Interkulturelles Lernen in der Förderschule

Eine Analyse ausgewählter Materialien unter der Perspektive der Interkulturalitätstheorie bei Hamed Reza Yousefi


Hausarbeit (Hauptseminar), 2018
19 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zentrale Begriffe
2.1 Kultur
2.2 Interkulturelles Lernen
2.3 Interkulturelle Kommunikation

3 Hamid Reza Yousefi
3.1 Verortung seiner Theorie in der Theorien-Landschaft
3.2 Zentrale Begriffe bei Yousefi
3.3 Kultur bei Yousefi
3.4 Interkulturelles Lernen bei Yousefi
3.5 Interkulturelle Kommunikation bei Yousefi
3.6 Interkulturelle Komparatistik und ihre Kategorien an Phänomenen

4 Analyse des Materials der Webseite Zwischentöne
4.1 Das Projekt Zwischentöne
4.2 Relevante Kriterien der gewählten Module
4.2.1 Sprache
4.2.2 Form der Vermittlungsmedien
4.2.3 Absicht
4.2.4 Struktur
4.2.5 Inhalt
4.3 Das Modul Respekt! Miteinander reden
4.4 Das Modul Vielfalt im Fußball. Für Respekt und Toleranz
4.5 Das Modul „Was ist Heimat? Wo gehöre ich hin?“
4.6 Vergleich der Wirkkraft der Module mit dem Analyseinteresse

5 Tauglichkeit des Materials zum Einsatz im Unterricht
5.1 allgemein
5.2 spezifisch in einer Förderschule

6 Fazit

1 Einleitung

Die Bereitschaft von Lernenden zu interkultureller Kommunikation verdient im Zuge der Globalisie­rung besondere Beachtung. An dieser Stelle kann Prä­gung durch die Schule eine beson­dere Chance sein. Zudem treffen schon im Primarbereich Schüler*innen in heterogenen Klassengemeinschaften mit unter­schiedlichen religiösen Ansichten, Sprachen und Lebensentwür­fen aufeinan­der. Als vierte schulische Kulturtechnik kann so neben Lesen, Schrei­ben und Rechnen die Fähig­keit zu interkultureller Kommunikation wahrgenom­men werden und vor allem in Förderschulen hilf­reich sein. Im Lehr-Lern-Kon­text wird im Gegensatz zur Heterogeni­tät der Begriff der Diversität genutzt, um die Verschiedenheit als Chance und Bereicherung zu begreifen. Heterogenität ist keine Mode-Erscheinung, sondern zukunftswei­sende Wirklichkeit. Und Unter­richt kann sie verschleiern oder akzentuieren. „ Fruchtbar wird sie, wenn sie als Ressourcenvielfalt wahrge­nommen wird, nicht als Abweichung von einer Norm “ (Rebel, 2010: 20). Seit 1990 versucht dies das in dieser Arbeit in den Blick genommene Georg-Eckert-Institut umzusetzen. Es erstellt digitale Medien und Plattformen zum virtuellen Austausch. Sein Portal Zwischentöne spielt eine herausra­gende Rolle und dient dieser Arbeit als Untersuchungsgegen­stand und die dort bereitge­stellten Materialien als Grund­lage. Es wird aufgezeigt, welches Bild diese Materialien zeigen und was in den Blick gerät oder eben nicht. Die Forschungsfrage beleuchtet die Einsatzfä­hig­keit und Möglichkeit zu interkultureller Kommunikation im Schulunter­richt sowie in Förderschulen als Brennpunkt starker Heterogenität aufgrund kulturel­ler Durchmischung der Schüler*innen. Dies wird dann im Hin­blick auf den Einsatz als Wegbereiter zu ausgeglichener Verständi­gung der Schulgemein­schaft untersucht. Nach dieser Einleitung findet sich ein kurzer Ausblick auf Interkulturalität unter Bezug auf Georg Auernheimer. Das Funda­ment dieser Analyse bildet dann die Interkulturali­tätsthese von Yousefi, da sie sehr aktuell ist und ein neues paradig­matisches Verständnis von Kultur zu­lässt. Hier er­folgt erst eine Abgrenzung zu anderen Ansätzen und der vorab beschriebe­nen allgemeinen Theorie-Land­schaft sowie der dort näher beschriebe­nen grundle­genden Begriffe zur Erörterung des Analyseinteresses. Es werden drei ausge­wählte Module der Webseite beleuchtet sowie die Möglich­keit für Jugendli­che, allgemein und speziell im Förderbereich, die ei­gene kulturelle Prägung bewusst wahrnehmen zu können. Anhand der beleuchte­ten Möglichkei­ten des Portals Zwischentöne werden hierfür Chancen und Grenzen kontrastiert.

