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Kandidat und Partei im Spiegel der Medien

Eine inhaltsanalytische Untersuchung von Christian Lindner und der FDP

Titel: Kandidat und Partei im Spiegel der Medien

Bachelorarbeit , 2012 , 108 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Doris Bärtle (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Medien, so scheint es, berichten längst nicht mehr nur über die "harten Fakten“ der Politik, sondern auch über die Politiker selbst und immer öfter auch über deren Privatleben und Aussehen. Dabei zeigt sich diese vermeintliche Personalisierung nicht allein in der Berichterstattung. Auch für den Politikbetrieb und die Wahlbevölkerung nimmt die Bedeutung der Personen zu, so die These. Da sich der Wähler in aller Regel nicht selbst ein Bild von den politischen Vorgängen machen kann, ist er beinahe ausschließlich auf die von den Medien vermittelten Informationen angewiesen. Der Weg zum Wähler führt für die Politik damit zwangsläufig über die Fernsehbilder und Zeitungsberichte.

Inzwischen existieren zwar zahlreiche Studien, die sich mit diesem Phänomen auseinander setzen. Die häufig postulierte These einer zunehmenden Personalisierung in den Medien konnte durch die Forschung aber bislang nicht eindeutig belegt werden. Allerdings konzentrieren sich die bisherigen Arbeiten beinahe ausschließlich auf die Berichterstattung über die jeweiligen Kandidaten, während die mediale Darstellung der Parteien in der Regel unberücksichtigt bleibt.

Gelegenheit für die Untersuchung der vorgestellten Überlegungen bieten die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen und in diesem Zusammenhang die mediale Darstellung der FDP und ihres Spitzenkandidaten Christian Lindner. Der Grund für die Wahl dieser Akteure ist die außergewöhnliche Konstellation zwischen der krisengeplagten Partei FDP und dem nach seinem Rücktritt wiedergekehrten Kandidat und Hoffnungsträger Christian Lindner. Im Kontext dieser Wahlen stellen sich somit drei Forschungsfragen, die in dieser Arbeit untersucht werden sollen: Wie wird die FDP in den Medien dargestellt? Wie wird der Kandidat Christian Lindner in den Medien dargestellt? Und wie wird die Beziehung zwischen Kandidat und Partei in den Medien dargestellt?

Diese Fragen werden durch zwei verschiedene inhaltsanalytische Verfahren untersucht. Zur Beantwortung der ersten beiden Forschungsfragen wird eine quantitative Inhaltsanalyse der Berichterstattung durchgeführt. Aufschluss über die dritte Forschungsfrage, also die Beziehung zwischen Kandidat und Partei, soll eine darauf aufbauende Framing-Analyse geben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Personalisierung: Der Kandidat im Fokus der Berichterstattung

2.1 Das Konzept der Personalisierung

2.1.1 Definition und Einordnung

2.1.2 Die Dimensionen der Personalisierung

2.1.3 Politiker in den Medien

2.2 Personalisierung der Berichterstattung: Der Stand der Forschung

2.2.1 Die USA als Vorreiter

2.2.2 Die Forschung in Deutschland

2.2.3 Befunde, Schwächen und Perspektiven der Forschung

3. Das Framing-Konzept

3.1 Begriffsbestimmung und Ursprung

3.2 Der Framing-Ansatz in der Kommunikationswissenschaft

3.2.1 Die vier Stränge der Framing-Forschung

3.2.2 Frames in Medientexten

3.3 Die Analyse medialer Frames

3.3.1 Methodische Zugänge der Framing-Analyse

3.2.2 Das Framing von Personen

4. Der Kandidat und die Partei

4.1 Die Entwicklung der FDP seit der Bundestagswahl 2009

4.2 Der Spitzenkandidat Christian Lindner

4.3 Partei und Kandidat, Partei vs. Kandidat

5. Die FDP und Christian Lindner im Spiegel der Medien

5.1 Quantitative Inhaltsanalyse – Methodik und Anlage der Untersuchung

5.1.1 Die Methode der Inhaltsanalyse

5.1.2 Untersuchungszeitraum, Auswahl der Stichprobe und Kategorien

5.1.3 Zentrale Ergebnisse

5.2 Framing-Analyse – Methodik und Anlage der Untersuchung

5.2.1 Das interpretativ-quantifizierende Verfahren

5.2.2 Methodische Überlegungen, Frame-Identifikation und Inhaltsanalyse

5.2.3 Zentrale Ergebnisse

6. Fazit und Diskussion: Personalisierung – ja oder nein?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die mediale Darstellung der FDP und ihres Spitzenkandidaten Christian Lindner im Kontext der Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen, um zu prüfen, ob und in welcher Form eine Personalisierung der Berichterstattung vorliegt und wie das Verhältnis zwischen Partei und Kandidat in den Medien gerahmt wird.

