Die Integration von Nachhaltigkeit im Verlagswesen

Eine Analyse und Bewertung des Nachhaltigkeitsmanagements in Verlagen


Masterarbeit, 2019
127 Seiten, Note: 1,2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

Abstract

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Methodik und Aufbau

2 Nachhaltigkeit
2.1 Begriff der Nachhaltigkeit und nachhaltigen Entwicklung
2.2 Die Dimensionen der Nachhaltigkeit
2.2.1 Ökologische Nachhaltigkeit
2.2.2 Mehrdimensionale Konzeptionen
2.2.3 Integrative Nachhaltigkeit

3 Nachhaltigkeitsmanagement
3.1 EXKURS: Das Wirtschaftswachstum und das Bruttoinlandsprodukt in Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung
3.2 Nachhaltigkeitsmanagement
3.3 Corporate Social Responsibility
3.4 CSR und Nachhaltigkeitsmanagement

4 Nachhaltigkeit im strategischen Management
4.1 Grundlagen des strategischen Managements
4.2 Planung im strategischen Management
4.2.1 Planungsprozess
4.2.2 Planungsrichtung
4.3 Instrumente des strategischen Managements
4.3.1 Produktlebenszyklus
4.3.2 Portfolio-Analyse
4.3.3 Umfeld- und Unternehmensanalyse (SWOT)
4.3.4 Wertkette Porter
4.3.5 Szenario-Technik
4.4 Implementierung und Kontrolle
4.4.1 Sustainable Balanced Scorecard
4.4.2 Indikatoren
4.4.3 Weitere Methoden zur Nachhaltigkeitsbewertung

5 Verlage als Unternehmen
5.1 Definition Verlag
5.2 Besonderheiten des Verlags als Unternehmen
5.3 Struktur eines Verlags

6 Nachhaltigkeitsmanagement im Verlag
6.1 Gründe für nachhaltige Entwicklung in Verlagen
6.2 Aktueller Forschungsstand
6.2.1 Projekt „Nachhaltig Publizieren“
6.2.2 Verlage, die bereits nachhaltig arbeiten
6.3 Auswertung der quantitativen Analyse
6.3.1 Vorgehensweise
6.3.2 Analyse der Nachhaltigkeit in Verlagen (Ist-Zustand)
6.3.3 Auswertung der Fragebögen im Hinblick auf die Teilforschungsfragen

7 Strategiebildung und Implementierung nachhaltiger Entwicklung im Verlag
7.1 SWOT-Analyse
7.2 Der Produktlebenszyklus im Nachhaltigkeitsmanagement
7.3 Portfolio-Analyse der Verlagsprodukte
7.4 Die Integration von Nachhaltigkeit in die Wertschöpfungskette von Verlagen
7.5 Die Sustainable Balanced Scorecard für Verlage
7.6 Die Entwicklung von Indikatoren für Verlage
7.7 Handlungsoptionen

8 Fazit und Ausblick

Quellenverzeichnis

Forschungsliteratur

Online-Quellen

Anhang A Fragebögen und Auswertungen

Anhang 1 Zusammenfassung der Fragebögen

Anhang 2 Frage 9 – Cluster Welche Konzepte/Methoden werden eingesetzt?

Anhang 3 Einteilung der Fragen nach Verlagsführung

Anhang 4 Einteilung der Fragen nach Zuständigkeit

Anhang 5 Einteilung der Fragen nach Größe des Verlags (Beschäftigte)

Anhang 6 Einteilung der Fragen nach Größe des Verlags (Umsatz)

Anhang 7 Einteilung der Fragen nach der Bedeutung der Nachhaltigkeit für die Verlage

Anhang 8 Einteilung der Fragen nach dem Einsatz von Konzepten des Nachhaltigkeitsmanagement im Verlag

Anhang 9 Einteilung der Fragen nach den Zielen für nachhaltige Unternehmensführung

Anhang 10 Einteilung der Fragen nach dem Einsatz von Indikatoren

Anhang 11 Beispiel zur Errechnung des arithmetischen Mittels

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: "Bedürfnispyramide nach Maslow" aus Hutzschenreuter, T. (2015)

Abbildung 2: Eigene Darstellung: Das magische Dreieck In Anlehnung an Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012)

Abbildung 3: „SWOT-Analyse-Matrix“ aus Meier, H. (2015)

Abbildung 4: Eigene Darstellung: Szenario Modell In Anlehnung an Balderjahn, I. (2016) und Meier, H. (2015)

Abbildung 5: Eigene Darstellung: Wertschöpfungskette eines Verlags In Anlehnung an Kerlen, D. (2005), Beyer, A., & Carl, P. (2012) und Schönstedt, E., & Breyer-Mayländer, T. (2010)

Abbildung 6: „Zweidimensionales Nachhaltigkeits-Portfolio“ aus Balderjahn, I. (2016)

Abbildung 7: Eigene Darstellung: Integrative Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette. In Anlehnung an Abbildung 5 in Kapitel

Abbildung 8: Eigene Darstellung: Sustainable Balanced Scorecard In Anlehnung an Gärtig, A. (2003) und Balderjahn (2016)

Abbildung 9: Eigene Darstellung: Entwicklungsprozess einer Sustainable Balanced Scorecard

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Bereits umgesetzte Maßnahmen der Verlage (selbst genannte)

Tabelle 2: Maßnahmen welche von den Verlagen zu mehr als 50 Prozent umgesetzt werden (Fragebogen 10, 11, 12)

Tabelle 3: Eigene Darstellung: Wertschöpfungskette der Nachhaltigkeit mit Maßnahmen der Verlage In Anlehnung an Abbildung 5 in Kapitel 5.3.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kurzfassung

Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist das Aufzeigen geeigneter strategischer Instrumente zur Implementierung einer Nachhaltigkeitsstrategie, speziell in das strategische Management von Verlagen. Die Arbeit basiert auf der Definition von nachhaltiger Entwicklung des Brundtland-Berichts und auf den Dimensionen des „magischen Dreiecks“. Zur Integration werden verschiedene Konzepte der Nachhaltigkeit vorgestellt. Passend zum Konzept der integrativen Nachhaltigkeit werden strategische Instrumente ausgewählt und vorgestellt. Um zu analysieren, welche Instrumente und Strategien für Verlage geeignet wären und den Ist-Zustand der Nachhaltigkeit in Verlagen zu erfahren, folgt eine quantitative Analyse. Beide Teile, der theoretische Teil und die Analyse, sollen zur Beantwortung der Forschungsfrage – Welche strategischen Instrumente sind für die Integration nachhaltiger Entwicklungen im Verlag geeignet und erforderlich? – beitragen. Die strategischen Instrumente zur Implementierung der Nachhaltigkeitsstrategie sind mit einer Anpassung der Wertschöpfungskette ohne Weiteres über die Branche des Verlagswesens hinaus nutzbar. Weitere strategische Instrumente sind in Abhängigkeit der Zielsetzung möglich. Die herausgearbeiteten Instrumente stellen dabei eine Auswahl dar, die am besten für die Nachhaltigkeitsimplementierung im Verlagswesen geeignet ist. Die existierenden normativen Regelungen werden für die strategische Planung vorausgesetzt.