2 Zentrale Begriffe

2.1 Kultur

„Kultur ist die kollektive Programmierung des Geistes, die die Mitglieder einer Gruppe oder Kategorie von Menschen von einer anderen unterscheidet“ (Hofstede 2011: 4). Eine Kultur ist stets ein Entwurf menschlicher Lebensfor­men innerhalb einer Gemeinschaft mit anderen. Ein stark kontrastierender Unterschied kann zwischen dem aufklärerischen und dem hermeneutischen Kulturverständnis gesehen werden. Der Grundgedanke aufklärerischer Ent­würfe des Kulturbegriffes geht von universellen Eigenschaften aus sowie von rational überwindbaren Unterschieden. Für den Grundgedanken der Hermeneu­tik benötigt man hier jedoch ein Verstehen, das an kollektive Erfah­rung gebunden ist. Die Idee zur Beschäftigung mit voneinander unterscheidba­ren Kulturen inner­halb der Erziehungswissenschaft geht auf die Folgen der Arbeitsimmigration ab 1955 zurück. Im internationalen Vergleich gab es nach 1970 die ersten ernsthaften Bemühungen um Bürgerrechte ge­gen Rassismus vor allem im Bildungssystem beispielhaft in den USA. So kam der Begriff Kultur zu einem neuen Blickwinkel, nämlich dem der Differenz vonei­n­ander. (vgl. Auernheimer 2003: 26). Der Kulturbegriff findet vielschichtige Anwendungen und Auffassungen innerhalb der Sozialwissenschaften. Trotz vielfältiger Definitionsversuche für den Begriff Kultur gibt es in den Definitio­nen zwei favorisierte Aspekte, nämlich den Symbolcharakter mit kulturspe­zifischer Eindeutig­keit sowie die Orientierungsfunktion mit Werten und Normen als stillschwei­gende Verhaltenserwartungen innerhalb einer bestimm­ten Kultur. Verwendete Begriffe für menschliches Zusam­mensein sind etwa Multikultu­rali­tät, Interkulturalität, Transkul­turalität und Hybridität. Jeder dieser Art Begriffe hat differente Blickwinkel und trägt ein mehr oder auch weniger offenes Kulturbild. Jedoch verweisen sie auch ohne exakte Definition immer auf die Koexistenz und das Zusammenleben unterschiedli­cher Kulturen.

2.2 Interkulturelles Lernen

„Die Schwierigkeit des Verstehens von Menschen untereinander ist allgemei­ner Natur, generell komplex und unabhängig von kultureller Differenz.“ (Auernheimer 2003: 104). Ist etwas generell erkannt worden, fehlt dann noch das Anerkennen einer Verstehens-Grenze zum Anderen. Dieses Anerkennen fällt oft schwer, da es unserem Wunsch nach Vertrautheit und Sicherheit entge­gensteht (vgl. Auernheimer 2003:103). Jedoch ist das Offenhalten von Möglich­keiten der Deutung im Prozess des interkulturellen Lernens unverzicht­bar. Sind Erkenntnisse dann auch begrifflich gefasst, lassen sie sich mitteilen. Das Lernen in der Schule, also von Heranwachsenden, braucht unter methodi­schen Aspekten vor allem Möglichkeiten der Erkenntnisgewin­nung durch unmittel­bare Erkenntnis. Dies wiederum braucht bei Kindern keiner­lei Vermitt­lungsmedien und erfolgt spontan und intuitiv. (vgl. Wiater / Manschke 2012:17). So ermöglicht die Allgemeingültigkeit von Lerninhalten in Vermittlungsmedien das barrierefreie Erfassen für Schüler*innen und stellt hier ein besonderes Gütekrite­rium beim interkulturellen Lernen dar. Nach Auernheimer (2013: 14) sind Förderkonzepte und die methodisch-didaktische Kompetenz der Lehrer*innen offenkundig zu wenig auf die faktische Mehrsprachig­keit und Mehrkulturalität der Schüler*innen ausgerichtet. Zudem müssten die besonde­ren sprachlichen Voraussetzungen der heutigen, zu einem Großteil von Migrationsgeschichte geprägten, Schülerschaft Berücksichti­gung finden. „Die Monokulturalität der Schule insgesamt muss in Richtung von Multiper­spektivität überwunden werden, wenn dem Prinzip der Anerkennung und den unterschiedlichen Lernzugängen der Schüler*innen Rechnung getragen werden soll“ (Auernheimer 2013: 15).

