Diese Arbeit schafft eine theoretische Grundlage elementarer Begriffe der Stressforschung und Stressentstehung aus arbeitspsychologischer Sicht. Dazu wird das transaktionale Stressmodell nach Lazarus und dessen arbeitspsychologische Erweiterung nach Bamberg herangezogen. Daraufhin wird ein Überblick des aktuellen Forschungsstandes in Bezug auf die zentrale Fragestellung gegeben. Im Methodikteil wird die Vorgehensweise der Durchführung und Auswertung der qualitativen Interviews nach der Qualitativen Inhaltsanalyse von Mayring dargestellt. Anschließend werden die aus der Erhebung gewonnenen Ergebnisse detailliert dargestellt, interpretiert, diskutiert und ein Fazit in Bezug auf die zentrale Fragestellung gezogen.
Digitalisierung, Globalisierung, demografischer Wandel, Wertewandel und Flexibilisierung der Arbeit – Megatrends, die den Wandel der Arbeitswelt und Gesellschaft seit bereits mehr als 20 Jahren bestimmen. Die Folgen der Trends zählen zu den größten Herausforderungen einer modernen Gesellschaft unserer Zeit. Besonders die voranschreitende Flexibilisierung der Arbeit, die auf die Auflösung starrer Arbeitsstrukturen zurückzuführen ist, stellt sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer vor neue Herausforderungen und birgt Chancen und Risiken für beide Parteien.
Mit flexiblen Formen der Arbeit, die weder in Bezug auf Arbeitszeit noch auf Arbeitsort festgelegt sein müssen und große Handlungs- und Entscheidungsspielräume für Arbeitnehmer bieten, wird auf die neuen Anforderungen des Arbeitsmarktes reagiert. Die raum-zeitliche Flexibilisierung von Arbeit ist dabei aber vor allem durch den großen technologischen Fortschritt der Digitalisierung und die fortschreitende Globalisierung stark gewachsen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Theorie und aktueller Forschungsstand
- 1.1 Wandel der Arbeitswelt
- 1.2 Arbeitspsychologische Besonderheiten flexibilisierter Arbeit
- 1.3 Definition von Stress, Stressoren und Ressourcen
- 1.4 Transaktionales Stressmodell nach Lazarus
- 1.5 Arbeitspsychologische Erweiterung des transaktionalen Stressmodells nach Bamberg
- 1.7 Fragestellung
- 2 Methodik
- 2.1 Untersuchungsdesign / Erhebungsmethode
- 2.2 Stichprobe
- 2.3 Untersuchungsdurchführung
- 2.4 Datenanalyse und Datenauswertung
- 3 Ergebnisse
- 3.1 Anforderungen
- 3.2 Stressoren
- 3.3 Ressourcen
- 4 Diskussion
- 4.1 Interpretation der Ergebnisse
- 4.2 Kritische Würdigung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die Stressoren und Ressourcen raum-zeitlicher Flexibilisierung in der Arbeitswelt. Sie beleuchtet die Herausforderungen, die die Flexibilisierung von Arbeitsformen für Arbeitnehmer mit sich bringt und setzt den Fokus auf die Identifizierung spezifischer Stressoren und Ressourcen aus Sicht der Beschäftigten.
- Wandel der Arbeitswelt und dessen Einfluss auf die Arbeitsgestaltung
- Arbeitspsychologische Besonderheiten flexibilisierter Arbeit
- Stressforschung und das transaktionale Stressmodell nach Lazarus
- Qualitative Forschung und Datenerhebung mittels problemzentrierten Interviews
- Analyse und Interpretation der Ergebnisse im Hinblick auf Stressoren und Ressourcen
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Dieses Kapitel legt den theoretischen Grundstein für die Analyse, indem es den Wandel der Arbeitswelt und seine Treiber, wie Digitalisierung und Globalisierung, beleuchtet. Es definiert zudem wichtige Konzepte der Stressforschung, insbesondere Stress, Stressoren und Ressourcen, und stellt das transaktionale Stressmodell nach Lazarus sowie dessen arbeitspsychologische Erweiterung nach Bamberg vor.
Kapitel 2: Das Kapitel erläutert die Methodik der Studie, die auf einer qualitativen Untersuchung mit problemzentrierten Interviews basiert. Die Vorgehensweise der Datenerhebung und -auswertung nach der qualitativen Inhaltsanalyse von Mayring wird detailliert beschrieben.
Kapitel 3: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der Studie dargestellt, die aus den Interviews mit Beschäftigten gewonnen wurden. Dabei werden die spezifischen Anforderungen, Stressoren und Ressourcen flexibilisierter Arbeitsformen aus der Sicht der Befragten beleuchtet.
Kapitel 4: Der letzte Abschnitt der Arbeit befasst sich mit der Interpretation der Ergebnisse. Die Diskussion analysiert die Erkenntnisse der Studie im Kontext des theoretischen Hintergrunds, zieht Vergleiche zu bisherigem Forschungsstand und beleuchtet kritisch die Ergebnisse und deren Relevanz.
Schlüsselwörter
Flexibilisierung, Arbeitswelt, Stress, Stressoren, Ressourcen, transaktionales Stressmodell, qualitative Forschung, problemzentrierte Interviews, Arbeitspsychologie, Digitalisierung, Globalisierung, demografischer Wandel, Wertewandel, Arbeitszeit, Arbeitsort, Arbeitsgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter flexibilisierter Arbeit?
Flexibilisierte Arbeit löst starre Strukturen in Bezug auf Arbeitszeit und Arbeitsort auf und bietet Arbeitnehmern größere Handlungs- und Entscheidungsspielräume, oft getrieben durch Digitalisierung und Globalisierung.
Welche Stressoren treten bei flexibler Arbeit häufig auf?
Häufige Stressoren sind die Entgrenzung von Arbeit und Privatleben, ständige Erreichbarkeit, mangelnde soziale Unterstützung im virtuellen Raum und erhöhte Anforderungen an die Selbstorganisation.
Was sind Ressourcen im Kontext der Arbeitspsychologie?
Ressourcen sind Faktoren, die helfen, Stress zu bewältigen oder zu reduzieren. Dazu gehören Autonomie, soziale Unterstützung durch Kollegen, gute technische Ausstattung und persönliche Kompetenzen.
Wie erklärt das transaktionale Stressmodell nach Lazarus die Entstehung von Stress?
Stress entsteht laut Lazarus nicht durch den Reiz allein, sondern durch die individuelle Bewertung einer Situation als bedrohlich und die gleichzeitige Einschätzung, dass die eigenen Ressourcen zur Bewältigung nicht ausreichen.
Was ist die arbeitspsychologische Erweiterung nach Bamberg?
Bamberg erweitert das Modell von Lazarus um spezifische arbeitsbezogene Bedingungen und Strukturen, um die Wechselwirkung zwischen Individuum und Arbeitsumfeld genauer zu analysieren.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung beim Wandel der Arbeitswelt?
Die Digitalisierung ist ein Haupttreiber (Megatrend), der orts- und zeitunabhängiges Arbeiten erst technisch ermöglicht und somit die Grundlage für die moderne Flexibilisierung schafft.
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- T. Köhn (Author), 2016, Der Wandel in der Arbeitswelt. Stressoren und Ressourcen flexibilisierter Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494201