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Gutachterliche Stellungnahme zum Risikomanagement im Kinderschutz

Titel: Gutachterliche Stellungnahme zum Risikomanagement im Kinderschutz

Hausarbeit , 2019 , 41 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Britta Gauding (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Aufgrund einiger Fälle von Kindesmissbrauch in den letzten Jahren stellt sich die Frage, wo Lücken im System der Jugendämter zu finden sind und wie gravierende Fehler in Zukunft vermieden werden können, um Kinder zu schützen. Es gilt herauszufinden, unter welchen Bedingungen die Mitarbeiter*Innen arbeiten, wie es dazu kommen kann, dass Anzeichen bei der Betreuung von Familien nicht gesehen werden und in welcher Form mit Risiken und Fehlern umgegangen wird.

Brandaktuell machte im Januar 2019 der Fall von Lügde im Raum Lippe NRW große Schlagzeilen. Den Jugendämtern war die Familie bereits bekannt. Mindestens seit 2008 sollen zwei Männer in einer Baracke dutzenden Kindern unvorstellbares Leid zugefügt haben. Nach Aussagen von FOCUS Online, haben die Anwohner von Lügde von dem jahrelangen Missbrauch nichts mitbekommen. Den Angaben zufolge erfolgte bereits im August 2016 durch einen Touristen ein erster Hinweis verdächtiger Beobachtungen an das zuständige Jugendamt, die Polizei und den Kinderschutzbund. Doch die Polizei hat nie ermittelt oder den Vorfall an das Jugendamt weitergegeben. Bereits im Oktober 2016 ging ein weiterer Hinweis an die Polizei und das Jugendamt Hameln-Pyrmont. Auch in diesem Zusammenhang verwies die Polizei darauf, dass keine „formelle“ Anzeige erstattet wurde und gab die Verantwortung an das zuständige Jugendamt ab.

Als Fazit kann man an dieser Stelle sagen, dass dies bereits die zweite besorgniserregende, externe Meldung innerhalb weniger Monate war und es wenig plausibel erscheint, dass die Polizei die Vorfälle 2016 ignoriert hat. Auch dem Jugendamt Hameln-Pyrmont muss der Ernst der Lage bewusst gewesen sein, da sich zusätzlich zum Jugendamt auch der Kinderschutzbund eingeschaltet hatte. So sagte der Kinderschutzbund FOCUS-Online, dass man eine akute Gefährdung wahrgenommen und dies sowohl der Polizei als auch dem Jugendamt mitgeteilt habe. Neben der strafrechtlichen Verfolgung des Täters setzt nun aber auch eine öffentliche Debatte über die Zuständigkeit und die Versäumnisse der Jugendämter in Lippe und Hameln- Pyrmont ein. Die Mitarbeiter stehen zur Zeit unter erheblicher Kritik. Seitens der Polizei und des Jugendamtes heißt es jedoch, alle rechtlichen Anforderungen seien eingehalten worden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Auftraggeber, Zielsetzung und Fragestellung

3 Was bedeutet Risikomanagement im Kinderschutz

3.1 Was ist Risiko

3.2 Risikomanagement

3.3 Risiko- und Fehlermanagement

3.4 Risikomanagement im Kinderschutz

3.4.1 Warum ist Kinderschutz riskant

3.4.2 Risikomanagement und Fehleranalyse im Kinderschutz

3.5 Zwei Fallbeispiele zum Risikomanagement im Kinderschutz

3.5.1 Risikomanagement in NRW

3.5.2 Risikomanagement in Bremen

4 Zusammenfassende Stellungnahme zur Auswirkung von Risikomanagement im Kinderschutz

5 Empfehlung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Anwendbarkeit von Risikomanagementsystemen in der Kinder- und Jugendhilfe, um angesichts zunehmender Berichterstattung über Kinderschutzfehler die Qualität der Hilfe zu sichern und das Handeln der Fachkräfte in unsicheren, risikobehafteten Situationen zu professionalisieren.

  • Grundlagen des Risikobegriffs und der Risikomanagementtheorien
  • Methoden des Risikomanagements und der Fehleranalyse im Kinderschutz
  • Vergleich der Risikomanagement-Ansätze in den Bundesländern NRW und Bremen
  • Strategien zur Professionalisierung und Fehlerkultur in sozialen Organisationen

