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Leerverkäufe. Funktionsweise und Hintergründe am Beispiel der Wirecard AG

Titel: Leerverkäufe. Funktionsweise und Hintergründe am Beispiel der Wirecard AG

Hausarbeit , 2019 , 31 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Dennis Mader (Autor:in)

BWL - Investition und Finanzierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Am 18.02.2019 erließ die BaFin eine Allgemeinverfügung mit dem Zweck des Verbots zur Neubegründung oder dem Ausbau von bestehenden Netto-Leerverkaufspositionen in Aktien der Wirecard AG. Es war das erste Mal, dass ein solches Verbot für eine einzelne Aktie verhängt wurde. Bisher gab es nur ein Allgemeinverbot in Krisenzeiten, um die Märkte zu beruhigen oder gegen eine Gruppe von mehreren Aktien. Das Urteil wurde mit einer Allgemeinen Unsicherheit am Markt, vor allem bei der Wirecard AG, begründet. Das Urteil hat bis zum 18.04.2019 Bestand und soll weitere Kursstürze verhindern. Anlass für die Kursstürze waren mehrere Berichte der Financial Times über mögliche Bilanzfälschungen in Singapur und dem asiatischen Raum. In Kapitel 6 wird dieses weiter ausgeführt. Auf das Urteil folgte eine Reihe von Kritik. Im Besonderen die Leerverkäufer fühlten sich betrogen. Auch Stand heute ist die Situation rund um die Aktie noch nicht abschließend geklärt. Es wird auf den Abschlussbericht der externen Kanzlei Rajah & Tann aus Singapur gewartet.

Die derzeitige Situation rund um die Wirecard AG wird als Anlass für diese Arbeit genommen. Das Verfahren eines Leerverkaufs und seine Folgen sind schon seit der Finanzkrise von 2009 umstritten und gewinnen nun wieder Brisanz. „Manipulieren Leerverkäufer die Märkte?“ ist die Frage, die die Öffentlichkeit beschäftigt. Leerverkäufe sollen in Krisenzeiten Börsencrashs beschleunigen und so Anlegergelder vernichten. Ziel dieser Arbeit soll es daher in erster Linie sein, die Funktionsweise und Hintergründe eines Leerverkaufs hervorzuheben. Als jüngstes Beispiel wird die Wirecard AG angeführt und die derzeitige Situation der Aktie und des Unternehmens, sowie auch frühere Angriffe von Leerverkäufern beschrieben und in den Kontext der Arbeit eingebettet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit

1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

2 Grundlagen der Leerverkäufe

2.1 Funktionsweise

2.2 Leerverkaufsarten

2.2.1 Gedeckter Leerverkauf

2.2.2 Ungedeckter Leerverkauf

3 Gründe für Leerverkäufe

3.1 Kennzahlen/Effekte

3.2 Events

4 Risiken von Leerverkäufen

5 Praxisbeispiel Wirecard

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht die Funktionsweise und Hintergründe von Leerverkäufen als Finanzinstrument. Anhand theoretischer Grundlagen sowie der Analyse von Kursstürzen der Wirecard AG wird die Rolle von Leerverkäufern am Aktienmarkt und deren Auswirkungen auf die Marktstabilität beleuchtet.

  • Mechanismen des gedeckten und ungedeckten Leerverkaufs
  • Ökonomische und fundamentale Motive für Short-Positionen
  • Risikofaktoren für Leerverkäufer und Auswirkungen regulatorischer Maßnahmen
  • Analyse der historischen Kursmanipulationsvorwürfe bei der Wirecard AG
  • Bedeutung von Leerverkäufen als Korrektur- oder Störfaktor am Kapitalmarkt

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Gedeckter Leerverkauf

Bei einem Leerverkauf ist es der Definition nach wichtig, dass das Wertpapier zuerst verkauft und danach zurückgekauft wird. Dies steht im Gegensatz zum typischen Börsenanleger, der versucht Aktien zu einem niedrigen Kurs zu kaufen, von Kurssteigerungen zu profitieren und die Aktien zu einem höheren Kurs zu verkaufen. Da der Leerverkäufer die zu verkaufenden Aktien nicht besitzt, muss er sich diese im Zuge einer Wertpapierleihe oder im Englischen securities lending genannt, von einer Drittperson leihen. In dem meisten Fällen leiht er sich die Aktien von einem Finanzinstitut oder einem institutionellen Investor. Dies sind beispielsweise Banken oder Hedgefonds. Banken oder auch Hedgefonds halten üblicherweise große Aktienpakete und auch über einen längeren Zeitraum. Eine Wertpapierleihe steigert daher ihre Rendite zusätzlich. Finanzinstitute erstellen sogenannte Leerverkaufslisten („shortable lists“) auf denen alle Aktien aufgelistet sind, die geliehen werden können. Dabei wird darauf geachtet die Vorgaben von Aufsichtsbehörden aber auch Clearing-Gesellschaften einzuhalten. Studien haben gezeigt, dass es bei so gut wie allen Aktien einen leihbaren Anteil gibt. Es wurde allerdings auch festgestellt, dass es schwieriger ist Aktien zu leihen, die nur zu geringen Teilen von institutionellen Aktionären gehalten werden und eine geringe Marktkapitalisierung haben. Diese sind zu teuer und besitzen ein zu hohes Risiko für den Leerverkäufer, auch wenn sie volatiler sind. Schwer leihbare Aktien machen es dann schwieriger Gewinne zu erzielen. Dies deutet an, dass es zu einer steigenden Überpreisung der Wertpapierleihen kommt, je schwieriger sie zu leihen und je bindender die wenigen Verleiher demnach sind. Die verfügbaren Wertpapiere, in diesem Fall Aktien, liegen in zentralen Verwahrstellen bzw. CSD. Die Bank oder Hedgefonds leiht dem Short Seller die Aktien gegen eine Gebühr mit dem Ziel diese nach einem bestimmten Zeitraum wieder in gleicher Gattung und Zahl zurückzuerhalten. Der Leerverkäufer wird durch die Wertpapierleihe vorübergehend zum Besitzer allerdings nicht zum Eigentümer der Aktien.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Problematik der Leerverkäufe ein und begründet die Relevanz der Untersuchung anhand des Beispiels der Wirecard AG.

