Digitale Transformation und ihre Auswirkung auf die Gesellschaft und Wirtschaft

Ist die Digitalisierung eine Chance oder eine Gefahr für Menschen und Arbeitsplätze in Deutschland?


Bachelorarbeit, 2019
59 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis V

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Relevanz/Aktualität und Problemstellung
1.2. Zielsetzung
1.3. Methodisches Vorgehen

2. Begriffliche Grundlagen
2.1. Digitale Transformation
2.2. Digitalisierung
2.3. Industrie 4.0
2.4. Künstliche Intelligenz (KI)
2.5. Cloud Computing

3. Grundlagen der digitalen Transformation
3.1. Gründe und Ziele
3.2. Chancen und Risiken
3.3. Entwicklung und Auswirkungen in der Wirtschaft
3.3.1. Weltweit
3.3.2. Deutschland
3.4. Entwicklung und Auswirkungen in der Gesellschaft
3.4.1. Weltweit
3.4.2. Deutschland

4. Digitale Transformation im Branchenvergleich und in der Arbeitswelt
4.1. Branche Einzelhandel/Versandhandel
4.2. Branche Banken
4.3. Auswirkungen auf die Arbeitsplätze in Deutschland

5. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Quellverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Industrie 4.0

Abbildung 2: Entwicklungsphasen der Künstlichen Intelligenz

Abbildung 3: Geschäftsmodellraster

Abbildung 4: Airbnb-Unterkünfte in Deutschland

Abbildung 5: Showrooming

Abbildung 6: Umfrage zur Digitalisierung

Abbildung 7: Monatliches Handydatenvolumen in GB

Abbildung 8: Kaufprozess früher und heute

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Umfrage zu Investitionen in digitale Technologien

Tabelle 2: Absatz von Industrierobotern weltweit

Tabelle 3: Investition in Industrie 4.0 in Deutschland

Tabelle 4: Veränderungen Weltweit 2014-2018 in Milliarden

Tabelle 5: E-Commerce-Umsatz im Einzelhandel weltweit

Tabelle 6: Veränderungen in Deutschland 2014-2018 in Millionen

Tabelle 7: E-Commerce-Umsatz im Einzelhandel in Deutschland

Tabelle 8: Entwicklung der durchschnittlichen Minuten pro Tag im Internet

Tabelle 9: Anteil von Amazon am Umsatz im Online Handel

Tabelle 10: Prognose zu gefährdeten Arbeitsplätzen durch Automatisierung bis 2025

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1. Relevanz/Aktualität und Problemstellung

„Die Digitalisierung durchdringt unseren Alltag und fordert neue Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien. Es wird an immer mehr Stellen deutlich, dass die analoge Welt immer kleiner wird: Elektronische Zahlungen und Geldtransfers ersetzen zunehmend Bargeld, viele Produkte und Dienste werden nur im Internet angeboten, umfassende Inhalte als Grundlage für Meinungsbildung und damit gesellschaftliche und politische Teilhabe finden sich immer häufiger im Netz.“[1] Dies verdeutlicht die Aktualität und Relevanz des Themas: Digitale Transformation – eine Welt im Wandel und die damit verbundenen Auswirkungen auf Arbeitsplätze in Deutschland. Was ist Digitalisierung, welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Wirtschaft und auf die Gesellschaft? Ist die Digitalisierung ein Fluch oder ein Segen für Arbeitsplätze in Deutschland? Dies sind Fragen, welche jeden von uns beschäftigen oder beschäftigen sollten. Diese Fragen werden im Rahmen dieser Bachelorarbeit näher beleuchtet.

Etablierte Unternehmen sind in ihrem Geschäftsmodell meist seit Jahren gut aufgestellt. Warum sollten sie an einem gewohnten und funktionierenden Geschäftsmodell etwas ändern? Investitionen in neue Technologien, in einen eigenen Onlineshop oder in neue Mitarbeiter, welche sich sehr gut mit der Digitalisierung auskennen, kosten viel Geld. Ob sich diese Investitionen in der Zukunft auszahlen, ist im Vorfeld nicht gewiss. Erst wenn die Umsätze und Gewinne eines etablierten Unternehmens anfangen rückläufig zu werden, stellt sich spätestens dann die Unternehmensführung die Frage, wie von nun an zu handeln ist und welche Fehler früher gemacht worden sind.

