirkungen auf einen Menschen haben. Dazu gehören u.a. der Verlust des gesellschaftlichen Status, persönliche Depressionen und Krankheiten, individuelle Isolierung und Verlust an Identität, familiäre Schwierigkeiten und natürlich die meist durch den Verdienstausfall zwangsläufig entstehenden finanziellen Schwierigkeiten.[3] Aber auch der Staat ist von den Auswirkungen einer dauerhaften Erwerbslosigkeit in der Bevölkerung betroffen. Er hat unter dem Verlust von gesamtwirtschaftlichen Produktionsmöglichkeiten, Ausgaben von staatlichen Transfers (Arbeitslosengeld, -hilfe, Sozialhilfe), Einnahmeausfälle bei den Sozialversicherungssystemen und der Zunahme gesellschaftlicher Unzufriedenheit zu leiden.[4]

Baßeler bezeichnet die Arbeitslosigkeit als das eklatanteste Koordinationsproblem gegenwärtiger Wirtschaftssysteme überhaupt, besonders vor dem Hintergrund, daß ein Arbeitsloser die Gesellschaft im Durchschnitt ca. 15.000 € im Jahr kostet.[5]

Das Aufzeigen und die Untersuchung der Ursachen der Arbeitslosigkeit ist das Ziel dieser Seminararbeit.

1.2 Themenabgrenzung

Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten beschäftigen sich mit Möglichkeiten zur Messung, Prognose oder Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Diese Aspekte sind nicht Gegenstand dieser Seminararbeit. Es findet eine reine Untersuchung der Arbeitslosigkeit hinsichtlich ihrer Ursachen statt.

Weiterhin werden die Ursachen der Arbeitslosigkeit des deutschen Arbeitsmarktes untersucht. Über die Ursachen der Arbeitslosigkeit in anderen Ländern werden keine Aussagen getätigt.

Zu Beginn sollen Grundlagen zum allgemeinen Verständnis des Arbeitsmarkts und der Begrifflichkeiten vermittelt werden, um dann im Hauptteil der Seminararbeit die verschiedenen Ausprägungsformen der Arbeitslosigkeit und ihrer Ursachen näher zu beschreiben.

2 Grundlagen zum Arbeitsmarkt in Deutschland

2.1 Arbeit und Arbeitslosigkeit - Definitionen

Für das weitere Verständnis ist es wichtig, sich zunächst die Begrifflichkeiten des Arbeitsmarktes zu verdeutlichen, die in den nachfolgenden Unterkapiteln erläutert werden (siehe auch Bild 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 1: Begriffe der Arbeitsmarktstatistik[6]

2.1.1 Der Begriff der Arbeit

Arbeit ist die bezahlte oder unbezahlte Verrichtung von Aufgaben, bei der geistige und körperliche Energie aufgewendet wird. Diese Aufgaben haben zum Ziel, Güter und Dienstleistungen hervorzubringen, die sich an menschliche Bedürfnisse wenden.[7] Neben Boden und Kapital stellt sie in allen Kulturen als Produktionsfaktor die Grundlage der Ökonomie dar.[8]

2.1.2 Der Begriff der Arbeitslosigkeit

Arbeitslos im Sinne des Arbeitsförderungsgesetzes (AFG) ist ein Arbeitnehmer, der vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis steht oder nur eine kurzweilige Beschäftigung ausübt.[9] Ein statistisch registrierter Arbeitsloser muß folgende Merkmale aufweisen:

Die Person

- muß beim Arbeitsamt persönlich gemeldet sein,
- zwischen 15 und 65 Jahre alt sein,
- der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stehen,
- darf kein Arbeitsverhältnis, auch kein kurzfristiges, eingegangen sein,
- muß ein Arbeitsverhältnis von mehr als sieben Kalendertagen anstreben,
- muß in der Bundesrepublik Deutschland wohnhaft
- und arbeitsfähig sein.[10]