2.3 Interkulturelle Kommunikation

Der Umgang mit dem Anderen kann zu Kommunikation führen. Um Fremderfah­rung und interkulturelles Verstehen zu beleuchten hilft es, zuvor global Grenzen des Verstehens näher zu betrachten (vgl. Auernheimer 2003:103). Gelingt Kommunikation nicht, liegt dies vorherrschend an differenten Erwartun­gen, die Menschen in eine Gesprächssituation tragen. Zusätzliches Wahrnehmen durch stereotype Schablonen führt dazu, dass im Dialog nicht ausreichend gleiches Material zur Kommunikation gefunden werden kann. Eine ebenso wesentliche Störquelle für Kommunikation liegt in der Dimension Beziehungsebene wie beispielhaft die erahnte soziale Stellung, die man in den Augen eines Gegenübers einnimmt. So fußen Störungen im Dialog häufig auf empfundener Verletzung von Formen der Höflichkeit oder Berühren von Tabus. Besonders zu bedenken sind nonverbal ausgetauschte Akte von Mimik oder Gestik sowie sprachliche Extravaganzen wie beispielsweise die Intona­tion. Sie unterliegen oft kultureller Normierung und sind habitualisiert und unbe­wusst (vgl. Auernheimer 2003: 107). Hier kann die Klarheit des Rah­mens von Gesprächen bezüglich der eingenommenen Rollen helfen, falsche Erwartun­gen zu unterbinden. „Bei synergieorientierten Lehrkräften werden, im Gegen­satz zu anderem pädagogischen Handeln, alle Aspekte der kulturellen Heterogeni­tät als Lernpotential für Schüler*innen gedeutet und explizit in den Unterricht integriert“ (Wiater / Manschke 2012: 178). Metasprachliche Fähigkei­ten können zusätzlich den Sprechakt erleichtern und mögliche Barrieren werden vorausschauend umschifft. Das Allgemeingültige kann betont und die Gemeinsamkeiten kön­nen hervorgehoben werden, was den Gesprächsfluss erhält und fördert.

