Lernen an Stationen: Einführung des Buchstaben "W/w" - Unterrichtsentwurf/Prüfungsstunde


Unterrichtsentwurf, 2005

28 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Sachanalyse
1.1 Das Alphabet
1.2 Sprachwissenschaftliche Einordnung des Buchstabens „W/w“

2. Didaktische
2.1 Bedeutsamkeit des Unterrichtsinhaltes
2.1.1 Begründung der Lernaufgabe
2.1.2 Bedeutsamkeit des Unterrichtsinhaltes für die Schüler
2.1.3 Didaktische Reduktion
2.1.4 Schwierigkeitsanalyse
2.2 Stellung des Unterrichtsinhaltes im größeren Zusammenhang

3. Voraussetzungen für den Unterricht
3.1 Situation der Klasse
3.2 Externe Voraussetzungen

4. Formulierung der Lernziele
4.1 Grobziel
4.2 Feinziele

5. Überlegungen zur Methodik
5.1 Einstiegsmöglichkeiten
5.2 Artikulation
5.3 Sozial- und Aktionsformen
5.4 Medien
5.5 Unterrichtsprinzipien
5.6 Tafelbild

6. Geplanter Unterrichtsverlauf

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang
8.1 „Geheimzettel“
8.2 Arbeitsblätter mit folgenden Symbolen: ¥, q, ¶ und
8.3 Arbeitsblatt zum Nachspuren des Buchstabens
8.4 „Brief von Pepe“

1. Sachanalyse

1.1 Das Alphabet

Das Metzler Sprachlexikon gibt für den Begriff des „Alphabets“ die folgende Definition an:

„Alphabet: griech. Alpa, bnta, (alfa, beta): Namen der beiden ersten Buchsatben der girech. Alphabetreihe“ (vgl. Digitale Bibliothek Band 34: Metzler Lexikon Sprache).

Das Inventar der alphabetischen Schriftsysteme sind die Schriftzeichen, wobei hier von einer bestimmten Ordnung dieser ausgegangen werden muss. „Sie stellen neben den Ziffern das wichtigste Strukturierungsmittel für Listen aller Art dar, z. B. Lexika, Wörterbücher (vgl. Digitale Bibliothek Band 34: Metzler Lexikon Sprache).

Das deutsche Alphabet besteht aus 26 Graphemen, jedoch entspricht die Anzahl der Buchstaben des deutschen Alphabetes nicht ihrer tatsächlichen Anzahl. So sind Buchstaben wie zum Beispiel die Umlaute „ä, ö, ü, und ß“ nicht in ihr enthalten, sondern treten gesondert auf. Aus den nun genannten dreißig Graphemen lassen sich durch deren Kombination weitere Lautmöglichkeiten kombinieren. Unter diese Kombinationsmöglichkeiten würden folgende Beispiele fallen, um nur einige von ihnen zu benennen: „Au, ei, eu, ch, sch“. Darüber hinaus lassen sich die Buchstaben als Laute, so genannte Phoneme, zusätzlich in form ihrer Lautstruktur differenzieren. Das Alphabet führt hierbei 21 Mitlaute oder auch Konsonanten und fünf Selbstlaute oder auch Vokale mit sich. Die Differenzierung zwischen Konsonanten und Vokalen betrifft ihre lautliche Substanz. Das kann bedeuten, dass diese innerhalb ihrer Buchstabierung lediglich die eigene Lautsubstanz repräsentieren, wie es bei den Vokalen der Fall ist Dem gegenüber stehen die Konsonanten, bei deren Buchstabierung die lautliche Substanz eines oder mehrerer Phoneme vertreten sein kann. Die eben genannte Differenzierungsmöglichkeit gilt wiederum nicht bei der Lautierung der Phoneme, innerhalb derer die reine Lautstruktur des jeweiligen Phonems verbalisiert wird.

1.2. Sprachwissenschaftliche Einordnung des Buchstabens „W/w“

Der Buchstabe „W/w“ steht im deutschen Alphabet an der dreiundzwanzigsten Stelle.

Es handelt sich hierbei um einen so genannten Konsonanten oder auch Mitlaut. Mitlaut deshalb, da man bei seiner Buchstabierung, im Gegensatz zur Lautierung, das Phonem /e/ realisiert.

