Die Arbeit konzentriert sich hierbei nur auf die oben genannten Aspekte und wird beispielsweise keine inhaltliche Analyse der ausgewählten Gedichte leisten. Das Ziel dieser Arbeit besteht hauptsächlich darin, die jeweilige Lyrik und dessen Autoren in den dazugehörigen Kontext einzuordnen, die Gedichtauswahl zu begründen, eine kurze formale Analyse darzustellen, den Zustand der Melancholie zu erläutern und die ausgewählten Gedichte auf Aspekte der Melancholie zu untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Begründung der Auswahl
Historische Einordnung
Sturm und Drang (1767-1785)
Romantik (1798-1835)
Expressionismus (1910-1925)
Autor und Gegenstand
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Clemens Brentano (1778-1842)
Franz Werfel (1890-1945)
Formale Analyse
Aspekte der Melancholie
Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff der Melancholie in drei ausgewählten Gedichten verschiedener Epochen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Melancholie, Trauer und Depression aufzuzeigen und diese theoretischen Konzepte auf die lyrischen Werke anzuwenden.
- Differenzierung zwischen Melancholie, Trauer und Depression
- Literarhistorische Kontextualisierung der gewählten Autoren
- Formale Analyse der Gedichte von Goethe, Brentano und Werfel
- Untersuchung von Melancholie-Aspekten in der Lyrik
- Reflexion über den Begriff der Melancholie als psychische Erkrankung versus poetisches Motiv
Auszug aus dem Buch
Aspekte der Melancholie
Um die Begriffe Trauer und Melancholie näher kennenlernen und verstehen zu können wird Bezug zu Sigmund Freuds Schrift „Psychologie des Unbewußten“ genommen. Nach Freud ist Trauer ein gesellschaftlich anerkannter Affekt und Melancholie hingegen eindeutig eine Krankheit. Trauer und Melancholie sind sich aber ziemlich ähnlich. Beides beinhaltet die schmerzliche Reaktion auf einen Verlust. In beiden Zuständen spürt der Mensch eine schmerzliche Verstimmung, Appetitlosigkeit, Interessen- und Antriebsverlust und weitere Sekundärerscheinungen. Dies wirkt global auf die Lebensführung beziehungsweise hat Auswirkung auf den Lebensablauf. Melancholie ist aber eine Form der Depression/ einer depressiven Erkrankung, während Trauer ein natürlicher Vorgang in der menschlichen Psyche ist und der Verarbeitung von Verlusten dient.
Dem Melancholiker sieht man eine auffällige Selbstabwertung an. Hierbei ist nicht klar welcher Verlust genau betrauert wird. Nach Freud sind im melancholischen Zustand die Fremdanklagen in Wirklichkeit Selbstanklagen. Es findet eine Identifikation mit dem Objekt statt, anstatt dass losgelassen wird. Die Struktur der Melancholie bildet sich hauptsächlich aus den Elementen a) Enttäuschung durch Objekt, b) Ambivalenzkonflikt, also Liebe und Hass gleichzeitig gegenüber dem Objekt, und c) narzisstischer Selbstbezug.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema Melancholie ein, grenzt es begrifflich von Trauer und Depression ab und definiert das Ziel, drei spezifische Gedichte auf melancholische Aspekte zu untersuchen.
Begründung der Auswahl: Die Auswahl der Gedichte und Autoren wird durch das persönliche Interesse an den Epochen und durch die Verfügbarkeit melancholischer Texte in der Forschungsliteratur begründet.
Historische Einordnung: Dieses Kapitel verortet die behandelten Autoren in ihren jeweiligen Epochen: Sturm und Drang, Romantik und Expressionismus, und erläutert deren spezifische Merkmale.
Autor und Gegenstand: Hier werden die biografischen Hintergründe von Johann Wolfgang von Goethe, Clemens Brentano und Franz Werfel dargestellt, um deren literarisches Schaffen besser zu verstehen.
Formale Analyse: Die drei Gedichte werden formal hinsichtlich Reimschema, Versmaß und Kadenz untersucht, wobei die Zuordnung zur jeweiligen Epoche bestätigt wird.
Aspekte der Melancholie: Auf Basis psychoanalytischer Theorien wird eine theoretische Abgrenzung zwischen Melancholie, Trauer, Depression und Grübeln erarbeitet.
Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass sich der medizinische Begriff der Melancholie in den analysierten Gedichten kaum oder nur in geringer Form nachweisen lässt.
Schlüsselwörter
Melancholie, Trauer, Depression, Sturm und Drang, Romantik, Expressionismus, Lyrikanalyse, Johann Wolfgang von Goethe, Clemens Brentano, Franz Werfel, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Selbstabwertung, Grübeln, Verlusterfahrung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der literarischen Darstellung von Melancholie in drei ausgewählten Gedichten und hinterfragt, ob sich das psychologische Krankheitsbild der Melancholie in diesen Texten wiederfindet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Abgrenzung medizinischer Begrifflichkeiten wie Trauer, Melancholie und Depression sowie deren Anwendung und Prüfung an literarischen Beispielen aus verschiedenen Epochen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Lyrik der gewählten Autoren in den zeitgeschichtlichen Kontext einzuordnen und zu untersuchen, inwieweit die dort dargestellte Stimmung mit dem psychologischen Zustand der Melancholie korrespondiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse in Kombination mit einer theoretischen Fundierung durch psychoanalytische Schriften, insbesondere von Sigmund Freud.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Epochen, biografische Porträts der Autoren, eine formale Analyse der Gedichte sowie die theoretische Aufarbeitung des Melancholiebegriffs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Melancholie, Trauer, Lyrikanalyse und die drei behandelten Epochen Sturm und Drang, Romantik und Expressionismus charakterisieren.
Wie bewertet die Autorin das Gedicht von Goethe?
Sie kommt zu dem Schluss, dass Goethes Gedicht zwar das Wort „Melancholie“ verwendet, jedoch keine Anzeichen für den psychischen Zustand der Melancholie, wie etwa Selbstabwertung, aufweist.
Welche Rolle spielt das „Grübeln“ in der Argumentation?
Das Grübeln wird als ein Zustand eingeführt, der oft begleitend zu depressiven Phasen auftritt und als „expressives Schreiben“ eine Strategie darstellt, um Erlebtes zu ordnen.
Warum wird das Gedicht von Franz Werfel als melancholischer eingestuft?
Die Autorin stuft das Gedicht von Werfel als „melancholischer“ ein, da es eine stärkere Stimmung von Antriebs- und Lustlosigkeit vermittelt als die Beispiele von Goethe oder Brentano.
- Arbeit zitieren
- Büsra Koc (Autor:in), 2018, Die Melancholie in Gedichten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496043