3 Hamid Reza Yousefi

3.1 Verortung seiner Theorie in der Theorien-Landschaft

„Im Gegensatz zu metaphysischen oder realistischen Ansätzen suchen Konstrukti­visten nicht nach Abbildungen oder Widerspiegelungen einer äuße­ren Realität im Menschen, sondern sehen den Menschen als einen aktiven, eingreifenden und Realitätsmuster generierenden Beobachter, Teilnehmer und Akteur, der die Wirklichkeiten konstruiert, die zu ihm passen“ (Reich 2001: 356). Ein geschlossener und damit normgebender Kulturbegriff beurteilt nach festen Regeln und wertet somit. Den Maßstab setzen hier idealistische Prinzi­pien durch Ausgrenzung oder auch aktives Nicht-Anerkennen. So kann kollek­tive Fremdkritik entstehen und somit Begrenzung zu anderen geschaffen werden. Diese Art von chauvinistischen Zügen findet Yousefi (2014b: 34) beispiel­haft in den Kulturauffassungen von Elias in dessen Zivilisationstheorie oder auch bei Huntington. Elias spricht von einer ersten, zweiten und dritten Welt, mit denen er negative Abstufungen verbindet. Es handelt sich hier um eine eindimensionale, normgebende Kultur. Huntington unterteilt gar nur in erste Welt und Rest. Beide sprechen von Menschen als in stark differenten Welten lebend und neigen zur Kulturhierarchie, die heute als problematisch angesehen wird (vgl. Yousefi 2014b: 31). Yousefi bevorzugt die hermeneutische im Gegensatz zur aufklärerischen Methode beim Verstehen des Kulturbegriffs. Das Vorgehen innerhalb der Hermeneutik ruft keine Konkurrenz der Kulturen hervor und ermöglicht so ein offenes Kulturverständnis. Eher dem Grundprinzip der Interkulturalität entspricht der intellektualistische Begriff von Kultur, wie man ihn beispielhaft bei Luhmann findet. Seine Systemtheo­rie weist einen konstruktivistischen Kern auf und sieht Vorgänge nicht als Abbil­der von Wirklichkeiten, sondern als Prozesse (vgl. Reich 2001: 364). Durch seine soziologische Orientierung verweist das Konzept jedoch auf beste­hende Macht­verhältnisse und begreift daher den Menschen nicht als sinnstiftendes Mitglied innerhalb seines Kulturkreises. Eine erste Annäherung an die Vorstel­lung von Interkulturalität findet sich bei Geertz und seinem symbo­lisch-strukturel­len Kulturbegriff. Hier werden nun erstmals auch Muster der tägli­chen Wahrnehmung und verknüpfte Emotionen als grundlegend für den Kulturbe­griff gewertet. Auch ist ähnlich wie bei Yousefi ein möglicher Wandel des Kulturbegriffes mit eingeschlossen. Geertz verwendet hier den Begriff des Bedeutungsgewebes. Der Ansatz ist hermeneutisch orientiert und sucht sei­nen Standpunkt aus der Sicht des Handelnden. (vgl. Yousefi 2014b: 38-39). Erwäh­nenswert im Forschungsfeld sind auch die Cultural Studies. Sie stellen eine umfangreiche, stark implizit konstruktivistische Richtung dar. Hier wird insbesondere mit Blick auf Foucaults Machtanalysen betont, dass Menschen ihre Kulturen verändernd konstruieren. Für den Konstruktivismus sind zwei Sichtweisen relevant: einerseits eine herme­neutische Rekonstruktion von vergan­genen Lebensverhältnissen, anderer­seits die hierbei wirkende Subjektivierung der Konstruktionen durch die Freiheitsgrade der Individuen and die Möglichkeiten von Veränderung (vgl. Reich 2001: 370). Im Gegensatz zu den Ansätzen Multikulturalität und Transkultu­ralität wird das Bild des Konzep­tes der Interkulturalität mit Überlappun­gen von offenen aber bestehenden Gren­zen geprägt. Yousefi geht es nicht darum, Orientierungen zu überwinden, sondern sie kritisch würdigend zu erweitern und für ein interkulturelles Miteinan­der fruchtbar zu machen. Diese Sicht prägt die Arbeit von Yousefi. Sie markiert eine neue Forschungsrich­tung und geht von einem offenen, dyna­misch veränderbaren und durch Austausch geprägten Miteinander aus.

3.2 Zentrale Begriffe bei Yousefi

Der Begriff Identität birgt für Yousefi die ganz eigene Welt eines Menschen vor allem bezogen auf verknüpfte Emotionen, die der Orientierung dienen (vgl. Yousefi 2014a: 35). Dazu zählen neben aktuellen Erlebnissen vor allem prä­gende Welterfahrungen der Kindheit, welche die Wahrnehmung einfärben und so ein vertrautes Erleben von Ursprung und Heimat ermöglichen. Wesentliche Komponente innerhalb einer zwischenmenschlichen Begegnung ist somit der Wunsch von Menschen nach diesem Gefühlserleben vor allem in einer unbekann­ten und dadurch erschwerten Situation. Auf der anderen Seite ist ohne Kommunikation Integration nur erschwert oder gar nicht möglich, egal in welchem Kontext. Ohne ein echtes Gegenüber können Menschen sich nicht entfalten. „Es ist die soziale Interaktion, die uns hilft, unsere Identität zu entfal­ten“ (Yousefi 2014a: 38). Da die Bestimmung der persönlichen Identität einer möglichen Kommunikation erst einmal vorausgeht, ist sie hier ein wesentlicher Faktor. Yousefi unterscheidet verschiedene Typen von Identität. Die multiple beispielsweise kann als eine gelungene Sozialisation im Rahmen der Identität im Übergang bezeichnet werden (vgl. Yousefi 2014a: 40).