Sprachwissenschaftlich betrachtet, stellt das Phonem /w/ einen Obstruenten dar. Betrachtet man nun den Artikulationsmodus von Obstruenten, so lässt sich feststellen, dass der Luftstrom ein starkes Hindernis zu überwinden hat. Innerhalb der vorliegenden Artikulation wird der austretende Luftstrom nicht angehalten, sondern durch die Enge gepresst. Im Fall des Phonems /w/ liegt, betrachtet man die Artikulationsart, ein Frikativlaut vor. Man spricht hier auch von Reibelauten oder Spiranten.

Der Artikulationsort ist als „dental“ zu bezeichnen, was bedeutet das die Engebildung an der oberen Zahnreihe lokalisiert werden kann. Die artikulierenden Organe, welche für die Verursachung des Hindernisses verantwortlich sind, stellen die Unterlippe, sowie die oberen Schneidezähne dar, sodass hier von einer Engebildung labiodentalen Ursprungs gesprochen werden kann.

Als weiteres Kriterium ist die Stimmhaftigkeit dieses Obstruenten zu nennen, welche durch die Vibration der Stimmbänder entsteht.

Für Transkriptionen in Lautschrift wird die Lautschrift der „International Phonetic Association“, kurz „IPA“, verwendet. Das Phonem /w/ wird in lautschriftlicher Form als (v) dargestellt.

Die sprachliche Problematik stellt sich hier in der Differenzierung zum Phonem /v/ ein. Die gesprochene Lautstruktur entspricht in diesem Fall nicht der des dazugehörigen Graphems. Ein Beispiel wäre das Wort „Vase“, welches als Anfangsbuchstaben den Graphem „v“ aufweist, jedoch als lautliche Substanz das Phonem /w/ vertritt.

2. Didaktische Analyse

2.1 Bedeutsamkeit des Unterrichtsinhaltes

2.1.1 Begründung der Lernaufgabe

Die Primarstufe hat die große Verantwortung den Schülern Grundfertigkeiten, welche das Lesen, Rechnen und Schreiben betreffen, zu vermitteln. „Ausgehend von den Sprachformen und Sprachgewohnheiten des Kindes, dem heimatlichen Dialekt oder der fremden Muttersprache, sollen die Kinder zum sicheren Gebrauch der deutschen Standardsprache geführt werden. Vom Anfangsunterricht an ist es Ziel des Deutschunterrichts, die Kinder im mündlichen und schriftlichen Gebrauch der deutschen Sprache zu üben und zu fördern“ (vgl. Leitlinien für die Arbeit in der Grundschule, Seite 10).

Die Wichtigkeit und Bedeutung des Lesens und Schreibens zeigt sich bei näherer Betrachtung der Notwenigkeit von schriftlichem und auch mündlichem Sprachgebrauch. Die jeweilige Sprache einer so genannten Sprachgemeinschaft, zählt zu ihrem Kulturgut. Sprache verändert sich, ist ein offenes System und passt sich somit seinen Benutzern an. Erst der Gebrauch von Sprache ermöglicht dem Menschen die Möglichkeit mit anderen zu kommunizieren. Die Kommunikation selbst kann in Form des schriftlichen Gebrauchs von Sprache stattfinden, wie zum Beispiel über den Briefwechsel. Im Zeitalter der neuen Medien findet der schriftliche Sprachgebrauch einen weiteren Weg über die sich rasant entwickelnde Vernetzung durch Computer. Eine weitere Form des Sprachgebrauchs ist die mündliche Form. Erst die Fähigkeit sich mündlich mitzuteilen, eröffnet dem Menschen den Austausch mit anderen. Die Fähigkeit zur Kommunikation gibt dem Menschen die Möglichkeit das Zusammenleben innerhalb einer Sprachgemeinschaft zu regeln Hadumod Bußmann definiert „Sprache“ wie folgt: „Auf kognitiven Prozessen basierendes, gesellschaftlich bedingtes, historischer Entwicklung unterworfenes Mittel zum Ausdruck bzw. Austausch von Gedanken, Vorstellungen, Erkenntnissen und Informationen sowie zur Fixierung und Tradierung von Erfahrung und Wissen“ (Hadumod Bußmann 2002, S.616).

Neben der Notwendigkeit von Sprache zum kommunikativen Austausch, ist diese wegweisend für die persönliche Entwicklung des Menschen. Erst wenn ihm möglich ist sich mitzuteilen, seine Intentionen anderen verständlich zu machen oder umgekehrt die Informationen, welche er über Sprache mitgeteilt bekommt, zu verstehen und wiederum über Sprache reflektieren zu können, sind ihm persönliche Entwicklungsmöglichkeiten, sowie die Zugehörigkeit zur Sprachgemeinschaft, zuteil.