Die Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Neue Technologien ändern das Kaufverhalten der Menschen und die Art und Weise, den Tagesablauf zu meistern. Es sind viele neue Unternehmen in den letzten Jahren entstanden, welche es in kürzester Zeit geschafft haben, zu weltweit agierenden Großunternehmen aufzusteigen. Diese Unternehmen wie Facebook, Alphabet oder Amazon haben es geschafft, mit der Entwicklung Schritt zu halten und hierauf aufbauend ihre Geschäftsmodelle zu entwickeln. Diese Unternehmen haben es erkannt und umgesetzt, dass die Digitalisierung und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Gesellschaft für Unternehmen hohe Gewinne einbringen kann. Die Welt wandelte sich in den letzten Jahren immer schneller. Wer die Digitalisierung nicht ernst nimmt und glaubt, er könnte ohne sich anzupassen an seinen gewohnten Geschäftsmodellen festhalten und im Markt bestehen, wird von anderen Marktteilnehmern/Wettbewerbern verdrängt. Durch die neuen Möglichkeiten und die veränderten Geschäftsmodelle stehen die etablierten Unternehmen auch vor der Herausforderung, wie bei sinkenden Gewinnen die vorhandenen Mitarbeiter bezahlt werden können. Hierbei können Millionen Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet sein.

1.2. Zielsetzung

Diese Bachelorarbeit hat das Ziel, eine übersichtliche Darstellung von der Digitalen Transformation mit ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft und auf die Wirtschaft anhand einiger Beispiele zu geben. Welche Vorteile bringt die Digitalisierung mit sich, sowohl für Unternehmen als auch für die Gesellschaft? Welche Chancen und Risiken können in Einklang mit der Digitalisierung stehen? Welche Entwicklung gab es in den vergangenen Jahren? Wie wird sich dies voraussichtlich in der Zukunft entwickeln? Insbesondere die Frage: „Ist die Digitale Transformation eine Chance oder eine Gefahr für Arbeitsplätze in Deutschland“ soll im späteren Verlauf beantwortet werden. Die Bachelorarbeit soll neben einer übersichtlichen Darstellung der Digitalen Transformation auch Hintergrundinformationen liefern, wieso das Thema so relevant für die Gesellschaft und auch für die Wirtschaft ist.

Die Unternehmen stehen vor Herausforderungen, genauso wie die Gesellschaft vor Herausforderungen steht. Denn beide Seiten müssen die Digitalisierung gemeinsam meistern. Ohne eine erfolgreiche Gesellschaft können die Unternehmen nicht erfolgreich sein. Sind die Unternehmen nicht erfolgreich, kann die Gesellschaft nicht erfolgreich sein. Hier entsteht eine gegenseitige Abhängigkeit, die zum Ende dieser Arbeit übersichtlich dargestellt sein wird.

1.3. Methodisches Vorgehen

Die Bachelorarbeit wird mithilfe von klassischer Literatur erstellt. Durch die Aktualität dieses Themas werden neben klassischer Literatur, auch durch die Möglichkeit der Digitalisierung, Internetquellen verwendet. Insbesondere bei letzterem werden aktuelle Statistiken und Auswertungen zur Entwicklung und Prognosen der digitalen Transformation in der Zukunft herausgesucht und verwendet. Grade mit Statistiken kann die Entwicklung gut betrachtet werden, um einen tieferen Einblick in die Thematik zu erhalten.

1.4. Aufbau der Arbeit

Um die Forschungsfrage zum Abschluss der Bachelorarbeit beantworten zu können, wird zuerst einen Überblick über wichtige Begriffe im Rahmen der Digitalen Transformation/Digitalisierung gegeben. Die Begriffe werden definiert und beschrieben.

Nachdem ein Überblick über die wichtigsten Begriffe gegeben worden ist, werden die Grundlagen zur Digitalen Transformation näher erläutert. Hierunter fallen sowohl die Gründe und Ziele als auch die Chancen und Risiken der Digitalen Transformation im Allgemeinen. Beides wird aus zwei Perspektiven betrachtet. Sowohl aus der Sicht von Unternehmen als auch aus der gesellschaftlichen Sicht.