  • Personalisierungstheorien und deren empirischer Forschungsstand
  • Grundlagen des Framing-Konzepts in der Kommunikationswissenschaft
  • Quantitative Inhaltsanalyse der Berichterstattung zu FDP und Christian Lindner
  • Framing-Analyse zur Identifikation der Beziehungsdarstellung von Partei und Kandidat
  • Kritische Diskussion der Rollenverteilung zwischen Medien, Politikern und Wählerschaft

Auszug aus dem Buch

Die Darstellung der Person Christian Lindner

Nachdem bisher ein Vergleich zwischen Partei und Kandidat angestellt wurde, soll nun die Berichterstattung über Christian Lindner näher beleuchtet werden. Von Interesse ist hierbei vor allem die Frage, welche Eigenschaftsdimensionen Lindners in den Medien zur Sprache kommen. Denn neben der zunehmenden Präsenz eines Kandidaten gegenüber der Partei zeigt sich eine Personalisierung auch daran, dass besonders unpolitische Merkmale – d. h. Merkmale, die nicht im Zusammenhang mit der Ausübung der politischen Tätigkeit stehen – häufiger thematisiert werden (vgl. Brettschneider 2009: 512).

Abbildung 7 zeigt die verschiedenen Eigenschaftsdimensionen, die im Zusammenhang mit Christian Lindner genannt werden. Am häufigsten werden dabei dessen Leadership-Qualitäten und insbesondere sein politischer Einfluss sowie seine Führungsstärke thematisiert. Dabei handelt es sich um Eigenschaftsdimensionen, die zwar nicht in direktem Zusammenhang mit politischen Sachthemen stehen, aber dennoch für die allgemeine politische Kompetenz von Bedeutung sind. Am zweithäufigsten – und noch vor der „politiknahen“ Dimension der Problemlösungskompetenz – werden allerdings Lindners unpolitische Eigenschaften zum Thema gemacht. Besonders intensiv wird hierbei über dessen allgemeines Auftreten, seine Ausstrahlung und Eloquenz berichtet, aber auch biographische Informationen finden häufig Eingang in die Berichterstattung. Kaum Beachtung finden hingegen Lindners Privatleben und sein Aussehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet das Phänomen der zunehmenden Personalisierung in der politischen Berichterstattung und leitet die Forschungsfragen der Arbeit her.

2. Personalisierung: Der Kandidat im Fokus der Berichterstattung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Personalisierung und gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand, insbesondere im Vergleich zwischen den USA und Deutschland.

3. Das Framing-Konzept: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Framings dargelegt, inklusive methodischer Zugänge zur Analyse medialer Frames.

4. Der Kandidat und die Partei: Das Kapitel zeichnet die politische Entwicklung der FDP sowie den Werdegang von Christian Lindner nach, um den Kontext der Untersuchung zu etablieren.

5. Die FDP und Christian Lindner im Spiegel der Medien: Dieser Hauptteil präsentiert die Methodik und die zentralen empirischen Ergebnisse der quantitativen Inhaltsanalyse sowie der Framing-Analyse.

6. Fazit und Diskussion: Personalisierung – ja oder nein?: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Frage, inwieweit die Berichterstattung über FDP und Lindner als personalisiert bezeichnet werden kann.

Schlüsselwörter

Personalisierung, Framing-Analyse, Quantitative Inhaltsanalyse, Christian Lindner, FDP, Landtagswahl NRW, Medienberichterstattung, Politikerimage, politische Kommunikation, Parteien, Wahlkampf, Medienlogik, Leadership, Problemlösungskompetenz, Deutungsmuster.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die mediale Berichterstattung über die FDP und ihren Spitzenkandidaten Christian Lindner im Kontext der Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen, um das Ausmaß der Personalisierung zu untersuchen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Personalisierung von Politik, mediale Framing-Prozesse, die Entwicklung der FDP in einer Krisenphase sowie die öffentliche Wahrnehmung von Christian Lindner.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, zu klären, wie Partei und Kandidat in den Medien dargestellt werden und ob das Verhältnis zwischen beiden durch personalisierte Muster oder Framing-Strategien geprägt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung kombiniert eine quantitative Inhaltsanalyse mit einer qualitativen Framing-Analyse, um sowohl die Präsenz als auch die Deutungsmuster der Akteure zu erfassen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden methodische Anlagen vorgestellt und die Ergebnisse hinsichtlich der Präsenz der Akteure, der Tendenzen in der Berichterstattung sowie der identifizierten Frames analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Personalisierung, Framing-Analyse, politische Kommunikation, Medienberichterstattung, FDP und Christian Lindner.

Welche Rolle spielt Christian Lindner als „Retter“ in der Analyse?

Lindner wird in der medialen Berichterstattung häufig durch einen spezifischen "Retter-Frame" gerahmt, der ihn positiv von der kriselnden FDP abgrenzt.

Wie unterscheiden sich die Frame-Typen im Kontext des Rücktritts?

Es werden zwei Rücktritts-Frames identifiziert: Einer bewertet den Rücktritt als Scheitern oder Wortbruch, während der andere der FDP die Schuld zuschreibt und Lindner in dieser Situation eher positiv oder heroisiert darstellt.

Ende der Leseprobe aus 108 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kandidat und Partei im Spiegel der Medien
Untertitel
Eine inhaltsanalytische Untersuchung von Christian Lindner und der FDP
Hochschule
Universität Hohenheim  (Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft, insb. Kommunikationstheorie)
Note
1,0
Autor
Doris Bärtle (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
108
Katalognummer
V499572
ISBN (eBook)
9783346032959
ISBN (Buch)
9783346032966
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politik Kommunikation Medienberichterstattung Wahlkampf FDP Christian Lindner Personalisierung Partei Kandidat Framing
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Doris Bärtle (Autor:in), 2012, Kandidat und Partei im Spiegel der Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499572
Blick ins Buch
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