Abstract

The subject of this thesis is the identification of strategic instruments for the implementation of sustainability, especially in the strategic management of publishing houses. The thesis is based on the definition of sustainable development of the Brundtland report and on the dimensions of the "magical triangle". For the integration part different concepts of sustainability are presented. Closed to the concepts of integrative sustainability, strategic instruments are selected and presented. A quantitative analysis will help to figure out which instruments and strategies are suitable for publishing houses and to find the actual state of sustainability in publishing houses. The research question is – Which strategic instruments are appropriate and required for the integration of sustainable development in the publishing house? The identified instruments represent a selection that is the most appropriate for the sustainability implementation in the publishing houses.

Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

„Wir leben, als hätten wir 1,7 Erden: Ab heute sind die Ressourcen für 2018 aufgebraucht“ (FOCUS online, 01.08.2018).

Der Erdüberlastungstag ist derjenige Tag, an dem alle natürlichen Ressourcen, welche für ein Jahr zur Verfügung stehen, aufgebraucht sind. 2018 fällt dieser Tag bereits in den August. Wird die Entwicklung des Erdüberlastungstags verfolgt, ist ein immer kürzer werdender Zeitraum festzustellen, an dem dieser Tag erreicht wird.1 Die Gründe dafür sind zahlreich: erhöhter CO2-Ausstoß sowie der Verbrauch von Ressourcen wie Holz, Wasser und Boden. Zusätzlich stellt nicht jedes Land für sich die Ressourcen her und nutzt diese, sondern es werden immer mehr Ressourcen exportiert und importiert. Dies übt Druck auf das Angebot und die Nachfrage aus und bestimmt den Markt. Die Globalisierung bringt zwar Wachstum, aber auch Umbrüche in den Wirtschaftssystemen mit sich. Dies erfordert neue Strategien und ein ganzheitliches Denken, wodurch wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, steigende Lebensqualität, Teilhabe für alle Menschen und eine ökologische Ausrichtung miteinander in Einklang gebracht werden sollen. Das magische Dreieck der Nachhaltigkeit führt diese Dimensionen – die ökonomische, die soziale und die ökologische – zusammen.2 Das magische Dreieck soll eine Verbindung zur Diskussion einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Entwicklung der Gesellschaft herstellen.3

Warum ist nachhaltige Entwicklung überhaupt wichtig? Der Begriff nachhaltige Entwicklung zielt per Definition des Brundtland-Berichts auf die Bedürfnisbefriedigung der Gegenwart ab, ohne dabei die zukünftige Bedürfnisbefriedigung der nachfolgenden Generationen nicht mehr erfüllen zu können.4 Das bedeutet, dass das Thema Nachhaltigkeit von den Grundbedürfnissen bis hin zur Selbstverwirklichung Relevanz sowohl in der Gegenwart als auch in der Zukunft hat und damit bereits per Definition eine hohe Bedeutung erhält. Anschaulich wird diese in der Bedürfnispyramide Maslows.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: "Bedürfnispyramide nach Maslow" aus Hutzschenreuter, T. (2015)

Unternehmen sehen ebenfalls eine Relevanz bei diesem Thema, denn Nachhaltigkeit bringt nicht nur ökologische Vorteile. Nachhaltige Entwicklung schont auch die Ressourcen, die von den Unternehmen zur Herstellung ihrer Produkte benötigt werden, und kann dadurch zu Kosteneinsparungen führen. Ein weiterer Grund lässt sich in der sozialen Dimension finden, welche zugleich auch die ökonomische Dimension betrifft, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein Unternehmen wie ein Verlag stellt Arbeitsplätze zur Verfügung und bestimmt damit auch die Arbeitsbedingungen für das Personal. Das soziale Kapital des Unternehmens spiegelt sich in der Anerkennung beim Personal, aber auch bei den Kunden wider.5 Die Gründe für eine nachhaltige Unternehmensführung finden sich somit in der Zukunft eines jeden Unternehmens, das Fortbestehen will. Nachhaltigkeit ist kein rein ökologischer Begriff, sondern trägt den Charakter der Beständigkeit in sich, und beständig kann nur sein, wer so gut es geht alle Faktoren miteinbezieht und sein Unternehmen nachhaltig für die Zukunft gestaltet.

Da Verlage ebenso Unternehmen sind und ein Produkt herstellen, bei dem es sich um ein Wirtschafts- und Kulturgut handelt, welches einen hohen Ressourcenverbrauch hat, spielt der Faktor ökologische Nachhaltigkeit hier eine wichtige Rolle. Denn trotz der Digitalisierung steigt der Papierverbrauch. Der Pro-Kopf-Verbrauch beträgt 250 Kilogramm pro Jahr, Stand 2017. Damit liegt Deutschland auf Platz vier der Weltrangliste.

Den größten Anteil mit 50 Prozent verbraucht die Verpackungsindustrie, 38 Prozent der Papierproduktion gehen auf Zeitschriften, Büropapier, Zeitungen und Bücher zurück. Hierbei ist zu beachten, dass nicht der gesamte Anteil der 38 Prozent auf Bücher fällt. Dennoch werden Bücher auch verschickt und damit verpackt, sei es bei einer Bestellung auf Amazon, bei der Lieferung an die Buchhandlung durch den Zwischenbuchhandel oder direkt zu den Kunden. Damit geht auch ein Teil der 50 Prozent auf Bücher zurück.6 Bei der Papierherstellung wird Holz, Energie und Wasser benötigt. Da der Papierbedarf enorm ist und weiter steigt, wird auch der Ressourcenbedarf weiter steigen. Im Problemzusammenhang zwischen ökonomischen Herausforderungen, Ressourcenknappheit und sozialem Anspruch ist die Anwendung alternativer und ganzheitlicher Strategien im Nachhaltigkeitsmanagement unverzichtbar. Ansätze für solch ein Nachhaltigkeitsmanagement lassen sich bei den Verlagen oekom, Willegoos, Matabooks und neunmalklug finden. Weiterhin zeigt das Projekt „Nachhaltig publizieren“ von dem Institut für Energie- und Umweltforschung, dem Institut für ökologische Wirtschaftsführung, dem Umweltbundesamt, dem oekom Verlag und der FBM, Handlungsoptionen für nachhaltiges Publizieren.7 Was teilweise fehlt in diesen Handlungsoptionen, sind die Möglichkeiten in der sozialen und ökonomischen Dimension, als Verlag nachhaltig zu publizieren. Somit ist die Frage zu beantworten, wie Verlage strategisches Handeln mit den drei Dimensionen in Einklang bringen können und wie sie dies bereits umsetzen.