Die Wortgruppe das Eigene und das Andere nutzt Yousefi oft und lenkt den Blick damit auf Interaktion während der Prägungsphasen innerhalb der von ihm genutzten Symbolik einer Selbstentfaltungs-Spirale. In den Blick nimmt er dabei religiöse und kulturelle aber auch schulische und gesell­schaftliche Kontexte (vgl. Yousefi 2014a: 38).

Kompetentes Verhalten umschreibt Yousefi mit Anwenden genau der Fähigkei­ten, die hilfreich werden, wenn differente Handlungsmuster oder Gesinnungen miteinander unmittelbar in Berührung kommen (vgl. Yousefi 2014a: 51).

3.3 Kultur bei Yousefi

Yousefis Blick geht auf die Wurzeln der Menschen, wenn er über zwischen­menschliche Interaktion referiert. Zum Vergleich nutzt er einen Baum, der Früchte trägt und Wurzeln hat. Als Teil menschlicher Entwicklungsgeschichte färbt Kulturerfahrung gemäß diesem Bildnis unsere Wahrnehmung und beein­flusst Innen- und Außenperspektive des Handelns und Empfindens. Da Syner­gie zwischen den Systemen Mensch und Kultur herrscht, beeinflussen sie sich gegenseitig. Kulturen sind Lebenswelten, die sich Menschen beständig neu erschaffen. Für enorm wichtig hält er den Kontrast von offener zu geschlosse­ner Kultur sowie die Funktion der Dynamik, durch die man Vergangenheit und Gegenwart verbinden kann. Denn dies ermögliche wiederum Verständnis zwischen den Generationen.

3.4 Interkulturelles Lernen bei Yousefi

Interkulturelles Lernen ist soziales Lernen. Als ein Teilziel des interkulturellen Lernens kann der bewusste und kritische Umgang mit Stereotypen bezeichnet werden. Vorurteile gehören zum Alltag und werden von Menschen produziert und reproduziert (vgl. Yousefi 2014a: 99). Grundsätzlich sieht Yousefi im interkulturel­len Lernen den Aufbau und das aktive Anwenden von Akzeptanz für andere Kulturen, Überwindung von Ethnozent­rismus, das Verständnis der eigenen Kulturverhaftung und das Fremd­verstehen.

3.5 Interkulturelle Kommunikation bei Yousefi

„Kultur ist Kommunikation und Kommunikation bringt Kultur hervor“ (Yousefi 2014a: 17). Ein besonderer Unterschied zu anderen Kommunikationsformen liegt im Blickwinkel des Bedeutungsgehaltes der ausgetauschten Worte und Gesten. Oft beziehen sie sich auf religiöse, soziologische oder auch ethnische Ansichten, die der Sprechhandlung zugrunde liegen und beachtet werden soll­ten (vgl. Yousefi 2014b: 76). Besonders wichtig ist ihm das Herausarbeiten von Gemeinsamkeiten. „Wer Unterschiede betont, belastet […] eine dialogi­sche Begegnung“ (Yousefi 2014a: 28). Seine These baut auch auf den Erkenntnis­sen anderer Disziplinen wie beispielhaft der Soziologie auf. Vorge­formte Erkenntnisse durch Vertreter anderer Disziplinen schaffen so die Basis von Denkprozessen. Dies hängt damit zusammen, dass Kommunikation Erkennt­nisse voraussetzt, die nicht nur in einer Disziplin beheimatet sind (vgl. Yousefi 2014a: 29).

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Interkulturelles Lernen in der Förderschule
Untertitel
Eine Analyse ausgewählter Materialien unter der Perspektive der Interkulturalitätstheorie bei Hamed Reza Yousefi
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Bildungswissenschaft)
Veranstaltung
Modulabschlussprüfung
Note
2,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
19
Katalognummer
V495773
ISBN (eBook)
9783346002778
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Notiz der Autorin: Aussagen im Gutachten: Sprachlich angemessen verfasst. Präzision und Klarheit könnten die Lesefreundlichkeit noch erhöhen. Mehr Zitation wurde gewünscht. Man hätte der Analyse durch beispielhaft Störfaktoren im Unterricht oder den Vorraussetzungen der Lehrkräfte noch mehr Tiefe geben können.
Schlagworte
Yousefi Interkulturelle Kompetenz Förderschule Lernen
Arbeit zitieren
Barbara Mayer (Autor), 2018, Interkulturelles Lernen in der Förderschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495773

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Interkulturelles Lernen in der Förderschule


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden