Die Themen Mut und Selbstvertrauen für Kinder von 5 bis 14 Jahren. Eine Lesemappe für Sozialpädagogen


Essay, 2019
21 Seiten, Note: 1
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

3. Resümee

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In meiner Lesemappe setzte ich zum Ziel, verschiedene Bücher für Kinder anhand von bestimmten Kriterien, wie z.B. Gestaltung, Inhalt oder Eignung, zu analysiere und ihre Förder- bzw. Einsatzmöglichkeiten in der pädagogischen Arbeit zu beschreiben. Die von mir ausgewählten Bücher wenden sich zwar an unterschiedliche Altersgruppen, beschäftigen sich aber mehr oder weniger mit dem gleichen Thema, mit dem Mut und Selbstvertrauen.

Die Förderung von Mut und Selbstvertrauen bei Kinder spielt eine sehr wichtige Rolle in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Sie trägt zu der Förderung des positiven Selbstbildes bei. Das Selbstbild, die Vorstellung eines Kindes über sich selbst, beeinflusst u.a. seine Motivation, Selbstwirksamkeit, sein Lernerfolg, seine emotionale und soziale Entwicklung usw.1 Die Aufgabe der Pädagogen ist, das Selbstvertrauen und dadurch die Entwicklung des positiven Selbstbildes zu begleiten, unterstützen und zu fördern.2 Diese Förderung kann implizit durch Zuneigung, Vertrauen und Anerkennung oder gezielt mit Büchern, die das Thema altersgemäß vermitteln und die Selbstreflexion ermöglichen.

Durch die Beschäftigung mit Büchern wird außerdem ein anderer wichtiger Bildungsauftrag erfüllt, die Förderung der Literacy-Erziehung. Der Begriff Literacy bezieht sich auf die kindlichen Erfahrungen rund um die Buch-, Sprach- und Schriftkultur. Es geht nicht nur um das Lesen und Schreiben, sondern auch um das Textverstehen, die Textproduktion, die Vertrautheit mit der Literatur und um die Kompetenz im Umgang mit den Medien.3

Die Literacy-Erziehung fängt schon zu Hause an und wird in dem Bildungssystem weiter begleitet und gefördert. Durch die Bilderbuchbetrachtung oder das Lesen können die Kinder ihr Wissen erweitern, Erfahrungen sammeln, ihre Fantasie ausleben, ihre Sprachkompetenz stärken, ihre emotionalen und sozialen Kompetenzen fördern und sich mit verschiedenen Themen auseinandersetzen.

Im Folgenden nehme ich das Thema Mut und Selbstvertrauen unter die Lupe. Anhand der Analyse von vier Kinderbüchern stelle ich dar, wie es für die unterschiedlichen Altersgruppen vermittelt und dargestellt wird.

2. Hauptteil

1.1. Altersgruppe 3-6 Jahre

1.1.1. Bilderbuchgeschichte: Die kleine Hummel Bommel

1. Informationen zum Autor

Britta Sabbag ist 1978 in Osnabrück geboren und studierte Sprachwissenschaften, Psychologie und Pädagogik an der Universität Bonn. Seit 2008 ist sie als Kinderbuchautorin tätig. „Die kleine Hummel Bommel“ hat sie mit der Sängerin, Maite Kelly (Mitglied der berühmten Musikgruppe The Kelly Family), geschrieben. Die Illustrationen wurden von Joëlle Tourlonias angefertigt.4

2. Titel

Der Titel des Buches ist „Die kleine Hummel Bommel“.

3. Buchtyp

Das Buch ist eine problemorientierte Bilderbuchgeschichte und eine Mutmachgeschichte in einem für Kinder im Kindergartenalter.