Ziel ist es, Gründe zu analysieren sowie Instrumente zu entwickeln, die für eine gleichmäßige Integration von nachhaltiger Entwicklung in Verlagen sorgen.

1.2 Methodik und Aufbau

Der theoretische, deskriptive Teil beschäftigt sich mit den Themen Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeitsmanagement, Nachhaltigkeit im strategischen Management und den Besonderheiten des Verlags als Unternehmen. Der quantitative Forschungsprozess folgt der Theorie des magischen Dreiecks und zieht zur Bewertung verschiedene Indikatoren und Maßnahmen heran. Nachhaltigkeit ist nichts, was messbar ist, sie wird definiert durch die Parameter bzw. Indikatoren, die die Nachhaltigkeit bestimmen bzw. die dafür ausgewählt werden. Hierbei wurden Indikatoren speziell aus den jeweiligen Bereichen Soziales, Ökonomie und Ökologie herangezogen. Der Fragebogen wird auf einer Onlineplattform angefertigt und ausgewertet. Ihm liegt folgende These zugrunde:

„Wenn Verlage Konzepte zur Integration von nachhaltiger Entwicklung einsetzen, dann arbeiten sie nachhaltiger als Verlage ohne Nachhaltigkeitsstrategie.“ Hierbei dient das arithmetische Mittel (Durchschnitt) zur Auswertung der Antworten. Die offenen Fragen werden im Hinblick auf die strategischen Instrumente geclustert und der Wertkette zugeordnet. Die quantitative Analyse dient der Erfassung des Ist-Zustandes und wurde gewählt, um einen möglichst breiten Einblick zu erhalten.

Eine Einführung in das Thema Nachhaltigkeit erfolgt in Kapitel 2; hier wird der Begriff der Nachhaltigkeit definiert, und die verschiedenen Dimensionen und Konzepte werden vorgestellt. Anschließend findet in Kapitel 3 ein kurzer Exkurs zum Wirtschaftswachstum und zu dessen möglichem Anteil am Problem der Umsetzung der Nachhaltigkeit statt. In diesem Kapitel wird ebenfalls das Nachhaltigkeitsmanagement vom Corporate Social Responsibility-Konzept abgegrenzt, um im nächsten Kapitel tiefer in die Thematik der Nachhaltigkeit im strategischen Management einzusteigen. Das fünfte Kapitel ist das letzte Kapitel der theoretischen Ausarbeitung und befasst sich mit dem Verlag als Unternehmen und seinen Besonderheiten. Es schafft mit den vorangegangenen Kapiteln die theoretischen Grundlagen für die darauffolgenden Zusammenhänge und Ausarbeitungen. Das sechste Kapitel verbindet Kapitel 3 und 5 und zeigt die Ergebnisse des Ist-Zustandes der Verlage an. Es beantwortet überdies die Teilfragen 1 und 2. Das letzte Kapitel vor dem Fazit, welches die Ergebnisse zusammenfasst, ist Kapitel 7; dieses stützt sich auf die vorherigen Kapitel, um strategische Instrumente zu entwickeln und die Antwort auf die Forschungsfrage zu geben.

Fragestellungen

Hauptfrage:

Welche strategischen Instrumente sind für die Integration nachhaltiger Entwicklungen im Verlag geeignet und erforderlich?

Teilfragen:

1. Welche Gründe gibt es für Verlage, nachhaltig zu wirtschaften?
2. Welche nachhaltigen Entwicklungen werden im Verlagswesen bereits umgesetzt und geplant? (Ist-Zustand erfassen)

2 Nachhaltigkeit

2.1 Begriff der Nachhaltigkeit und nachhaltigen Entwicklung

Der Begriff der Nachhaltigkeit geht ursprünglich auf die Forstwirtschaft zurück.8 Heute wird der Begriff Nachhaltigkeit bzw. nachhaltige Entwicklung weiter gefasst. Der Begriff „Nachhaltige Entwicklung“ bestimmt über zukünftige gesellschaftliche Veränderungen, der Begriff „Nachhaltigkeit“ den gegenwärtigen Zustand.9 Es handelt sich um einen vielseitigen und vielschichtigen Begriff, welcher seit Ende der 60er Jahre immer weiterentwickelt und -gedacht wurde. So existieren verschiedenste Definitionen von nachhaltiger Entwicklung, so zum Beispiel: „eine Entwicklung, die dazu geeignet ist, eine dauerhafte Befriedigung menschlicher Bedürfnisse und eine Verbesserung der menschlichen Lebensqualität zu verwirklichen (Allen, 1980)“.10 Bei dieser Definition geht es vor allem um den Menschen und darum, seine Lebensqualität zu maximieren und sicherzustellen. Damit schließt die Definition ein, dass in der Form gewirtschaftet werden muss, dass genug Ressourcen für den Menschen in der Gegenwart und in der Zukunft vorhanden sind. Die Definition inkludiert dabei nicht explizit die ökologische Ebene. Dennoch könnte man davon ausgehen, dass wenn die menschliche Bedürfnisbefriedigung dauerhaft sichergestellt werden soll, es auch zu einer Ausgewogenheit zwischen ökologischer und ökonomischer Ebene kommen muss. Die Verbesserung der Lebensqualität kann als soziale Ebene betrachtet werden. Diese genannten Ebenen werden in folgender Definition ausdrücklicher einbezogen: „ein Konzept, das darauf ausgerichtet ist, dass die natürliche Umwelt und der damit verbundene Kapitalstock an natürlichen Ressourcen so weit erhalten werden muss, dass die Lebensqualität zukünftiger Generationen gewährleistet bleibt (Akademie für Technikfolgenabschätzung, 1993)“.11