2 Grundlagen der Leerverkäufe: Hier werden die Funktionsweise von Short Selling sowie die Unterschiede zwischen gedeckten und ungedeckten Leerverkäufen theoretisch fundiert dargestellt.

3 Gründe für Leerverkäufe: Dieses Kapitel beleuchtet die Motive der Marktteilnehmer, insbesondere den Einfluss fundamentaler Unternehmenskennzahlen sowie spezifische Ereignisse als Auslöser für Short-Attacken.

4 Risiken von Leerverkäufen: Der Autor erläutert hier die vielfältigen Risiken für den Short Seller, angefangen bei Gebühren und Zinslasten bis hin zu regulatorischen Eingriffen.

5 Praxisbeispiel Wirecard: Anhand einer historischen Aufarbeitung der Kursstürze der Wirecard AG wird die Praxis von Short-Attacken und die mediale Beeinflussung durch Falschmeldungen illustriert.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle von Leerverkäufen als notwendiges Korrektiv für den Aktienmarkt bei gleichzeitigen Manipulationsrisiken.

Schlüsselwörter

Leerverkäufe, Short Selling, Wirecard AG, Finanzmanagement, Wertpapierleihe, Kapitalmarkt, Börsenhandel, Kursmanipulation, BaFin, Wertpapier, Hedgefonds, Marktstabilität, Aktien, Risikomanagement, Clearing-Gesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Funktionsweise, die Motive und die Risiken von Leerverkäufen (Short Selling) im modernen Börsenhandel.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Definitionen von Leerverkaufsarten, die ökonomischen Beweggründe für Short-Positionen und die praktische Anwendung bei Kursstürzen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Mechanik eines Leerverkaufs verständlich zu machen und anhand des Wirecard-Beispiels zu verdeutlichen, wie Marktteilnehmer auf Unternehmensereignisse und Bilanzberichte reagieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse theoretischer Finanzkonzepte sowie eine Fallstudie zum praxisnahen Verständnis der Ereignisse rund um die Wirecard AG.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erklärung der Funktionsweise der Wertpapierleihe, die Analyse von Marktkennzahlen als Short-Motivation und eine detaillierte chronologische Aufarbeitung der Wirecard-Kursstürze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Leerverkäufe, Wertpapierleihe, Wirecard AG, Marktmanipulation und BaFin-Regulierung.

Warum wird Wirecard als Praxisbeispiel herangezogen?

Wirecard dient als Fallbeispiel, da das Unternehmen über Jahre hinweg mehrfach Ziel von Leerverkaufsattacken war, die durch negative Berichterstattung und Vorwürfe der Bilanzfälschung ausgelöst wurden.

Welchen Einfluss haben Berichte der Financial Times auf den Kurs laut der Arbeit?

Der Autor zeigt auf, wie Berichte über Unregelmäßigkeiten durch Short-Seller genutzt wurden, um den Kurs durch massiven Verkaufsdruck gezielt zu drücken.

Wie unterscheidet sich der gedeckte vom ungedeckten Leerverkauf?

Beim gedeckten Leerverkauf findet eine ordnungsgemäße Wertpapierleihe statt, während beim ungedeckten Leerverkauf der Verkäufer die Aktien zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht besitzt und auch keine Leihe vorliegt.

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Details

Titel
Leerverkäufe. Funktionsweise und Hintergründe am Beispiel der Wirecard AG
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,3
Autor
Dennis Mader (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
31
Katalognummer
V495174
ISBN (eBook)
9783668985773
ISBN (Buch)
9783668985780
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirecard Leerverkauf Börse Skandal Hedgefonds Aktien Wertpapier Analyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dennis Mader (Autor:in), 2019, Leerverkäufe. Funktionsweise und Hintergründe am Beispiel der Wirecard AG, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495174
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Leseprobe aus  31  Seiten
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