Auszug aus dem Buch

3.4.1 Warum ist Kinderschutz riskant

In unserer heutigen Zeit sind die Begriffe Risiko und Sicherheit Schlüsselbegriffe und spielen als solche in modernen Hilfesystemen wie dem Kinderschutz eine wachsende Rolle, da diese Systeme als moderne Risikogesellschaft und als Hochrisikobereich gesehen werden (Wolff, R. et al., 2010). Der moderne Risiko- und Sicherheitsdiskurs entwirft in diesem Zusammenhang einen Deutungs- und Handlungsrahmen, mit dem versucht wird gesellschaftliche, politische, ökonomische und kulturelle Umbrüche der modernen individualisierten Gesellschaften in den Griff zu bekommen (Wolff, R. et al., 2010). Der Kinderschutz wird dabei auf den unterschiedlichsten Ebenen mit Risiken konfrontiert. So beschäftigt er sich mit Themen wie häuslicher Gewalt, Kindeswohlgefährdung, sexuellen Missbrauch und Ähnlichem. Man versucht präventiv mehr und mehr präventiv zu arbeiten, d.h. sich nicht nur mit einem bereits bestehenden Problem zu beschäftigen, sondern mit solchen, die in der Zukunft auftreten könnten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle öffentliche Debatte um Versäumnisse im Kinderschutz anhand des Falls von Lügde und leitet die Notwendigkeit von Risikomanagement in Jugendämtern ab.

2 Auftraggeber, Zielsetzung und Fragestellung: Dieses Kapitel thematisiert den wachsenden Druck auf die Soziale Arbeit und die Notwendigkeit, Qualitätssicherung und Risikominimierung zu etablieren, um Kinder besser zu schützen.

3 Was bedeutet Risikomanagement im Kinderschutz: Dieses Kapitel bietet eine umfassende theoretische Fundierung zu Begriffen wie Risiko, Risikomanagement und Fehlermanagement sowie deren spezifischer Anwendung im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe.

4 Zusammenfassende Stellungnahme zur Auswirkung von Risikomanagement im Kinderschutz: Das Fazit bewertet die Rolle von Risikomanagementsystemen kritisch und betont, dass diese zwar nicht alle Gefahren ausschließen, aber als Steuerungsinstrument zur Fehlerreduktion und Qualitätssicherung essentiell sind.

5 Empfehlung: Die Empfehlung plädiert für die Implementierung einer offenen Fehlerkultur und einer fachlich fundierten, dokumentierten Fallarbeit, die nicht die Schuldsuche, sondern das Lernen aus Fehlern in den Mittelpunkt stellt.

Schlüsselwörter

Kinderschutz, Risikomanagement, Fehlermanagement, Fallanalyse, Jugendhilfe, Kindeswohlgefährdung, Fehlerkultur, Organisationskultur, Qualitätssicherung, Prävention, Frühwarnsystem, Systemischer Ansatz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Grenzen des Risikomanagements als Strategie zur Qualitätssicherung und Risikominimierung in der deutschen Kinder- und Jugendhilfe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Definitionen von Risiko und Fehlermanagement, die Notwendigkeit einer reflexiven Fehlerkultur in Behörden sowie konkrete Praxisbeispiele aus verschiedenen Bundesländern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu erörtern, ob und wie der Einsatz von Risikomanagement im Kinderschutz dazu beitragen kann, kindliche Gefährdungen besser zu erkennen und professionelle Handlungsabläufe zu verbessern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller Konzepte und einem Vergleich von Praxisansätzen zur Risikominimierung, insbesondere basierend auf Erkenntnissen der Organisationswissenschaften.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Risiken im Kinderschutz, den Unterschieden zwischen personellen und systemischen Fehleransätzen sowie der detaillierten Gegenüberstellung der Konzepte in NRW und Bremen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kinderschutz, Risikomanagement, Fehlerkultur, Organisationsversagen und Qualitätssicherung charakterisiert.

Welche Bedeutung kommt der Fehlerkultur im Kinderschutz zu?

Eine positive Fehlerkultur ist laut Arbeit entscheidend, da Fehler nicht als individuelles Versagen, sondern als systembedingte Ereignisse verstanden werden sollten, aus denen die Organisation lernen muss.

Was unterscheidet das Risikomanagement-Konzept in NRW von dem in Bremen?

Während in NRW der Fokus stark auf Verfahrensstandards und der Kooperation mit dem Gesundheitswesen liegt, betont das Bremer Konzept zusätzlich die sieben Ebenen der Programm- und Prozessqualität sowie eine explizite Partizipation der betroffenen Familien.

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gutachterliche Stellungnahme zum Risikomanagement im Kinderschutz
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Note
1,0
Autor
Britta Gauding (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
41
Katalognummer
V497740
ISBN (eBook)
9783346012500
ISBN (Buch)
9783346012517
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Risikomanagement Kinderschutz Fall- und Fehleranalyse im Kinderschutz Soziale Arbeit Kindheitswissenschaften Sozialwissenschaften Sozialpädagogik Jugendhilfe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Britta Gauding (Autor:in), 2019, Gutachterliche Stellungnahme zum Risikomanagement im Kinderschutz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497740
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  41  Seiten
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