Diese Definition geht genauer auf die Umwelt, also die ökologische Ebene, ein und begrenzt deren Horizont, also die Menge an natürlichen Ressourcen, die überhaupt zur Verfügung stehen, und bringt die Ressourcen in Zusammenhang mit einer ökonomischen Nutzungsweise – dem ressourcenökonomischen Prinzip.12 Bei dieser Definition werden die Ebenen miteinander in Einklang gebracht und deutlicher benannt. Die Definition stammt aus dem Jahr 1993 – ein Jahr nach der Klimakonferenz in Rio de Janeiro. Durch diese Konferenz wurde nachhaltige Entwicklung in zahlreichen Ländern ein Teil der politischen Ebene13 und zum globalen Leitbild.14 Als meistgenutzte Definition in bisherigen Publikationen gilt folgende: „Sustainable Development is development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs (WCED 1987, S. 43)“.15 Ähnlich wie die erste Definition zielt diese auf die Bedürfnisbefriedigung ab, ohne jedoch auf ein Wachstum einzugehen, die Maximierung der Lebensqualität oder explizit nur menschliche Bedürfnisbefriedigung zu nennen. Trotzdem impliziert diese Definition aus dem Brundtland-Bericht, dass auch diese Bedürfnisbefriedigung auf den Menschen bezogen ist und die Natur als Dienstleistungssystem verstanden wird. Dieser Punkt wird hier als kritisch betrachtet, da diese wirtschaftliche Reduktion des Ökosystems ein Grund sein könnte, weshalb es auch aktuell noch problematisch ist, nachhaltige Entwicklungen umzusetzen. Dieser Diskussions- und Forschungsthese kann in der vorliegenden Arbeit nicht nachgegangen werden und wäre Anreiz zu einer Untersuchung der Wahrnehmung der Natur als Dienstleistungssystem. In der vorliegenden Arbeit wird die letztgenannte Definition als Arbeitsgrundlage dienen, denn sie ergänzt die zweite Definition um die Generationen der Gegenwart zu den Generationen der Zukunft. Wie bereits erwähnt, gibt es verschiedene Ebenen der nachhaltigen Entwicklung, die auch Dimensionen der Nachhaltigkeit genannt werden. Diese stehen teilweise in einem Interessenkonflikt, sodass es verschiedene Ansätze gibt, die Dimensionen zu gewichten und ihre Ziele zu priorisieren.16

2.2 Die Dimensionen der Nachhaltigkeit

2.2.1 Ökologische Nachhaltigkeit

Ursprünglich befasst sich die nachhaltige Entwicklung mit der ökologischen Nachhaltigkeit, weshalb in dem Ein-Säulen-Konzept die ökologische Dimension Vorrang hat. Bei diesem Konzept wird die Umwelt weniger als Dienstleistungssystem gesehen, vielmehr wird sie in den Vordergrund gestellt, und es findet eine Ausrichtung nach dieser Dimension statt. Hintergrund ist die in der Definition nachhaltiger Entwicklung genannte Sicherstellung und das Fortbestehen der Bedürfnisbefriedigung in der Gegenwart und in der Zukunft. Das Ein-Säulen-Konzept geht davon aus, dass dieses Fortbestehen nur möglich ist „[…] wenn die Natur als Lebens- und Wirtschaftsgrundlage erhalten bleibt […]“.17,18 Nachteil hierbei ist die Vernachlässigung anderer Dimensionen, wie der oben genannten sozialen oder ökonomischen Ebene. Durch diese Vernachlässigung fehlen entscheidende Bereiche, in denen zukünftige Verantwortlichkeiten geklärt werden können, wie zum Beispiel gerechte Verteilung.19 Die ökologische Nachhaltigkeit beschreibt dennoch wichtige Regeln für den Umgang mit der Umwelt. Diese umfassen eine mögliche Regeneration erneuerbarer natürlicher Ressourcen, einen Ersatz von nicht erneuerbaren durch erneuerbare Ressourcen und die Assimilationsregel (die Menge an Schadstoffen darf die Aufnahmefähigkeit der Umwelt nicht übersteigen).20 Problematisch ist die Ausgestaltung dieser Regeln, da keine Grenzwerte oder Bestimmungen genannt werden, innerhalb derer diese Regeln als Maßnahmen angewendet werden können. Grenzwerte können nicht genau bestimmt, sondern nur eingeschätzt werden. Die Grenzen der Aufnahmefähigkeit sind nur zu einem gewissen Maß überhaupt erforschbar. Mittels eines „Leitplankenkonzepts“ wird versucht, diese Grenzen abzuschätzen und sich an einen Grenzwert anzunähern, der nicht gefährdend für die Umweltmedien (Luft, Boden, Wasser) ist. Solch ein Konzept existierte bisher in der Politik nicht.

Der 1992 gegründete Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung – Globale Umweltveränderungen (WBGU) legt) – Handlungsempfehlungen zum Umgang mit nachhaltiger Entwicklung fest. Die Empfehlungen von 2014 des WBGU für die Beachtung ökologischer Leitplanken in der Post-2015-Agenda (jetzt 2030-Agenda) beinhalten auch die Beachtung aller Dimensionen bei der Definition der Nachhaltigkeitsziele21, Sustainable Development Goals (SDGs) genannt, welche in der 2030-Agenda festgelegt sind.22 Die 2030-Agenda soll mit 17 Zielen zu nachhaltiger Entwicklung, Mittel zu deren Umsetzung, Partnerschaften zur Erreichung der Ziele und Nachhaltigkeitsüberprüfung die sozialen und ökonomischen Dimensionen innerhalb der ökologischen Leitplanken zur „Transformation zu nachhaltiger Entwicklung“ stellen.23 Dieser Ansatz ist jedoch kein rein ökologischer, vielmehr verfolgt er die Prinzipien des integrativen Ansatzes, welcher in Kapitel 2.2.3 genauer erläutert wird.

2.2.2 Mehrdimensionale Konzeptionen

Im Rahmen der mehrdimensionalen Nachhaltigkeit wird versucht, den Kritikpunkt bei der ökologischen Nachhaltigkeit auszugleichen, indem alle drei Dimensionen als gleichrangig betrachtet werden. Dies soll für eine verantwortliche Weitergabe von Ressourcen und Werten aus allen drei Dimensionen gleichermaßen sorgen, sodass eine Bedürfnisbefriedigung, laut Definition nachhaltiger Entwicklung, möglich ist.24

Diese drei Dimensionen werden auch „magisches Dreieck“ genannt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Eigene Darstellung: Das magische Dreieck. In Anlehnung an Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012)