Nicht als arbeitslos gelten Personen in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM), ältere Arbeitslose, die zum frühestmöglichen Zeitpunkt einen Rentenantrag stellen wollen, Arbeitslose in Umschulungs- oder Qualifizierungsmaßnahmen sowie die Arbeitslosen, die sich wegen ihrer Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt und fehlenden Ansprüchen nach dem AFG beim Arbeitsamt nicht oder nicht mehr gemeldet haben (sogenannte ,,stille Reserve"; s. Bild 2), dem Arbeitsmarkt aber potentiell zur Verfügung stehen.[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 2: Kerngrößen des Arbeitsmarktes[12]

2.1.3 Der Begriff der Arbeitslosenquote

Ein mit der Arbeitslosigkeit sehr häufig genannter Begriff ist die Arbeitslosenquote. Sie ist die am häufigsten verwendete Zielvariable zur Messung der Arbeitslosigkeit.[13] Die Arbeitslosenquote ist definiert als der Prozentsatz der Arbeitslosen an den Erwerbspersonen (abhängige zivile Erwerbstätige und Selbstständige mit mithelfenden Familienangehörigen) und zeigt somit die relative Unterauslastung des Kräfteangebots an.[14]

ALQ = (Arbeitslose / [zivile Erwerbstätige+Arbeitslose]) x 100

Formel 1: Arbeitslosenquote

2.1.4 Der Arbeitsmarkt

Auf dem Arbeitsmarkt bieten[15] nichtselbständige Erwerbswillige ihre Arbeitsleistung potentiellen Arbeitgebern der freien Wirtschaft, des Staates und der privaten Haushalte an. Entwicklungen am Arbeitsmarkt sind wie auf jedem anderen Markt abhängig vom Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Das Arbeitsangebot wird bestimmt von der Bevölkerungsentwicklung, der Zahl der Erwerbswilligen, dem zu erwartenden Lohn und von der Arbeitszeit. Die Arbeitsnachfrage ist in erster Linie abhängig von der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, den damit zusammenhängenden Zukunftserwartungen der Unternehmen, den Lohnvorstellungen der Arbeitsuchenden und den Lohnnebenkosten.

2.2 Die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Deutschland

Hätte sich der Verfasser in den 60er oder frühen 70er Jahren mit dem Arbeitsmarkt beschäftigt, so wäre die Arbeitslosigkeit nicht Gegenstand dieser Arbeit gewesen. Die Arbeitslosigkeit hätte dann nur im historischen Kontext des 19. Jahrhunderts und der Zwischenkriegszeit Erwähnung gefunden:[16] Im genannten Zeitraum herrschte überwiegend Vollbeschäftigung im engeren Sinne, d.h. es waren mehr unbesetzte Arbeitsplätze als stellensuchende vorhanden.

Seit der erste Ölkrise 1973/74 und den folgenden Konjunktureinbrüchen hat sich der Idealzustand der Vollbeschäftigung geändert:[17] Mit einer Reihe von Ölpreiserhöhungen, der beginnenden Sättigung des Konsumgütermarktes und einer Steigerung des allgemeinen Lohnniveaus, der Anhebung von Sozialabgaben und Steuern über den Produktivitätszuwachs entwickelte sich die Bundesrepublik zu einer Dienstleistungsgesellschaft. Die stetig steigende Bruttowertschöpfung des tertiären Sektors (Dienstleistung) überholte die des sekundären Sektors (Industrieproduktion). Diese Entwicklung führte von der Vollbeschäftigung weg zu einer stetig steigenden Massenarbeitslosigkeit.[18]

Im September 2003 sank die Arbeitslosigkeit von 4,314 Millionen (August 2003) auf 4,207 Millionen.[19] Davon entfallen 1,554 Millionen auf die neuen Bundesländer und Berlin und 2,653 Millionen auf die alten Bundesländer ohne Berlin-West.[20] Obwohl die absoluten Zahlen eine höhere Arbeitslosigkeit im Westen aufzeigen, liegt die Arbeitslosenquote hier mit 8,1 % deutlich unter der des Ostens (17,8 %). Die gesamtdeutsche Arbeitslosenquote lag im September bei 10,1 % (August 10,4 %).[21] Der Vorjahreswert (September 2002) betrug 9,5 %.[22]