Darauf aufbauend wird ein kurzer Einblick in die Entwicklung und Auswirkung der Digitalen Transformation auf wirtschaftlicher Ebene gegeben. Hierbei wird eine Unterteilung in Weltweit und Deutschland durchgeführt. Ebenfalls wird mit der gleichen Aufteilung die Entwicklung und Auswirkung auf die Gesellschaft gezeigt.

Mit dem nun erworbenen Hintergrundwissen werden zwei einzelne Branchen näher beleuchtet, die mit der digitalen Transformation zu kämpfen haben. Hier wird sowohl ein positives Beispiel näher vorgestellt, welches die Digitale Transformation erfolgreich meistert, als auch ein negatives Beispiel, welches mit der Digitalen Transformation stark zu kämpfen hat. Ebenfalls wird für die beiden Branchen jeweils ein Ausblick gegeben, wie sich die Arbeitsplätze in den kommenden Jahren in den jeweiligen Branchen entwickeln können. Vor welchen Problemen die jeweilige Branche steht und welche Herausforderungen im Rahmen der Digitalisierung auf die jeweilige Branche zukommen wird ebenfalls dargestellt.

Aufbauend auf die beiden Branchen wird allgemein bzgl. der Entwicklung der Arbeitsplätze in Deutschland Stellung genommen, damit eine Übersicht über die zukünftige Entwicklung der Arbeitsplätze dargestellt werden kann. Hier werden die beiden zuvor genannten Branchen mit eingerechnet.

Zum Abschluss wird ein Fazit gezogen und ein Ausblick gegeben, womit auch die Forschungsfrage „Ist die Digitale Transformation eine Chance oder eine Gefahr für Arbeitsplätze in Deutschland“ beantwortet werden soll.

2. Begriffliche Grundlagen

2.1. Digitale Transformation

Die digitale Transformation bezieht sich auf die Veränderung innerhalb der gesamten Gesellschaft und ist ein fundamentaler und fortlaufender Wandel. Betroffen sind Privatpersonen und Unternehmen. Die Veränderung beruht auf die fortschreitende Digitalisierung und die damit einhergehende sich aufbauende Vernetzung.[2]

Hiermit ist die Veränderung des alltäglichen Lebens gemeint, welche durch immer neue Technologien und eine immer weitergehende Digitalisierung bestimmt wird. Als Beispiel der digitalen Transformation: Das Fahren in einer U-Bahn. Wer vor 7 Jahren in einer U-Bahn zur Arbeit gefahren ist, sah im Zug viele Menschen, welche Musik z. B. mit einem iPod gehört haben, eine Tageszeitung oder ein Buch gelesen haben. Die damaligen Handys waren zum Schreiben von SMS und zum Telefonieren geeignet und blieben i.d.R. in der Tasche verstaut. Fährt man jedoch heute (2019) mit der U-Bahn, erscheint ein komplett anderes Bild. In fast nahezu jeder Hand befindet sich ein Smartphone oder Tablet, welches mit dem Internet verbunden ist. Die digitale Transformation und der damit verbundene Wandel innerhalb der Gesellschaft lässt sich mit diesem Beispiel sehr gut beschreiben.

Auf Unternehmenssicht wirkt sich die digitale Transformation ebenfalls aus, hier werden die Kundenbedürfnisse stark geprägt durch den Wandel der Gesellschaft. Dieses lässt sich z. B. daran erkennen, dass unter den 10 wertvollsten Unternehmen der Welt mit Marktwerten bis zu 700 Milliarden Euro, 6 Unternehmen vorhanden sind, die sich sehr stark mit der digitalen Transformation befassen.[3]

2.2. Digitalisierung

Für die Definition des Begriffes gibt es verschiedene Blickwinkel. Es existiert eine technische Definition, welche folgendes besagt: Die Digitalisierung bezeichnet die Datenübernahme und Überführung analoger Größen in digitale Werte, damit diese elektronisch gespeichert und verarbeitet werden können.[4] Dieses bringt zum Ausdruck, dass analog vorhandene Daten wie z. B. aus einem Buch in Papierform, in digitale Werte umgewandelt werden, damit Sie z. B. auf einem PC oder über ein Smartphone verwendet werden können.