Die ökonomische Dimension: Wirtschaft und Wirtschaftswachstum treiben die Umwelt an ihre Grenzen. Die ökonomische Dimension hatte bisher einen hohen Stellenwert und arbeitete vor allem zu Beginn der Industrialisierung relativ autark und egoistisch, ohne an die Folgen ihres Handelns zu denken. Hier findet bereits ein Umdenken statt, zu der bisher neoklassischen Ökonomie. Die Wirtschaft kann nur so weit wachsen, wie die Umwelt sie lässt. Ein stetiges Wirtschaftswachstum ohne Beachtung der Umwelt führt zu negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen.25 Die ökonomische Dimension befasst sich mit der Veränderung hin zu einer nachhaltigen Ökonomie und weg von den bisherigen Theorien (neoklassische Ökonomie, Wohlfahrtstheorie). Die neoklassische Umweltökonomie geht von einem Marktversagen aus, da immer mehr natürliche Ressourcen nachgefragt werden, es jedoch keine Regulierung über den Preis gibt. Bisher werden natürliche Ressourcen als öffentliche Güter angesehen, da sie endlos zur Verfügung stehen. Doch durch die seit den 60er Jahren bekannten wachsenden Umweltprobleme und die Belastungsgrenzen von natürlichen Ressourcen besteht nun anders als bei öffentlichen Gütern eine Nutzenrivalität. Zusätzlich ist der Preis, der für diese Güter zu entrichten ist, nicht volkswirtschaftlich kostendeckend. Die Kosten werden externalisiert, also momentan nicht in den Preis einkalkuliert. Dadurch werden die anfallenden Kosten für die Folgen des Aus- bzw. Überlastens der Grenzen der Umwelt auf die nächsten Generationen übertragen. Diese beiden sozialökonomischen Faktoren, Externalisierung der Kosten und die fälschliche Einordnung als öffentliche Güter, führen zu einer Übernachfrage und Übernutzung von natürlichen Ressourcen.26 Das Problem der neoklassischen Umweltökonomie besteht in dem Festhalten an den ursprünglichen Kriterien. Sie würde auch nur so viele Kosten für den Umweltschutz tragen, wie die Umwelt wiederum Schäden verursacht. Die neoklassische Ökonomie sieht natürliche Ressourcen weiterhin als Faktoren zur Produktion, welche substituierbar sind, und bewertet die Schäden in der Zukunft kleiner, als sie sind.27 Die aus der Volkswirtschaftslehre und der ökologischen Ökonomie entwickelte nachhaltige Ökonomie beschäftigt sich mit dem bereits oben genannten Prinzip, die Wirtschaft innerhalb der Grenzen der Umwelt weiterzuentwickeln. Die nachhaltige Ökonomie stützt sich auf zehn Kernaussagen:28

1. Starke Nachhaltigkeit: Die Wirtschaft lässt der Nachhaltigkeit den Vorrang und ordnet sich dem System der Natur unter. Sie nimmt an, dass die natürlichen Ressourcen nicht substituierbar sind. Die Grenzen der Natur werden akzeptiert, und nur innerhalb dieser wird gewirtschaftet, sodass natürliche Ressourcen nachhaltig erhalten bleiben.
2. Pluralistischer Ansatz: Abgrenzung bei der Aufnahme einzelner Aspekte der neoklassischen Umweltökonomie: Die Anerkennung bestimmter Methoden anderer Umwelttheorien, wie die weiter oben ausgeführten Ansätze zur Externalisierung der Kosten und die Bewertung der natürlichen Ressourcen als öffentliche Güter sowie politische Konsequenzen, die daraus folgen müssten.
3. Weiterentwicklung zur nachhaltigen Ökonomie: Die nachhaltige Ökonomie konzentriert sich vermehrt auf die Ausweitung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension innerhalb der Grenzen der Umwelt. Sie grenzt sich von Teilen der neoklassischen Ökonomie ab.
4. Kontroversen der nachhaltigen Ökonomie, Wachstumsfrage: Die nachhaltige Ökonomie hat nicht alle Aspekte ihrer Theorie geklärt. Das stetige (Wirtschafts-)Wachstum soll möglichst durch ein Nachhaltigkeitswachstum in alle Richtungen ersetzt werden. Es existieren zwei Meinungen, die eine geht von einem konstanten oder sinkenden Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus, die andere von der Annahme, dass bei einem Wirtschaftswachstum trotzdem der Ressourcenverbrauch sinken sollte.
5. Ethische Prinzipien: Die ethischen Prinzipien sollen zu einem kulturellen Wandel führen, der wiederum einen nachhaltigen Konsum fördert. Die Erneuerung eines überholten Menschenbilds, des homo oeconomicus, hin zu einem realitätsnahen Abbild. Wichtig werden hierbei die intra- und intergenerative Gerechtigkeit und Verantwortung. Das Kapitel 2.2.3 geht genauer auf die intra- und intergenerative Gerechtigkeit ein.
6. Inter- und transdisziplinärer Ansatz: Der inter- und transdisziplinäre Ansatz besagt, dass die ökonomische Dimension im Rahmen der sozialen und ökologischen Dimension aufgeht und mit diesen kooperiert.
7. Änderung der Rahmenbedingungen mittels politisch-rechtlicher Instrumente: Die politisch-rechtlichen Instrumente sind Leitplanken, die wie in Kapitel 2.2.1 zur ökologischen Nachhaltigkeit beschrieben dazu beitragen sollen, die Grenzen der Umwelt abzuschätzen und nicht zu überschreiten. Mögliche Methoden, dies umzusetzen, wären der Standard-Preis-Ansatz29, die natürlichen Ressourcen als meritorische Güter und sozial-kulturelle Standards.
8. Operationalisierung des Nachhaltigkeitsbegriffs, neue Messsysteme: Die nachhaltige Ökonomie benötigt Strategien und Regeln sowie Mess-, Ziel- und Indikatorsysteme zum Messen, Bewerten und zur Operationalisierung.
9. Globale Verantwortung: Ein globaler Rahmen zur Regulierung von Finanzmärkten, Internalisierung der Umweltkosten, soziale und ökologische Mindeststandards und weitere Maßnahmen zur Regulierung. Angestrebt wird hier auch eine Senkung des Ressourcenverbrauchs von 50 Prozent bzw. bis zu 95 Prozent für die Industrieländer bis 2050.
10. Nachhaltige (sozial-ökologische) Markt- oder Gemischtwirtschaft: Die nachhaltige Ökonomie sieht keine Zukunft im bisherigen marktwirtschaftlichen System und fordert die Politik auf, aktiv einzugreifen, um nachhaltige Entwicklungen zu forcieren und möglich zu machen. Beispiel hierfür wäre es, den Wachstumszwang und die Gewinnmaximierung einzudämmen und Unternehmen zu entkapitalisieren.30

Kritik an bzw. Bewertung der Ökonomie der Nachhaltigkeit und deren Kernaussagen: Als positiv können ein interdisziplinärer Ansatz, die neue Formulierung der traditionellen Ökonomien sowie die Anpassung an die heutige und zukünftige Zeit bewertet werden.