1997 erreichte die durchschnittliche Arbeitslosigkeit in Deutschland mit 4,384 Millionen Arbeitslosen und einer Arbeitslosenquote von 11,4 % einen historischen Höchststand.[23] Im Januar und Februar 1998 wurden sogar 4,8 Millionen Erwerbslosen und eine Arbeitslosenquote von mehr als 12 % festgestellt. Dies sind die bisher höchsten Werte in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.[24]

Eine Besserung ist erst im Jahre 2005 in Aussicht. Hier wird im Jahresdurchschnitt mit einem deutlichen Rückgang der Zahl der Erwerbslosen gerechnet, was sich bereits im zweiten Halbjahr 2004 andeuten soll. Vorher sei mit einer Belebung des Arbeitsmarktes nicht zu rechnen, so der Vorstandsvorsitzende der Bundesanstalt für Arbeit, Florian Gerster.[25]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 3: Arbeitslosigkeit in Deutschland[26]

[...]


[1] Mankiv, Makroökonomik (2000), S. 151

[2] ebda., S. 151

[3] Vgl. Majer, Moderne Makroökonomik (2001), S.447

[4] ebda., S. 151

[5] Vgl. Baßeler, Grundlagen und Probleme der Volkswirtschaft (1999), S. 690

[6] Rittenbruch, Makroökonomie (1995), S. 109

[7] Giddens, Soziologie (1999), S. 335

[8] Schäfers, Grundbegriffe der Soziologie (2000), S. 22

[9] §101, Absatz 1 AFG

[10] Baßeler, a.a.O., S. 691

[11] Albrecht, Handbuch soziale Probleme (1999), S. 255

[12] Baßeler, a.a.O., S. 691

[13] Vgl. Von Zameck, Grundlagen der Stabilisierungspolitik (1996), S. 13

[14] Internetpräsenz der Bundesanstalt für Arbeit, www.arbeitsamt.de, abgefragt am 10.10.03

[15] Microsoft Encarta Enzyklopädie 2003, Stichwort „Arbeitsmarkt“

[16] Keller, Einführung in die Arbeitspolitik (1997), S. 434

[17] ebda., S. 435

[18] Microsoft Encarta Enzyklopädie 2003, Stichwort „Vollbeschäftigung“

[19] Internetpräsenz von Wissen.de, www.wissen.de, Stichwort „Arbeitslosigkeit“

[20] Internetpräsenz des statistischen Bundesamtes Deutschlands, www.destatis.de, abgefragt am 10.10.03

[21] ebda.

[22] Internetpräsenz von Wissen.de, www.wissen.de, Stichwort „Arbeitslosigkeit“

[23] Internetpräsenz der Bundesanstalt für Arbeit, www.arbeitsamt.de, abgefragt am 10.10.03

[24] Microsoft Encarta Enzyklopädie 2003, Stichwort „Arbeitslosigkeit“

[25] Vgl. Internetpräsenz von T-Online, www.t.online.de, Wirtschaft, abgefragt am 10.10.03

[26] Internetpräsenz der Bundesanstalt für Arbeit, www.arbeitsamt.de, abgefragt am 10.10.03

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Ursachen der Arbeitslosigkeit
Hochschule
Hochschule Aschaffenburg
Note
2,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
24
Katalognummer
V49408
ISBN (eBook)
9783638458757
ISBN (Buch)
9783656449065
Dateigröße
2342 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ursachen, Arbeitslosigkeit
Arbeit zitieren
Diplom-Betriebswirt (FH) Alexander Hörr (Autor), 2003, Ursachen der Arbeitslosigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49408

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