Mit Blick auf die berufliche Zukunft eines Menschen ist der Sprachgebrauch sowohl in seiner schriftlichen, als auch in seiner mündlichen Form von größter Bedeutung. Schon innerhalb der beruflichen Ausbildung sind die Fähigkeiten des Lesens und Schreibens unbedingt erforderlich. Gerade diese Bereiche betreffend schient ein großes Manko vorzuherrschen, verfolgt man die Aussagen der Arbeitgeber über ihre Auszubildenden.

2.1.2 Bedeutsamkeit des Unterrichtsinhaltes für die Schüler

Mit dem Erlernen des neuen Buchstabens, dem „W/w“ erschließen sich die Schüler den nächsten Schritt zum sicheren Umgang mit ihrer Muttersprache. „Spracherziehung hat grundlegende Bedeutung für die geistige und soziale Entwicklung des Kindes. In Sprache werden Gedanken artikuliert; In Sprache wird Kultur tradiert; Sprache dient der zwischenmenschlichen Verständigung; Sprache ist Schlüssel zum Welt- und Selbstverständnis des Menschen“ (vgl. Lehrplan Deutsch, S.6).

Für die Erschließung von Unterrichtsinhalten ist der mündliche und auch schriftliche Sprachgebrauch erforderlich, somit vermittelt der Anfangsunterricht die Basis für die weitere schulische Entwicklung des Schülers. Der Rahmenlehrplan des Landes Rheinland-Pfalz nennt dabei die folgende Zielsetzung: „Die Kinder sollen in der Regel am Ende des ersten Schuljahres, spätestens jedoch mit Abschluss des zweiten Schuljahres fähig sein, Texte, die inhaltlich und sprachlich ihrem Verständnis angemessen sind, sinnerschließend, sinngestaltend und möglichst flüssig zu lesen“ (vgl. Lehrplan Deutsch, S.13).

2.1.3 Didaktische Reduktion

Die geplante Unterrichtsstunde wird sich auf die Einführung des Buchstabens „W/w“ beschränken. Hier ist unter dem Begriff der Einführung das Kennen lernen seiner graphischen Gestalt, sowie seiner Lautstruktur zu verstehen. Da es sich wie bereits erwähnt für die Schüler um die Einführung eines neuen Buchstabens handelt, werden die Übungen hierzu, mit Blick auf ihren Schwierigkeitsgrad, entsprechen gewählt werden müssen. Dies bedeutet zudem, dass die erforderliche Lautdifferenzierung zwischen den Buchstaben „W/w“ und „V/v“ zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden wird. Auch das Auftreten des Buchstabens innerhalb eines Wortes muss gesondert behandelt werden. Geplant hingegen ist das Erlernen der graphischen Umsetzung des Buchstabens, sowie seine lautliche Umsetzung in form von dem Erlesen von Wörtern, welche diesen beinhalten.

2.1.4 Schwierigkeitsanalyse

Hier muss mit sehr unterschiedlichen Problemen und auch Lernergebnissen gerechnet werden. Da es sich bei der Praktikumsklasse, die individuellen Leistungen betreffend, um eine sehr heterogene Klasse handelt, ist dementsprechend mit unterschiedlichen Reaktionen zu rechnen. Es wird durchaus Schüler geben, denen der Buchstabe bereits bekannt ist, auch von seinem Schriftbild her betrachtet. Für andere Schüler wird der Buchstabe „Neuland“ bedeuten. Ich rechen jedoch nicht damit, dass die Schüler beim Lösen der Aufgaben zum Thema Probleme haben werden, da diese wie eingangs erwähnt dem Schwierigkeitsgrad einer Einführung entsprechen.

Was von meiner Person, in Form der unterrichtenden Kraft zu kontrollieren sein wird, ist das Abschreiben des Tafelbildes. Hier habe ich schon in früheren Unterrichtsstunden, je nach Schüler, doch erhebliche Defizite angetroffen.

2.2 Stellung des Unterrichtsinhaltes im größeren Zusammenhang

Je nach Fibel lernen die Schüler die Buchstaben in einer anderen Reihenfolge. Meine Praktikumsklasse arbeitet mit der Fibel „ABC Reise“.

Bis zum jetzigen Buchstaben lernten die Schüler die Buchstaben „m, k, a, o, i, t, s, l, k, n, u, e, r, d, f, p“, sowie das „h“, welches dem nun zu lernenden Buchstaben „W/w“ vorausging.