Eine weitere Definitionsmöglichkeit ist die eher umgangssprachlichere Auffassung des Begriffes. Hierbei wird Digitalisierung als digitale Modifikation und Verknüpfung zwischen Instrumenten, Geräten, Personen und Fahrzeugen angesehen. Die Digitalisierung wird auch als dritte Revolution, als Informationszeitalter oder Computerisierung bezeichnet.[5] Dieses bringt zum Ausdruck, dass eine Verknüpfung und eine Verbindung zwischen verschiedenen Instrumenten wie z. B. bei einem neuen modernen Auto bestehen. Hierbei werden die aktuellen Informationen und Daten, wie z. B. die Innenraumtemperatur über das Internet an ein weiteres technisches Gerät wie an das Smartphone des Autobesitzers gesendet. Dieser kann nun die Daten zu seinem Auto an jedem Ort der Welt abrufen und hat so Zugriff auf das Fahrzeug. Hier ist die Informationsweitergabe von Daten zwischen verschiedenen technischen Geräten über die Schnittstelle des Internets gemeint.

Als ein weiteres Beispiel kann der Arbeitsplatz im Büro angesehen werden, der heutzutage ohne einen PC und eine Internetverbindung nur schwer vorstellbar ist. Auch dieser hat sich im Laufe der Zeit stark verändert, denn die Digitalisierung ist ein seit über 75 Jahren laufender Veränderungsprozess.[6]

2.3. Industrie 4.0

Industrie 4.0 ist ein Begriff, welcher von der deutschen Bundesregierung im Jahr 2016 vorgestellt wurde und gilt als ein Marketingbegriff für die Digitalisierung der Produktion.[7] „Die sog. vierte industrielle Revolution, auf welche die Nummer verweist, zeichnet sich durch Individualisierung (selbst in der Serienfertigung) bzw. Hybridisierung der Produkte (Kopplung von Produktion und Dienstleistung) und die Integration von Kunden und Geschäftspartnern in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse aus.“[8]

Industrie 4.0 bezeichnet eine Vernetzung in der Produktion von Unternehmen und Firmen, welche zwischen Maschinen und Arbeitsabläufen stattfindet. Es können flexiblere Arbeitsabläufe zwischen verschiedenen Unternehmen in der Produktion gemeint sein, die durch das Internet eine bessere Vernetzung zueinander besitzen und so die Arbeitsabläufe einfacher abgestimmt werden können. Ebenfalls ist die Logistik hierbei wichtig, da die Lieferung zwischen den produzierenden Unternehmen durch das Internet deutlich vereinfacht und verkürzt wird. Als Beispiel kann eine Maschine in der Produktion angenommen werden, welcher das Material für die weitere Produktion ausgeht. Die Maschine kann nun selbstständig neues Material bestellen, was zu verkürzten Wartezeiten und weniger Produktionsausfällen führt.

Der Begriff Industrie 4.0 wird in Deutschland verwendet und gilt als das Zukunftsprojekt der Bundesregierung und verschiedener Wirtschaftsverbände wie ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V.), VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V.), BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V.). Die Produktion wird somit, einfach gesagt, über das Internet angeschlossen und kann so mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik einen produktiveren Beitrag leisten.[9] Ebenfalls spielt bei der Industrie 4.0 die Datensicherheit, die Netzsicherheit und auch Schnittstellen eine wichtige Rolle, da die Produktion nicht nur vom eigenen Land aus gesteuert werden kann, sondern es spielen auch Akteure rund um die Welt in der Produktion eine Rolle. Der Firmensitz könnte daher im Ausland liegen, von wo aus die Produktion in Deutschland gesteuert wird.

Abbildung 1 : Industrie 4.0

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Amtage, S., Industrie 4.0, o. J., o. S.