4. Bibliographischen Angaben

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5. Gestaltung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

6. Inhalt

Das Buch beschäftigt sich mit den Themen Mut und Diversität. Es geht um eine kleine Hummel, die sehr kleine Flügel hat und nicht fliegen kann. Durch die Gespräche mit anderen Insekten über ihr Problem erkennt sie, dass alle Insekten anders sind und ihre Flügel andere Funktionen haben. Außerdem erfährt sie, dass sehr viel in ihr steckt und alles, was sie zum Fliegen braucht, ist Mut.

a) Innere Darstellung

In dem Buch gibt es auf jeder Doppelseite ein formatfüllendes farbiges Bild mit einer hochwertigen Druckqualität. Die Illustrationen sind ganz zart, sowohl in der Farbgebung, als auch in der Ausführung. Es wurden eher Pastellfarben benutzt, besonders blau, grün und gelb kommen zum Einsatz. Die Insektenwelt ist so abgebildet, als würde man sie unter einer Luppe sehen. Die Insekten sind vermenschlicht dargestellt. Sie haben Beine, Arme und menschliche Gesichter, aber auch Flügel und sie tragen Kleidungen. Die Insektenwelt ist dadurch in die menschliche Welt integriert. Am Ende des Buches sitzen Bommel und seine Eltern in einem Wohnzimmer, wie jedes Kind es von Zuhause kennt.

b) Textuntersuchung

Auf jeder Doppelseite befindet sich links oben einen Text, der aus sechs bis fünfzehn Sätzen besteht. Die Texte sind auf manchen Seiten ein bisschen länger, aber die Geschichte ist trotzdem sehr kindgerecht geschrieben, da die Sätze kurz sind. Ein Großteil der Texte beinhaltet Gespräche zwischen der kleinen Hummel und anderen Insekten, die die Geschichte lebendig machen. Es wurden einfache und verständliche Wörter benutzt. Im ganzen Text sind insgesamt zwei schwerere Wörter zu finden, die eine kurze Erklärung verlangen. Beide Wörter befinden sich auf derselben Seite: „Kokon“ und „Bammel“5.

Die Insektennamen haben alle eine Alliteration, wie Willi Weberknecht, Gerda Grille oder Ricardo Raupe. Dadurch sind die Namen einprägsamer und entwickeln das Sprachgefühl. Außerdem sind solche Stilmittel, wie Interjektionen „husch, husch“6 oder „Brrrrumm, brrrrumm“7 (lautmalerische Wörter) zu finden, die die Geschichte noch lebendiger machen und beim Vorlesen sehr interessant wirken. In die Geschichte ist auch ein Song integriert, dessen Text mit einem anderen Buchstabentyp gut von dem anderen Text abgegrenzt ist. Die Geschichte und das Lied haben die Botschaft: „Sei du selbst, glaub an dich und du kannst alles schaffen!”8. Außerdem ist das Buch sehr lehrreich, da man viel über die Insekten und ihre Funktionen erfährt.

c) Bewertung des Inhalts

Das Verhältnis zwischen den Texten und Bildern finde ich ausgewogen. Die Bilder sind sehr anschaulich und ansprechend dargestellt. Außerdem sind die Texte kindgerecht und verständlich verfasst,so dass die Kinder sich in die kleine Bummel hineinsetzen können. Durch die Gespräche wird die Geschichte lebendig und richtet die Aufmerksamkeit auf das Problem der kleinen Bummel. Darüber hinaus verleiht das in den Text integrierte Lied der Geschichte einen abwechslungsreichen Charakter. Neben der Botschaft: sei du selbst und glaub an dich, wird auch die Akzeptanz der Andersartigkeit vermittelt. Die Kinder erfahren, dass jedes Wesen einzigartig ist, jeder hat seine Stärke und Schwäche. Sie können sich noch daneben auch Sachwissen über die Insektenwelt aneignen.

7. Eignung

Die Geschichte ist für Kinder ab 3 Jahren geeignet. Anhand der Illustrationen und der Botschaft finde ich diese Altersempfehlung passend. Außerdem enthält das Buch sehr große und niedlich dargestellte Bilder und die Texte sind wegen der kurzen Sätze und des einfachen Wortschatzes leicht verstehbar und auch abwechslungsreich. Die Kinder können sich gut mit der kleinen Hummel identifizieren. Darüber hinaus zeigt das Buch ganz kindgerecht, dass auch andere mit Ängsten und Zweifeln zu kämpfen haben – man ist eben nicht allein. Die Geschichte kann auch ihr Interesse über die Insekten wecken.