Neue Messsysteme und eine genaue Operationalisierung sind unabdingbar. Eine Senkung des Ressourcenverbrauchs von bis zu 95 Prozent bis 2050 ist zwar erforderlich, wäre aber nur durch die Umsetzung der Kernaussagen wahrscheinlich. Da weder eine globale Ordnung und Politik noch rechtsverbindliche globale Gesetze existieren, wird dies aber schwer umzusetzen sein und ist momentan nicht zwingend durchsetzbar. Das Ziel scheint eher theoretisch im Rahmen der Kernaussagen einhaltbar. Leitplanken sind bereits eingesetzt und ausgearbeitet worden.

Es gibt zahlreiche Klimakonferenzen, Institute und Befürworter, aber auch hier scheint es Ziele, Regeln und Maßnahmen zu geben, denen es an Rechtsverbindlichkeit fehlt. In Artikel 20a GG heißt es:

„Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“ 31

Dem zufolge sind zumindest national die natürlichen Lebensgrundlagen32 für die zukünftigen Generationen geschützt bzw. soll dieser Artikel im Grundgesetz dafür Sorge tragen. Nach diesem Gesetz bestimmt zuerst die Legislative als gesetzgebende Gewalt den ökologischen Schutzauftrag durch die Gesetzgebung.33 Das ökologische Ziel ist damit im Allgemeinen vorhanden, jedoch nicht bestimmt in „[…] Art, Maß, Form und Mittel der Zielerreichung“34 – dies ist Aufgabe der Politik.35 Grundsätzlich ist eine Staatszielbestimmung immer verhältnismäßig zu behandeln. So hat der Umweltschutz keinen Vorrang und unterliegt dem „[…] verhältnismäßigen Ausgleichs des ökologischen Staatsziels mit anderen, ebenso verfassungsrechtlich geschützten Gütern“.36,37

Daraus folgt, dass grundsätzlich die Politik dafür zuständig ist, die Rahmenbedingungen zu bestimmen und durch diese dem Menschen zu ermöglichen, seine Grundbedürfnisse zu befriedigen.

Die soziale Dimension: Zu der sozialen Dimension zählen die gerechte Verteilung der Grund- und Sicherheitsbedürfnisse (Maslow-Pyramide vgl. Kapitel 1.1) sowie das Vorhandensein grundlegender politscher Rechte. Durch Solidarität, Integration, Gemeinwohl und Toleranz werden ein dauerhafter Zusammenhalt der Gesellschaft und der „[…] Erhalt des sozialen Friedens […]“38 angestrebt.39 In der sozialen Dimension stehen materielle und immaterielle Bedürfnisse aller Anspruchsgruppen und deren Gleichgewicht im Mittelpunkt.40 Speziell auf unternehmerischer Ebene soll dieses Gleichgewicht „[…] zwischen den unternehmerischen Zielen und denen der Mitarbeiter gewährleistet, dass die Unternehmung ihre Ziele nicht auf Kosten einer dauerhaften Abnahme des Humankapital […]“41 verfolgt.42

Im mehrdimensionalen Konzept haben alle drei Dimensionen (ökologische, soziale, ökonomische) den gleichen Rang. Bei auftretenden Konflikten muss festgelegt werden, welche Dimension oberste Priorität hat – oder alle Dimensionen müssen sich gleichermaßen beschränken.43 Dadurch ist auch dieser Ansatz keine optimale Lösung, um alle Dimensionen abzubilden und zu fördern. Die Dimensionen sollten sich optimaler Weise gegenseitig unterstützen und nicht ausschließen.

2.2.3 Integrative Nachhaltigkeit

Im letzten Abschnitt wurde deutlich, dass das mehrdimensionale Konzept zu statisch funktioniert. Die Kernaussagen der nachhaltigen Ökonomie und auch die der anderen Dimensionen drängen auf eine integrative Lösung. Die integrative Nachhaltigkeit bezeichnet genau diese Lösung und greift zwei Kernaussagen speziell auf, die Vorrang haben: die Verantwortung für die Zukunft sowie die gerechte Verteilung. Die integrative Nachhaltigkeit erkennt die Notwendigkeit eines ganzheitlichen, Dimensionenübergreifenden Ansatzes und der dazu formulierten Ziele und Strategien.44 Der Ansatz der ökologischen Nachhaltigkeit beschreibt hierzu nochmals genauer die Substituierung der Ressourcen. Diese wird von einigen Vertretenden als stark, von anderen als schwach gesehen. Die ökologische Nachhaltigkeit nimmt einen Kompromiss von einer kurz- bis mittelfristigen Substitution der natürlichen Ressourcen an, wenn dabei der Ressourcenbestand gewahrt wird. Hierbei wird zwischen erneuerbar und nicht erneuerbar unterschieden, und das nur in den Grenzen der Umweltmedien.45 Anwendung findet dieser Ansatz ebenfalls in der Nachhaltigkeitsstrategie für Deutschland. In dieser werden Generationengerechtigkeit, Lebensqualität, sozialer Zusammenhalt und internationale Verantwortung anstelle der drei Dimensionen benannt. Da die eben genannten Grundsätze volkswirtschaftlich und im Speziellen makroökonomisch treffender sind, werden in der vorliegenden Arbeit die drei Dimensionen beibehalten. Die drei Dimensionen werden später im Fragebogen verwendet, um deren Anteil im Verlag zu analysieren. Die wichtigsten Elemente der nachhaltigen Entwicklung wurden aus bereits vorhandenen Dokumenten (Rio-Gipfel, Brundtland-Bericht) übernommen.46

Intra- und intergenerative Gerechtigkeit Die intra- und intergenerative Gerechtigkeit führt die gerechte Verteilung (intragenerative Gerechtigkeit) und die Zukunftsverantwortung (intergenerative Gerechtigkeit) zusammen. Nach dem Modell des „Planetary Trust “ sind alle Menschen verpflichtet, alles, was ihnen von der Generation vor ihnen hinterlassen wurde, für die nachfolgenden Generationen zu verwalten, und sie sind selbst berechtigt, das Erhaltene zu nutzen.47

Globale Orientierung

Die Globalisierung der Welt bringt globale Probleme mit sich: Klimawandel, Wasserknappheit, Wasserverschmutzung, Vergrößerung des Ozonlochs und weitere ökologische Probleme sowie soziale Probleme wie Armut, Überbevölkerung oder ungleiche Einkommensverteilung. Diese durch die Globalisierung entstandenen Probleme müssen auch global bewältigt werden. Nicht nur politische Überlegungen, auch Unternehmen könnten hier voneinander profitieren, um gemeinsam Lösungsansätze für ein nachhaltiges Wirtschaften innerhalb der ökologisch-sozialen Dimensionen zu schaffen.48

Anthropozentrischer Ansatz

Der anthropozentrische Ansatz geht von einer langfristigen Nutzung der Natur aus, um so auch langfristig die Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen sicherzustellen.49