Die Abbildung 1 verdeutlicht die Entwicklung seit 1784. Damals existierte die Industrie 1.0 (1. Industrielle Revolution), welche die erste Industrialisierung mit den ersten Maschinen beinhaltete. Hier wurde u. a. erstmalig auf mit Dampfkraft angetriebene Maschinen gesetzt. Die Industrie 2.0 folgte 86 Jahre später, die die große Weiterentwicklung der Industrie mit Einführung der Fließbandarbeit, Bereitstellung und Einsatz von elektrischer Energie, sowie der Massenproduktion von z. B. Automobilien beinhaltete. Die Industrie 3.0 (Digitalisierung) begann 99 Jahre später, die mit den ersten Computern, Robotern und der Automatisierung die Produktion deutlich veränderte hat. Dieser Prozess dauert heute noch an, auch wenn das Zeitalter der Industrie 4.0 bereits gestartet ist. Hier wird auf Industrie 3.0 aufgesetzt und das Internet in die Produktion implementiert.

2.4. Künstliche Intelligenz (KI)

„Künstliche Intelligenz beschreibt Informatik-Anwendungen, deren Ziel es ist, ein an menschlichen Lern- und Entscheidungsprozessen orientiertes intelligentes Verhalten zu zeigen.“[10] Die Ursprünge der KI, auf Englisch „Artifical Intelligence“ AI[11], gehen auf die 50er Jahre zurück, wo die ersten Computer entstanden sind. Von dort an entwickelten sich die EDV-Systeme fortan immer weiter. Im Jahr 1997 gewann der erste Computer bei einem Schachtunier gegen den damaligen Schachweltmeister und im Jahr 2011 gewann ein Computer eine Quizshow. Dies sind jedoch vergleichsweise einfache Siege, denn das Computersystem muss hierbei lediglich Fragen oder Situationen beantworten/bewerten, für die es vorgegebene Lösungen gibt. Hier gewinnt das System mit der reinen Rechenleistung.[12]

Die Abbildung 2 soll die 4 Phasen beschreiben, welche bis zum heutigen Datum andauern. Phase 1 ging bis ins Jahr 1970. Es wurden dem EDV-System vergleichsweise einfache Informationen einprogrammiert, welche anschließend gesucht und gefunden werden konnten. Phase 2 war hier schon deutlich anspruchsvoller und ging bis ins Jahr 1990. In dieser Zeit wurde z. B. das erste Microsoft System vorgestellt und verkauft. Für den Computer gab es bereits ein eigenes Aussehen auf dem Desktop. Phase 3 ist der Beginn des maschinellen Lernens. Das EDV-System konnte bereits Muster erkennen und daraus bestimmte Lösungsmöglichkeiten vorschlagen und, wie bereits erwähnt, ein Schachtunier gewinnen. Die Phase 4 ist die aktulle Phase in der wir uns mit dem EDV-System befinden. Das EDV-System kann aufgrund von vorhandenen Wissen aus Datenbanken und tagtäglich neu dazu kommenden Daten selbstständig Entscheidungen treffen und danach handeln.

Abbildung 2 : Entwicklungsphasen der Künstlichen Intelligenz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenQuelle: Glaess, R., Künstliche Intelligenz, 2018, S.6

Bisherige EDV-Syteme besaßen die folgenden Eigenschaften: Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe. Künstliche Intelligenz besitzt diese Eigenschaften auch, hat darüber hinaus jedoch noch weitere Eigenschaften, die ein bisheriges EDV-System nicht erfüllen kann. Die weiteren Fähigkeiten sind: das Wahrnehmen, Verstehen, Handeln und Lernen.[13] Insbesondere das Verstehen und Lernen ist für Künstliche Intelligenz wichtig. Durch bestimmte Situationen lernt die KI. Insbesondere wenn die gleiche Situation erneut auftritt aber einen anderen Ausgang hat. Die KI erkennt dieses und handelt beim erneuten Mal anders. Ein bisheriges EDV-System kann nicht von allein lernen. Sofern das System nicht im Voraus mit verschiedenen Variabeln beschrieben wurde, wird das Handeln immer das Gleiche sein, egal wie die Sitaution vorher ausgegangen ist. Um ein aktuelles Beispiel zu nennen, das selbstfahrende Auto. Hierbei wird das Sytem so programmiert, dass es die Verkehrsregeln kennt, weiß wo es fahren muss, kann den Abstand einhalten und vieles mehr. Wird das Auto nun jedoch in den Verkehr gebracht, kommen andere Verkehrsteilnehmer dazu, welche nicht im Voraus programmiert werden können. Ob es das Bremsen des vorderen Autos ohne Grund ist oder das plötzliche Einscheren eines anderen Wagens. Dies sind typische Beispiele dafür, dass im Voraus nicht jede Situation programmiert werden kann. Die KI lernt aus jeder Situation dazu, um daraus bei nächster Gelegenheit zu entscheiden, welches die richtige Lösung für die Situationen ist.

