Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit es sinnvoll ist, auch in Deutschland eine Zuckersteuer einzuführen. Von Fruchtsäften, über Eistees und Schorlen bis hin zu Soft- oder Energydrinks, die Hersteller bieten ganz unterschiedliche Produkte für jedermann Geschmack an. All diese Produkte enthalten jedoch versteckten Zucker. Durch den Zucker empfindet der Mensch nicht nur ein Wohlbefinden, er aktiviert auch gleichzeitig das Belohnungssystem. Die Folge: Wir wollen mehr davon, sodass im Schnitt jeder Deutsche am Tag mehr Zucker zu sich nimmt, als ihm tatsächlich bewusst ist. Das fatale daran ist, dass sich das Verlangen mit der Zeit zu einem suchtähnlichen Verhalten entwickeln kann. Daher warnt auch die Verbraucher-Organisation Foodwatch vor einem übermäßigen Konsum zuckerhaltiger Getränke und immer mehr Ärzte, Verbraucherschützer und Politiker fordern eine Besteuerung auf zuckerhaltige Getränke und Lebensmittel.
Doch ist eine sogenannte Zuckersteuer in Deutschland überhaupt sinnvoll? Lässt sich mit einer weiteren Steuer auf Genussmittel, wie sie zum Beispiel für Tabak oder Alkohol erhoben wird, tatsächlich die Ernährung eines jeden Einzelnen steuern? Es werden Argumente angeführt, die für beziehungsweise gegen die Einführung sprechen, um so zu entscheiden, ob eine Zuckersteuer letztlich erforderlich ist oder es doch alternative Lösungsansätze gibt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Geschichte des Zuckers
3. Eine neue Steuerart auf zuckerhaltige Getränke und Lebensmittel
3.1 Die Funktionen von Steuern
3.2 Forderungen der Weltgesundheitsorganisation
3.3 Die Zuckersteuer am Beispiel von Großbritannien
3.4 Pro und Contra Analyse über die Notwendigkeit einer Zuckersteuer
4. Handlungsempfehlungen
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht kritisch, ob die Einführung einer Zuckersteuer in Deutschland ein sinnvolles Instrument zur Bekämpfung von Übergewicht und ernährungsbedingten Krankheiten darstellt. Dabei wird analysiert, ob eine solche Steuer tatsächlich das Konsumverhalten steuern kann oder ob alternative Lösungsansätze effektiver sind.
- Gesundheitliche Auswirkungen von übermäßigem Zuckerkonsum
- Die steuerpolitische Funktion von Lenkungsabgaben
- Erfahrungen mit der Zuckersteuer in Großbritannien
- Analyse der Argumente für und gegen eine Zuckersteuer
- Evaluation alternativer Maßnahmen wie der Lebensmittelampel
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Funktionen von Steuern
Als Steuern werden einmalige oder laufende Geldleistungen an das öffentlich-rechtliche Gemeinwesen verstanden, ohne dass sich dabei ein Anspruch auf eine spezielle Gegenleistung begründet. Steuern haben zum einen eine Finanzierungsfunktion. Das heißt, sie dienen in erster Linie zur Erzielung von Einnahmen, um die Ausgaben zu decken. Mithin sind sie die wichtigste Einnahmequelle für einen Staat. Zum anderen haben sie eine Lenkungsfunktion. Das bedeutet, dass mit Steuern unerwünschte Verhaltensweisen verringert werden können. Oder andersrum einen Anreiz bieten, der ein erwünschtes Verhalten eher begünstigt.
Während der Staat mit einer Alkopopsteuer junge Menschen vor den Gefahren der zuckrigen Alkoholgetränke schützt, will er mit der Tabaksteuer das Kaufverhalten lenken, das Rauchen eindämmen und die Bevölkerung so vor schweren gesundheitlichen Risiken, wie Lungenkrebs, bewahren.
Untersuchungen zu Folge ist der Preis eines der wichtigsten Einflussfaktoren für unser Kaufverhalten. Über den Preis lässt sich regulieren, ob wir zu gesünderen oder eher ungesünderen Lebensmitteln zurückgreifen. Mit der Einführung einer Zuckersteuer kommt dem deutschen Staat zwar auch hier eine weitere Einnahmequelle zugute. Damit würde sich unsere Kaufentscheidung aber auch verlagern. Anstatt energiereiche Lebensmittel würden wir eher günstigere, gesündere Nahrungsmittel wählen, da wir dann nicht mehr bereit wären einen höheren Preis zu bezahlen.