Weiterhin wurden bereits die Buchstabenkombinationen „ie, au, ei“ erlernt. Dem Buchstaben „W/w“ wird innerhalb der Unterrichtsreihe das „G/g“ folgen.

3. Voraussetzungen für den Unterricht

3.1 Situation in der Klasse

Die Klasse 1b der Grundschule wird von 20 Schülern besucht. Elf der Schüler sind Jungen und die weiteren neun Mädchen. Die Klasse ist somit recht überschaubar, wovon die Schüler profitieren.

Die Klasse als solche zu beschreiben, fällt mir sehr schwer. Die Klassenlehrerin schilderte mir schon in unserem Praktikumsvorgespräch diese, als sehr schwierig und unruhig. Viele der Schüler, worauf ich noch detailliert eingehen werde, befinden sich aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten in ärztlicher und therapeutischer Behandlung. Erschwerend kommt hinzu, dass es sich hier um eine Klasse der Jahrgangsstufe eins handelt. Die Schüler haben also vor noch nicht all zu langer Zeit einen neuen Lebensabschnitt, in Form des Überganges vom Kindergarten in die Grundschule, erlebt. Dieser neue Lebensabschnitt stellt für viele eine große Umstellung dar. Sie müssen lernen sich an gewisse Regeln zu halten und erfahren darüber hinaus zum ersten Mal in ihrem Leben, dass sie Verpflichtungen, wie zum Beispiel die Bearbeitung der Hausaufgaben, übernehmen müssen.

Das Verhalten der Schüler innerhalb des Unterrichts erscheint sehr unterschiedlich, wobei der didaktische Aufbau des Unterrichts meiner Ansicht nach dafür maßgeblich ist. Das heißt, dass die Schüler sehr gut mitarbeiten solange sie präzise gestellte Arbeitsaufträge erhalten und der Aufbau des Unterrichts für sie klar strukturiert erscheint. Unruhig wird die Klasse, wenn die Form des Frontalunterrichts zu lange andauert. Eine Ursache hierfür sehe ich in der Konzentrationsschwäche vieler Schüler. Es fällt auf, dass die Schüler sehr stark auf Eigenaktivität innerhalb des Unterrichts reagieren. Der größte Teil der Klasse, man kann fast sagen die Klasse insgesamt, ist an der Lese- und auch Schreibarbeit interessiert. Dafür steht, dass viele Schüler während des Unterrichts fragen, wann sie „endlich“ ein Tafelbild abschreiben oder eine Geschichte selbst vorlesen dürfen. Auch im Bereich der Mathematik zeigt der Großteil der Klasse rege Beteiligung. Die individuellen Leistungen, sowohl im Bereich der Rechtschreibleistungen, als auch innerhalb der Rechenleistungen, sind innerhalb der Klasse sehr heterogen. So gibt es Schüler, denen es nicht schwer fällt ein Tafelbild fehlerfrei abzuschreiben, andere hingegen sind kaum in der Lage ein Wort korrekt in ihr Heft zu übertragen. Die doch sehr unterschiedlichen Leistungen innerhalb des Schreibens zeigten sich in den Ergebnissen eines Diktates, welches kurz vor den Ferien geschrieben wurde. Nur wenige Schüler hatten keine Fehler. Dann gab es Schüler im Mittelfeld mit bis zu fünf Fehlern, aber auch die oberste Grenze mit zehn bis zwölf Fehlern wurde von einigen erreicht. Die sehr unterschiedlichen Leistungen der Schüler im schriftlichen Bereich, entsprechen den ebenfalls sehr unterschiedlichen Leistungen im Bereich der Mathematik.

[...]

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Details

Titel
Lernen an Stationen: Einführung des Buchstaben "W/w" - Unterrichtsentwurf/Prüfungsstunde
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Autor
Jahr
2005
Seiten
28
Katalognummer
V49918
ISBN (eBook)
9783638462518
Dateigröße
702 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Unterrichtsstunde war eine Prüfungsstunde und wurde sowohl inhaltlich als auch methodisch gut beurteilt. Die Arbeitsblätter können aus urheberrechtlichen Gründen hier nicht mitgeliefert werden.
Schlagworte
Lernen, Stationen, Einführung, Buchstaben, Unterrichtsentwurf/Prüfungsstunde
Arbeit zitieren
Christina Schulz (Autor), 2005, Lernen an Stationen: Einführung des Buchstaben "W/w" - Unterrichtsentwurf/Prüfungsstunde, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49918

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