2.5. Cloud Computing

Cloud Computing wurde als Begriff im Jahr 1997 in Dallas (USA) vom Professor für Informationstechnologie der Goizueta Business School Ramnath K. Chellappa als Begriff eingeführt.[14]

Eine Definition vom US-amerikanischen National Institute of Standards an Technology (NIST) besagt: „Das NIST bezeichnet Cloud-Computing als ein Modell, welches den ubiquitären und komfortablen Zugriff über ein Netzwerk auf einen Pool von Ressourcen ermöglicht, der durch mehrere Anwender genutzt werden kann. Zu den bereitgestellten Ressourcen zählen Netzwerke, Speicherplatz, Rechenleistung, Anwendungen und weitere Dienste, welche unverzüglich ohne menschliche Interaktion zwischen Cloud-Anwender und Cloud-Anbieter an tatsächlichen Bedarf angepasst, genutzt werden können.“[15]

Hinter Cloud Computing steht eine IT-Lösung, welche Rechner Ressourcen zur Verfügung stellt, die nicht auf eigenen Servern z. B. im eigenen Bürogebäude der Firma stehen, sondern von bestimmten Dienstleistern wie z. B. Amazon oder Microsoft gegen ein Entgelt zur Verfügung gestellt werden. Dieses ist für das Unternehmen eine Art Outsourcing/Verlagerung von eigenen Ressourcen an externe Dienstleister. Es führt zu Kostenersparnissen, da das Unternehmen die Rechner weder selbst kaufen und abschreiben muss, noch fallen Wartung und Service für die Lebensdauer der Rechner an. Ebenfalls können schnell neue Rechnerkapazitäten beim externen Dienstleister angefordert werden, die innerhalb eines kurzen Zeitraumes zur Verfügung stehen. Das Unternehmen muss auch keine Räume für die Rechner bereitstellen und überlässt dies dem spezialisierten Anbieter, der im Gegenzug meist eine Vergütung erhält.

Amazon, als ein Cloud Computing Anbieter, definiert sechs Vorteile von Cloud Computing:[16]

- Cloud Computing besitzt variable Kosten und keine Investitionskosten
- Spezialisierte Anbieter können durch Größenvorteile die hohen Kosten von Investitionen auf niedrige Einzelkundenpreise reduzieren
- Die Ressourcen können flexibel erhöht oder verringert werden
- Durch das Einsparen von Entwicklern, welche sich nicht mit der Einrichtung der Rechner beschäftigen müssen, erhält das Unternehmen eine bessere Agilität
- Die eigenen Rechenzentren müssen nicht gewartet werden, welches Kostenersparnis für das Unternehmen bedeutet
- Für Global aufgestellte Unternehmen ist Cloud Computing ebenfalls ein Vorteil, da von überall auf der Welt auf die Server zugegriffen werden kann

3. Grundlagen der digitalen Transformation

3.1. Gründe und Ziele

„Wer die Digitale Transformation jetzt noch immer nicht ganz oben auf der Strategie- und der Investitionsagenda hat, der wird in Zukunft kaum eine Chance am Markt haben“,[17] meint Sven Heinsen, CEO von Dimension Data aus Süd-Afrika, eines der führenden Anbieter für Netzwerk-und Kommunikationstechnologie und IT-Services der Welt.

Die alltäglichen Gewohnheiten im Internet reichen in nahezu alle Lebensbereiche. Der sekundenschnelle Datenaustausch, Soziale Plattformen oder das Online-Shopping sind längst Teil des Alltags.[18] Die Gründe und Ziele für ein Unternehmen an der Digitalisierung teilzunehmen bzw. die eigenen Prozesse und Strategien zu hinterfragen sind vielfältig und können von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlicher nicht sein. Grundsätzlich lassen sich aber bestimmte Kernfaktoren festhalten, welche für alle Unternehmen gleichermaßen interessant und wichtig sind, die Digitalisierung ernst zu nehmen und sich anzupassen.