Das besondere an Steuern ist aber, dass sie nicht zweckgebunden sein dürfen. „Jeder Steuer-Euro fließt unabhängig von der Steuerart in die Gesamtmasse des Haushalts, aus dem wiederum alle Ausgaben finanziert werden. Denn alle Einnahmen im Etat müssen zur Finanzierung aller Ausgaben dienen.“
Nur wer einen bestimmten Tatbestand erfüllt, ist zur Zahlung von Steuern verpflichtet. Wer also kein Raucher ist, muss auch keine Tabaksteuer entrichten, wer keinen Zucker konsumiert eben auch keine Zuckersteuer.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtet das Problem des versteckten Zuckers in Lebensmitteln, die Rolle der Lebensmittelindustrie und die gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung.
2. Die Geschichte des Zuckers: Zeichnet die Entwicklung von Zucker als einstiges Luxusgut hin zum preisgünstigen Massenprodukt und dessen Rolle als Konservierungs- und Geschmacksstoff nach.
3. Eine neue Steuerart auf zuckerhaltige Getränke und Lebensmittel: Analysiert theoretische Steuergrundlagen sowie internationale Forderungen und Praxisbeispiele, insbesondere Großbritannien.
3.1 Die Funktionen von Steuern: Erläutert die allgemeine Finanzierungs- und Lenkungsfunktion von Steuern und wie diese das Kaufverhalten beeinflussen können.
3.2 Forderungen der Weltgesundheitsorganisation: Stellt die Empfehlungen der WHO hinsichtlich einer täglichen Obergrenze für Zuckerkonsum und die Forderung nach Sondersteuern dar.
3.3 Die Zuckersteuer am Beispiel von Großbritannien: Beschreibt die konkrete Ausgestaltung und die ersten Auswirkungen der 2018 eingeführten Zuckersteuer im Vereinigten Königreich.
3.4 Pro und Contra Analyse über die Notwendigkeit einer Zuckersteuer: Wägt gesundheitliche Argumente gegen wirtschaftliche Bedenken und Bedenken hinsichtlich der bürokratischen Umsetzung ab.
4. Handlungsempfehlungen: Schlägt alternative Maßnahmen vor, insbesondere die Einführung einer Lebensmittelampel (Nutri-Score) und eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel.
5. Fazit und Ausblick: Kommt zu dem Ergebnis, dass eine Zuckersteuer in Deutschland aktuell nicht sinnvoll ist und plädiert für alternative gesundheitspolitische Ansätze.
Schlüsselwörter
Zuckersteuer, Ernährung, Gesundheit, Übergewicht, Lebensmittelindustrie, Lenkungsfunktion, Nutri-Score, Prävention, Diabetes, Konsumverhalten, Großbritannien, Steuerpolitik, Gesundheitskosten, Aufklärung, Lebensmittelqualität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Sinnhaftigkeit der Einführung einer Zuckersteuer in Deutschland, um den gesundheitlichen Herausforderungen durch übermäßigen Zuckerkonsum zu begegnen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören die gesundheitlichen Folgen von Zucker, die steuerliche Lenkungswirkung, internationale Praxisbeispiele und alternative präventive Konzepte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, fundierte Argumente für und gegen eine Zuckersteuer abzuwägen, um zu beurteilen, ob eine solche Maßnahme in der Bundesrepublik zum aktuellen Zeitpunkt notwendig und sinnvoll erscheint.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin führt eine Literatur- und Dokumentenanalyse durch, bei der Fachbeiträge, Berichte internationaler Organisationen und aktuelle Nachrichtenquellen ausgewertet wurden.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Grundlagen, die Funktionsweise von Steuern, die Forderungen der WHO, eine detaillierte Fallstudie zu Großbritannien sowie eine tiefgehende Pro- und Contra-Analyse.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?
Die zentralen Schlagworte umfassen Zuckersteuer, Ernährung, Prävention, Übergewicht, Diabetes und steuerliche Lenkungsfunktion.
Warum wird Großbritannien in der Arbeit besonders hervorgehoben?
Großbritannien dient als zentrales Praxisbeispiel, da dort seit 2018 eine Zuckersteuer auf Erfrischungsgetränke besteht, an deren Verlauf erste Erkenntnisse über die Lenkungswirkung gewonnen werden können.
Was spricht laut Arbeit gegen eine Zuckersteuer?
Kritiker führen an, dass eine Steuer komplexe gesellschaftliche Probleme wie Fehlernährung nicht allein lösen kann, bürokratische Kosten verursacht und Bürger in ihrer Konsumfreiheit bevormunden könnte.
Welche Alternativen schlägt die Autorin vor?
Anstatt einer Steuer empfiehlt die Arbeit die Einführung einer verständlichen Lebensmittelkennzeichnung wie dem Nutri-Score sowie eine steuerliche Entlastung für gesunde Grundnahrungsmittel.
- Arbeit zitieren
- Marie P. (Autor:in), 2019, Ist die Einführung einer Zuckersteuer in Deutschland sinnvoll?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499135