Die im vorangegangenen Kapitel beschriebenen Dimensionen werden für die vorliegende Arbeit eine Grundlage bilden. Zusätzlich wurden verschiedene Konzepte zur Integration der Nachhaltigkeit vorgestellt. Das Konzept der integrativen Nachhaltigkeit stellte sich für das Forschungsvorhaben als das zweckmäßigste heraus. Es dient vor allem dem Bedeutungsgewinn von Nachhaltigkeit und versucht, alle Ansprüche der Dimensionen zu vereinen und so aufeinander abzustimmen, dass das Ziel „nachhaltige Entwicklung“ effizient erreicht werden kann. Durch die Arbeit innerhalb des Konzeptes können Fragen und Probleme in den Dimensionen aufgeworfen und durch die Entwicklung von Zielen und Strategien zu lösen versucht werden. Dies hilft, den Begriff der Nachhaltigkeit weiter zu schärfen. Die integrative und ökologische Nachhaltigkeit findet sich in den Managementregeln der Nachhaltigkeit wieder. Nachfolgend werden das Nachhaltigkeitsmanagement und weitere verwandte Begriffe zur Abgrenzung vorgestellt. Dies schafft eine Verbindung von Unternehmen und nachhaltiger Entwicklung.

3 Nachhaltigkeitsmanagement

3.1 EXKURS: Das Wirtschaftswachstum und das Bruttoinlandsprodukt in Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung

Wirtschaftswachstum war die bisherige Prämisse in allen Bereichen, sowohl in Unternehmen als auch politisch und in privaten Haushalten. Wirtschaftswachstum trägt zu einem ökonomischen Wohlbefinden bei. Dieses Wohlbefinden bzw. der Wohlstand wird mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemessen. Das BIP erfasst den Gesamtwert aller produzierten Güter und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft.50 Doch es spiegelt nicht wider, wie hoch der Wohlstand der Menschen tatsächlich ist. Das BIP soll für gesicherten und steigenden materiellen Wohlstand, Lebensstandard, soziale Systeme, wohlfahrtsstaatliche Leistungen, Schaffung von Arbeitsplätzen, Einkommens(um)verteilung, Finanzierung von Investitionen im Umweltschutz, Bildung, Entwicklung in wachstumsschwächeren Ländern und Innovationen sorgen.51 Dies sind einige relevante Ziele, welche sich meist nur unzureichend erfüllen und damit das Wachstum als treibende Kraft infrage stellen.52 Zusätzlich führt stetiges Wachstum zu Umweltbelastungen, Werteverfall und weiteren sozialen und gesellschaftlichen Problemen.53 Wenn der „Verbrauch“ von Gütern und Dienstleistungen stetig steigen soll, woher die dafür benötigten Ressourcen nehmen? Wenn Wirtschaftswachstum zum Wohlstand beitragen soll, führt dies eventuell dazu, dass die Menschheit sich durch den wachsenden Konsum und die nicht nachhaltige Ökonomie schlussendlich selbst ihrer Bedürfnisbefriedigung entzieht. Wachstum ist nötig, denn Wachstum bringt nicht nur stumpfen Konsum, sondern auch Innovationen. Diese Innovationen können und sollten zu einem umweltfreundlichen und nachhaltigen Konsum beitragen. Vorstellbar wäre ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum innerhalb des integrativen Nachhaltigkeitskonzepts. Wird ein integratives Konzept zur Nachhaltigkeit ein Teil der Unternehmensführung, so spricht man von Nachhaltigkeitsmanagement.

3.2 Nachhaltigkeitsmanagement

Die Definition von Nachhaltigkeitsmanagement führte zu einer Begriffsklärung und zur Auseinandersetzung mit weiteren Begriffen, welche simultan bei der Sichtung verschiedener Literatur zu finden sind. Im Folgenden soll daher das Nachhaltigkeitsmanagement vom Begriff Corporate Social Responsibility (CSR) abgegrenzt werden. Es existiert kein allgemeingültiger Konsens über beide Begriffe und deren explizite Verwendung.

Das Nachhaltigkeitsmanagement selbst ist ein integrativer und ganzheitlicher Managementansatz, welcher versucht, nachhaltige Entwicklung im Unternehmen strategisch und operativ zu integrieren und dadurch das langfristige Bestehen des Unternehmens zu sichern. Durch Messung des Nachhaltigkeitsmanagements wird dessen Wirksamkeit überprüft. Solidarität, Transparenz und Risikomanagement bilden die Basis des Nachhaltigkeitsmanagements.54

3.3 Corporate Social Responsibility

„CSR bezeichnet die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. Dies umfasst soziale, ökologische und ökonomische Aspekte, wie sie etwa in international anerkannten Referenzdokumenten zur Unternehmensverantwortung ausgeführt sind, insbesondere in der ILO-Grundsatzerklärung über Unternehmen und Sozialpolitik, den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen, den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, im UN Global Compact oder in der ISO 26000. Konkret geht es beispielsweise um faire Geschäftspraktiken, mitarbeiterorientierte Personalpolitik, sparsamen Einsatz von natürlichen Ressourcen, Schutz von Klima und Umwelt, ernst gemeintes Engagement vor Ort und Verantwortung in der Lieferkette. CSR ist keine zusätzliche Maßnahme neben der eigentlichen Geschäftstätigkeit, sondern ist in diese integriert.“55

Dieses Zitat ist die aktualisierte Definition der EU auf Basis der CSR-Definition von 2001. Auch hier werden alle drei Dimensionen als relevant bezeichnet und gleichzeitig mögliche Dokumente und ISO-Normen zur Umsetzung von Nachhaltigkeit im Unternehmen genannt. Zusätzlich erwähnt die Definition bereits Maßnahmen, die zur Nachhaltigkeit beitragen sollen, bzw. einzelne kleinere Ziele. Es wird deutlich, dass CSR ein Konzept für Unternehmen ist, dennoch dienen „[…] faire Geschäftspraktiken, mitarbeiterorientierte Personalpolitik, sparsamen Einsatz von natürlichen Ressourcen […]“56 dem Gemeinwohl und tragen zu einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung bei. Auch werden die Implementierung und der Bereich, in dem die CSR wirkt, definiert: So setzt CSR am gesamten Wertschöpfungsprozess an und ist in die Geschäftstätigkeit integriert.