Um die Auswirkungen auf bestehende Geschäftsmodelle von Unternehmen etwas näher betrachten zu können, folgt in Abbildung 3 ein Geschäftsmodellraster, welches die Grundlogik eines Unternehmens ist. Ziel eines Geschäftsmodellrasters ist es, sämtliche Dimensionen optimal zu verknüpfen, damit Wachstum erreicht werden kann und sich das Unternehmen von Wettbewerbern absetzen kann.[19]

Abbildung 3 : Geschäftsmodellraster

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Schallmo, D., u. a., Digitale Transformation, 2018, S. 26

Die Dimensionen sind wie folgt gegliedert:

- Finanzdimension: Beschreibt die Kosten sowie die Umsätze
- Kundendimension: Unterteilt sich in Kundensegmente sowie die Kundenkanäle und Beziehungen
- Partnerdimension: Beinhaltet Partner, Partnerkanäle und Beziehungen
- Wertschöpfungsdimension: Definiert die Ressourcen, Prozesse und die Fähigkeiten des Unternehmens
- Nutzendimension: Sind Nutzen und die Leistungen

Finanzdimension: Um ein Beispiel für die Finanzdimension zu nennen, kann das Sharing (engl= teilen) verwendet werden. Hierbei werden die eigenen Gegenstände/Produkte oder die Gegenstände/Produkte von Unternehmen für einen vorher festgelegten Zeitraum und Preis verliehen. Als ein Beispiel kann hier Airbnb vorgestellt werden. Über Airbnb können sich Reisende Wohnungen oder ganze Häuser von Privat mieten.[20] Bedeutet, wenn früher eine Reise oder ein Urlaub in eine fremde Stadt geplant worden ist, war die Auswahl des Schlafplatzes fast ausschließlich bei Hotels, um dort zu übernachten. Heute kann jedoch durch die Digitalisierung über das Smartphone schnell und einfach über Airbnb eine Wohnung in einer fremden Stadt angemietet werden. Dieses ist für den Vermieter eine Einnahmequelle. Für die etablierten Geschäftsfelder der Hotels, den Finanzämtern hinsichtlich der Steuergerechtigkeit und für die Umgebung der vermieteten Wohnungen hingegen eine neue Herausforderung.

Die folgende Abbildung zeigt die Anzahl an Airbnb-Unterkünften in Deutschland in der Zeit von 2014 bis 2018. Die Zahl ist insbesondere in den letzten beiden Jahren sehr stark gestiegen und zeigt, dass immer mehr Menschen in Deutschland über Airbnb Unterkünfte mieten können ohne ein klassisches Hotel zu nutzen.[21]

Abbildung 4 : Airbnb-Unterkünfte in Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Suhr, F., Airbnb, 2019, o. S.

Kundendimension: Der wichtigste Punkt unter dieser Kategorie in der Digitalisierung ist die Vergleichbarkeit.[22] Durch die Verbreitung des Internets und Smartphones in den letzten Jahren sowie den Trend zu Online Shopping, ist die Vergleichbarkeit von Produkten zu einem wichtigen Schritt beim Kauf von Waren geworden. Wer heute z. B. in einem Geschäft vor Ort etwas kaufen möchte und sich die Produkte anschaut, der vergleicht anschließend oder im Voraus den Preis vom Händler vor Ort schnell mit den Preisen im Internet. Sollte sich hier ein größerer Preisunterschied ergeben, so wird das jeweilige Produkt Online gekauft. Dieses nennt sich Showrooming (vor Ort anschauen und online einkaufen) und führt dazu, dass vor allem Versandhändler sowie der Endkunde profitieren, während der stationäre Handel hierbei verliert.

Die Abbildung 5 aus einer repräsentativen Umfrage zeigt dieses Phänomen sehr gut. Hieraus geht hervor, dass 88% der 18-24-jährigen Showrooming betreiben. Jeder Vierte kauft im Geschäft direkt online per Smartphone und nur jeder Dritte hat ein schlechtes Gewissen dabei. An Samstagen werden 22 Prozent mehr Online-Einkäufe registriert als an anderen Wochentagen. Der Samstag ist somit der Haupteinkaufstag der Deutschen.[23]

Abbildung 5 : Showrooming

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Hoelzl, C., Showrooming, 2014, o. S.