8. Fördermöglichkeit

Das Buch bietet Identifikationsmöglichkeiten für Kinder mit der Hummel Bommel und dadurch wird ihre emotionale Kompetenz, besonders ihre Empathie, gestärkt. Des Weiteren macht die Geschichte den Kindern Mut, an sich zu vertrauen und selbstsicher zu sein. Ihr Selbstwertgefühl und positives Selbstkonzept wird gestärkt. Die Geschichte ermöglicht eine Förderung auch in dem kognitiven Bereich, da sie die Problemlösestrategien der kleinen Hummel Bummel kennenlernen. Es soll ihnen helfen ihre eigenen Probleme besser zu bewältigen. Durch die Geschichte werden sie noch für die Andersartigkeit sensibilisiert. Sie erfahren, dass jeder anders ist und andere Stärken hat, und das ist gut so. Die Kinder lernen nicht nur die vielfältige Insektenwelt kennen, sondern auch, dass jeder seinen Platz in der Welt hat und keiner in den gleichen Sachen gut sein muss. Zu guter Letzt wird durch das Lied, das Gespräch und das Erklären der zwei schwierigeren Wörter ihre Sprachkompetenz erweitert.

9. Einsatzmöglichkeit

Die Bilderbuchbetrachtung würde ich mit drei- bis vierjährigen Kindern in Kleingruppen (mit sechs Kinder) durchführen. Die Kinder würde ich anhand meiner Beobachtungen zu ihrem Verhalten auswählen und diejenigen mitnehmen, die sich in der Gruppe eher schüchtern und zurückgezogen verhalten. Mit einer Hummel Handpuppe lade ich die Kinder zu der Bilderbuchbetrachtung ein. Das sollte helfen, dass die zurückgezogenen Kinder sich auf das Angebot einlassen. Wir ziehen uns an einen leisen Ort zurück (z.B. Leseecke oder in einen anderen Raum). Wir setzten uns bequem in einem Kreis mit den Sitzkissen auf den Boden, so dass die Kinder das Buch gut sehen können. Zuerst betrachten wir das Bild auf dem Cover und ich sage, dass die kleine Hummel ein sehr großes Problem hatte und frage sie, ob sie neugierig sind, wie sie ihr Problem gelöst hat. Dadurch wird ihr Interesse an der Geschichte geweckt. Ich lese die Geschichte vor und gebe allen Charakteren eine eigene Stimme. Dies soll die Geschichte noch interessanter machen. Da es auf manchen Seiten relativ viel Text gibt, würde ich diesen kürzen oder mit eigenen Worten zusammenfassen und die schwierigeren Wörter erklären. Bevor ich die Texte vorlese, zeige ich ihnen die Bilder und stelle Fragen dazu. Die Kinder können beschreiben, was sie auf den Bildern sehen. An der passenden Stelle spiele ich das Lied „du bist du“ ab. Am Ende der Geschichte fassen wir den Inhalt bzw. die Botschaft zusammen und führen ein kleines Gespräch, in dem sie über ihre Ängste, Erlebnisse oder Erfahrungen erzählen können. Bei dem Gespräch achte ich darauf, dass die Kinder in ihren Fähigkeiten gestärkt werden, von den anderen Rat holen können und, dass durch positive Feedbacks ihr Selbstkonzept gefördert wird. Anschließend spiele ich das Lied noch einmal ab und wir singen es zusammen. Das Buch wird in die Leseecke gelegt, damit die Kinder es sich später auch anschauen können.