3.4 CSR und Nachhaltigkeitsmanagement

Werden die beiden Begriffe miteinander verglichen, so können Unterschiede und Gemeinsamkeiten festgestellt werden. Die CSR-Definition der EU wurde 2011 angepasst, dadurch existiert nur noch ein marginaler Unterschied zum Nachhaltigkeitsmanagement. Der Unterschied besteht beispielsweise in der Literatur durch das holistische Bild des Nachhaltigkeitsmanagements. Nachhaltigkeitsmanagement meint übergreifend Makro- und Mikroökonomik und bezieht alle Akteure, Gesetze und Vorschriften mit ein.57 CSR meint, wie weiter oben in der Definition beschrieben, „[...] die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft [...]“58, das heißt „[...] den spezifischen Beitrag, den Unternehmen zum nachhaltigen Wirtschaften, zur Nachhaltigkeit, leisten“.59 CSR meint daher ein Konzept, welches für Unternehmen geschaffen ist und von Unternehmen eingesetzt wird. Wie im Punkt 3.3 beschrieben, ist auch beim Konzept des Corporate Social Responsibility der Schwerpunkt daraufgelegt, Nachhaltigkeit ganzheitlich in die Geschäftstätigkeit zu integrieren und nicht nur in einzelne Bereiche oder als einzelne Maßnahme. Da der Fokus der vorliegenden Arbeit auf der Betrachtung von Verlagen in Deutschland liegt, wird für die bessere Verständlichkeit des Begriffs folglich weiterhin der Begriff Nachhaltigkeitsmanagement verwendet.

[...]


1 Welterschöpfungstag (2018), www.focus.de.

2 Vgl. Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 57 ff.

3 Vgl. Majer, H., & Stahmer, C. (1996), S. 305 f.

4 Vgl. Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 11.

5 Vgl. Nachhaltigkeit und Unternehmen (2015), www.link.springer.com.

6 Vgl. Papierverbrauch steigt trotz Digitalisierung (2018), www.verbraucherservice-bayern.de.

7 Vgl. Ideen für grüne(re) Seiten (o. J.), www.nachhaltig-publizieren.de.

8 Vgl. Renn, O. (1999), S. 17 f.

9 Vgl. Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 11.

10 Vgl. Wege in eine nachhaltige Zukunft (2014), www.nachhaltigkeit.info.

11 Vgl. Wege in eine nachhaltige Zukunft (2014), www.nachhaltigkeit.info.

12 Vgl. Von Hauff, M. (2014), S. 3.

13 Vgl. Pufé, I. (2012), S.50.

14 Vgl. Von Hauff, M. (2014), S. 13.

15 Von Hauff, M. (2014), S. 9.

16 Vgl. Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 54.

17 Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 54.

18 Vgl. Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 54.

19 Vgl. Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 56.

20 Vgl. Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 55.

21 Vgl. Nachhaltige Entwicklung braucht ökologisch Leitplanken (2014), www.bmu.de.

22 Vgl. Die 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung (2018), www.bmu.de.

23 Vgl. Die 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung (2018), www.bmu.de.

24 Vgl. Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S.57.

25 Vgl. Sauer, T. (2013), S.8.

26 Vgl. Sauer, T. (2013), S. 103 ff.

27 Vgl. Sauer, T. (2013), S. 107 ff.

28 Vgl. Sauer, T. (2013), S. 121.

29 Standard-Preis-Ansatz meint die weiter oben im Text ausgeführte Externalisierung von Umweltkosten zu internalisieren und Umweltabgaben einzuführen. Die Höhe der Abgaben wird getestet und angepasst, bis die Höhe erreicht ist, die zur Einhaltung der Umweltstandards benötigt wird. Vgl. Sauer, T. (2013), S. 113.

30 Vgl. Sauer, T. (2013), S. 122 ff.

31 Deutscher Bundestag - II. Der Bund und die Länder. Artikel 20a (2010), www.bundestag.de.

32 „Zu den „natürlichen Lebensgrundlagen“ im Sinne und unter dem Schutz des Art. 20a GG gehören neben den sog. „Umweltmedien“ Luft, Wasser und Boden allgemein auch die Pflanzen- und die Tierwelt (vgl. vorstehend Rdnr. 37); der ökologische Schutzauftrag bezieht sich genuin auch auf Flora und Fauna.“ Grundgesetz 57. Ergänzungslieferung GG Art. 20a (2010), www.beck-online.beck.de, Rn. 36-37. Rn. (Randnummer)

33 Vgl. Grundgesetz 57. Ergänzungslieferung GG Art. 20a (2010), www.beck-online.beck.de, Rn. 46-49.

34 Grundgesetz 57. Ergänzungslieferung GG Art. 20a (2010), www.beck-online.beck.de, Rn. 46-49.

35 Vgl. Grundgesetz 57. Ergänzungslieferung GG Art. 20a (2010), www.beck-online.beck.de, Rn. 46-49.

36 Grundgesetz 57. Ergänzungslieferung GG Art. 20a (2010), www.beck-online.beck.de, Rn. 50-52.

37 Vgl. Grundgesetz 57. Ergänzungslieferung GG Art. 20a (2010), www.beck-online.beck.de, Rn. 50-52.

38 Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 58.

39 Vgl. Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 58.

40 Vgl. Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 58.

41 Hollmann, S. (2013), S. 68.

42 Vgl. Hollmann, S. (2013), S. 67 f.

43 Vgl. Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 59.

44 Vgl. Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 60 ff.

45 Vgl. Baumast, A., & Pape, J. (2013), S. 33.

46 Vgl. Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 60 f.

47 Vgl. Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 61.

48 Vgl. Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 61.

49 Vgl. Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 61.

50 Vgl. Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 69.

51 Vgl. Grunwald, A., & Kopfmüller, J. (2012), S. 68 ff.

52 Vgl. Jackson, T. (2013), S. 3 f.

53 Vgl. Blazejczak, J., et al. (1998), www.econstor.eu, S. 25 ff.

54 Vgl. Günther, E., & Bassen, A. (2015), S. 16.

55 Wofür steht CSR? (o. D.), www.csr-in-deutschland.de.

56 Wofür steht CSR? (o. D.), www.csr-in-deutschland.de.

57 Vgl. CSR und Nachhaltigkeitsmanagement (2013), www.4sustainability.de, S. 11.

58 Wofür steht CSR? (o. D.), www.csr-in-deutschland.de.

59 Nachhaltigkeit und CSR (o. D.), www.csr-in-deutschland.de.

Ende der Leseprobe aus 127 Seiten

Details

Titel
Die Integration von Nachhaltigkeit im Verlagswesen
Untertitel
Eine Analyse und Bewertung des Nachhaltigkeitsmanagements in Verlagen
Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig  (Informatik und Medien)
Note
1,2
Autor
Jahr
2019
Seiten
127
Katalognummer
V495154
ISBN (eBook)
9783668993211
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeitsstrategie, Sustainability, Unternehmensführung, Indikatoren, SDGs
Arbeit zitieren
Kristin Marosi (Autor), 2019, Die Integration von Nachhaltigkeit im Verlagswesen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495154

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