Partnerdimension: Unter Partnerdimension versteht sich die neue Zusammenarbeit von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Wenn früher Unternehmen zusammengearbeitet haben, waren dies i.d.R. Unternehmen, welche aus der gleichen Branche gekommen sind um z. B. die eigene Produktion zu verbessern, Kosten bei der Logistik zu sparen oder auch um eine verstärke Handelsmacht zu erlangen. Im Rahmen der Digitalisierung sind diese Ziele bei Kooperationen jedoch nicht mehr an erster Stelle zu finden. Heute ist es nahezu normal, dass ein Unternehmen wie Google, welches durch seine gleichnamige Suchmaschine bekannt geworden ist, mit einem Unternehmen wie Volkswagen zusammenarbeitet. Volkswagen produziert Automobile, welche mit einer Suchmaschine recht wenig zu tun haben. Die Zusammenarbeit richtet sich jedoch auf das digital vernetzte Auto, damit dieses auch seine Informationen und Daten an das Handy senden kann. Hierbei lässt sich erkennen, dass die alten Regeln in einer Zusammenarbeit heute nicht mehr gelten.[24]

[...]


[1] o. V., Gesellschaft in der digitalen Transformation, 2016, S. 7.

[2] Vgl. Barton, T., u. a., Digitalisierung in Unternehmen, 2018, S. 88 f.

[3] Vgl. o. V., Die Top100, o. J., o. S.

[4] Vgl. Schallmo, D., u. a., Digitale Transformation, 2018, S. 22.

[5] Vgl. Bendel, O., Digitalisierung, o. J., o. S.

[6] Vgl. Schallmo, D., u. a., Digitale Transformation, 2018, S. 22.

[7] Vgl. Andelfinger, V., u. a., Industrie 4.0, 2017, S. 9 f.

[8] Bendel, O., Industrie 4.0, o. J., o. S.

[9] Vgl. Amtage, S., Industrie 4.0, o. J., o. S.

[10] Glaess, R., Künstliche Intelligenz, 2018, S. 5.

[11] Vgl. Franzetti, C., Künstliche Intelligenz, 2019, S. 241.

[12] Vgl. Schick, U., Was ist künstliche Intelligenz?, 2018, o. S.

[13] Vgl. Glaess, R., Künstliche Intelligenz, 2018, S. 5.

[14] Vgl. Reinheimer, S., Cloud Computing, 2018, S. 4.

[15] Reinheimer, S., Cloud Computing, 2018, S. 5.

[16] Vgl. o. V., Was ist Cloud Computing?, o. J., o. S.

[17] Mattgey, A., Digitale Transformation, 2015, o. S.

[18] Vgl. Mertens, A., Marktorientierte digitale Transformation, 2019, S. 11.

[19] Vgl. Schallmo, D., u. a., Digitale Transformation, 2018, S. 25.

[20] Vgl. Schallmo, D., u. a., Digitale Transformation, 2018, S. 51.

[21] Vgl. Suhr, F., Airbnb, 2019, o. S.

[22] Vgl. Schallmo, D., u. a., Digitale Transformation, 2018, S. 26 f.

[23] Vgl. Hoelzl, C., Showrooming, 2014, o. S.

[24] Vgl. Schallmo, D., u. a., Digitale Transformation, 2018, S. 46 f.

Ende der Leseprobe aus 59 Seiten

Details

Titel
Digitale Transformation und ihre Auswirkung auf die Gesellschaft und Wirtschaft
Untertitel
Ist die Digitalisierung eine Chance oder eine Gefahr für Menschen und Arbeitsplätze in Deutschland?
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie und Management gemeinnützige GmbH, Hochschulstudienzentrum Hamburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
59
Katalognummer
V496726
ISBN (eBook)
9783346011367
ISBN (Buch)
9783346011374
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Digitalisierung
Arbeit zitieren
Daniel Bacher (Autor), 2019, Digitale Transformation und ihre Auswirkung auf die Gesellschaft und Wirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496726

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