10. Persönliche Stellungnahme

Dieses Buch finde ich von der Illustration, über die Texte bis hin zur Botschaft hinreißend. Dabei bin ich besonders von den Illustrationen fasziniert. Die scheinen auf den ersten Blick so einfach, aber man entdeckt doch immer wieder etwas Neues. Sowohl die Bilder, als auch der Text sind niedlich umgesetzt und darüber hinaus verstärkt dies die Identifikationsmöglichkeit für Kinder mit der Hummel Bommel. Die Geschichte und die Umsetzung finde ich deswegen passend für die Kleinkinder, da im Alter von 3-4 Jahren sich so viel um die Kinder herum ändert. Sie gehen in den Kindergarten, lernen neue Kinder kennen und probieren sehr viele neue Sachen aus. Durch die Geschichte bekommen sie Hilfestellung, wie sie sich akzeptieren bzw. ihre Ängste und Zweifel an sich bekämpfen können. Besonders gut gefällt mir das Lied, das in den Text integriert ist und man kann es sehr gut in die Bilderbuchbetrachtung einbauen. Was ich nicht so gut finde ist, dass die Texte an manchen Seiten einfach zu lange sind. Beim Vorlesen sollte man die Texte auf jeden Fall kürzen oder zusammenfassen.

1.1.2. Bilderbuch: Das kann ich! Von Mut und Selbstvertrauen

1. Informationen zum Autor

Holde Kreul wurde 1944 in Setting geboren. Sie studierte Psychologie und arbeitet mit Kindern, die an psychische Störungen leiden. Neben der Führung ihrer eigenen psychotherapeutischen Praxis, schreibt sie Kinderbücher, die sich mit solchen Themen wie Sexualität, Emotionen, Gewalt usw. beschäftigen. Die Illustrationen wurden von der Graphik-Designerin und freien Autorin, von Dagmar Geisler, angefertigt.9

2. Titel

Der Titel des Buches ist „Das kann ich! Von Mut und Selbstvertrauen“.

3. Buchtyp

Das Buch ist ein Bilderbuch für Kinder im Kindergarten- oder Grundschulalter.

4. Bibliographischen Angaben

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5. Gestaltung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

6. Inhalt

Das Buch beschäftigt sich mit den Themen Mut, Selbstvertrauen, Emotionen und Bewältigung von Ängsten. Diese Themen sind in alltäglichen Situationen verborgen und von vier Kindern (zwei Mädchen und zwei Jungen) erzählt.

a) Innere Darstellung

Im Buch gibt es auf jeder Seite ein großes farbiges Bild mit einer hochwertigen Druckqualität. Die Bilder sind mit vielen bunten und kräftigen Farben bemalt. Auf allen Bildern sind Konturen bei Figuren und Gegenständen vorhanden, dadurch sind die Farben voneinander klar getrennt. Die Mimik der Hauptdarsteller wird auch mit klaren Strichen vermittelt und zeigen ganz deutlich deren Gemütszustände.

[...]


1 Vgl. Perras- Emmer und Atzinger 2001, o.S.

2 Vgl. BEP 2012, S. 44.

3 Textor 2008, o.S.

4 Sabbag und Kelly 2015, S. 23.

5 Sabbag und Kelly 2015, S. 11.

6 Sabbag und Kelly 2015, S. 8.

7 Sabbag und Kelly 2015, S. 18.

8 Ars Edition o.J., o.S.

9 Kreul und Geisler 1998, S. 34.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Die Themen Mut und Selbstvertrauen für Kinder von 5 bis 14 Jahren. Eine Lesemappe für Sozialpädagogen
Hochschule
Fachakdemie für Sozialpädagogik und Heilpädagogik
Note
1
Jahr
2019
Seiten
21
Katalognummer
V494272
ISBN (eBook)
9783346006691
ISBN (Buch)
9783346006707
Sprache
Deutsch
Schlagworte
themen, selbstvertrauen, kinder, jahren, eine, lesemappe, sozialpädagogen
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Die Themen Mut und Selbstvertrauen für Kinder von 5 bis 14 Jahren. Eine Lesemappe für Sozialpädagogen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494272

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